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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Inferno on Route 666.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 13.02.2009 23:10
von ascolto • 1.289 Beiträge
Aus Dante Alighieri: die Göttlichen Komödie!

Inferno/Siebenter Gesang/22

"Wie es geschiet mit der Charybdis Wogen,
Die sich mit denen, die sie treffen, brechen,
So tanzen die Leute ihre Reigen.
Dort sah ich mehr als anderswo Gedränge.
Von beiden Seiten unter lautem Brüllen
Wälzten sie Lasten mit der Kraft der Schultern......"


Sui, werter mArtin.us suind mein hochvereehrter Gast und so gehören Uihnen die ersten Zeylen und Bluicke......
zu der Flümmerey: Natural Born Killers von Oliver Stone, biddschön.......:

zuletzt bearbeitet 14.02.2009 11:12 | nach oben springen

#2

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 14.02.2009 00:08
von Martinus • 3.194 Beiträge
werter ascolto,

Einer überlebt immer, damit er die Geschichte von Mickey und Mallory weitererzählen kann. Das Päärchen fühlt sich als Schicksalsbote. Jeder hat seinen Dämon im Innern. Seinen Schatten kann man nicht loswerden. So wird z.B. der erfolgreiche Fernsehreporter schließlich auch zum Mörder, da er seinen Dämon auskehrt.

Zurück zum Mörderpäärchen. Keine Frage: Das ist ein elender Mörderhaufen, die gefühlskalt andere Menschen umbringen. Es wird sogar soweit hochgezogen, dass er die Indianer umbringt, hinterher aber bekennt, jeder mache mal einen Fehler, er sei auch nur ein Mensch.

Zum Hintergrund und Sinn des Filmes:

Die Reporter, Der Polizist, der Gefängnisdirektor sind menschlich gesehen kein deut besser als Mickey und Mallory. Der Polizist ist brutal und ein Sadist. Der Gefängnisdirektor interessiert sich nicht für die Lebensbedingungen der Gefängnisinsassen und kehrt auch seinen bösen Dämon hervor, indem er schwört, das Gaunerpäärchen umbringen zu lassen, weil sie geflohen sind. Außerdem hat der, also Tommy Lee Jones nur das Prestige und sein Ansehen im Kopf, was er für ein super Gefängnis hat, und lässt den Mickey Interviewen, der seine Morde im sachlichen Ton verteidigt, der Reporter aber fasst ausflippt, und nicht die Gemütsruhe des Mörders ertragen kann. Wie schon oben gesagt. Der Reporter wird auch zum Polizistenmörder.

Weiterhin die Gier des Volkes nach Sensation. Da wurden junge Menschen interviewt, die für das tolle Mörderpäärchen schwärmten, dann aber einer sagte, ich achte das Leben an sich schon...aber

Man sieht, wie verlogen die Welt ist. Es gibt keine Trennung von den Guten und den Bösen. Die Pole sind in jedem Menschen vorhanden. Die Sensationsgier des Volkes ist genauso schlimm, wie auch dadd Mörderpaar einen leben lässt, damit sie ihre Mörderey weitererzählen.

Es habe auch einige Szenen von Sex und Tod. Also, die triebens miteinander und im Fernsehgerät sah man Gewaltszenen (Stalin usw.) Das Visuelle, das Fernsehen überschäumt die Menschheit mit Gewalt. Die Reportage von Mickey und Mallory ist nur eine Sache davon.

Beginn des Films:

Dieser brutale Vater, der Tochter Mallory an die Wäsche geht und allles verharmlost, das fand ich schon gewaltig gut gemacht, weil der Stone das so in die Flimmerkiste bringt, als ob es eine Comedyshow (mit Applaus) wäre, wie es solche trivialen Shows in Amerika s gibt. Eine herrliche Kritik von hohler visueller Gier und Sensationslust. In Deutschland gibt es dieses hohle "Hol mich heraus aus dem Dschungel" - Schmarren, wo sich Leute am Fernseher daran ergötzen, wenn ein Schauspieler alberne Mutproben über sich ergehen lassen muss (Insekten Essen u.a. Unsinn).

