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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 07.11.2009 21:10
von LX.C • 2.679 Beiträge

Der siebente Brunnen

Fred Wander ließen die Geschichten seiner Häftlingskameraden, die in den Vernichtungslagern der Hitlerdiktatur ums Leben kamen und keine Möglichkeit mehr hatten, diese in die Freiheit hinauszutragen, nicht mehr los. So erweckte der Autor nach Jahrzehnten (Anfang der 70er Jahre) einige dieser Menschen in seinem Schlüsselroman "Der siebente Brunnen" buchstäblich wieder zum Leben. In zwölf Episoden gibt er einigen wenigen der unzähligen Namenlosen eindrucksvoll ihre Namen zurück. Die Aufseher dagegen bleiben bis auf eine Ausnahme gesichtslos, werden lediglich als "Stiefelträger" benannt. Angelegt sind besagte Episoden wie einzelne Erzählungen, mit Untertiteln wie: Brot; Vom Geruch der alten Städte; Woran erinnert dich Wald? oder Gesichter, die jeweils auf einen Schwerpunkt hindeuten. Jede Episode gebührt einem anderen Protagonisten, der am Ende seiner Geschichte auf tragische Weise aus dem Leben scheidet oder sich aus den Augen des Erzählers verliert. Ein romanartiger Faden zieht sich dennoch durch das Buch, wenn auch ein dünner, bestehend aus der Thematik, den Handlungsorten und dem Autor selbst, als Mithäftling. Sich und seine eigenen Leiden stellt er jedoch hinten an. Wozu sich direkt einbeziehen. Die Erfahrungen seiner Kameraden drücken alles aus.

Kontrastiert werden die Lagererfahrungen durch Vorkriegserinnerungen der Protagonisten. In Bruchstücken wird verdeutlicht, wie brutal Menschen aus einem mehr oder weniger erfüllten Leben herausgerissen wurden. Menschen, die an das Gute glaubten und nun resignieren. Menschen, die sich ein Leben lang gegen Ungerechtigkeit auflehnten und sich unter den undenkbarsten Verhältnissen weiterhin selbstlos für andere aufopfern. Menschen, die nie richtig zu sich selbst fanden und im Lager plötzlich genau das tun. Menschen jeglicher Nationalität, jeglicher Religion und vor allem jeglichen Charakters.

"Ich habe Rabbi Löw gelesen ... weißt du, wer das ist?
Nein.
Er sagt: Der König und der Bettler sind einander wert. Wenn der König stirbt, sagt er zu dem Bettler: Gib mir ein Jahr deines Lebens, und ich schenke dir mein Reich!
Der Franzose lacht. Tadeusz setzt fort: Und in einem anderen der Bücher kannst du lesen: Der Stein lebt ewig, er sonnt sich, badet in kristallnem Wasser, alle Herrlichkeit auf Erden ist für immer sein. Weiß er es? Er weiß nicht. Der Mensch aber weiß und bezahlt mit seinem Leben!
Der andere lacht. Warum lachst du? fragt Tadeusz Moll.
Ich bin kein Bücherleser, sagt Nicolas. Nimm mir die Fesseln, und ich beiße dem Posten dort die Kehle durch. Darum binden sie mich an. Ich wehre mich. Aber du armer Dulder ...
Tadeusz staunt. Es ist gut, dass es dich gibt, denkt Tadeusz Moll. Es ist gut, dass viele denken wie du und sich wehren." (aus Kapitel 10 - Woran erinnert dich Wald?)


Der Erzähler bewegt sich mit einer gewissen Distanz durch diesen Roman, wie eine Kamera, die ohne falsche Scham alles um sich herum wahrnimmt und aufzeichnet. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen er als Protagonist aus seinem Schattendasein hervortritt, bleibt er das Auge des Lesers. Der Leser wird auf diese Weise schonungslos und mitreißend einbezogen, gar hineingesogen in die Szenen. Ständig erwischt man sich fassungslos kopfschüttelnd angesichts so viel Unmenschlichkeit und Sinnlosigkeit.

