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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Grasmilbenbiss

in Lyrik 16.11.2019 05:35
von Zypresserich • 2.892 Beiträge

Bloß nicht dran kratzen!

Klebe ein Pflaster drüber

und streiche die Wand.



---



aus Work-in-Progress Dunkelzonenjammer

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#2

RE: Grasmilbenbiss

in Lyrik 16.11.2019 18:14
von Taxine • Admin | 6.070 Beiträge


Und wieso nun die Wand?




Surreale Vorstellungen
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#3

RE: Grasmilbenbiss

in Lyrik 17.11.2019 03:54
von Zypresserich • 2.892 Beiträge

Und setz die Segel - wäre mir zu metaphysisch daherkommend gewesen.
Und lies die Zeitung - zu unphysisch. (Wobei es eine Frage ist, wie man die Zeitung liest. Man kann ja auch wild blätternd beim Gehen im Herbstwind lesen, dann wird's schon sportlich.

Es sollte eine leichte körperliche Tätigkeit sein, um vom Juckreiz abzulenken, fand ich. Und natürlich in die 5 Silben passen. Da ich aktuell in meinem Asyl meist vor einer unbehandelten Pressspanplatten-Trennwand unterm Dach schriftele, bot es sich an, diese zumindest (vorab) im Geiste zu streichen. Vielleicht tue ich es auch noch in echt.

Aber danke für die Beachtung. Stelle mir gerade vor, was man aus solch einem Satz alles noch machen könnte, ruminterpretieren usw. Oder Geschichtenanfang: Man beginnt zu streichen, beschreibt erstmal 100 Seiten lang, welche Farbe man wählte, wie die Leiter beschaffen ist, wo man sie erworben hat (geliehen vielleicht bei der einäugigen Bettlerin mit den 3 Beinen), fällt von der Leiter gegen die Wand, diese stürzt ein, dahinter findet man ... Sowas halt. Und wenn man als Schreiberling andere Ziele hätte als ich, könnte aus derlei ein 1000-Seiten-Werk werden. Dieses verlegt man bei Suhrkamp und innerhalb eines Jahres hat man ausgesorgt ... Ähm, Moment, da kommt mir eine Idee ...

zuletzt bearbeitet 17.11.2019 03:57 | nach oben springen

#4

RE: Grasmilbenbiss

in Lyrik 18.11.2019 19:04
von Taxine • Admin | 6.070 Beiträge

Aha ... im Sinne "die Segel streichen" - "die Wand streichen". Das ist nicht schlecht, obwohl die Trennwand auch etwas hätte, irgendwie ins Bild gezwungen. Leider ging mir in dem Zusammenhang der drei Zeilen diese Richtung nicht auf. Hätte vielleicht irgendetwas aus der Natur gegriffen, wenn schon Grasmilben. Aber dann wäre es wahrscheinlich wieder zu verständlich gewesen. Ein Gedicht muss Bilder und Assoziationen wecken, die dann zertrümmert und wieder neu aufgebaut werden. Das denke ich, ist dir gelungen.




Surreale Vorstellungen
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#5

RE: Grasmilbenbiss

in Lyrik 19.11.2019 05:05
von Zypresserich • 2.892 Beiträge

Und es sollte ja eine ABLENKUNG her vom Jucken des Bisses, also gerade etwas aus dem Alltag vor der Nase, eine Tätigkeit, damit man sich nicht kratzt oder ständig an das Jucken denkt. So gesehen kann man das Kratzen versymbolisieren, es gibt ja auch geistiges Kratzen. In die Richtung meinte ich es. => Ablenkung, weg vom Herd des Unheils.

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