Puhh, das mein erster Eindruck

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.02.2009 00:13 | nach oben springen

#3

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 14.02.2009 00:34
von ascolto • 1.289 Beiträge
Werter mArtinus,

puuhu, dass sagt muir vüll, und vielleicht braucht die Flümmerey Distanz? Aber Sui suind durchgeflümmert und dies ist schoan ein "Meysterstück"! Denn der Fülm ist schwer vedaulich, insbesondere Alpdrücken uin der Nacht uim Traumelländle net ausgeschlossen?!
Beginnen wuir vielleicht mit der Sitcom, also der Anfangssequenz in Dur, wo eine brutalst mögliche schowienistische Familienhirachie gespiegelt! Sehr italo Amerikanisch! Der Vater im Schiesserstring in verfetteten Unterarmen, schlürfend und schmatzend und Fleysch begeistert, fluchend! Die Mutter, verängstigt, Dunst aufgequollen im Alkoholnebel, der Bruder uim Mason Tanz der Sadisten (Make Up)? Immerhin taucht dann sein Mörder als Fleyschelbote auf, eine Lösung? Die Begierde seiner misshandelten und als Sexobjekt missbrauchten Tochter?
Ist es nicht die Begierde (Libido) der Auslöser, also die sexuel uin Projektion der Tochter zu ihrem Liebhaber? Sequenz der Masturbation im Knast?
Ist dass zu Anfang nicht eine Welt aus Fleysch ohne Reflektion die uns da in der Eynleytung?
Suind Sitcoms also nur fleyschklöpsige Figuren in Szene die uim Hinterhalt(Analyse) nur die Bedürfnisse des Triebs symbolisieren?
Dies uist die Energie die diese Geschichte entfalltet, traumatisch Wandelnde uin Den es brodelt?

Nun Sui.....

zuletzt bearbeitet 14.02.2009 11:16 | nach oben springen

#4

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 14.02.2009 08:57
von Martinus • 3.194 Beiträge
Hallo,

es ist mir so voegekommen, als ob der Fleyschelbote die Mallory aus diesem Familienmief herausholen wollte. Sie praktisch erretten vor der Diktatorgewalt des Vaters. Da stand nun der Fleyschelbote Mallory mit dem Fleischklopsen in den Händ und etwas blutiges Material fiel davon auf dem Fußboden. Da habe ich mir schon gedacht, es wird gleich blutig losgehen mit der Mörderey. Mallory, der Fleyschelbote also als Auftakt zum Fleyschtötungsgemetzel. Viel zu reflektieren gab es da nicht nur, auch in dieser Szene schon die Gegenüberstellung von Sex und Gewalt, als das Verlieben der Mallory mit dem Mickey.

und dann ab auf die Route 666, die Gemetzelroute des Teufels.

Übrigens wurde dann später angedeutet, dass Mallory unter Gewalt aufgewachsen ist (siehe Fernsehinterview).

Interpretatorisch gemeint: Nun wollten Mickey und Mallory es der Welt zeigen, wie dämonisch und gewalttätig die Welt ist, ließen sich interviewen, die Mordroute wird dem gierigen Publikum im Fernsehen vorgehalten. Sprich: Die Kleute wollen solche Gewalt sehen. Wie schlecht die Welt nur ist......Das Mörderpaar wird zum Spiegel der Gesellschaft.

Dass von muir.

Mal wadd anderes. Geträumt habe ich des Nachts viel, net von Gewalt, aber, seit fünfe bin uich nach jedem Geträum aufgewacht. Da sehn ich mich schon nach dem Liebeleyfilm. So ein Brutalo im Film wirkt schon im Unterbewusstsein.

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.02.2009 09:09 | nach oben springen

