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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 16.12.2007 21:21
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Spielerei bis ins Absurde
Teil 1


Zermürbender Büroalltag
(Aus weiblicher Sicht)

DER ANWALT

Kleine Warnung:
Wenige sexuelle Anklänge darin enthalten!!!

Sekretärin sitzt auf dem Schoß ihres Vorgesetzten.
Dieser schnauft, lehnt sich tief in den Bürosessel hinein und diktiert:


"PROTOKOLL vom … Datum, Sie wissen schon. Nun schreiben Sie endlich!"
Klackernde Geräusche.
„Betreffend des Betreffs… Hoho… (Räuspert sich) Räumungsklage abgewiesen, fügen Sie dann den Namen des Klienten hinzu, ich kann mir schließlich nicht alles merken. Sehr geehrter, Sie wissen schon, hiermit bla bla, Vernichtend geschlagen. Ergebnisse anbei.“
Streichelt der Sekretärin über den Rücken, denkt an Essen, dann an sein schweres Los.
„Dieses humorlose, kleine Krötenstück … (zittrige Bewegungen führten dazu, dass die Sekretärin bei dem Wort „humorlos“ einige Rechtschreibfehler verursacht. Ihr wird heiß.)
„Fügen Sie an, dass… Humor kaum vorhanden… (Betonung: sagt der Vorgesetzte von 10 Uhr bis 18 Uhr liege … bei der Schreibkraft…)
(Klackernde Geräusche.)
"Sie sind doof… "( Sekretärin bringt sich gewagt ein. Vorgesetzter erwidert darauf (mit Humor))
„Hoho!“
„Sie sind mir ja einer…!“
„Wo steht das?"
(Kurzes Schweigen. Der Vorgesetzte wippt mit dem Bürosessel vor und zurück. )
"Das war …wie zu Hause kommen und nicht im Puff kommen. Schreiben Sie das!!!"
(Vorgesetzter grölt, als würde sich ihm der Hals umstülpen, spricht dann wieder besänftigend:)
„Darf ich Sie einmal fotografieren?“
(Sehnsucht nach Fleischeslust erspürbar. Sekretärin antwortet nicht, sondern hält sämtliche Wortlaute schriftlich im Protokoll fest.)
"Uff uff, aha, uhhh, ääähh, soso, hm, uff..."
(Darauf folgt eine kurze Fotosession… mit kleiner Unterlippe, großen Augen, unfassbar steifen Bewegungen, dabei nur der Ansatz eines Lächelns.
Vorgesetzter verwirft seine Idee wieder, hustet und verlässt den Raum.
)



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 16.12.2007 22:08 | nach oben springen

#2

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 16.12.2007 22:17
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Spielerei bis ins Absurde
Teil 2


Versuch einer Darstellung von der Unfähigkeit, Gefühle zu zeigen

Kleine Warnung:
Leichter Anklang an schwarzem Humor enthalten!

Tagebucheintrag eines Mannes, der seine Frau während eines Nachmittagsaktes verlor...
den er mit seiner Geliebten vollzog,
während die andere zu Hause beim Staubsaugen vornüber kippte und reglos liegen blieb.

Freitag, 13. April 19...

Beerdigung
Trauermahl
Dämliche Gesichter!
Erinnerung an eine Filmszene, als dem Jungen, der seine Mutter verlor, ein kleiner Sarg mit winzigem Püppchen darin überreicht wurde.
Wieder etwas aufgeheitert.

Morgen nicht vergessen:
- Klopapier
- Tiefkühlpizza
- Merlot (5 Flaschen)
- Wodka
- kein Gemüse
- kein Salat
- kein Putzzeug
- Erdnüsse
- vielleicht etwas Wurst
(dieses durchgestrichen)
- besser: FLEISCH

Ansonsten:
Schläfrig, aber entspannt.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 16.12.2007 22:29 | nach oben springen

#3

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 16.12.2007 22:46
von Martinus • 3.194 Beiträge
Spielerei bis ins Absurde
Teil 3

Das Vorzeigepaar

Kleine Warnung:
Etwas Dummheit kommt vor!

