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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 26.01.2008 19:53
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Bleibt der Künstler wirklich Künstler (mit all der forschenden, wagemutigen, ausdrucksvollen Persönlichkeit), wenn er neben der Kunst einer anderen Arbeit zugewandt ist? Oder geht, mit dieser anderen Arbeit (mit dem Beruf, nicht mit der Berufung), das Kreative ganz langsam verloren?

Ein Mensch, der wenig Zeit für die Kunst (den Schaffensprozess) findet, weil er beruflich an andere Verpflichtungen gebunden ist, muss sich seinen Einfallsreichtum immer wieder neu erbauen. Zumindest ist es schwierig, seinen Wagemut beizubehalten.
Wer zudem den Künstler in sich fühlt (der also, der auch ausdrücken möchte/muss), jedoch wenig Zeit dafür findet, seinem "Ruf" zu folgen, wird den Alltag als Belastung empfinden und, wenn die Möglichkeit für die Kunst gering ist oder gar nicht besteht, von ihm verschlungen.
Der Künstler muss immer schaffen können. Wie aber soll er schaffen, wenn der acht-Stunden-Tag ihn auffrisst, wenn am Abend die Müdigkeit alles Kreative überdeckt?

Oder der hungernde Künstler, der seine Idee nur noch im Kopf verwirklichen kann, weil ihm das Geld für Materialien fehlt. Verliert er dabei ganz langsam sein Können?



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 26.01.2008 19:55 | nach oben springen

#2

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.01.2008 15:26
von ascolto • 1.289 Beiträge

Vereehrte Dame,

Beide Variablen suind spül/bar....Beispiele gelebten Coleurs sind historisch/biographisch ja manifestiert.
Dadd Frag-mentchen dadd muir hierün den Geyst zur Fruchtesblüte dröngelt:
Welche energetischen Resourcen, also Geistesspiegel sind vorhanden um zu schöpfen?
Es gübt bequemere, bzw. materiel abgesicherte Schöpfer sowie die Bohe-Mies van Rohes....Mit ähnlicher Intensität-Strahlkraft......
Ergo, jene weytere Frage die uich fand, wieviel SchöpfungsZeit (auch Musenzeit und Technik uim Handgewerke) benötigt der Kreator und wie manipuliert die Tätigkeit/Überlebensstrategie die Berufung? Wendet man suich in die Neurologie (Spiegelneuronen) dann suind jede Handlungen eine denk.bare Manipulation des Beweißführers, also, jede Vorstellung, erst recht die Tat, beeinflußen die folgende Handlungen. Will sagen: Ein Broterwerb würkt suich beständig und mit der Zeitenergie potenziert in dem €Uvre dedd Schaffenden ein/aus.
Weiter.ig.: Wieviel Risiko, also der Verzicht auf Status, bzw. wieviel ist in dem Schöpfer die Kompositionsenergie des L o s l a s s e n anheim, also wie "poetisch" und intensiv will suich die Kraft ent-hüllen/falten:
Neuteutonisch: Währe Pessoa ein Anderer und intensiver wenn er net gebüchert auch uin Saldos?
Ein Anderer sücher, intensiver ist eine nur be-spekulierbare These die zur Antithese uns loopt!

Zu En.de ge.loopt:

Üch bün muir quantisch klar: Jeder Gedanke uin der Körperzeit führt zu Handlungen, es ist daher abhängiG, wie intensiv, tiefsinnig und daher weise/lichtig ein Geist denkend suich erforscht. Strahlen.....

Uin der Verbeugung,
dadd A


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#3

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.01.2008 19:24
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Werter Amo,

es ist ja so: Wenn man nicht sein ganzes Leben nach der Berufung ausrichtet, dann fließt nicht nur der Alltag, das Nebenher, der Beruf in die Persönlichkeit, somit auch in das Schaffen, sondern legt sich als zweite Welt über die andere (und erdrückt den Kreativen im schlechtesten Fall oder macht ihn verbittert im noch schlechteren Fall). Sicherlich ist es machbar, jedoch frage ich mich: Was wäre, wenn man das ganze Sein nur auf das Schaffen ausrichtet? Was könnte man dann "mehr" schöpfen? Gerade in der Betrachtung des Bohémiens erscheint einem das gesellschaftliche Spektakel völlig absurd, widersprüchlich und unsinnig, wie auch das eigene Kreisen darin.
Da wäre zu überdenken:

Am Wege zu sitzen,
in fließender Haltung,
fast flackernd in der Idee.
Die Wüste um das Selbst geebnet,
gefunden das Numinose,
reduziert auf das Wesentliche,
rein und ohne Kompromiss.