#5

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 14.02.2009 14:38
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Hallo, na, da habt ihr euch ja einen tollen Film ausgesucht. Ein wunderbares Filmwerk, das mich damals sehr bewegt hat. Mal davon abgesehen, dass die Musik von Leonard Cohen "The future" im Hintergrund schillert, so ist das ganze Geflecht der Gewalt ein warnender Hinweis auf das Abstumpfen der Gefühle, das feste Verschließen der Augen, obwohl man doch glaubt, alles zu sehen. Die Liebe und Freiheit und die blinde Menschenmasse wird aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.
Da sind zwei junge Menschen, die miteinander eine ganz andere Freiheit teilen. Sie verwehren sich gegen eine "richtige Heirat", brechen aus ihrer Familien"situation" aus - diese, wie ihr sagt, war wunderbar übertrieben dargestellt, als Sinnbild für die Gleichgültigkeit der blickenden Masse, die lacht, wenn die Szenen mit Gelächter untermalt sind, nicht, weil sie lustig sind (ähnliche Obskuritäten gibt es auch ohne Ironie in tatsächlichen Fernsehserien), die die Gewalt nur noch als ein Schulterzucken wahrnimmt, weil die Medien damit völlig überladen sind, warum diese Sitcom der Familiensituation auch so herrlich übertrieben wirkt und gleich danach tief zum nachdenken bewegt, zu einer Selbsthinterfragung (immerhin wird vieles auch nur angedeutet und ins Lächerliche gezogen. Die wirkliche Grausamkeit lässt sich nur in der kaltblütigen Befreiung von der Familie erkennen, was an Abartigem unter der sowieso schon schmierigen Atmosphäre lauert) -, und leben ihre "Freiheit" dann als absolut, wobei der Mord an Menschen darin inbegriffen liegt. Das ist die eine Seite, dass aber das "Mörderpärchen" dann zum Idol der Jugend wird, dass sie gefeiert und verherrlicht werden, ist die andere. Das bekommt besonders der Kameramann zu spüren, den sie sich für ihre Flucht aussuchen, um endgültig in die Fernsehgeschichte einzugehen. Sie sind cool, jung, frei und machen, was sie wollen. In den Augen der Fans wird selbst das Töten zum Kult. Sie tragen T-Shirts der beiden und kreischen: "Wir wollen Mallory & Mickey sein!". Ein neuer Wahn bricht aus.
Dieser wird zusätzlich verstärkt durch den Polizisten, der nach ihnen fahndet, der eigentlich ein "perverses Interesse" an Mallory hat. Hier gibt es keine guten und bösen Menschen. Alles löst sich auf, vermischt sich miteinander. Uns bleibt nur das Zuschauen und das Ordnen unserer Sympathien.
Tatsächlich fühlt man als Zuschauer das Gemeinsame dieser innigen Liebe zwischen Mallory und Mickey, die aber unter diesen Umständen, unter dem Krankhaften in Mallorys Inneren, die dort durch die Vorgeschichte zum kleinen Mädchen gerät, die ihre Gefühle zur Außenwelt abschaltet und sich nur auf die Worte Mickeys konzentriert, den sie als ihre Liebe und ihren Führer anerkennt, da er im Grunde ihr Retter ist, als sie sich mit ihm auf grausame Weise aus ihrer Familie befreit und ihrem Bruder nachruft: "Du bist frei!", und dem längst abgetöteten Gefühl - zur Welt selbst - durch Mickey einen bösartigen Kern in sich trägt. Sie hinterlassen auf ihrem Weg unzählige Tote, und ihr Verhalten wird zum ersten Mal erschüttert, als der Indianer stirbt, der gut zu ihnen war, wo Mallory das erste Mal erkennt: "Du bist böse!", während Giftschlangen nach ihren Füßen schnappen. Stone hat tolle "Zwischenbilder" hineingepackt, den Rausch dargestellt, das Versehen "Tod", die innige Liebe, der Fluch der Welt, das Absurde. Ich habe den Film zwar lange nicht gesehen, habe ihn aber doch im Kopf. Übrigens hat Tarantino am Drehbuch mitgeschrieben, sich aber vom fertigen Werk distanziert. Nun fragt man sich: Wieso? Der Tarantino ist mir sowieso nicht mehr ganz so geheuer, obwohl er tolle Filme gedreht hat. Sein letztes Werk "Death Proof" war schrecklich banal und nur in der Verbindung mit Rodriguez wieder annehmbar, eine Hommaaaaage an die Siebziger, die, wie ich finde, auf Seiten Tarantinos eher misslungen ist. Da finde ich Rodriguez Splaterversion fast besser, "Planet Terror", einfach bissiger (das Holzbein und später Maschinengewehr der Darstellerin - nicht schlecht). Sie haben das Ganze dann mit diesen sogenannten Flackerbildern überarbeitet, besonders schön sind die Löcher bei Rodriguez.
"Natural Born Killers" ist sehr gelungen, auch mit dem Wechsel von Schwarzweiß und bunten Sequenzen. Mal sehen, wann ich wieder Gelegenheit bekomme, ihn mir anzusehen.

