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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 22.10.2007 08:04
von Moulin • 395 Beiträge
Der Sinn des Lebens.

Durch den geistigen Austausch mit einem anderen Bassisten in einem Musikerforum, der sich auch in intensiver Weise mit Philosophie beschäftigt, kam schnell die Frage nach dem Sinn des Lebens auf, die wir beide auf unsere Weise, mit einem kurzen Satz beantworteten.
Während ich das ‘Streben nach dem Glücklich sein’ in den Vordergrund legte, stellte er ‘das Lernen’ als den wichtigsten Faktor in den Raum.
Das ließ mich nachdenken.
Das Lernen.
Nun kam mir meine Antwort fast vor wie eine unausgereifte Aussage.
Das Lernen, das Forschen in und um sich selbst ist nun eine wichtige Voraussetzung um das Weiterkommen, die geistige und physische Entwicklung zu sichern, ohne die man immer auf dem gleichen Stand bliebe.
Auch ich befinde mich ja in einem steten Wandel, der das Lernen voraussetzt. Dinge, die mich in der Vergangenheit interessierten, die mich fesselten und einen großen Teil meines kreativen Lebens einnahmen fanden immer dann ein jähes Ende, wenn die Möglichkeit des Forschens seine Grenzen erreicht hatte, und jeder weitere Prozess des Lernens um die Sache, daraus resultierend versagt blieb. Das bezieht sich auf die verschiedensten Interessen, doch scheint im Gegensatz dazu das Forschen um mein kleines Dasein in dieser unglaublich großen Welt unendlich zu sein. Hier sollte man sich niemals eine Grenze setzen.
So komme ich zu dem Schluss, dass ich die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht mehr mit nur einem Wort beantworten kann, es schließt zwar grundlegend nichts Anderes aus, doch könnte dieses Lebensziel auf unterschiedliche Weise gedeutet werden. Ich merke, dass ‘Lernen’ und ‘Glücklich sein’ in einer Symbiose leben, die bei Trennung in das Nichts der Oberflächlichkeit führt, und so gilt es nun für mich die verschiedensten, relevanten Parameter, die den Fortbestand meiner geistigen Entwicklung sichern, zusammen zu bringen und zu einem neuen Begriff zu formen.


Le Moulin


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zuletzt bearbeitet 22.10.2007 08:04 | nach oben springen

#2

RE: Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 22.10.2007 12:28
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge
Der Sinn des Lebens beinhaltet für mich wesentlich mehr als nur das Streben nach Glück und das Lernen. Das sind eher Grundvoraussetzungen, denn wer zuviel lernt, wird unruhig und muss sich das Glücklichsein und die einfache Befriedigung wieder bewusst vor Augen führen. Wer nur glücklich ist, ist anspruchslos, will nichts mehr und verliert sich über diesen Zustand leicht selbst oder wird tatenlos.
Im Sinn des Lebens liegt das Erkennen von Selbst und Welt. (Man kann zum Beispiel erkennen, dass man der Menschheit in Mitgefühl und Liebe gegenübertreten kann, statt ihr in intellektueller () Misanthropie zu begegnen). Überhaupt die Liebe scheint doch im Menschenherz der Sinn schlechthin zu sein.
Viel wichtiger ist doch, dass man sich allmählich bewusst wird, was man für das Dasein tun kann, auch für die Menschheit. Ich möchte es nicht als "Dienst an der Menschheit" bezeichnen, sondern vielmehr als Aufgabe, das eigene überdachte Tun und Handeln in der "Welt". Im Streben nach Glück und Selbsterkenntnis liegt wesentlich mehr, als nur die eigene Zufriedenheit. Wenn man Teil eines Ganzen ist, also auch weiß, dass jede eigene Handlung, jeder Gedanke dem Ganzen dient oder ihm entgegen wirkt, dann läuft man viel bedachter durch das Leben. Wichtig ist für mich, dass der Mensch seinen Weg erkennt, der zwar in Zufriedenheit beschritten werden darf, aber doch in eine Richtung führt, um das Leben sinnvoll zu gestalten.
Wer aber unruhig ist und nur das "Lernen" anstrebt, wird daran am Ende scheitern.
Auch muss man seine eigene Ethik finden, und solange die nicht feststeht, wird man sich immer wieder dabei ertappen, wie man bewusst falsch handelt oder unbeherrscht durch das Leben schreitet. Es reicht nicht aus, die Welt zu verneinen und damit Zufriedenheit zu erreichen. Es reicht auch nicht aus, der Welt gleichgültig gegenüberzutreten oder sie auszugrenzen. Das alles wird schon schwieriger, wenn man sich daran hält, nicht zu werten, den Menschen so zu akzeptieren, wie er ist, Urteil und besonders Vorurteil abzulegen, denn diese Eigenschaften führen nicht in Gleichgültigkeit, sondern, da man sich ständig darauf besinnen muss, machen sie den Geist und das Handeln wach.
Wer seine "Rolle" erkannt hat, wird aus dieser dann heraus auch handeln und so sinnvoll leben. Aber mit diesem Erkennen verbringt so mancher sein ganzes Leben.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 22.10.2007 18:39 | nach oben springen