21. Juni:

Frau Südelmeier zum Ehemann: "Am Heiligen Abend möchte ich mit dir einen schönen Abend verbringen."

Der Ehemann: "Aber ja doch".

24.12. Heiliger Abend, 20 Uhr:

Der Ehemann: "Süßes Schnuckiputzi" (und zwackt ihr geradeso an der Brustwarze vorbei).."Pack mal bitte das Geschenk aus. Das ist von mir", und lächelt ihr tief in die Blauaugen.

Frau Südelmeier, entzückt, wühlt sich durchs Papier, dann in den Karton. Ein Jauchzer: "Ich hab's", und wurde kreidebleich. "Was ist denn das?"

Der Ehemann:"Eine Bohrmaschine". Ich habe dir doch am 22.Juni versprochen, den Kandinsky aufzuhängen.

Frau Südelmeier stieß nur noch "Du Blödeldödel" aus ihrem Kratzhals und sank benommen an die linke Schulter ihres Ehemannes.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 16.12.2007 22:56 | nach oben springen

#4

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 16.12.2007 23:44
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Spielerei bis ins Absurde
Teil 4


Versuch einer Darstellung von Jugend und Alter

Minimale Warnung:
Knapper Text mit Wiederholungen!

Jugend:
Bei diesem Anblick erbebte er wie ein Erwachsener!

Alter:
Bei diesem Anblick erbebte er wie ein Erwachender!



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 17.12.2007 00:01 | nach oben springen

#5

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 24.07.2008 14:45
von ascolto • 1.289 Beiträge
Textschmiedequal

Ein Schmarn währe das.
Texten....
Kein Text... ist was?
Folgend...
Nein, ein Text ist
das gar lange nicht.
Da ein Versuch-
ich....
immer wieder,
um in die Leere herum,
hinein
zu füllen.

Doch was kommt...
darin-heraus: Text?

Eher lese ich
ein Bemühen, ein Gesäusel
ohne Liebhaber, fremdgegangen!

Bestimmend texte ich
mich durch das weiß
in die Schwere.... das schwarz
buchstabierte Loch
an leichtem Nichttext!

Wenn ich nur wüßte, könnte, wie
aus diesem dualem Geflimmer
der fremden Stimmen,
die nicht mein Text sind,
einen mir eigen Text zu texten.

Dann.....
bin ich nicht dunkel.

Das nichtige Klare trägt das Lesen.
Ich lese zuviel. Viel zu viel.
Ja durchs lesen verirre
ich im Text...
zu viele Assoziationsketten sind
im werden, das.


Das sind fremde Texte.
Da sind die Stimmen
die meinen:
Mein Text tönt wirr im Dunkel.

zuletzt bearbeitet 24.07.2008 17:25 | nach oben springen

#6

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 24.07.2008 22:37
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Keine Spielerei,
und wenn gespielt,
dann mit Glasperlen
auf schwarz und weißem Grund.
Nicht quälend eigentlich,
mehr suchend
versuchsweise
zu füllen
was in Fülle wächst.
Gefunden.
Als ob ein Kopf hier ordnet
und die Figuren verrückt,
die sich dann allmählich
vor seinen Augen
zu Worten gestalten.
Gestalt gebeugt
fast ohne Worte.
Schwer der Schädel,
der da schreibt,
aber nicht von dem,
der liest.

Poetenklang
... dort über mir!
Und klingt noch lange
nach.





Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.07.2008 23:21 | nach oben springen

#7

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 13.08.2008 11:27
von ascolto • 1.289 Beiträge

Vorstellung MeinerEins:

Ich bin ein Aah. Siehestewohl, lächeln, keine bidderen Assoziationskedden, bidde. Ich bin ein einfaches Ah und der Interpretierende ist die Projektion dedd Rezipienten. Ein weiträumiges Aaha, ich stehe am Anfang und verwirrend nücht linear am Ende. Oft im hier, noch viel zu geschäftig versuche ich mich am Peh, betroffen demonstriere ich professionell den Profit wo es keinen gibt. Breite mich aus, brüste mich im eS, der Eitelkeit bis ins spiegeln. Erschrecke dann bekennend in meinem Uhu, stolziere im eS, denn meine Unwissenheit macht mich leidig unglücklich. Die Schmerzen der Erkenntnis verberge ich hinter dem eM, mauer mich hinter begrenztes Denken in wunde Verletzung ein. Da hilft der Atmen. Befreiend wirkt auf mich das Haha, denn im Lächeln entsteht die Freude am eL. Ja, ich ruhe im Humor, darin lebt das Aaaaaa. Auch wenn ich mein Ende als Amen im Oh erlebe.
Ich bin ein Anfänger im Ohm, das allumfassende Geistige. Ich bin ein A, einfach am Anfang, ein Anfängergeist.


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#8

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 14.08.2008 13:51
von Martinus • 3.194 Beiträge

Das Ich bin ICH (und will es doch nicht sein)

Das ICH hört sich so hochtabend mit Egoglöckchen an, dass ich doch nicht das ICH sein möchte. Außerdem sind das nur drei Buchstaben, die sich nicht so wichtig nehmen sollten. Darum heiße ich nicht ICH, sondern Martin plus lateinischer Endung. Auf den Mars mit seinem Kriegsgeläut verzichte ich auch, den meiner Meinung nach, stammt Martinus nicht vom Mars ab, sondern von M, wie Mutter, denn ohne meine Mutter wäre ich nicht da (das mein Varer auch eine ...äh..sekundäre Rolle dabei spielte, lasse ich jetzt mal weg). Dann gibt es in MARTinus die Kunst, ART, haha. Kunst ist eben schöner als im Metzgereygetrieb herumzuwurschteln oder in der Rüstungsindustrie zu schuften. Das IN in MartINus bedeutet, mir geht es INwendig ganz gut. Die zweite Bedeutung liegt darin, dass ich IN mir horche, mich INwendig aushorche, etwa in dem Sinn wie Heraklit es vielleicht meinte mit dem „Ich erforsche mich selbst.“ Zugegeben etwas kühn aber nicht verkehrt. Und schließlich der lateinische Wohllaut US, oder wenn wir es englisch nehmen wollen, ist es das UNS. Alleine bin ich also nicht auf der Welt und manchmal sehen vier Augen mehr als zwei. So lebe ich mit meinem Namen dahin, von der Mutter auserkoren, mit Geist und den Musen betutelt und mit lateinischen Wurzeln. Beklagen kann ich mich nicht.


Martinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 02.10.2011 22:40 | nach oben springen

#9

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 14.08.2008 14:07
von ascolto • 1.289 Beiträge
Siehestewohl: So kömmt die Würze aus der Metzgerschürze in den Spieltrieb mit einem Strich als Hieb:

MartinUs ward gebohren... Uns auserkoren um im Synapsentango und Herzensfango die Händ zu rüddeln und schüddeln.
Ergo, Fontane war net Fonteney, eher "der Theodor" im Storm......tOr

im pAlikannon:

sutra und mudra

zuletzt bearbeitet 14.08.2008 14:08 | nach oben springen

#10

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 14.08.2008 14:15
von Martinus • 3.194 Beiträge
Hallo ascolto,

bei uihnen könnte es ja heißen: Im Anfang war dadd A, und am Ende dadd OM (wie Omega)



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 14.08.2008 14:16 | nach oben springen

#11

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 14.08.2008 14:23
von ascolto • 1.289 Beiträge


Im OmEgA endet meyn lächelndes A ja wieder als Kunstschluß: Dadd O üsch vollEndet! Hitziges Gedankchen, im OmegA zu enden....würklich nebulöser währ im AdromedA als schwaddet lOch aus Middgefühl die Materie zu inhalieren, bzw. ins Nirvana zu transformieren.......

aus dem schwAdden lOch,
winke winke


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#12

RE: Spielereien bis ins Absurde (Prosa/Stücke)

in Spielereien 15.08.2008 11:32
von ascolto • 1.289 Beiträge
Kein Tag wie jeder Andere.