Ich grüße herzlich in die Film-Runde
tAxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.02.2009 16:18 | nach oben springen

#6

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 14.02.2009 15:38
von Martinus • 3.194 Beiträge
Hallo Taxine,

Zitat von Taxine
Da sind zwei junge Menschen, die miteinander eine ganz andere Freiheit teilen. Sie verwehren sich gegen eine "richtige Heirat", brechen aus ihrer Familien"situation" -


Sie wollen auf diese Weise auch aus der Gesellschaft ausbrechen und gehen ihren eigenen Trip. Am Filmende sind sie ja wieder alleine und gehen diesen Weg weiter. Übrigens, auch am Schuss, bevor sie den Kameramann erschießen, die entsetzliche Gefühlskälte. Der Kameramann meint noch, es muss doch immer einer am Leben bleiben, damit... Und dann sagt Mallory in etwa so: Die Kamera ist doch da.

Die Schwarzweiß- Sequenzen setzen meist kurz vor einer Gewalttat ein. Ich vermute, der Regisseur wollte damit ausdrücken, dass sich kurz vor der Gewalt sich die Warnehmung Mallorys verändert oder das dämonische ausbricht.

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.02.2009 15:39 | nach oben springen

#7

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 14.02.2009 15:53
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Zitat von Martinus
Sie wollen auf diese Weise auch aus der Gesellschaft ausbrechen und gehen ihren eigenen Trip. Am Filmende sind sie ja wieder alleine und gehen diesen Weg weiter.


Ja natürlich, gerade die Situation mit dem Kameramann verdeutlicht das alles noch einmal, denn er beginnt ja auch ein bisschen, diese "Freiheit" zu erkennen (trotz seiner Mediengeilheit betrachtet er anhand des berühmten Pärchens sein eigenes, verpfuschtes Leben - ich meine, man muss sich hier vorstellen, welche verschiedenen Welten übereinander gelegt werden, dass neben einem Mörderleben ein tristes Alltagsleben trotzdem schlechter wirkt). Er denkt, er ist nun ein Teil dieser "Freiheit", wurde, durch seine Gier, die beiden auf Film zu packen, in den Kreis aufgenommen, und muss dann schmerzhaft, ja tödlich erkennen, dass das von vorneherein nicht möglich war, denn sie sind Mallory & Mickey, ein Mörderpärchen, das seine Freiheit lebt, keine, in der auch nur ein bisschen Gesellschaftsdenken Raum hat. Denn, so sehr hier die Tat selbst, das Töten auch herabgesetzt und übersehen wird, so sehr muss der Kameramann erkennen, dass er keine Ausnahme ist, dass er nicht in der einen Situation die "Freiheit" der beiden anerkennen, aber in der anderen wieder auf die Moral der Gesellschaftsbedingungen ("Das könnt ihr doch nicht machen... Ich bin doch ein Mensch!") pochen kann. Denn, sie haben sich nun einmal von allem gelöst und empfinden nichts beim Töten. Der Mensch bedeutet ihnen nichts, auch nicht der Kult um sie herum. Es zählt nur ihr eigenes, gemeinsames Dasein. Hier zeigt sich auch das: "Man kann nicht aus der Gesellschaft ausbrechen und trotzdem Teil von ihr sein" anders, denn in dieser Art der Freiheit existieren keinerlei Gesetze, auch nicht die der Menschen. Trotzdem existiert Liebe.

Zitat von Martinus
Die Schwarzweiß- Sequenzen setzen meist kurz vor einer Gewalttat ein. Ich vermute, der Regisseur wollte damit ausdrücken, dass sich kurz vor der Gewalt sich die Warnehmung Mallorys verändert oder das dämonische ausbricht.

Das wirkte auf mich immer wie das Kaltwerden, der eisige Schauer über den Rücken, das Einfrieren der eigenen Gefühle, dieses Ahnen, gleich kommt etwas. Als ob das Innere sichtbar gemacht wird, anhand äußerer Bilder. Ganz toll, ja.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 14.02.2009 16:26 | nach oben springen

#8

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 17.02.2009 10:05
von ascolto • 1.289 Beiträge
Werte tAxine, werter mArtinus,

