Wer kennt ... den Autor/ das Buch?

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17.01.2026 11:52
#1
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Ich wusste nicht wohin mit meiner Frage, bitte um Nachsicht und stelle die Verschiebung oder Löschung anheim. :)

Aber ich fand irgendwann die letzte Woche irgendwo von Augusto Giacometti die Tagebücher zitiert, es ging um Frivoles. Bei Amazon gibt es "Immer nur das Paradies: Augusto Giacometti – Die Tagebücher 1932–1937" (Scheidegger & Spiess), kennt jemand diese Tagebücher genauer?


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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17.01.2026 15:14
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#2
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Laut meinen Informationen ist das Buch ein visuell-textuelles Dokument aus Tage- und Skizzenbuch, enthält auch spontane Farbstudien. Schade, dass sein Verwandter keine Aufzeichnungen hinterlassen hat (oder hat er?). Die von Lord verfasste Biografie und das Buch über die Malsitzung im Atelier waren für mich damals ein Lesehighlight. Alberto war natürlich wesentlich zerrissener und geplagt von Selbstzweifeln. Über Augusto weiß ich dagegen weniger. Er gilt wohl als "Meister der Farbe". In welchem Buch hast du Frivoles von ihm gelesen?


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18.01.2026 11:31
#3
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Zitat von Taxine im Beitrag #2
In welchem Buch hast du Frivoles von ihm gelesen?

Ja, liebe Taxine, diese Frage treibt mich seit Tagen um und stimmt mich bedenktlich. :) Ich hatte so viele Bücher in der Hand und habe auch so viel im Netz gelesen, ich habe nicht den blassen Schimmer. Wenn man sich nicht gleich alles notiert ...


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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20.01.2026 10:35 (zuletzt bearbeitet: 20.01.2026 17:18)
#4
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Ich habe ja vor Jahren eine eigene Rubrik Das Volk der Dichter und Denker installiert, in welcher ich alle Versäumnisse und Desiderata notiere, die einem Kulturvolk eigentlich peinlich sein müssten. Und eben sehe ich, dass es im Deutschen keine moderne, wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Biografie von Maximilien de Robespierre gibt. Unglaublich!


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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20.01.2026 18:01
avatar  Taxine
#5
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Admin

Im Juni dieses Jahres soll eine neue Biografie über Robespierre von Guido Braun im Verlag W. Kohlhammer erscheinen, die diese Lücke vielleicht füllen wird. Es soll sich um eine aktuelle wissenschaftliche Analyse handeln, die die Ambivalenz zwischen seinem Einsatz für Menschenrechte und der Schreckensherrschaft herausarbeitet. Ansonsten fällt mir nur die von Max Gallo ein.


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21.01.2026 11:11
#6
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Der Untertitel "Der humanistische Revolutionär" lässt mich natürlich schaudern, aber ich will der Lektüre nicht vorgreifen. Die Urban-Taschenbücher von Kohlhammer gehörten übrigens während meines Geschichtsstudiums zu meinen liebsten überhaupt, viele besitze ich heute noch, auch wenn der Forschungsstand veraltet ist. Max Gallo besaß ich einst auch, aber nicht die überarbeitete Neuausgabe von 2007, sondern ein älteres Modell von um 1990. Im Bestand ist nach wie vor das Buch von Friedrich Sieburg, dessen Schriften ich schätze, weil er einen Typus von Kritiker verkörpert, den es schon lange nicht mehr gibt.

Inhaltlich habe ich im Unterricht sowohl der 8. als auch der 11. Klasse die Jakobinerdikatur immer in den Mittelpunkt gestellt bei der Behandlung der Französischen Revolution.

Bei Wiki heißt es:

"Ähnlich wie Von Zeitgenossen und späteren Forschern wurden Notwendigkeit und Berechtigung der Terror-Maßnahmen diskutiert. Dabei standen sich die Ansichten von Historikern wie François Furet und Denis Richet auf der einen und beispielsweise die von Albert Soboul auf der anderen Seite konträr gegenüber. Während erstere der Auffassung waren, dass die Revolution durch die Gewaltexzesse der Notstandsdiktatur letztlich völlig diskreditiert wurde, sah Soboul in den Terror-Maßnahmen eine staatspolitische Notwendigkeit, ohne die die Errungenschaften der von allen Seiten bedrohten Revolution nicht zu retten gewesen wären.[53] Solche divergierenden Interpretationen spiegeln oft nicht nur unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze wider, sondern auch die politischen Hintergründe ihrer Vertreter."

Mein Ansatz war nach der Sicherung der Fakten- und Ereignislage immer die Bewertung aus historischer UND gegenwärtiger Perspektive, wobei die Wertigkeit und Angemessenheit moralischer Urteile bewusst reflektiert werden sollte. Hatte Robespierre eine Wahl, wollte er die Errungenschaften der Revolution retten? Heiligt der Zweck die Mittel? Darf man für das "Gute" töten? Sind Kollateralschäden an Menschen und Material unvermeidlich im "gerechten" Kampf? Die Französische Revolution liefert die Folie für alle diesbezüglichen Nachfolgeereignisse und die ideologischen und "moralphilosophischen" Deutungen drumherum. Man schaue sich nur den Russischen Bürgerkrieg 1818-1923 an, als es der Roten Armee gelang gegen eine Übermacht weißer Armeen unter Denikin, Wrangel, Admiral Koltschak und gegen die Intervention der Entente-Mächte (vor allem GB und Frankreich) zu bestehen; aber der Kriegskommunismus und die ungeheuren Grausamkeiten, aufgezwungen oder nicht, haben die weitere Geschichte der Sowjetunion mit geprägt. Mit so einer Hypothek gewinnt man vielleicht auch den nächsten Krieg, aber man verliert seine Seele.

