Monika Helfer
Monika Helfer
"Die Bagage"
Ich habe festgestellt, dass mir im Sommer auch Bücher gefallen, die weniger schwer und dafür unterhaltsam sind. Nicht alles ist gut, aber manches überrascht dann auch. So wie dieser Roman, der , soweit ich weiß, allgemein hoch gelobt wurde.
Was mir an Monika Helfers Art zu schreiben besonders gefällt, ist ihr Humor und die Natürlichkeit des Erzählens. "Die Bagage" vermittelt großartig, wie es möglich ist, trotz leidbehafteter Erfahrungen die positive Sicht auf die Dinge nicht zu verlieren. Die Geschichte der Familie, die in bitterer Armut irgendwo am Rande eines Tals in Südtirol lebt und darum von den Menschen gemieden wird und auch selbst vermeidet, den Kontakt aufrechtzuerhalten, verzweigt gleichzeitig in die Erlebnisse folgender Generationen, so auch in Erinnerungen der Erzählerin selbst, die von ihrer Großmutter berichtet, deren Schönheit nicht in das Bild des Hungers und Krieges passte, und von ihrer Tante, bei der sie aufwuchs.
Damit gelingt Helfer ein eindrucksvoller Zeitsprung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die auch beim Erzählen nicht verwirrt, im Gegenteil, die Spannung weiter aufrechterhält und sogar biblische Bezüge gekonnt verarbeitet, ohne dogmatisch zu werden. Der Ehemann Josef, der seine Eigenheiten hat und die Familie verlässt, um in den Krieg zu ziehen, kehrt als anderer Mensch zurück. Das bleibt jedoch nur eine Art Hintergrund, während es der Autorin mehr darum geht, mit Charme und Einfühlungsvermögen auf die gewitzte Familie der Großmutter Maria zu blicken, die sich durchschlagen muss und nur zu gut das Menschlich Allzumenschliche kennenlernt. Das betrifft sexuelle Übergriffe genauso wie den Diebstahl aus der Not heraus.
Für mich ist „Die Bagage“ ein gelungenes Buch, das den Ernst des Lebens zwar nicht auf die leichte Schulter nimmt, jedoch mit einem Augenzwinkern betrachtet. Und genau das ist die Basis einer guten Geschichte.
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