Widerspröch:ich teile keineswegs den Begriff Freiheit, hier anzuwenden, denn die beiden Protagonisten sind alles andere als frei. Sie sind in einem Zyklus ihrer eigenen Wirrungen (KindheitTraumatas) sowie ihrer Profilierungssucht (Medien/einer bleibt als lebendiger Tatzeuge) befangen/getrieben, agieren willkürlich im Sinne der Morde (Es gibt nur das Motiv auf der Route 666 des Hasses), ihr einziger Freiheitdrang ist nicht im Gefängniss, bzw. ihre Strafe anzunehmen.
Hier geht vielleicht Herr Stone sehr geschickt in seiner Kritik der amerik. Denkart, Freiheit ist für ihn ein uns normales, sui geht nur bis zu den Grenzen der Anderen, und die werden in dem Film durch Tötung und Gewalt missachtet?
Will sagen, in den USA wird das Freiheitsideal (Waffenbesitz/Unternehmertum der freien Marktwirtschaft) immer als unabdingbar, eine Philosophie verkauft, doch wohin ist dieses Ideal verschrottet? In koruppte und egozentrische Cops und Gefängnisdirektoren, in manische Medienhypes und deren Berichterstattungen um Quoten, in Psychopaten die eine Gewaltverherrlichung und deren Helden vereehren und mit ihnen um die Wette Morden? In den USA sind Gewalttäter Helden! Von Capone bis zum Godfather, von dem Manson bis Bonny und Clyde. Hier bebildert uns Oliver ein Remake von Bonny und Clyde, nur in einer neuen Zeit und deren Superlativen die heute uns provozieren müssen um mediale Beachtung zu finden.
Die Freiheit in diesem Film verkörpert der Indianer, der aus einer aggressiven Laune und Angst heraus erschossen, er ist das Gewissen dieses Filmes: Eine vollkommende bankrotte Gesellschaft die ihren Lebenstandard und ihr handeln auf einen Völkermord aufbaut. Die Dämonen sind alle Agierenden, die nicht fähig zu reflektieren, denn der Schuss löst sich um den Indianer zu töten, als eine Reflektion einsetzt. Die Schlangen und deren Biss ist die Reaktion der Natur. Also auch hier eindeutige Kritik an der Lebensweise der Gesellschaft, der Indianer akzeptiert noch im Zusammenleben die Natur und deshalb ist die Schlange ihm ein nicht aggressiver Partner?

So mal dazwüschen gewünkt!
Grüße vom "ollen A"

zuletzt bearbeitet 17.02.2009 11:29 | nach oben springen

#9

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 17.02.2009 12:04
von Martinus • 3.194 Beiträge
werter ascolto,

taxine schrieb, sie wären frei, weil sie syuich aus der Gesellschaft herauskatapultieren. Das soll sich zeigen in der Szene der Blutsbrüderschaft auf der Brücke. Wahnsinnig gefilmmt übrigens: die Kamera schwänkt über die Brüstung ins Bodenlose. Da folgt gleich die Überlegung, ist dieses sog. aus der Gesellschaft abdriften wollen nicht auch bodenlos? Genau hier liegt aber der Punkt, den ascolto anspricht, dass die doch unfrey sind, weil sie sich an die Mordslust einer brutalvisuellen Gesellschaft dranhängen, frei nach römischer Art im Circus Maximus: ad Bestias - den Tieren vorgeworfen und das Volk gröhlt feierlich. Ist diese Gesellschaft nicht selbst bodenlos? Im Film wird ja mal Charles Manson im Bild gezeigt. Das Mörderpaar, besonders Mickey hat einen völlig abartigen Charakter, kein Respekt vorm Leben. Ich glaube, ich habe weiter oben auch mal geschrieben, dadd Mörderpaar sei ein Spiegel der Gesellschaft. Das Spectaculum in römischer Arena, war auch nur möglich, weil der Pöbel Gewalt sehen wollte.

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 17.02.2009 12:06 | nach oben springen

#10

RE: Inferno Route 66.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 17.02.2009 12:11
von ascolto • 1.289 Beiträge

Werter Martinus,

nun, das Symbol der "Hochzeit" uin Blutsbrüderschaft, interpretiere uich als nücht angenommenes Erwachsensein, eine Illusion der Künder.... dem Western hier die Kritik. Blutsbrüderschaften werden nur uin archarischen Zirkeln oder Kulturen geschlossen, dort wo die Normen meist nicht nach unseren heutigen Rechtsauffassung. Siehe Maffia, Logen usw. .....