Ich spare, ich vermeide Kunstlicht. Nicht das ich geize, nein, ich bin eher ein Förderer der Monopolisten in Energie. Kein Müpfer, mehr ein fortschrittlicher Konsument, technisch gesehen. Bei mir surrt, klingelst und piept es bedauerlich häufig. Vernetzt bin ich bis in die Hosentasche, denn da steckt’s gewöhnlich, wenn es nicht auflädt. Und ein Pixelsuchtler bin ich auch. Deshalb trage ich auch dieses Gestell als Sehhilfe, was ich nicht mag, weil’s drückt, aber das ist belanglos. Drücken, da tut es anderswo, im Brustbereich wenn ich schnappe, oder röchle. Ja, ich ringe ums überleben, seit Tagen. Schon vor Wochen begann das halbseitig, beim beugen oder hüsteln. Fein, dachte ich mir, ist’s wieder soweit, der Zyklus ist gestampft, ne Runde rum. Begleitet wird das Flachbrüstige mit einem knacksen im Wirbelbereich. Am Atlas durstet die Schmiere, denk ich mir. Aufrecht war meine Kopfhaltung noch nie, mehr vorsichtig und geduckt. Das liegt am fehlenden Mut, und an den Kompromissen und gelogen habe ich halt auch viel, viel zu viel wenn ich zurückblicke. Hat mir nur nicht immer geholfen, nicht das zurückblicken, das hilft. Nein die Lüge und das verdrängen in den Stau. Nun knackt und rumpelt’s in der Säule und ich hechle wie eine Töle, na ja, wie die von Frau Huber-Petersen. Die ist mopsrund und grau. Könnt ein Beagle sein, obwohl das Geläuf eher dackelartig watschelt. Die Töle hat alles, so an Krankheiten, womit die Tierärzte ihre Leasingraten für die Parkmaschinen finanzieren. Traurig wie sie schleicht und hechelt, selbst beim ködeln vor unserer Haustür, mittig wird da hingeflanscht. Dann springen Sie alle drüber, bis auf… und der bin meist ich. Asthma hab ich nicht, auch wenn’s manchmal noch bedenklicher pfeift. Vom Schneidezahn kommt es nicht, da bin ich sicher. Seit dem der sich verabschiedet hat, ist mein „Es“ zwar zischig länglicher, aber pfeifen tut er mir nicht. Mulmig ist mir ohne Zahn. Seit dem vermeide ich das Bad, da guck ich nicht mehr rein. Da ist der Ort vor dem mir graust, so ins Ich zu blicken, ohne Zahn. Ich habe den Spiegel wenig gemocht, nicht weil ich mich nicht mag, nein, die Haare sind es, die mich seit Jahren quälen. Ich habe zu wenige, fast keine mehr, oben auf dem Scheitel. Drumherum einen Kranz, den gibt es noch, auch wenn er ergraut ist. Graue Kleidung sowie Frau Huber-Petersen trage ich noch nicht, das überlege ich mir noch mal, so als Januar auf die Straße, das ist mutig. Das Pfeifen kommt aus der Seele, denk ich mir. Die Bronchien surzeln in einem „Uh“, ein pfeifen ist das nicht. Also wenn’s aus der Seele kommt, dann liegt es daran das die Runde rum ist. Ein kurzes Jahr ist wieder verrauscht, und bald kommt der Tag, wo’s her kommt. Wochen vorher, beginn ich mich zu sträuben, damit zu hüsteln und in der Säule knackt’s. Dann ziehe ich mich zurück, vermeide Kunstlicht und schnaufe mich dem Tag entgegen. Rums, dann ist er da, wieder ein Jahr vorbei in den Tod.

zuletzt bearbeitet 15.08.2008 11:35 | nach oben springen


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