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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Wenn man doch ...

in Gespräche über Kunst und die Welt 15.08.2007 18:34
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

... einfach hier weitermachen könnte.
Der Poet stofft in Sibieren, der kleine Amateurdichter schnauft um seine Eitelkeit, die Menge gähnt. Was wird ihn erwarten?




Surreale Vorstellungen
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#2

RE: Wenn man doch ...

in Gespräche über Kunst und die Welt 15.08.2007 18:34
von ascolto
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...wenn seyn Eytelscheytel ned gelüftet und darunter sich die Suche nach dem Geyst und dessen Wahrheyt besinnt, dann voraussichtlich eine tiefe Bitternis, denn auf den Gockel fällt, wenn der Tritt der Enttäuschung krakeelt immer dann der Neyd! Solang aber ein paar wenige ihm die Beuge konzertieren, würd er aus jeder Notice und Zuwendung seyne Federpracht erspiegeln, bisch er merkelt, er ist gerupfelt und in der Pfann brutzeld wartend die Budder.....
zuletzt bearbeitet 23.08.2007 22:24 | nach oben springen

#3

RE: Wenn man doch ...

in Gespräche über Kunst und die Welt 15.08.2007 18:34
von Taxine
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Überhaupt scheint es oft so zu sein, dass der "moderne Dichter" sich hier an seine kleinen Erfolge klammert. Deshalb frage ich mich, ob dieser innere Ruf nicht immer mehr abstirbt.
Wo jemand den kopflastigen Gedanken als zu schwer beschreibt, entgegne ich:
"Das Schwere gibt es bei mir nicht."

S. C. zum Beispiel hat teilweise auch etwas falsch verstanden.
Es ging nicht darum, ob der Künstler nun aus Verzweiflung schreibt, inmitten der Masse, sondern ob sein Ruf überhaupt erhört wird. Wenn niemand mehr empfängt, was der Poet zu sagen hat, weil lieber das flimmernde Bild Erleichterung bewirkt, dann sitzt der Poet am "unteren Ende der Leiter" oder in sich selbst eingeschlossen.
Trotzdem sieht er das Leben nicht als schwierig an.
Er möchte sich mitteilen, weitergeben, was ihm aus dem Schöpfungsakt heraus so glücklich macht.
Er sitzt im Mitgefühl für die Menschen, die nicht um ihre "Seele" wissen.

Danach von ascolto:
Wer sich nach außen lehnt, sehnt und um Annerkennung schnurzelt endet in der schöpferischen Leere. Denn der Strom der Energie die ihn dann teylt, verstörrt und verzerrt, ist dem Gerüpp gleich das ohne Wirbeln dadd Fleysche trägt.
Hierin sind wuir dann im Sinne des Puschkin eynig, der Poet zeylt als Prophet, denn die Seele ist ihm sichtbar!
zuletzt bearbeitet 23.08.2007 22:25 | nach oben springen

#4

RE: Wenn man doch ...

in Gespräche über Kunst und die Welt 23.08.2007 20:55
von Cora • 38 Beiträge
In aller erster Linie geht es dem wahren Poeten um die Vers(-)endung seiner Gedankenfracht,
jedoch nicht um den Preis des Geldes, sondern um den Preis der Nächstenliebe.
Hinter jedem geschriebenen Wort steckt eine Idee, eine Lösung, ein Heil für die Welt,
so jedenfalls empfinde ich die Geburt meiner Texte.

Aber können Worte oder Texte den Menschen retten?
Will der Mensch überhaupt (s)eine Rettung?

Cora
zuletzt bearbeitet 23.08.2007 20:57 | nach oben springen

#5

RE: Wenn man doch ...

in Gespräche über Kunst und die Welt 23.08.2007 23:38
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Manch einer mag da von Idealismus sprechen, aber ich empfinde es genauso. Es ist nicht, dass ich unbedingt danach strebe, einem anderen Menschen meine Sicht der Dinge klarzumachen, sondern, dass mein Text den Leser zum Nachdenken anregt.
Ich bin mir sicher, dass ein Text, der sich mit bestimmten Hinterfragungen beschäftigt, dazu da ist, dem Menschen eine neue Sicht, eine kleine Erklärung, ein bisschen Rettung zu geben. Der Lesende erkennt hier, dass Ähnlichkeiten zwischen den Menschen bestehen, dass somit der Leser sich mit dem Text identifizieren kann und daraus ersieht, dass er nicht alleine in seiner Meinung/Weltsicht steht.
Aber überhaupt einen Text zu liefern, in dem ein Thema angesprochen und offengelegt wird, birgt ein Ziel, einen Sinn, und wenn ich bedenke, wie viele Texte und Schriften mich selbst ein Stück weiter gebracht und auch "freier" gemacht haben, dann erscheint mir die Idee wie eine Medizin für den Geist.
Gerettet werden wollen sicher einige, besonders dann, wenn es ihnen schlecht geht, oder sie verwirrt sind. Auch aus dem einfachen Grund heraus, sich weiterentwickeln zu wollen. (Ein bisschen mehr zu verstehen ist irgendwie eine Art Rettung, oder?)
Die, die ihre Meinung und Geistesansicht nicht zu wechseln verstehen, die also festhalten und verbohrt in immer gleichen Mustern denken, die werden eine Rettung ablehnen, ebenso, wie die, die aus ihrem eigenen Elend eine abartige Form an Genuss ziehen. Doch, die meisten ergreifen eine führende Hand. Und der Poet/Künstler/Schriftsteller hat in erster Linie genau diese Aufgabe.

Erster Erklärungsversuch.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.08.2007 23:43 | nach oben springen


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