Buin uin Eyle...
Gruß, dadd A


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#11

RE: Inferno on Route 666.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 17.02.2009 15:09
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Werter Martinus, werter ascolto,

widersprechen will ich keinem, denn das ist wohl kaum möglich, wenn jeder seinen eigenen Eindruck aus einem Film gewinnt. Aber noch einmal intensiver, denn der Film lohnt den tiefen Blick hinein:

In den Wirrungen der eigenen Kindheit befindet sich wahrscheinlich jeder Mensch. Das Traumata beider Figuren bewirkt allerdings, dass sie dadurch aus der Gesellschaft, wie sie für den normalen Menschen besteht, ausbrechen, sich an keinerlei Konventionen halten, dass sie sie ablehnen und daraus mit allem Protest, den sie haben - denn wie weit kann man schon tatsächlich ausbrechen - hervorgehen. Das ist eine Form der Freiheit. Das äußert sich in vielen Dingen, sie arbeiten nicht, bekommen keine Kinder, wollen kein Haus bauen, sondern wollen nach ihrem Ermessen durch das Land ziehen, man könnte fast sagen, durch die Welt, denn Amerika mit seinen ewigen Weiten bietet viel Raum dafür. Sie haben nicht einmal Angst vor dem Tod. Die weitere Freiheit besteht darin, dass sie ihren Raum um sich herum nach ihrer Art und Weise säubern. Sie töten und erfreuen sich am Rausch des Tötens. Dass es sich hierbei um eine andere Form der Freiheit, einer kranken Form handelt, ist, glaube ich, unbestreitbar.
Das haben sui, werter ascolto, allerdings gut formuliert:
Zitat von ascolto
… sui geht nur bis zu den Grenzen der Anderen…

Das sehe ich auch so. Dieser Raum aber, der von der Grenze des einen Menschen zum anderen führt, vielleicht auch von einer Benzinfüllung zur nächsten, von einem Motelzimmer ins nächste, ist riesig, darin schwimmen sie wie in einer Glaskugel der eigenen Vorstellungen. Er ist in etwa so groß wie die lange Straße, auf der sie fahren. Sie laufen den Zwängen davon, die sie einengen, sie laufen der Gewalt davon, mit der sie aufgewachsen sind und wenden das Gelernte dann auf alles an. Beide sind ständig von Gewalt umgeben gewesen, darum ist es für sie nur allzu natürlich, ihre eigene Form der Gewalt wirken zu lassen. Das Lachen beim Töten ist das Zeichen für den Schmerz, der sich aus ihrem Inneren befreit, von dem sie sich selbst befreien. Der Tanz vor dem Töten, ein Loslassen der Moral, ein Zusammenballen der Wut und der daraus folgende Ausbruch - der Mord.
Frei sind sie auch, indem sie sich auf eine Straße stellen und sich das Ja-Wort geben, ohne Wert darauf zu legen, mit Familie, Freunden und Bekannten in einer Kirche zu heiraten. Frei sind sie, weil sie keine Zeugen benötigen. Sie entscheiden, dass sie verheiratet sind, nicht der Staat und nicht ein Glaube, sie schwören nicht vor Gott noch vor anderen Dingen, sondern im eigenen, inneren Wissen umeinander. Sie selbst wissen um ihre Liebe und beweisen sie sich in einer ganz eigenen Form der Blutsbrüderschaft. Sie wollen Eins sein. Gleichzeitig aber sind sie bereits verloren, was sich