Der eitle Poet
Der eitle Poet
Eine Ballade
Dem Menschlein fehlt so manches Mal
der Sinn für Ironie, einmal
wird Wort genommen, schwer gewogen,
so mancher Scherz davor geschoben,
nicht hinterfragt, gesetzt das Leben
nach Anerkennung, alles Streben
sehr ernst genommen, ach so wichtig
steht der Poet für sich, und richtig:
Er fuchtelt mit dem Finger rum,
er sucht und keucht, und sei es drum,
kein Wort verstanden, Angriff waltet,
worüber sich der Geist nun spaltet.
Denn ich, Poet, verbiete mir
auf mein Durchdachtes das Geschmier,
dass hier ein Text sich nicht entfaltet,
das menschlich’ Herz hier so erkaltet!
Das Lob ist Nahrung mir, egal
ob ihr es mögt, auf dem Regal
wird nur ein Name steh’n: Jawohl!
Dass mich hier sonst der Teufel hol'.
Wo Spiegel… Spiegel an der Wand,
das ist doch wohl bekannt im Land,
ich voll Talent hier vor euch stehe
und sicher nicht um Gnade flehe!
Und wenn auch das Gedicht nicht klingt,
weil noch zu unruhig steht das Kind,
zu schnell das Denken nieder schmiert,
weil ohne Schlaf das Wesen friert,
und wichtig strotzt, ins Licht gehoben,
wenn alle Emotionen wogen,
in zittrig Form zeigt seine Zeilen,
auf denen strenge Blicke weilen,
zum Sprung bereit, das hungrig Fell
gesträubt, weil Apathie so schnell
durchströmt den stolzen Knaben nun,
wo Menschen da sein Werk abtun.
So weint der junge Dichtersmann,
weil niemand ihn verstehen kann,
nur kritisch blickt auf seine Sätze,
aus denen spricht die ganze Hetze
von Jugend, Rebellion und Feuer,
das Herz brennt da noch ungeheuer,
die Weltenlast, selbst auferlegt,
das Innere nicht ausgefegt,
kein Sinn für Weitblick und Humor,
da rein, da raus, ein Schall durchs Ohr,
Die eig’nen Fehler sind noch Trotz.
Kein Wunder, dass dann läuft der Rotz.
Doch schaut er hinter diese Mauer,
der Dichter, der sich krümmt in Trauer,
und sieht gar weiter ohne Zorn,
fühlt sich in Ratschlägen verlor’n,
ja, blickt er hinter die Fassade,
diese so sinnlose Scharade,
dann ahnt er vielleicht diese Weite,
ein Schlafender dreht sich zur Seite,
ein And’rer kaut in Traum versunken
auf seinem Brot, liest von Halunken
die neusten Meldungen, die Welt,
die dreht sich weiter, ohne Held.
(Taxine)
Eine Ballade
Dem Menschlein fehlt so manches Mal
der Sinn für Ironie, einmal
wird Wort genommen, schwer gewogen,
so mancher Scherz davor geschoben,
nicht hinterfragt, gesetzt das Leben
nach Anerkennung, alles Streben
sehr ernst genommen, ach so wichtig
steht der Poet für sich, und richtig:
Er fuchtelt mit dem Finger rum,
er sucht und keucht, und sei es drum,
kein Wort verstanden, Angriff waltet,
worüber sich der Geist nun spaltet.
Denn ich, Poet, verbiete mir
auf mein Durchdachtes das Geschmier,
dass hier ein Text sich nicht entfaltet,
das menschlich’ Herz hier so erkaltet!
Das Lob ist Nahrung mir, egal
ob ihr es mögt, auf dem Regal
wird nur ein Name steh’n: Jawohl!
Dass mich hier sonst der Teufel hol'.
Wo Spiegel… Spiegel an der Wand,
das ist doch wohl bekannt im Land,
ich voll Talent hier vor euch stehe
und sicher nicht um Gnade flehe!