Es schafft einen anderen Raum des Seins, des Denkens und somit des Schaffens, dagegen bleibt die eigentliche Welt dann aber auch ein bisschen außen vor...

In den Klang gestimmt
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.01.2008 19:36 | nach oben springen

#4

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.01.2008 22:34
von ascolto
avatar

Werte Dame,

dadd Wesen.liche ist dadd das Außen dem Innen keine Zugabe sondern nur der Spiegel?!

Demnach: Sui soll endlüch dadd Risiko schultern und der Berufung statt, oder Staat geben.....

Dem folgen....es wartehet?!

Dadd A im Nüchtdada

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#5

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.01.2008 22:38
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge


Bin dabei, wertester Ascolto. Es sind doch nur noch ... nein, nicht einmal das.

Eine ravel'sche Vision:
Die Leute sagen: "Die spinnt doch..."
Und man springt auf und ruft: "Ja, ... Mensch, die haben es verstanden!"






Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 29.01.2008 05:00 | nach oben springen

#6

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 29.01.2008 12:17
von Moulin • 395 Beiträge

In Antwort auf:
Zitat Taxine
Bleibt der Künstler wirklich Künstler (mit all der forschenden, wagemutigen, ausdrucksvollen Persönlichkeit), wenn er neben der Kunst einer anderen Arbeit zugewandt ist?


Von mir ein ganz klares JA!

Künstler ist immer Künstler. Die Kreativität sucht sich ihren Weg, und wird auch außerhalb des unbeeinflussten, persönlichen Schaffens ihre Anwendung finden.
Selbst versklavt und mittellos haben sich Menschen im Süden der USA Instrumente aus Holzstöcken und Zigarrenkästen gebaut, was zeigt, dass man den Künstler im Menschen durch nichts verhindern kann. Nicht mal durch Gefangenschaft.

Und wenn wir beim Beispiel Afroamerikanischer Sklaven bleiben, hat die Sklaverei sogar die Grundlage für neue Musikrichtungen gebildet.

Was wir am Tage erleben bildet ja auch oft die Basis für die Auslebung dessen im Schaffensprozess.

Le Moulin







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#7

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 29.01.2008 23:41
von headprint • 135 Beiträge
Zitat von Moulin

Und wenn wir beim Beispiel Afroamerikanischer Sklaven bleiben, hat die Sklaverei sogar die Grundlage für neue Musikrichtungen gebildet.


Soll ich jetzt mal den notwendigen Schluß daraus ziehen,
also wem wir Hörer von Jazzbluessoulfunkreggae dankbar zu
sein haben und welche Fahne wir nicht mehr als rassistischen
Schmierlappen der zu kurz gekommenen Nichtdenkrebellen
be-
zeichnen sollten??
Nee, mach ich nicht... hihi...

Mir fließt der Schaffensprozess manchmal in den Alltag, das
nicht zu knapp. Leute mit denen ich immer wieder zu tuen habe,
nehmen das gerne hin - ein gewißer Unterhaltungswert wird mit
transportiert. Dadurch fließt das Rückfutter¹ daraus wieder in
den Schaffensprozeß, wodurch eine Häufung von 'ss' außerhalb
Heßens vermieden wird.

_________
¹) feedback

*sssscrrreeeeaaaaach!!!*
zuletzt bearbeitet 29.01.2008 23:41 | nach oben springen

#8

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 30.01.2008 11:15
von Moulin • 395 Beiträge

Zitat von headprint
Soll ich jetzt mal den notwendigen Schluß daraus ziehen,
also wem wir Hörer von Jazzbluessoulfunkreggae dankbar zu
sein haben und welche Fahne wir nicht mehr als rassistischen
Schmierlappen der zu kurz gekommenen Nichtdenkrebellen
be-
zeichnen sollten??
Nee, mach ich nicht... hihi...




