Edwin Erich Dwinger

13.03.2026 18:00 (zuletzt bearbeitet: 13.03.2026 20:23)
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Als ich etwas zu Rudolf Borchardt und Rudolf Alexander Schröder auf YouTube suchte, fand ich das hier:



Was für ein toller Fund! Ich weiß nicht mehr, wann ich auf Edwin Erich Dwinger stieß, aber ich kaufte seine Sibirische Trilogie so um das Jahr 2012 herum, alle drei Bücher in unterschiedlichen Auflagen, eine Nachkriegsausgabe und zwei aus den 30ern:

Band 1: "Die Armee hinter Stacheldraht" (1929) - russische Kriegsgefangenschaft
Band 2: "Zwischen Weiß und Rot" (1930) - im russischen Bürgerkrieg auf beiden Seiten
Band 3: "Wir rufen Deutschland" (1932) - nach der Rückkehr in der Weimarer Republik

Dass die extrem links orientierte Wikipediaplattform gleich zu Beginn zitierend urteilt, der Autor gelte als „Prototyp eines nationalistischen und faschistischen Schriftstellers“, kann man nur bekopfschütteln. Denn gelesen hat man die Bücher offensichtlich nicht. Sie sind ein Zeitdokument ersten Ranges und jede auch nur im Ansatz differenzierte Bewertung Dwingers wird zu einem wesentlich anderen Urteil vorstoßen. Für mich war die Lektüre eine erschütternde Erfahrung und wenn ich hier nun erstmals den Schriftsteller selbst sehe und höre, stimmen für mich Wesen und Werk zusammen. Aber wir kennen das sowohl literarisch-ästhetisch als auch ethisch-moralisch falsche Vorverurteilen ja alles bereits von der Causa Ernst Jünger, der natürlich wesentlich päsenter ist im öffentlichen Bewusstsein.


„Mit der Vielzelligkeit kam der Tod, mit dem Nervensystem der Schmerz, mit dem Bewusstsein die Angst, mit dem Besitz die Sorge.“ (Rupert Riedl)


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