#3

RE: Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 22.10.2007 13:26
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge
Da fällt mir noch etwas ein: so unausgereift ist dein Standpunkt gar nicht gewesen, Moulin.
Denn frage den Bassisten (mit lieben, zwinkernden Grüßen von mir) mal folgendes:
Wenn er noch zwei Wochen zu leben hätte, was würde er tun?
Weiter lernen, obwohl er weiß, dass es sinnlos geworden ist?
Oder
die zwei Wochen versuchen glücklich zu sein?

(Wir schließen die Verzweiflung einfach mal aus, die einen bei einem bevorstehenden Tod überfällt, denn es ist ja nur Theorie, um zu verdeutlichen!)
Aber, an solchen Beispielen sieht man immer das Extrem solcher einseitigen Standpunkte (und wie schnell sie sich in diesem Extrem umkehren), denn ich glaube, jeder Mensch tendiert hier zu nur einer Antwort.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 22.10.2007 13:33 | nach oben springen

#4

RE: Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 23.10.2007 07:01
von Moulin • 395 Beiträge

Ist dann vielleicht Liebe und Lebenswille das, was uns treibt? ...

In Antwort auf:
Zitat Taxine
Im Streben nach Glück und Selbsterkenntnis liegt wesentlich mehr, als nur die eigene Zufriedenheit.


Ich bin mir nicht mehr sicher, ob mich in der Vergangenheit die Ohnmacht darüber, was andere Menschen mir und meinem Denken gegenüber an geringer Akzeptanz aufbrachten, nicht dahin führte, mein Leben und das Streben nach Glück und Selbsterkenntnis von der Gesellschaft ab zu nabeln, einen Alleingang dem gesellschaftlichen vorzuziehen.
Ich sehe mich hier inzwischen nur individuell und nicht mehr als Teil der Gesamtheit, höchstens als Teil einer kleinerer Gruppe, die meine Auffassung versteht und daher akzeptieren oder teilen kann.


Ich bin im Übrigen auf Grund meiner Erfahrungen dort angelangt zu glauben, dass man sein Leben täglich so gestalten sollte, als wäre einem selbst der Termin für ein anstehendes Ableben bekannt.
Die hypothetische Frage, was man tun würde, wüsste man, dass man nur zwei Wochen zu leben hätte ist hierbei in Frage zu stellen, denn woher will man wissen, dass man noch länger als zwei Wochen lebt?
Ich meine, sollte man nicht jeden Tag so auskosten, als wäre es einer der Letzten?