"Das ist die Hölle [...] Crawinkel hieß der Flecken nahe dem Lager. (Hat Goethe diesen idyllischen Krähwinkel denn nirgends erwähnt?) Das Lager besaß nicht jene praktische Erfindung, Gaskammer genannt. Unter den hohen Fichten verglühten Leichen auf riesigen Scheiterhaufen. Giftige Rauchschwaden krochen träge über die Wurzeln der Bäume und deckten das Gewirr nackter Leiber wie mit Wattebauschen zu. Vor dem Ausgang des Lagers, wo sich die Häftlinge sammelten, eingeteilt, gezählt wurden, spielte eine Kapelle berüchtigte Schnulzen: O DONNA KLARA oder WIENER BLUT." (aus Kapitel 10 - Woran erinnert dich Wald?)

Dies alles, man mag es kaum glauben, spitzt sich auch noch zu, da der Roman die Zeit der letzten Kriegsmonate beschreibt, in denen die Befreiungsfronten von allen Seiten unaufhaltsam näher rücken und die in Bedrängnis geratenen "Stiefelträger" mit immer paradoxeren Handlungsweisen noch irgendetwas zu vertuschen versuchen. Was denn nur, fragt man sich, was nur, angesichts so viel Offensichtlichkeit? Zunächst steht die russische Front vor Auschwitz, Hoffnung macht sich breit, doch wie Vieh werden die Häftlinge "evakuiert", Fred Wander und unzählige andere Gefangene, von denen nur die wenigsten lebend ankommen, nach Buchenwald. Dann läuft auch dort alles auf die Befreiung zu. Man möchte manchmal in die Episoden hineinschreien, um schlimmeres zu verhindern, so nah scheint das Geschehen, doch dann ist es auch schon wieder zu spät. Wieder ist ein Mensch unter den erbärmlichsten Umständen dahinvegetiert oder ermordet worden. So geht das Schlag auf Schlag, Seite für Seite, und es drängt sich einem ins Bewusstsein, was für ein Wunder das geradezu sein muss, wenn ein Mensch solch ein Martyrium überlebt hat.

"Dann dröhnte der Lautsprecher: Die Juden zum Tor. Alle Juden zum Tor! - Die Juden erhoben sich ohne Zögern. Ich beobachtete sie erstaunt: Jeder musste wissen, jeder, jeder musste es wissen - wer jetzt noch das Lager verließ, war verloren! Aber die Juden vom Appellplatz gingen zum Tor. Geschlossen und wie in Trance marschierten, krochen, schleppten sie sich zum Tor. [...] Ich habe es nie verstanden. War ich denn ein Verräter, weil ich liegen blieb, im Staub, als sich meine Kameraden erhoben? Ich sah damals, als sie zum Tor gingen, die Kameraden zum letzten Mal. [...] Kurz darauf rief man die Tschechen, die Polen, die Franzosen. Wer versuchte jetzt noch Ordnung in das Chaos zu bringen, ein Verrückter?" (aus Kapitel 12 - Joschko und seine Brüder)

Neben den inhaltlichen Aspekten sind die stilistischen Gründe für die Eingängigkeit dieses Romans vor allem in den ausdrucksstarken Fähigkeiten des Autors zu suchen, beispielsweise das furchtbarste Elend mit stimmungsgeladenen Landschaftsbildern zu verstärken oder zu kontrastieren. Beides kommt durchweg vor und verfehlt seine Wirkung nicht. Zudem beherrscht der Autor einen fließenden Schreibstil, treibt die Handlung voran, manchmal sogar so stark, dass man an unvorhersehbaren inhaltlichen Schnitten kurzzeitig die Orientierung verlieren kann. (Das scheint ein generelles Stilmerkmal von Fred Wander zu sein.)

