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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

August 2017

in Lektüreliste 11.08.2017 10:27
von LX.C • 2.673 Beiträge

Mein Tag hat gut begonnen. So einige Lacher waren schon auf meiner Seite

Thomas Laessing - 16,8 °

Sehr gelungenes Werk, in Inhalt und Form. Vielleicht mein Lieblingswerk des Autors, weil es so, sagen wir mal, ungewollt daher kommt,
es sind schließlich "Geschichten - Verdichtungen - Fragmentarisches".

Und irgendwie passt es so nach John Fante richtig gut ins Konzept. Den bewundere ich immer wieder, wie er in eigentlich normale Geschichten so viel Alltagstragik hineinlegen kann. In "1933 war ein schlimmes Jahr" geht es um einen sagen wir ausgeträumten Traum des Vaters, den "amerikanischen" und dessen Sohn, der ihn weiterträumt. Zwischen ihnen ein Betonmischer, um den sich eine Tragik entfaltet, die einem am Ende die Luft zum Atmen nimmt. Ich liebe diesen Autor.

Um Alltagstragik geht es auch bei Laessing, selbstverständlich ist die Ausgangssituation in der heutigen Zeit und in unserem Land eine ganz andere, sowie der Stil des Autors mit Fante wenig gemein hat. Aber auf seine ganz eigene Art und Weise - nach einem Vergleich müsste man vermutlich lange suchen - schafft er es, der oft abgründigen Tretmühle ironisch zu begegnen und sich und dem Leser so etwas daraus abzugewinnen.


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Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
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#2

RE: August 2017

in Lektüreliste 18.08.2017 15:09
von Taxine • Admin | 5.884 Beiträge

Endlich "Paranoia" von Martinowitsch gelesen. Danke für die Empfehlung, LX.C. Gibt nur ein Wort, das treffend ist und hier passt: "Genial". Besonders in Hinblick auf das Thema. Ein poetischer Blick auf den Polizeistaat. Ist etwas Neues.

Nun weiter mit Ales Steger "Archiv der toten Seelen". Fängt gut an und war eine Emfehlung von Sokolow. Danke auch dafür. Du weißt ja, ich teile deinen Literaturgeschmack.

Nebenbei Essays von Stephen Vizinczey. Das Buch heißt "Die zehn Gebote eines Schriftstellers", hat einen sehr "interessanten" Umschlag mit nackten Tatsachen und ist hauptsächlich nach einer kurzen Einführung der 10 Gebote (orientiert am Autor) eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Schriftstellern wie Stendhal, Balzac und co, wobei Auseinandersetzung hier allerdings häufig nur "Lobpreisung" heißt. Teile nicht alle Ansichten von Vizinczey, das Buch ist dennoch schön zu lesen.




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