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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

schon wieder freitag

in Prosa 14.05.2010 23:11
von Zypresserich • 2.878 Beiträge

schon wieder freitag. ich sollte nur an freitagen schreiben: da schau ich mir den verfall meiner beiden unteren mittleren schneidezaehne (im spiegel, wo sonst) genauer an als an montagen dienstagen willkommen im rattenrennen hamsterlaufrad tretmuehlengeldbeutelgewichse: da bin ich meinem verfall so intim nahe (sein rachen- und achselgeruch [tiefer wollen wir heute nicht forschen] pimpt mich pheromonisch in den siebten minushimmel [kennst noch die koordinatenachsen?]): da schaue ich ihn mir genau an (meinen verfall), und er wird so schoen krass deutlich greifbar liebevoll grauhaarig fett (endlich zeit [erst fehlt ein zahn {aus der rausreißung sollte man eine fußnote schnitzen; aber das wird ein extrablatt}; drei goldkronen sind da {fuer notfaelle: kapitalanlage}]): da schreibe ich die aussichtslosigkeit zweier freier tage (zweieinhalb, vielleicht drei, von fr abend bis mo morgen, rein mathematisch) gleich rein in den letzten vergeblichen hoffnungsaufwind (manchmal zuckt’s noch @ wofliegendiekuehe?), lernfaehig sollte man bleiben: dieses wochenende werde ich? vergiss es einfach, armseliges. bist alt genug. das bisschen, was bleibt, spielt sich ab zwischen geschreibe gelese (buch, netz) gehoere (cd, legal gekauft) und der kontaktaufnahmemoeglichkeit innerhalb der handvoll verlaesslicher beziehungen (immerhin), die theoretisch da, aber praktisch fang den text von vorne an dann weißt du’s. eindeutig geht’s mir zu gut: koennte ja auch wochenendschichten fahren muessen. ach, was geht’s mir doch so gut mit stock und hut steht ihm gut (das tut’s noch, und wie – vielleicht ist es ja genau das). womit schlagen wir diesmal diesem immerdasselben auf die (wa[h]l)nuss? schon habe ich die kakteen vom fensterbrett im mund (nicht: haworthia fasciata, die bleibt unantastbar [status quo {tomorrow’s gonna be another day}]); nicht mehr lange, und ich renoviere die wohnung; nicht mehr lange, und ich mach (noch) ein buch (immer diese verzweiflungstaten jenseits der menschischen begegnungsschwingungen 1:1 [kosten kraft]); nicht mehr lange, und ich fange feldmaeuse breitmaulig blutruenstig (mit dem restgebiss, als proof, gewissermaßen [man tut, was man kann]); nicht mehr lange, und ich mache mich selbststaendig als distelgaertner (oder bin ich’s schon?); nicht mehr lange, und ich werde denken, dass ich es nicht mehr lange mache (diesem gedanken verweigere ich den einzug [noch]¹).

ich habe das handy aus (selbstschutz); ich hatte eine anzeige geschaltet; ich habe zu sorgen fuer minderjaehrige mathematisch (was interessieren die heute noch berechnungen? wirf ihnen pythagoras an den kopf, und sie fragen nach seinem facebookprofil [im besten falle]); aber freitagabend will heilig sein (jeder tag guter tag); nein: gar nix will der freitagabend. der freitagabend will nicht mal beschrieben werden. der freitagabend ist ein abend wie jeder abend <=> der freitagabend ist nicht ein abend wie jeder abend, wenn. ja, wenn. wenn man’s durchbricht, hat man gewonnen (was? [hoer mir bloß auf mit freiheit wahrheit erleuchtung fußpilz {der musste da einfach hin} & schmelzkaese {guck ich mir meine zaehne an}]).

soweit zum geschwurbel. die wahrheit: ich bin so einsam. ich bin so traurig. ich habe nicht genug geld. ich haette so gerne ausgesorgt (ich waere so gerne ausgesorgt). ich habe keinen raum fuer mich (ich habe nicht genuegend raum, um zu). aber wer will denn das schon hoeren (und ist das ueberhaupt wichtig)?

und jetzt ALLE: wir sind so ... (mach mal eines einen orkanischen kanon in d-moll dazu (orchestral unterfuettert [mjam mjam] mit mindestens 3 barbruestigen cellistinnen und 100 hundertjaehrigen gebisslosen geigeri silberhaarig [m/w]; kann auch in dur sein; merkt nach dem 5ten pils eh niemand mehr: hoch die tassen! wir sind so aaaainsaaaam ... fidel fidel lalalalala lall lall ...)

(an freitagen sollte man nicht schreiben [und schon gar nicht abends {lottoschein abgegeben?}]; ich werde zukuenftig nur noch an dienstagen schreiben: mittags um halb eins in der cafeteria eines schnellfressrestaurants.)

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1. kontrollillusionen.


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
zuletzt bearbeitet 14.05.2010 23:15 | nach oben springen

#2

RE: schon wieder freitag

in Prosa 14.05.2010 23:29
von Zypresserich • 2.878 Beiträge
zuletzt bearbeitet 14.05.2010 23:29 | nach oben springen

#3

RE: schon wieder freitag

in Prosa 15.05.2010 19:29
von Taxine • Admin | 5.902 Beiträge

Du solltest wahrlich immer freitags schreiben.




Surreale Vorstellungen
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#4

RE: schon wieder freitag

in Prosa 15.05.2010 19:41
von Zypresserich • 2.878 Beiträge

Das is nochn HTML-Fehler drin: das "liebevoll" denke man sich aus stilistischen Gründen durchgestrichen ...


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
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#5

RE: schon wieder freitag

in Prosa 19.05.2010 18:06
von Roquairol • 1.065 Beiträge

Jaja. Mein Verfall wurde mir schon vor etwa 20 Jahren deutlich, als ich aus der Mensa kam, mir mit der Zunge noch irgendwelche Hähnchenfasern zwischen den Zähnen wegpolkte - und mir dann plötzlich einfach mal ein halber Backenzahn abbrach ... War ein seltsames Gefühl. The future's uncertain and the end is always near ....




Homepage: http://www.noctivagus.net/mendler
Facebook: http://www.facebook.com/people/Klaus-Mendler/1414151458
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#6

RE: schon wieder freitag

in Prosa 02.06.2010 10:09
von Zypresserich • 2.878 Beiträge

Zitat von Roquairol
The future's uncertain and the end is always near ....



respice finem. yeah.


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
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