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#5

RE: Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 23.10.2007 11:42
von ascolto • 1.289 Beiträge
Werte Bedenkende,

nach meiner wenigen Erkenntnis über dieses Leben, versuche ich kein Leid mehr zu empfinden. D.H. jede Stimmung/Projektion der negativen Emotionen zu vermeiden. Dies währe für mich vollkommendes Glück und daher mein ersehnter Frieden. Da ich darum weiß, dass jeder negative Gedanke ein leidbehafteter ist und wenn er nach außen gar in eine Handlung umgesetzt auch dieses Leid verbreitet, bzw. sogar Schaden dem Leben zufügt, versuche ich diese Gedankchen zu zerstörren!
Das Leben- ist für mich, die anderen mich umgebenden Wesen, der Körper dem wir alle verbunden, bzw. der uns nährt und als Gäste empfängt.
Beim weiteren bedenken, bin ich zu der Erkenntnis gereift das dieser Körper, ein Einziger ist, d.H. das wenn ich mich aus dem Ganzen abwende, was mir nur geystig möglich, ich voller negativer Gedanken bin.
Vielleicht ist demnach die Liebe, deren Motivation das Mitgefühl, die Hingabe und Einsicht das wir Alle Eins und darum mit jedem Geystesschritt der Distanz das leidbehaftete Denken in mir Einzug hält.
Vielleicht ist die Liebe, also die Hingabe und Demut, dem Wunsch das Glück zu mehren, nur der Weg in den Geystigen Frieden, dem vollkommenden Glück?
Wenn dem so sei und ich mit Allem verbunden, kann ich nur dannach streben das die mich empfangenen Lebewesen auch nicht Leiden und somit ihren Frieden finden?
Demnach bin ich glücklich dies bedenken zu können, also das Erlernte zu reflektieren um dem Glück aller zu dienen, dem Geystigenfrieden aller Wesen?
Ergo; ist es ein wunderherrliches zu lernen, daraus seine Einsichten zu mehren um das Glück zu meeren!

Herzensgrüße,
dadd A

zuletzt bearbeitet 23.10.2007 14:57 | nach oben springen

#6

RE: Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 23.10.2007 14:37
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge
Lieber Moulin,

Zitat von Moulin
Ich sehe mich hier inzwischen nur individuell und nicht mehr als Teil der Gesamtheit

Die Gesamtheit, die ich meine, ist eher eine geistige, spirituelle. Nicht die Gesamtheit der Menschen, sondern ich als Mensch bin Teil eines Ganzen, finde also auch einen Teil von mir in jedem Stein, jedem Gedanken, jedem Menschen.
Ich kann es nur mit den Molekülen und Schwingungen erklären, dass sie sich so anordnen und mich als Mensch ergeben, dabei aber trotzdem Teil aller Moleküle sind.
Es ist der alles miteinander verbindende Geist, der die Gesamtheit bildet, grob gesagt: Ein allumfasendes Hinter-den-Dingen-Schwingendes, das uns bildet, aus dem wir gebildet, das sich selbst durch uns bildet.

Werter Ascolto,
Zitat von ascolto
Da ich darum weiß, dass jeder negative Gedanke ein leidbehafteter ist ...

Diese Empfindung teile ich mit dir, darum versuche ich meine Gedanken bewusst zu lenken.

Ich glaube an die Liebe als Kraft, auch an den Gedanken als Kraft. Der Lernprozess und das Streben nach Glück werden somit aus diesen Kräften geleitet und auch, um das überhaupt zu erkennen.