Abschließend soll noch gesagt sein, dass wir, die wir in Friedenszeiten aufgewachsen sind, uns sicherlich nicht mehr direkt für die Vergangenheit verantwortlich fühlen müssen. Aber vergessen, was geschehen ist und zu welch grausamer Unmenschlichkeit Individuen unter bestimmten Umständen fähig sein können, dürfen wir zu keiner Zeit. Möge "Der siebente Brunnen" von Fred Wander fortwährend gegen das Vergessen ankämpfen und allen Nachkriegsgenerationen eine Mahnung sein. Niemals darf dieser Zeitzeugenroman von Fred Wander in der Versenkung verschwinden. Niemals!


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#2

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 07.11.2009 21:27
von LX.C • 2.679 Beiträge

Fred Wander (gebürtiger Name Fritz Rosenblatt) wurde 1917 in Wien (Österreich) geboren. Der Sohn jüdischer Einwanderer verließ bereits mit 14 Jahren die Schule und zog als Gelegenheitsarbeiter in Landwirtschaft, Bau und Gastgewerbe durch mehrere Länder.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges flüchtete er nach Frankreich. Nach der Besetzung auch dort nicht mehr sicher, versuchte er 1942 illegal in die Schweiz zu gelangen, wurde aber von der Schweizer Polizei, der er sich zur üblichen Registrierung stellte, an die Gestapo ausgeliefert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, unter anderem Auschwitz und Buchenwald.
Nach der Befreiung 1945 lebte Wander zunächst wieder in Wien, trat in die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) ein und arbeitete als Zeichner, Fotograf und Journalist. 1958 ging er schließlich in die DDR. Dort lebte er viele Jahre als erfolgreicher Schriftsteller in Kleinmachnow, südlich von Berlin.
1972 erhielt er für "Der siebente Brunnen" den Heinrich-Mann-Preis. Nach mehreren schweren Schicksalsschlägen, dem Verlust seiner Tochter Kitty und seiner Frau Maxi, verließ er 1983 die DDR und kehrte zurück in seine Geburtsstadt Wien. Neben eigenen Werken gab er die Tagebücher seiner Frau Maxi Wander heraus, deren Traum es stets war, Autorin zu werden. Ein Traum, den sie kurz vor ihrem Tod mit der Sammlung "Guten Morgen Du Schöne" (Biographische Interviews mit Frauen aus der DDR) verwirklichen konnte. 2003 erhielt Fred Wander den Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil.
Fred Wander starb am 10. Juli 2006 in seiner Geburtsstadt Wien. Seine letzte Ruhe hat er in Kleinmachnow gefunden, neben seiner Tochter Kitty (1957-1968) und seiner Frau Maxie Wander (1933-1977).

Weitere Werkbeispiele:
Taifun über den Inseln (1957), Bandisos (1963), Doppeltes Antlitz - Pariser Impressionen (1966), Nicole (1971), Ein Zimmer in Paris (1975), Zwei Stücke: Josua läßt grüßen. Der Bungalow. (1979), Hotel Baalbek (1991), Das gute Leben. Erinnerungen (1996)


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zuletzt bearbeitet 07.11.2009 21:44 | nach oben springen

#3

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 07.11.2009 22:37
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von LX.C
Niemals darf dieser Zeitzeugenroman von Fred Wander in der Versenkung verschwinden. Niemals!


Das gilt auch für den "Roman eines Schicksallosen"

Ich werde den Roman von Fred Wander auf meine Leseliste setzen.
Dankeschön für deine Buchvorstellung.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 07.11.2009 22:39 | nach oben springen

#4

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 11.12.2010 12:51
von LX.C • 2.679 Beiträge

"Freilich kommt die Auseinandersetzung mit dem Bösen seiner Menschenliebe in die Quere, aber jenes kann diese in ihren Grundfesten nicht erschüttern. Wie er an dieser Menschenliebe festhält – nämlich nicht mit Grundsätzen, ob philosophischer oder theologischer Provenienz, sondern mit der Neugier des Beobachters verschiedener Leute – das macht den eigentümlichen Reiz dieses Buches aus, seine Originalität, den Unterschied zu anderen Büchern über die Lager."