gut durch den Schleier ausdrückt, diese Improvisation, die die einzige Sehnsucht nach ein bisschen Konvention darstellt (und mehr durch Mallory als durch Mickey geprägt ist). Einerseits lieben sie einander, andererseits müssen sie es sich trotzdem beweisen. Der Schleier weht davon, die grölende Meute fährt vorbei. Es wäre, so meine Deutung, nicht notwendig, sich ihre Liebe zu bezeugen, nicht in dieser Form. Die Liebe zeigt sich im Gefühl, im Nehmen und Geben, im gegenseitigen Respekt voreinander. Aber gerade dazu sind beide Gestalten nicht mehr in der Lage. Sie greifen, trotz des ungewohnten Versprechens immernoch nach einem Rest an Gesellschaftsnorm, denn ihre Gefühle sind längst zertrümmert und erkaltet. Ihre Liebe ist höchstens aufeinander fixiert, weil sie beide vor der Welt flüchten, um in ihr ihre eigene Form an "Freiheit" zu leben.
Ich denke, es geht gar nicht so sehr um die Waffengewalt in Amerika, sondern um das Krankhafte der Gesellschaft selbst, der Wahn der Moderne, das Übersättigte, dass sich bei der Jugend in der Anbetung von Mördern ausdrückt, bei Mickey und Mallory durch den Akt des Tötens und der absoluten Lust am Leben. Gerade der Fahrtwind ihres Autos, der Rausch ihrer Drogen, das Sich-hinaus-Lehnen zeigt den Wunsch, alles hinter sich zu lassen, alles hinauszuschreien, das Innere zu dehnen und zerbersten zu lassen. Sie zeigen: "Ihr könnt uns alle mal mit euren Gewohnheiten, mit eurem Glauben, mit eurer Menschlichkeit. Wir zeigen euch, was aus all den Zwängen werden kann. Wir leben unsere Form des Lebens."
Mallory und Mickey unterscheiden sich übrigens auch noch einmal untereinander. Mallory liebt bedingungslos, bis ihre Liebe erschüttert wird, Mickey liebt sie, bezieht aber die Lust auf andere Menschen mit ein. Darin zeigt sich, dass Mallory andere Erwartungen als Mickey hat, sie definieren die Liebe unterschiedlich. Der Trieb und auch ihr sexuelles Verhalten zueinander ist von vorneherein kalt und zerstörerisch. Das ist alles, was zwischen ihnen steht, ansonsten sind sie sich einig.
Die Schlangen des Indianers sind ein Zeichen für ihr Schuldbewusstsein. Sie befinden sich in einem "erweiterten Bewusstsein", was nicht nur das Verlangsamen der Welt und neue Farben bedeutet, sondern auch eine Art Erkenntnis, durch die sie der Indianer führt, der ihnen zeigt, was wirkliche Freiheit (so, wie wir sie verstehen) wäre. Eins sein mit der Welt, mit sich selbst im Reinen sein. Dass sie dafür Drogen benötigen, um etwas zu begreifen, zeigt, dass sie Gefangene ihrer eigenen Vorstellung sind, andererseits aber auch, dass sie in sich durchaus noch eine Ahnung davon haben, was bei ihnen falsch läuft. Durch den Akt des Tötens aber zerstört Mickey die Erkenntnis, zeigt damit auch, dass er nicht begreifen möchte, dass er seinen Weg gewählt hat. Mallory dagegen war offener für die Worte des Indianers und verliert die Fassung für einen Moment. Danach kehrt auch sie wieder in ihre Gewohnheiten zurück. Der Indianer war das offene Tor zu einer anderen Möglichkeit, der sie sich verweigert haben.

