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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Der Fischer

in Poesie 17.08.2007 22:34
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Bitte hier lesen:
Der Fischer


Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.08.2007 02:48 | nach oben springen

#2

RE: Der Fischer

in Poesie 18.08.2007 16:26
von Ferro • 154 Beiträge
Liebet Taxinchen,

Gefällt mir, dein Text.

Die Welt ist nicht mehr das, was sie war. Es spielt wohl trotz bekannter Gegenwartsmerkmale in einer Zukunft. Der Fischer fischt nicht wirklich, er arbeitet virtuell.
Merkmale: www ... komm Puter - Computer ... die Haltung, die er einnimmt.

Die Stimmen wollen dem Fischer die Augen öffnen, dass sein Tun unnötig ist (so habe ich das verstanden), doch der Fischer hält an alten Gewohnheiten fest.

Was ich toll finde ist, dass du keine Stellung beziehst.

Ich würde aber noch einmal drübergehen, die Wiederholungen überarbeiten.

Mit lieben Grüßen
Ferro
zuletzt bearbeitet 23.05.2009 19:02 | nach oben springen

#3

RE: Der Fischer

in Poesie 18.08.2007 16:40
von Jo • 65 Beiträge

Hallo.

In meinen Augen stehen die Stimmen für die kalte Wirklichkeit, die Moderne, und der Fischer für das Menschliche.

Schönes Poesiestück, Taxine.

Es grüßt
Jo

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#4

RE: Der Fischer

in Poesie 18.08.2007 17:27
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Vielen Dank euch Beiden. Die Interpretationen freuen mich sehr.

Ferro: Ich werde auf jeden Fall noch einmal überarbeiten.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.08.2007 17:34 | nach oben springen

#5

RE: Der Fischer

in Poesie 18.08.2007 17:37
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo,

Der Fischer ist in sich zurückgezogen, er kann aber seinen Geist nicht zur Ruhe kommen lassen ("Gier"). Der Fischer ist in ähnlicher Haltung wie die Statuen, wie eine Buddhastatue ("in sich ruhend, die Hände auf dem Schoß").

"Ich schöpfe mit einem Netz" : Was denn? Nein keine Fische mit einer unbedeutenden kleinen Angel. Es geht um das Innere, sein Selbst. Aus seinem unermesslichen inneren Reichtum schöpft er mit einem riesigen Netz.

"man muss leben. Wir müssen den Lauf der Zeit hinnehmen und unsere Welt alleine bauen."
:

Die Welt liegt in dem Fischer. Er braucht nichts äußeres, um sie zu erbauen. Er schenkt aber von sich etwas andie Welt: "Mit dem Wirbel der Finger wächst ein Baum..."

"Alle mit erhobenen und in der Luft erstarrten Armen, dabei im eifrigen Fingerspiel."


Das erinnert an die Körperhaltung des Fischers zu Beginn der Geschichte. Er hat von seiner Weisheit etwas nach außen getragen.

Es kann sein, dass ich mit meinen Erläuterungen völlig daneben liege. Der Text ist nicht einfach.

Liebe Grüße
Martinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#6

RE: Der Fischer

in Poesie 18.08.2007 17:41
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Oh... lieber Martinus, dankeschön!

Meine Intuition war ja einen "offenen" Text zu verfassen, aus dem der Leser sein Eigenes herauszieht.
Ich selbst habe natürlich aus einem Hintergedanken heraus geschrieben, aber, dass ist in dem Sinne unwichtig.

Vielen Dank! Deine Interpretation ist großartig!

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.08.2007 17:41 | nach oben springen

#7

RE: Der Fischer

in Poesie 13.12.2007 20:38
von Salin • 102 Beiträge

Zunächst ein altvertrautes Stück Landschaft. Die Pflanzen leicht anthropomorphisiert. Dazu passt auch der Puter im Korb – wenn er nur nicht allwissend wäre. Endgültig verfremdet (und somit vielschichtig) wird die Szene durch die Arme des Fischers "in der Luft", durch den ersten "zuckenden Fingerwurf".

Der Text kommt ohne viel Bewegung aus. Die körperlosen Stimmen, der Zweck des Federviehs im Korb und der in die Weite geöffneten Barrieren sorgen bis zur "richtigen" Deutung für eine gewisse Spannung.

Wer mit homophonen Wortaufspaltungen nicht vertraut ist, dürfte "komm, Puter!“ kaum als Wink verstehen. Doch ein solcher käme an dieser Stelle ohnehin zu früh. Aufdringlich und wie in die Geschichte hineingezwungen wirkt dagegen das vom Fischer gestotterte "Www esen". Warum nicht drauf verzichten? Stattdessen vielleicht ein wenig Aufklärung am Ende. Beiläufig, versteht sich.

Abgesehen von "Puter" und "Fingerwurf" werden Worte verwendet, die in der Alltagssprache relativ häufig vorkommen. Vokabeln mit geringer Eigenkraft. Was hier zählt, ist nicht der einzelne Ausdruck, sondern das jeweils größere Bild.

Die Wortwiederholungen ("bisschen", "legen / liegt" etc.) sind vermutlich noch dieselben wie im August. Mitunter wird auch überartikuliert: "Pfützen im Boden verdecken das Löchrige der Strasse" (Straße), "wild hin und her geschüttelt". Überhaupt sollten Worte nie überflüssig sein, insbesondere Adjektive, selbst wenn sie "klein" sind.
Anderes ist zwar originell, aber eher unglücklich formuliert: "'Weiß alles doch, gar mehr als ich!'" "Dann richtet er seine Aufmerksamkeit wieder vor sich". Diese Reihe ließe sich fortsetzen. Ähnliches gilt für die Unterbrechung direkter Rede: "'Was', hallen auf einmal Stimmen durch die Luft, 'tust du nur?'" "'Nun'…plaudert der Alte 'man muss leben.'"

Der TeXXT ist es wert, vollendet zu werden.

Gruß
Salin


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#8

RE: Der Fischer

in Poesie 13.12.2007 20:49
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Der TeXXT wird durchdacht und überarbeitet. Vielen Dank für das intensive Durchleuchten.
Das "Www esen" war hinterher hinzugefügt, weil das Verständnis für diese Form des Textes nicht immer gegeben war. Eine Schwäche der Autorin, ein kleines Entgegenkommen.
Es muss hier aber auch erwähnt werden, dass damit der Kritiker in jeglicher Form durchschaut ist!

Sehr erfreut
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 13.12.2007 20:51 | nach oben springen


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