Schreibt Ruth Klüger in ihrem Nachwort zu Fred Wanders "Der siebente Brunnen".

Für mich persönlich bleibt bislang "Der siebente Brunnen" literarisch das größte Werk der Shoah-Literatur und möchte es daher noch mal allen ans Herz legen.

Dabei habe ich vorgestern mit Erstaunen und Ungläubigkeit festgestellt, dass Fred Wander, dessen Werk seit den 70er Jahren bis zu seiner späten Autobiographie 1996/2006 immer wieder das Thema Shoah aufgreift (beispielsweise "Ein Zimmer in Paris" 1975, "Hotel Baalbeck" 1991) nicht einmal im Metzler Autorenlexikon, das hohes Ansehen genießt, Erwähnung findet.

Im DTV erscheinen jüngst wieder einige Werke Fred Wanders.

http://www.dtv.de/autoren/fred_wander_3316.html


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zuletzt bearbeitet 11.12.2010 18:48 | nach oben springen

#5

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 11.12.2010 18:07
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Interessanter Beitrag, LX.C.

In diesem Zusammenhang dann unbedingt empfehlenswert: Heute um 23:15 Uhr vom NDR - Nackt unter Wölfen.
Eine wirklich sehenswerte und erstklassige Verfilmung des, wohl uns allen bekannten, Romans von Bruno Apitz.

Kaum zu glauben und an ein wirkliches Wunder grenzend, das dieses alles auf eine wahre Begebenheit beruht. Ein Kind, den SS - Schergen entrissen, unter unglaublichen Opfern. Der Mensch in der vom Menschen geschaffenen Hölle, und trotzdem siegt die Menschlichkeit, siegt das in uns, was immer siegen wird, am ende, ganz am ende. Immer wieder ein beklemmend aktueller Film.

Grüße vom Möser

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#6

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 11.12.2010 18:44
von LX.C • 2.679 Beiträge

Ruth Klüger schreibt dazu:

"In Buchenwald gibt es ein metallenes Schild am alten Verwaltungsgebäude, das die Rettung eines jüdischen Kindes, beim Namen genannt, wenn auch nicht als jüdisch identifiziert, festhält und feiert. Es gibt auch einen Roman über die Rettung dieses Kindes. Das Schild verschleiert die wahren, zumeinst unguten, wenn überhaupt vorhandenen Beziehungen zwischen politischen und jüdischen Häftlingen. […]
Die Agitprop-Burschen, die das Schild vom geretteten Kind anbrachten, infantilisierten, verkleinerten und verkitschten damit den größten Völkermord, die jüdische Katastrophe im 20. Jahrhundert. Das ist mir der Inbegriff der KZ-Sentimentalität. Und der Roman über dieses Kind ist trotz der Achtung, die er genießt, ein Kitschroman."


(Klüger, Ruth: Weiter leben, DTV, München 2009, S. 74.)


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#7

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 11.12.2010 20:36
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Hast du das Buch gelesen, LX.C?
Oder sind die erhellenden Schriften der Dame Klüger als deine persönliche An und Einsicht zu verstehen?

Was wüssten wir, über das "Kind", ohne dieses Buch, diesen Film, dann überhaupt noch?