Ich grüße euch,
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 17.02.2009 15:43 | nach oben springen

#12

RE: Inferno on Route 666.... dell Signore Oliver, "il" Stone

in Flümmerey/ La Vista di AscOltO 19.02.2009 13:25
von ascolto • 1.289 Beiträge
Werte Roudmovielünser,

Wirrungen:
also der neurotische Blück, bzw. diese Projektion uin die Weite der Welt bestimmt in fast jedem Menschen sein Handeln, ergo. es ist ein Zeitgeistphänomen dass sich aus sozialen Strukturen und deren geistigen Überlieferungen manifestiert.
Traumatas:
entstehen aus außergewöhnliche schwerste psychische Erlebnissen die tatsächlich erlebt und ungelöst/reflektiert bleiben!
Es sind also viel intensivere Wirrungen und hierheraus ergibt sich eine Fremdbestimmung, ein Handeln ohne der tatsächlich Interaktion auf das erlebte Zeitgeschehen?
Beide Symtome suind leidhaft und hindern den infizierten Agierenden an einen klaren Versuch uin die Objektivität!
Will sagen, je intensiever die Wirrungen desto subjektiver das Geistesbüld und das daraus empfundene Gefühlbild/Atmung dass ein Handeln bestümmt!

Die Protagonisten dieser leidhaften und gewaltätigen Strory suind tiefst traumatisiert und agieren in sowie aus ihrem Zusammentreffen manisch, also bündeln durch die Spiegelung ihres verstörrten Narzißmus in einer paralell energetischen Sicht: Sie töten um den Schmerz ihrer Traumatas nicht zu fühlen, bzw. ein noch größere Gefühlenergie über/um die Schmerzen der Traumatas zu konstruieren/erhöhen, Lust an der Negation Leben deren Ursprung die empfundene Fremdsteuerung, also Wut die zum Hass und deren daraus resultierenden Gewalt.Befreiung?
Sie konstruieren sich ein moralisch eigens Weltbild das sich nun mit dem realem moralischen Zeitgeschehen spiegelt. Will sagen, Oliver Stone hinterfragt nicht nur die moralische Spiegelung beider verzerrten Subjektiven (Assoziatonsbild Täter- konstruiertes Moralbild Gesellschaft), sondern wann welche Dynamik und wie sie potenziert?
Dies ist ein Film wo Alle agieren/action(Film)/ und keiner reflektiert, also sich seiner Gedankenströmungen und deren Inhalt der daraus quellenden Gefühlsketten annimmt, also ein Hype des Dominoeffekts.....Auf der Basis einer Gastfreundschaft, Indianerbild, dass dann hystorisch explodiert.
Uns wird nicht nur eine Story über den Verlauf im Sinne eines Route666 Tötungsblutspur erzählt sondern die sich zuspitzende soziologische Entwicklung einer Gesellschaft die ihre erste Gastfreundschaft mit einem Mord (Völkermord) beginnt und in deren Strömung ein jeder Einzelner treibt, die Unmoral des Zeitgeschehen und deren Verankerung in der amerik. Geschichte.
Die Spitze des Eisberges sind hierin die manisch ohne Reflektion Agierenden, sie töten um nicht in den Versuch suich selbig zu spiegeln, sondern uin einer gestörrten Narzißmuskette abzureagieren. Will sagen, wo die Gewalt in einer Gesellschaftsströmung sich nicht in ihren Wurzeln reflektiert, die dynamisiert sich bis in den aus traumatisierten Handelnen, Massenmörder agieren, ein Töten um zu vergessen! Ein Töten um nicht mehr die Eigengefühlswelt zu analisieren...ein Töten dass in seinem Ausmaß und deren Berichterstattung (Medien) ein Spiegel der ungeheuren Gewalt in jedem Einzelnen der "Vegetierenden" in einem Gesellschaftssystem in dem die Freiheit nur eine Metapher. Hier werden Marionetten des Hasses vorgeführt!
Mit Liebe, also dem Wunsch den anderen Wesen Glück zu schenken spiegelt dieser Film nicht mal einen Ansatz! Mit einer sexuellen Begierde die dann aber auch in dem Film uns nichtig erzählt, Untreue mit Tötungreaktion, die sogar paralell! Auch der Cop bzw. der Moderator agieren brutalst bis in die Gewalt in ihren sexuellen Begegnungen, Lüge und Tot erwarten den Libidogesteuerten!
Dass ist das Unfassbare für den Denker/Rezipienten und vielleicht noch brutaler als die Tötungsmaschenierie im Büldersturm: Es gibt nirgenwo auch nur eine Liebesbeziehung, bzw, Handlung die in dieser Sprache uns erzählt!Und manifestiert die Brutalität!
Triebgesteuerte Protagonisten und deren Helfershelfer steuern uns durch ein ungeheures brutales Gewaltszenarium. Es bleibt keine Hoffnung, letzte Sequenz; Die Kamera wird uns dies erzählen?????

Für muich ist dieser Film in seiner Größe in seinem Weitblick so außergewöhnlich...will sagen ein Juwel, hier wird mir die Spiegelung auch der Filmindustrie vorgehalten denn aus muir quellt dadd Fragmentchen: Was kommt danach? Im Sinne des Gewaltepos an Film?
Der potenzierte Mord uin Massenmord an Kriegsbülderei?????

Der Epos Maffia ist in dem "Goodfellas" erzählt und war nicht mehr durch "Gangs of NYC" besser zu verstehen? Vielleicht nur deren Ursprung bzw. eine andere Bevölkerungsgruppe in ihrer Interaktion an Gewalt, auch "Departed unter Freunden" kann die organisierte Kriminalität nicht mehr weiter erneuert bebildern, nur die Polizeiarbeit beleuchten.
Fazit?
Ist dies der Film der uns die intensivste Bebilderung unserer Zukunft in der westlichen Welt(Realitätsgenre)?
Mann wird warten müssen bis uns ein weiterer Geniebildersturm so klar deutet!
"Natural Born Killers" ist der Höhepunkt des authentischen Gewaltkinogenres.

Hut ab vor dieser Leistung,
dadd "olle A"

zuletzt bearbeitet 19.02.2009 18:25 | nach oben springen


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