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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Der Topf ist voll...

in An der Philosophie orientierte Gedanken 19.08.2007 09:04
von Moulin • 395 Beiträge


... so könnte man es nennen.

Habt Ihr Euch auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass es inzwischen so viele Bücher gibt, so viele Musikstücke gespeichert wurden und so viele Zeitdokumente in den Archiven lagern, dass ein einzelnes Leben nicht mehr ausreichen würde, diese Masse an Informationen und Bildung aufzunehmen.
Was passiert in Folge dieses 'GAU'? Beginnt danach die stete Wiederholung? Haben wir die schon? Das fortwährende neue Denken schon längst gedachter Gedanken?
Ich fürchte fast, die Menschheit begibt sich in eine Überforderung, die zu Teilnahmslosigkeit in der Gesellschaft führen wird.

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#2

RE: Der Topf ist voll...

in An der Philosophie orientierte Gedanken 19.08.2007 14:58
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Alles Wissen wird ja übermittelt. Ich glaube, die ständige Wiederholung der Gedanken ist schon lange das Muss der Zeit. Der Mensch setzt sich durch seine Gabe, sich in sein und andere Wesen zu versenken, schließlich immer mit den gleichen Dingen auseinander. Sein, Dasein, Welt, Leben, usw.
Ich schrieb ja mal über die Idee, die auch nicht mehr völlig neu entstehen kann, nur eine Form an Radikalität oder ein verzerrtes Abbild einer längst vorhandenen. Bei dem Gedanken rühren wir ebenso in der Suppe aller Gedanken, die einst gedacht und hinzugefügt wurden. Alles bleibt nur Renaissance, ein Vergessen und Wiederbeleben, ein Berg an Gedanken, die sich höchstens modernisieren. Egal, was die Zeit auch an neuen Möglichkeiten mit sich bringt, neuen Technologien, neuen Eindrücken, so bleibt zwischen allem der Mensch trotzdem Mensch. Er haftet also an seinem inneren Kern.
Somit kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Mensch hier einen völlig neuen Gedanken denkt.

Dass darüber die Gesellschaft in Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit gerät, muss nicht sein, denn mit jeder neuen Generation wird ein alter Gedanke ja wiederbelebt und neu formuliert.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 19.08.2007 15:38 | nach oben springen

#3

RE: Der Topf ist voll...

in An der Philosophie orientierte Gedanken 19.08.2007 15:21
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

In Antwort auf:
Habt Ihr Euch auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass es inzwischen so viele Bücher gibt, so viele Musikstücke gespeichert wurden und so viele Zeitdokumente in den Archiven lagern, dass ein einzelnes Leben nicht mehr ausreichen würde, diese Masse an Informationen und Bildung aufzunehmen.


Das ist ja auch eigentlich nicht so tragisch. Man sucht sich aus der Masse aller Zeitdokumente und Bücher einfach das auf das Selbst abgestimmte Wissen heraus. Dann ist es auch nicht schlimm, wenn man anderes verpasst.




Surreale Vorstellungen
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#4

RE: Der Topf ist voll...

in An der Philosophie orientierte Gedanken 19.08.2007 16:04
von Martinus • 3.194 Beiträge

dazu fällt mir ein Zitat ein:

Zitat von Orhan Pamuk
Nur besteht wahres Lesen nicht darin, daß der Mensch seine Augen und seinen Verstand allmählich und aufmerksam über den Text führt, sondern darin, daß er aus voller Seele sich ihm ganz überläßt. Deswegen verlieben wir uns im Leben nur in eine begrenzte Zahl von Büchern.


Mir fällt selber auf, dass ich bei Büchern immer wählerischer werde.

Übrigens wurden im neunzehnten Jahrhundert auch viel Büchern gedruckt, die heute kaum jemand kennt. Heute nimmt das natürlich überhand, weil fast jeder ein Buch schreiben möchte.

Mit der Musik ist es genau so. Mozart kennt jeder, Antonio Rosetti schon sehr viel weniger (obwohl, so schlecht ist er nicht).

Wir müssen nicht alles hören. Auch jede Generation hat seine Schlager.

Liebe Grüße
Martinus





„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#5

RE: Der Topf ist voll...

in An der Philosophie orientierte Gedanken 19.08.2007 16:35
von Jo • 65 Beiträge
Hallo,

das stelle ich mir dann wie ein riesiges Supergehirn vor, in dem sich alles Wissen der Menschheit befindet.

Wenn das Denken als Topf zu denken ist, dann muss er notgedrungen irgendwann voll sein. Da es sich aber um einen riesigen Topf handelt, dauert es seine Zeit, bis er gefüllt ist. Aus dieser Menge kann man dann auch ewig schöpfen.
Mittlerweile hat der Mensch ja so viele Möglichkeiten, das Denken und Wissen festzuhalten, dass irgendwann der neue Gedanke nicht mehr möglich ist.
Aber, wie Martinus es andeutet, so sind sicher auch viele Gedanken einfach verschwunden, verloren gegangen oder haben nie Beachtung gefunden. Vielleicht brillante Entwürfe. Die müssten dann wieder gedacht werden, weil sie möglicherweise niemand festgehalten hat.

Mal so gesagt.

Es grüßt
Jo
zuletzt bearbeitet 19.08.2007 16:48 | nach oben springen


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