Ich meine, nicht nur Frau Krüger lernte ein KZ von innen kennen, auch Bruno Apitz "verbrachte" dort acht, acht lange Jahre. Er war vohrher im KZ Sachsenburg eingepfercht, dann noch einige Jahre im Zuchthaus Waldheim, dann bis 1945 im KZ Buchenwald. Von 1933 bis 1945 dann in den Höllen des Faschismus gefangen. Ein wenig Respekt vor diesem Mann, und seinem Werk, wäre hier durchaus angebracht. Was diese völlig unnütze Stigmatisierung des Buches nun bedeuten soll, von Seiten Klügers, das ist mir, sagen wir es höflich - einfach unverständlich.

zuletzt bearbeitet 11.12.2010 20:37 | nach oben springen

#8

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 11.12.2010 20:40
von Patmöser • 1.080 Beiträge

(Ist jetzt nicht "böse" gemeint, LX.C, aber ich habe schon viel, sehr viel schlechtere Literatur, über diesen so grauenvollen Themenkomplex gelesen, als es dann Apitz schrieb und beschrieb.)

zuletzt bearbeitet 11.12.2010 20:40 | nach oben springen

#9

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 11.12.2010 21:02
von LX.C • 2.679 Beiträge

Zitat von Patmöser
Hast du das Buch gelesen, LX.C?
Oder sind die erhellenden Schriften der Dame Klüger als deine persönliche An und Einsicht zu verstehen?



Nein, sind sie nicht, geehrter Patmöser. Mein Verhältnis zu Klüger ist sehr gespalten. Ich wollte dir diese konträre Ansicht nur mal vorstellen. Deine Reaktion habe ich so erwartet. Den Film kenne ich, ja. Das Buch werde ich aus Zeitgründen vorerst nicht lesen.


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zuletzt bearbeitet 11.12.2010 21:12 | nach oben springen

#10

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 12.12.2010 11:50
von LX.C • 2.679 Beiträge

Habe den Film gestern dann doch noch mal angeschaut und mich aufgrund der doch vielen Ungereimtheiten gafragt, wer dieses Kind war und wie das wirklich abgelaufen sein könnte. Bei Wikipedia gibt es einen interessanten Bericht zu dem Buchenwald-Kind namens Stefan Jerzy Zweig.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Jerzy_Zweig

Darunter auch ein paar Worte zu der Gedenktafeltafel:

Zitat

Um das Jahr 2000 wurde die Anfang der 1950er Jahre angebrachte Gedenktafel mit der Aufschrift "In diesem Gebäude befanden sich die Effektenkammer, die Häftlingsbekleidungskammer und die Gerätekammer. In der Effektenkammer versorgten Häftlinge den zwischen Säcken versteckten 3-jährigen Stefan Zweig. Unter Einsatz ihres Lebens retteten sie das Kind vor der Vernichtung." an der Effektenkammer in der Gedenkstätte KZ Buchenwald durch die Leitung der Gedenkstätte entfernt. Eine Schautafel relativiert heute an dieser Stelle und informiert über die im KZ untergebrachten 900 Kinder. Zweig zeigte sich damit nicht einverstanden.



Die wahre Geschichte hat der Vater festgehalten, später unter dem Titel: "Mein Vater, was machst du hier...?. Zwischen Buchenwald und Auschwitz" veröffentlicht.


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zuletzt bearbeitet 12.12.2010 11:51 | nach oben springen

#11

RE: Fred Wander

in Die schöne Welt der Bücher 19.01.2011 16:22
von LX.C • 2.679 Beiträge

"Ich habe in den folgenden Kriegsjahren [seit 1939] an die zwanzig verschiedene französische und deutsche Lager gesehen und kann mich an die Einzelheiten in Meslay kaum mehr erinnern. Vor allem auf die Frage, wie wir es ertrugen, wochenlang auf nacktem Wiesenboden in einem feuchten Klima [Herbst/Winter] zu übernachten, habe ich heute keine Antwort mehr! Es ist ausgelöscht in meinem Hirn, denn später, in den deutschen Konzentrationslagern, kamen die wirklichen Schrecken …"

(Wander, Fred: Das gute Leben oder von der Fröhlichkeit im Schrecken, dtv 2009, S. 65.)

Für mich immer wieder unfassbar; zwanzig Lager.


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