Und wenn auch das Gedicht nicht klingt,
weil noch zu unruhig steht das Kind,
zu schnell das Denken nieder schmiert,
weil ohne Schlaf das Wesen friert,
und wichtig strotzt, ins Licht gehoben,
wenn alle Emotionen wogen,
in zittrig Form zeigt seine Zeilen,
auf denen strenge Blicke weilen,
zum Sprung bereit, das hungrig Fell
gesträubt, weil Apathie so schnell
durchströmt den stolzen Knaben nun,
wo Menschen da sein Werk abtun.
So weint der junge Dichtersmann,
weil niemand ihn verstehen kann,
nur kritisch blickt auf seine Sätze,
aus denen spricht die ganze Hetze
von Jugend, Rebellion und Feuer,
das Herz brennt da noch ungeheuer,
die Weltenlast, selbst auferlegt,
das Innere nicht ausgefegt,
kein Sinn für Weitblick und Humor,
da rein, da raus, ein Schall durchs Ohr,
Die eig’nen Fehler sind noch Trotz.
Kein Wunder, dass dann läuft der Rotz.
Doch schaut er hinter diese Mauer,
der Dichter, der sich krümmt in Trauer,
und sieht gar weiter ohne Zorn,
fühlt sich in Ratschlägen verlor’n,
ja, blickt er hinter die Fassade,
diese so sinnlose Scharade,
dann ahnt er vielleicht diese Weite,
ein Schlafender dreht sich zur Seite,
ein And’rer kaut in Traum versunken
auf seinem Brot, liest von Halunken
die neusten Meldungen, die Welt,
die dreht sich weiter, ohne Held.
(Taxine)
Hallo Taxine,
Die Einteilung ist gut.
1) Einleitung
2)Eigenlobpreisung: - kursiv hervorgehoben, darum geht es ja. Über solch Eitelkeit lächl ich gerne mal.
3) Ausdruck des Missfallens: Den Leuten gefällt es nicht, und Schuld bekommt das Kind, weil es unruhig ist. Hier wird das Missfallen vom Gedicht weg, auf das Verhalten des Vortragenden geschoben. Eine Form von Abwehr.
4)Selbstmitleid, reagiert mit Unverständnis auf Kritik und ist trotzig.
5)Ausblick: Die Welt dreht sich weiter auch ohne diesen Dichterling. Das ist Ironie.
Verletzte Eitelkeit und dann trotzig gemault
. Da sieht man, wie armselig so ein Eitelgetue ist.
Trifft inhaltlich auf den Punkt. Habe bloß eine Frage, warum bist du in der letzten Strophe einmal aus dem Metrum heraus, oder ersetzt der Balkenstrich eine Senkung?
Gefällt mir gut, hat Schwung
Liebe Grüße
Martinus
Die Einteilung ist gut.
1) Einleitung
2)Eigenlobpreisung: - kursiv hervorgehoben, darum geht es ja. Über solch Eitelkeit lächl ich gerne mal.

3) Ausdruck des Missfallens: Den Leuten gefällt es nicht, und Schuld bekommt das Kind, weil es unruhig ist. Hier wird das Missfallen vom Gedicht weg, auf das Verhalten des Vortragenden geschoben. Eine Form von Abwehr.
4)Selbstmitleid, reagiert mit Unverständnis auf Kritik und ist trotzig.

5)Ausblick: Die Welt dreht sich weiter auch ohne diesen Dichterling. Das ist Ironie.
Verletzte Eitelkeit und dann trotzig gemault
Trifft inhaltlich auf den Punkt. Habe bloß eine Frage, warum bist du in der letzten Strophe einmal aus dem Metrum heraus, oder ersetzt der Balkenstrich eine Senkung?
Gefällt mir gut, hat Schwung
Liebe Grüße
Martinus
Danke Ferro, danke Martinus.
Ich habe den Strich durch ein Komma in der vorherigen Zeile ersetzt, damit der Fluss nicht unterbrochen wird. Das hatte ich so gar nicht bedacht, dass es den Leser hier aus dem Metrum werfen kann. Vielen Dank!
Liebe Grüße
Taxine
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