Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine; Christoph Bördlein
Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine - Eine Einführung in das skeptische Denken
Christoph Bördlein
Alibri Verlag 2001
Es handelt davon, zu verstehen was man hört oder liest, bzw. sich im konkreten Fall die Mühe zu machen, das was man meint erfahren zu haben, einer durchdachten Analyse zu unterziehen. Schnell nehmen wir doch "Wahrheiten" an, wenn sie uns in den Kram passen, ebenso umgekehrt. Es regt ebenso dazu an, vermeintlich gültiges eigenes Wissen zu hinterfragen und im Ergebnis auszudünnen.
Das Buch besitzt eher einen wissenschaftlichen Ansatz, der aber "nur" durch Sachlichkeit zum Tragen kommt. Es ist recht aufgelockert geschrieben. Jedoch kein Ratgeberschund oder ähnliches. Es ist eher eine theoretische Abhandlung mit prgatischem Ansatz. Kostet etwas Mühe dran zu bleiben. Lohnt dennoch.
Sehr lohnenswert und aufschlussreich. Nicht belehrend oder langweilig. Tritt der zunehmenden mit Leere gefüllten Lehre und umgekehrt entgegen.
Mit Literaturempfehlungen und einer umfänglichen Bibliographie zum Thema.
Es ist eine klare Ansage gegen enervierendes Pseudogequake. Feine Sache die es da gibt.
Um die Intention des Buches zu verdeutlichen ein kleiner Ausschnitt:
„Nach Ansicht einiger Naturwissenschaftler sind die Sozial- und Geisteswissenschaften zurzeit von konstruktivistischem Gedankengut regelrecht durchtränkt, und sie empfinden dies als Mangel und eine Gefahr für die Wissenschaft und ihre Stellung in der Gesellschaft. Dass der Kaiser nackt ist und der postmoderne Jargon mehr oder minder aus Wortblasen besteht, zeigte der Physiker Alan Sokal in einem mittlerweile berühmten Experiment: Er schrieb ein Essay über die > transformative Hermeneutik der Quantengravitation<, das im wesentlichen eine Aneinanderreihung der peinlichsten Aussagen, postmoderner Philosophen darstellte, vermengt mit eigenen Imponierphrasen. Das Essay wurde in der renommierten Fachzeitschrift >social text< veröffentlicht und ernsthaft diskutiert, ehe Sokal damit rausrückte, was er eigentlich mit dem Essay bezweckt hatte.
Seine Richtigstellung wollte >social text< dann allerdings nicht mehr drucken.“
Zitat von Jatman1
Dass der Kaiser nackt ist und der postmoderne Jargon mehr oder minder aus Wortblasen besteht...
Interessant, und wahr, so wahr.
Gegen diese, nur allzu real existierenden Windmühlen reite ich nun seit Jahren an..., meine geliebte Sanchine Panserina spricht aber, mittlerweile, nun auch schon mit den Fischen, hat also nun ihre eigenen Bredouillen zu bewältigen, und so macht mir das Ganze dann keinen richtigen Spass mehr.
Aber trotzdem, scheint ein wirklich lesenswertes Büchlein zu sein.
Und Dank für die Hinweise, habe mir das Buch, vorsichtshalber, schon einmal notiert. In meinem höchstpersönlichen und dafür zuständigen - literarischen Bestiarium!
Zitat von Jatman1
Es handelt davon, zu verstehen was man hört oder liest, bzw. sich im konkreten Fall die Mühe zu machen, das was man meint erfahren zu haben, einer durchdachten Analyse zu unterziehen. Schnell nehmen wir doch "Wahrheiten" an, wenn sie uns in den Kram passen, ebenso umgekehrt. Es regt ebenso dazu an, vermeintlich gültiges eigenes Wissen zu hinterfragen und im Ergebnis auszudünnen.
Ja, das ist schön. Habe mir heute gerade angelesen, dass es gar keine Stille gibt: selbst in einem schalldichten Raum, total versenkt in sich, wird man immer 2 Töne hören: das Blut, das in den eigenen Adern zirkuliert, und einen Ton, der von den Aktivitäten der Nervenzellen im Innenohr erzeugt wird. Cool, was?
Das zweite heißt doch Tinitus. 
Mit deinen neuen Erkenntnissen wird auch klar, weshalb Seelenheil suchende Wesen "in sich hinein hören" wollen. Weil es tatsächlich was zu hören gibt. Man hört sich selbst. Faktisch gelangt man derart dann auch zu sich selbst. Es gibt eben für jeden esoterischen Zauber eine naturwissenschaftliche Erklärung. Ohmm. 
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