Das Beispiel zeigt nur, dass Mensches Seele frei bleibt.

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#9

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 30.01.2008 17:19
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Sicher bleibt sie frei, wächst durch jeden Beton hindurch. Nur, wie viel freier k ö n n t e sie sein...




Surreale Vorstellungen
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#10

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 31.01.2008 15:57
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo,

meine Meinug zum Thema ist diese:

Wenn ein Künstler bei der Post arbeitet und Briefe austrägt, dabei irgendetwas sieht, was ihn künstlerisch beeinflusst, kann er nicht sofort mit dem Bildermalen loslegen, weil er seine Post ersteinmal austragen muss. Der arme Postmann steht nachts um drei auf, wenn er um dreizehn Uhr hundemüde nach Hause kommt, malt der dann kein Bild mehr; er legt sich zwei Sunden auf die Couch. Und wenn die Ehefrau dann noch irgendwas will, kommt der an dsiesem Tage nicht mehr zur Kunst.

Natürlich mag es Künstler geben, die eine solch immense Vitalität haben, dass sie nach der Tagesarbeit noch malen. Aber nicht jeder ist so. Die Arbeitswelt ist so ernüchternd und manchmal ausbeutend, dass so manche künstlerische Ambition in den Bach dümpelt. Ach ja BACH, der war so einer, der bei Kinderschreierei und Lärm gut komponieren konnte. Eine anderer Künstler braucht vielleicht Zurückgezogenheit wie Gustav Mahler, der sich in den Sommermonaten in ein Haus auf dem Lande zurückzog.

Jeder ist, wie er ist. So ist es.

Liebe Grüße
Martinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#11

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 02.02.2008 06:58
von Moulin • 395 Beiträge

In Antwort auf:
Zitat Taxine
Bleibt der Künstler wirklich Künstler (mit all der forschenden, wagemutigen, ausdrucksvollen Persönlichkeit), wenn er neben der Kunst einer anderen Arbeit zugewandt ist? Oder geht, mit dieser anderen Arbeit (mit dem Beruf, nicht mit der Berufung), das Kreative ganz langsam verloren?



Hallo Martinus,
hallo alle,

ich hatte die Frage so verstanden, ob die Kunst im Menschen dadurch verkümmert, indem die Ausübung eingeschränkt, bzw. verhindert wird.
Ich glaube so ein Postbeamter, der den ganzen Tag Briefe austrägt mag müde sein, wenn er nach Haus ekommt, hat aber im Gegensatz zum nicht arbeitenden Menschen, der die ganze Zeit zu Hause saß ein Vielfaches an Inspirationen für die Kunst eingesammelt, nicht nur visuell. Auch wird sich seine Kunst schnell einen Weg finden in der Ausübung seiner Tätigkeit als Briefträger ein wenig Kreativität umzusetzen.
Der Künstler mag gequält sein, wenn er die, in seinem Inneren immer weiter anschwellenden Kunst nicht ausüben kann, doch Künstler bleibt er trotzdem, denke ich.

Das beste Beispiel für das künstlerische Schaffen eines Briefträgers ist für mich nach wie vor der Franzose

Ferdinand Cheval

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#12

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 02.02.2008 10:25
von headprint • 135 Beiträge
Kunst ist jedenfalls immer ein tieferer 'layer' einer
Persönlichkeit, und ohne Kippschalter. Es fließt durch
die Person und es fließt aus der Persönlichkeit.

