Die Geschichte von Heinz guck auf dein Handy
Die Geschichte von Heinz guck auf dein Handy ( in memoriam Heinrich Hoffmann,1809-1894, dem Schöpfer des Struwwelpeters)
Heinz war ein ganz gewöhnlicher Schuljunge. Wenn sein Handy losmelodierte oder piepste, schaute er immer auf das Display. Sie schrieben gerade einen Schulaufsatz über Hesses Unterm Rad, da piepste eine SMS in seiner Hosentasche. Die Lehrerin schaute böse über ihre Brillengläser, und Heinz zog sein Handy heraus und schaute drauf. Er hörte aber die Lehrerin daherschlurfen. Weil er sein Handy behalten wollte, lief er aus dem Klassenzimmer.
Heinz war gerade achtzehn und hatte Fahrschulprüfung. Die Ampel war rot, er trat auf die Bremse. Einen Tag vor der Prüfung hatte Heinz alle seine Freunde und Freundinnen gesimmst, sie sollten ihn am Dienstag zwischen 10.00 und 10.45 Uhr nicht simsen, auch nicht anrufen. Trotzdem piepste es. Heinz griff elektrisiert in seine Hosentasche, zog es heraus. Der Fahrlehrer blickte böse. Bevor er es einkassieren konnte, war Heinz aus dem Auto verschwunden und ging seelenruhig, sein Blick auf das Display gerichtet, quer über die Kreuzung. „Ich liebe dich“, las er. Heinz dachte an Doris und hörte nicht das quietschen der Autoreifen.
Einige Jahre später war Heinz verheiratet. Mit Dorle. Doris hatte ihn damals verlassen, nachdem er sich über ihre Liebeserklärung beschwert hatte. Mit Dorle war er jetzt im Bett. Gerade wollten sie anfangen, na, sie wissen schon..., da zwitscherte das Handy. Heinz wollte gerade danach greifen, da fing Dorle plötzlich zu heulen an. „Was is' los?“ - „Ach“, klagte Dorle, „Ich muss gerade an meinen Kanarienvogel denken, der tot ist.“ Es zwischerte immer noch, dann hörte Heinz im Handy Doris' Stimme. „Hallo Doris, du?“ Leider ist es ihm später erst eingefallen, dass er das nicht hätte sagen sollen, denn Dorle heulte jetzt noch lauter, und ihm flog eine Watschen um die Ohren. Das Handy fiel herunter und Dorle verließ ihn auf der Stelle. Heinz konnte nur noch feststellen, die Verbindung war unterbrochen, die Verbindung zu Doris.
In den nächsten Jahren sah man Heinz, wenn er spazieren ging, wie verbissen er sein Handy anguckte. Deswegen wurde er schon verspottet. „Schaut mal, da geht Heinz mit seinem Handy spazieren!“ Heinz selbst merkte nichts von diesen Spötteleien und googelte weiter nach Doris, die er niemals wiederfand.
Heinz war ein ganz gewöhnlicher Schuljunge. Wenn sein Handy losmelodierte oder piepste, schaute er immer auf das Display. Sie schrieben gerade einen Schulaufsatz über Hesses Unterm Rad, da piepste eine SMS in seiner Hosentasche. Die Lehrerin schaute böse über ihre Brillengläser, und Heinz zog sein Handy heraus und schaute drauf. Er hörte aber die Lehrerin daherschlurfen. Weil er sein Handy behalten wollte, lief er aus dem Klassenzimmer.
Heinz war gerade achtzehn und hatte Fahrschulprüfung. Die Ampel war rot, er trat auf die Bremse. Einen Tag vor der Prüfung hatte Heinz alle seine Freunde und Freundinnen gesimmst, sie sollten ihn am Dienstag zwischen 10.00 und 10.45 Uhr nicht simsen, auch nicht anrufen. Trotzdem piepste es. Heinz griff elektrisiert in seine Hosentasche, zog es heraus. Der Fahrlehrer blickte böse. Bevor er es einkassieren konnte, war Heinz aus dem Auto verschwunden und ging seelenruhig, sein Blick auf das Display gerichtet, quer über die Kreuzung. „Ich liebe dich“, las er. Heinz dachte an Doris und hörte nicht das quietschen der Autoreifen.
Einige Jahre später war Heinz verheiratet. Mit Dorle. Doris hatte ihn damals verlassen, nachdem er sich über ihre Liebeserklärung beschwert hatte. Mit Dorle war er jetzt im Bett. Gerade wollten sie anfangen, na, sie wissen schon..., da zwitscherte das Handy. Heinz wollte gerade danach greifen, da fing Dorle plötzlich zu heulen an. „Was is' los?“ - „Ach“, klagte Dorle, „Ich muss gerade an meinen Kanarienvogel denken, der tot ist.“ Es zwischerte immer noch, dann hörte Heinz im Handy Doris' Stimme. „Hallo Doris, du?“ Leider ist es ihm später erst eingefallen, dass er das nicht hätte sagen sollen, denn Dorle heulte jetzt noch lauter, und ihm flog eine Watschen um die Ohren. Das Handy fiel herunter und Dorle verließ ihn auf der Stelle. Heinz konnte nur noch feststellen, die Verbindung war unterbrochen, die Verbindung zu Doris.
In den nächsten Jahren sah man Heinz, wenn er spazieren ging, wie verbissen er sein Handy anguckte. Deswegen wurde er schon verspottet. „Schaut mal, da geht Heinz mit seinem Handy spazieren!“ Heinz selbst merkte nichts von diesen Spötteleien und googelte weiter nach Doris, die er niemals wiederfand.
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