Aber ich will auch nicht verschweigen, dass ich Knirps nach Arkadi Gaidars "Feuertaufe" aus dem Kinderbuchverlag (sic!!!) in Gedanken und Träumen auch mit Budjonny ritt, focht und schoss und überhaupt ein echter Pionier und Komsomolze war. :) Isaak Babels "Reiterarmee" las ich erst sehr viel später; wegen ihm übrigens will ich noch heute gerne nach Odessa ziehen und dort leben.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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22.01.2026 14:37
#7
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Und da wir gerade in Frankreichs großer furchtbarer fruchtbarer Zeit sind: Wann lässt Patrice Gueniffey seinem Bonaparte. 1769–1802 (2017) die Jahre bis 1815 und 1821 folgen???!!! Der Mann ist Jahrgang 1955 und ich werde auch nicht jünger ....


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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30.01.2026 19:04
#8
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Von Peter Hille habe ich nur das Bändchen Der Bohemien von Schlachtensee aus der verdienstvollen Reihe Märkischer Dichtergarten, es gibt aber auch mehr als eine Werkausgabe. Kennt da jemand eine davon genauer?


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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30.01.2026 22:02
avatar  Taxine
#9
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Über Peter Hille bin ich vor einiger Zeit in Przybyszewskis Memoiren "Ferner komme ich her... " gestolpert. Sein Leben, seine Armut, die Zeit in Berlin, in der er und andere irrsinnig gehungert haben, wird hier gut gestreift. Besorgt habe ich mir daraufhin seine Aphorismen "Ich bin, also ist Schönheit", seinen impressionistischen Roman "Hassenburg" (noch nicht gelesen) und Else Lasker-Schülers "Peter Hille Buch". Sein Leben scheint mir deutlich interessanter als sein Schrieb zu sein. An Werkausgaben gibt es z. B. die sechsbändige Ausgabe, herausgegeben von Friedrich Kienecker, vom Ludgerus Verlag und die ältere in vier Bänden von Schuster & Loeffler. Beide sind wohl kaum noch zu erschwinglichen Preisen zu haben. Erstere sah ich ab 120 Euro aufwärts bei Amazon. Viel lieber würde ich ja über ihn lesen, aber weniger verklärt als bei Lasker-Schüler, dass hinter dem "Heiligen" der Mensch auftaucht. Mühsams Erinnerungen wären möglicherweise eine Quelle. Vielleicht taugt auch die Biografie von Rüdiger Bernhardt etwas.

Lohnt sich die Anschaffung von "Peter Hille, der Bohemien von Schlachtensee"? Über diese Zeit würde ich allgemein gerne mehr lesen.


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31.01.2026 06:05
#10
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Zitat von Taxine im Beitrag #9
Über Peter Hille bin ich vor einiger Zeit in Przybyszewskis Memoiren "Ferner komme ich her... " gestolpert.

Ich wieder in Stefan Zweigs "Welt von gestern". Und kannst du Stanisław Przybyszewski zehnmal am Stück hintereinander korrekt aussprechen? :) Ich sehe bei ihm etwas über die Gnosis, mein Lieblingsthema.

Zitat von Taxine im Beitrag #9
Sein Leben scheint mir deutlich interessanter als sein Schrieb zu sein.

Das ist wohl so, daher kann ich keine Empfehlung aussprechen für den von mir erwähnten Band.

Zitat von Taxine im Beitrag #9
An Werkausgaben gibt es z. B. die sechsbändige Ausgabe, herausgegeben von Friedrich Kienecker, vom Ludgerus Verlag und die ältere in vier Bänden von Schuster & Loeffler. Beide sind wohl kaum noch zu erschwinglichen Preisen zu haben.


Und die zweibändige von Walter Gödden "Werke zu Lebzeiten nach Erstdrucken und in chronologischer Reihenfolge", die ich aber nicht wirklich antiquarische finde ...


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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31.01.2026 11:25
avatar  Taxine
#11
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Admin

Zitat von Yorick Ruthenus im Beitrag #10
Und kannst du Stanisław Przybyszewski zehnmal am Stück hintereinander korrekt aussprechen?


Als ich ihn das erste Mal las, kam mir nur eins in den Sinn: "Ich kaufe einen Vokal". Aber nach seinem Roman "Der Schrei" wurde er einer meiner liebsten Autoren.


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09.02.2026 14:49
#12
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Edward Brooke-Hitching: Die Bibliothek des Wahnsinns: Seltsame Bücher, skurrile Manuskripte und andere literarische Kuriositäten

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ZWEITAUSENDEINS

Kennt das jemand?


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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09.02.2026 14:58
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#13
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Admin

Sehr lohnenswerte Lektüre. Für mich zumindest. Gibt auch andere ähnlich konzipierte Bücher von ihm, über alte Weltkarten, Sammlerstücke, usw.


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10.02.2026 18:18
#14
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Zitat von Taxine im Beitrag #13
Sehr lohnenswerte Lektüre. Für mich zumindest. Gibt auch andere ähnlich konzipierte Bücher von ihm, über alte Weltkarten, Sammlerstücke, usw.


Vielen Dank, ich denke, du wirst die gebundene Ausgabe haben. Ich bin nämlich vorsichtig geworden bei solchen Formaten, weil es mancherlei sehr wilde Zusammenstellung recht zweifelhafter Qualität gibt. Hier kann ich nun guten Gewissens zuschlagen.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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10.02.2026 18:19
#15
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Welche Ausgabe vom Goldenen Esel des Apuleius lest ihr?


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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