Bsp.:
Ein paar Tonnen Doppel-T-Träger kleinflexen??
Also: Handschuhe, Tuch, Mickey Mouse und los.
Zuerst der Überblick, die Gefahren, die Knick-
und Fallpunkte, dann die beindruckende Monument-
alität (und die Macht, die man(n) mittels eines
kleinen Gerätes darüber hat), dann die Möglich-
keiten... es soll eh Alles weg, also wird auspro-
biert, ob nicht steinzeitliche Bilder aus dem Zeug
rauszuholen sind.
Aber am Ende war alles Schrott - die 'Werke' waren
auch mehr in meiner Sicht, als in der Anderer.
Und:
dafür ein ödes Gespräch gehalten bekommen, vom Vor-
arbeiter, was die Scheiben kosten und blabla.. (lange
her, so war das 20. Jahrhundert, haha..) - das war
mir so egal.

*sssscrrreeeeaaaaach!!!*
zuletzt bearbeitet 02.02.2008 10:25 | nach oben springen

#13

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 03.02.2008 22:21
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Danke für den Link, Moulin. Watt für Prachtbauten.

Die Frage ist schon richtig verstanden worden, aber:
Ein Mensch, der sich ganz seiner Kunst hingibt, sitzt doch nicht zu Hause herum. Er strebt danach, seinem Schaffensprozess nachzukommen, (seinen Sinn zu erfüllen). Dafür muss er vieles machen. Sich mit der Welt auseinandersetzen, reisen, „sehen“… Sicherlich nicht herumsitzen oder „nicht arbeiten“. Natürlich arbeitet er, er arbeitet für seine Kunst. Nur ist es kein „leichtes Leben“ oder für jeden machbar. Da ist zum Beispiel immer die Angst, immer der Wunsch nach Sicherheit.
Der Beruf, der nicht der Berufung entspricht, erschöpft den Menschen. Er arbeitet, um Geld zu verdienen, um leben zu können, und er hält es für völlig normal und ausreichend, sich ab und zu seinem Schöpfungsdrang zu ergeben (wenn überhaupt). Was an Kreativität und Künstlerischem in den Beruf einfließen kann, sei einmal dahingestellt, denn natürlich wird das geschehen, es wäre ja seltsam, wenn nicht, so halten sich wohl die meisten Künstler über Wasser, und damit stirbt nicht der Künstler im Inneren, aber doch das „Ausgefallene“, das Wagnis, sich auf die Welt zu stürzen und die Idee zu leben. Meine Frage (die aus der anderen Frage erwachsen ist) bleibt: Was "mehr" könnte der Künstler schaffen, wenn er den normalen oder "aufgezwungenen" Alltag hinter sich lässt. Wenn in die Kunst das Berufsleben einfließt, dann keucht die Muse. Der „freie“ Künstler arbeitet mit einer ganz anderen Materie, mit einem ganz anderen Magma. Das meinte ich.
Ein Künstler muss sich auch immer in sich selbst spiegeln können, nicht nur in seinem Umfeld. Die Inspiration dringt dagegen immer hervor...



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 03.02.2008 22:24 | nach oben springen