Schöne Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.10.2007 15:32 | nach oben springen

#7

RE: Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 23.10.2007 16:37
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge
Noch ein paar Gedanken:
Unser Streben sollte von uns auf jeden Fall tiefgründiger bedacht werden, diese Suche nach dem Sinn weiter ausgeleuchtet werden. Manchmal wirkt es auf mich so, dass der Mensch hauptsächlich nach dem eigenen Vorteil strebt, wie er ihn durch die "kalte Welt" (Gesellschaft, Erziehung, Darwin) vermittelt bekommt. Diese Form an Zufriedenheit ist aber schnelllebig und muss immer wieder neu entfacht werden. Darum gilt es einen inneren Frieden zu finden (oder, um es im ascolto'schen Wort zu formulieren: man muss den Geistesfrieden anstreben ),Dieser wird uns dann auch kontinuierlich führen und jede Handlung zu einer wohl überlegten und gut durchdachten machen.
Viele Menschen glauben, dass das Erreichen von Klimax und Selbstzufriedenheit schon jeden Sinn "Leben" rechtfertigt, aber es erscheint mir eher wie das mit dem Kopf voran beständige und sisyphus'sche Rennen gegen eine selbst erbaute Mauer, über die der Mensch nicht versteht hinwegzublicken. Er bemerkt auch nicht, dass er rennt, sondern spürt nur die Nachwirkungen, bleibt oft desillusioniert, ausgelaugt und erschöpft zurück. Es ist wie das Klammern an Materielles in der Hoffnung, es würde sich in Geist und Glückseligkeit verwandeln.

Das Streben darf aber auch nicht mit Kampf und Mühe verbunden sein. Es bleibt vielleicht eine Überwindung von alten Gewohnheiten und Bequemlichkeit. Grundsätzlich ist es tatsächlich ein Lernprozess, eine Suche, die gerade aus diesem Beschreiten an Weg ihren ganzen Sinn erfüllt.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.10.2007 17:01 | nach oben springen

#8

RE: Sinn des Lebens

in An der Philosophie orientierte Gedanken 30.01.2009 19:47
von Freigeist • 36 Beiträge
Zitat von Moulin

...Während ich das ‘Streben nach dem Glücklich sein’ in den Vordergrund legte...


Hallo Moulin, ich hoffe du verweilst noch unter den Forumsteilnehmern, sodass du dies auch lesen kannst. Denn ich sehe es im Grunde wie du. Wir haben nicht die Pflicht zum Leben, lernen, arbeiten usw., wenn überhaupt von Pflicht gesprochen werden kann, so glaube und hoffe ich, dass es die Pflicht zum "Glücklichsein" ist. Welche grundsätzlich aus der Kraft der Liebe gespeist wird. Liebe im allerweitesten, umfassensten Sinn. Ich kann Liebe spüren und somit glücklich sein, aus heiterem Himmel heraus, ohne sie an einer bestimmten Person fest zu machen. Leider ist dies nicht allzu oft der Fall. Wir Menschen (ich) erbitten uns zu schnell die absolute Ruh', deswegen ist es von Vorteil,
sich mehr und mehr bewußt mit dem Menschen/Leben auseinander zu setzen. Zu hinterfragen, sich selbst und anderen nicht in die Tasche zu lügen, sich immer wieder in Demut zu üben, zu verstehen dass wir nichts Besonderes sind und gleichzeitig zu erkennen, dass wir insofern etwas Besonderes sind. Wenn wir lernen wieder dankbar zu sein, für Großes wie Kleines und selbst Dingen, welche wir eher als unangehm erachten, auch wenn das seltsam klingen mag, wenn wir das wieder erlernt haben und leben, dann werden wir eine "neue Welt" er-leben. Es ist ein "Reifeprozess" (Annelie würde vielleicht Lernprozess sagen )und die ersten Früchte kommen unerwartet und teils völlig überraschend. Naja, man darf aber auch nicht zu viel erwarten, manchmal ist auch "Fallobst" mit dabei . Aber im Ernst, und abschließend gesagt, ein glücklicher, zufriedener und zärtlicher Mensch, fargt nicht mehr nach dem Sinn des Lebens, er hat in bereits gefunden und lebt ihn!!!


Liebe Grüße
F.
zuletzt bearbeitet 30.01.2009 19:50 | nach oben springen


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