#14

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 30.01.2009 23:40
von Freigeist • 36 Beiträge
Ach, ich denke in jeder euerer Aussagen steckt ein Körnchen "Wahrheit". Doch zuerst möcht' ich was klarstellen, bevor ich mich erdreiste etwas zum "Besten" zu geben. Ich streube mich seit längerem, vor dem Begriff "Künstler", zumindest was meine Wenigkeit anbelangt. Ich bin im üblichen Sinne auch wahrscheinlich keiner, auch wenn mich schon so mancher in meinem Bekanntenkreis so titulierte. Insofern, also weil ich kein "Künstler" bin, müßte ich eigentlich meinen Mund halten, wenn nur nicht dieser "Schalck" in meinem Nacken säße, gewiss bin ich kein Künstler aber zum Narren würd's reichen!? Und unter uns gesagt, wo ist der Unterschied? (zur Steinigung bitte jeder nur 3 Steine, mehr ertragen Narren/Künstler nicht!) Im Ernst, liegt es nicht in erster Linie am Naturell des Einzelnen, ob er denn genug Ehrgeiz, Fleiß und Diziplin aufbringen kann, um ein schöpferischer, goßer "Geist" zu sein? Wenn er all jene erwähnten Tugenden sein eigen nennen kann, so kann er, ob "Profi" oder "Amateur", sein innerstes Bedürfnis auch auf die Leinwand (oder was auch immer)bringen. Wie es beim Schreiben ist, kann ich nur schlecht beurteilen, denke aber dass es grundsätzlich das Gleiche ist. Wenn ihn die Gärung so sehr drängt, dann findet's einen Weg. Gewiss, sensiblere Naturen, werden sich da oft schwerer tun. Aber so wie das Leben, so findet auch die Kunst ihren Weg. Ob's ein "MEHR" oder "Besseres" davon gibt, wenn der Künstler sich ganz auf seine Berufung konzentrieren kann, ist wahrscheinlich von individueller Art. Bestimmt aber, lebt und arbeitet der "freie" Künstler unbefangener, kann "tiefer Luft holen" - ein nicht ganz von der Hand zu weisender Aspekt. Wenn da nur nicht diese beschissene (Pardon) Angst davor wäre, wie um alles in der Welt die nächste Miete reinkommt. Darf ich an dieser Stelle, zur Aufheiterung des traurigen Kapitels, einen Sinnspruch von Wilhelm Busch zitieren?
"Oft trifft man wen, der Bilder malt, Viel seltener wen, der sie bezahlt!"
Kurz, ein jeder muss eben Prioritäten setzen und schauen was ihm wichtiger erscheint, mit allen Konsequenzen!
Der Eine findet's erstrebenswert wie Vincent zu enden, der Andere mag's mehr wie Picasso. Und über allem schwebt das allmächtige "Künstler-Damokles-Schwert".


Na dann, Mahlzeit!

F.
zuletzt bearbeitet 30.01.2009 23:45 | nach oben springen

#15

RE: Alltag und Kunst

in An der Kunst orientierte Gedanken 31.01.2009 12:43
von Lennie • 829 Beiträge

Ich glaube, es gibt zu dem Thema so viele grundsätzliche Einstellungen, wie es Künstler gibt.
Jeder reagiert seinem Naturell entsprechend unterschiedlich, jeder fühlt sich unter bestimmten Bedingungen "frei" genug, um schöpferisch tätig sein zu können - so er /sie einen entsprechenden Trieb ins sich verspürt...

Wenn ich ein Kunstwerk vor mir habe, von dem ich mich ergriffen fühle, das etwas ausstrahlt, dann frage ich mich nicht als Erstes, ob derjenige, der es geschaffen hat, auch wirklich unter künstlerisch offiziell akzeptablen oder respektablen Bedingungen gearbeitet hat - m.a.W., ob er sich nur durch seine künstlerische Arbeit ernähren kann. Dies ist mir - mit Verlaub gesagt - völlig schnurz. Genauso schnurz wie die möglicherweise existierende offiziell "gültige" Qualitätsquote des Künstlers. Solche globalen Etikettenklebereien mag ich nicht.

Manch einer hat ein glückliches Naturell und kann sich sein Leblang nur völlig seiner Passion hingeben, wobei es für sein persönliches Wohlbefinden zweitrangig ist, unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen er lebt und wie er sich ernährt.
Solche Leute kann ich nur beglückwünschen - und vielleicht ein wenig beneiden, so insgeheim. Denn mir gelingt das nicht.

Die Zeiten, in denen ich mich ausschliesslich von meiner künstlerischen Arbeit ernähren "musste", waren für mich persönlich die schlimmsten, was die Qualität meiner Arbeit angeht. Es war grösstenteils Schrott, was ich produziert habe, die Sorge "um die nächste Miete" wirkte völlig lähmend auf meine Kreativität.

Wichtig ist, wie es im Kopf aussieht und wie man sein alltägliches und sein künstlerisches Leben organisiert. Ich denke nicht, dass man wirkliche Künstler unbedingt an der Anzahl ihrer Werke messen kann. Le Facteur Cheval und Picassiette fertigten jeder ein einziges Werk in ihrem Leben, hatten keinerlei künstlerische Ausbildung genossen - und dennoch sind für mich beides ernstzunehmende Künstler. Genauso wie Picasso. Den ich nicht leiden mag. Da kann der noch so berühmt sein....


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