Meditation
Drehmomente, obskur gewunden
hinein in "Leere"
kreisen Gedanken,
verlöschen inmitten
von äußerem Schauer
und innwändig beschlägt das Glas.
Durchsichtig wär's,
für alle erschaubar, Geometrie,
doch niemand blickt.
Das Auge erstarrt,
bewusst gelöst
sind Zeit und Raum zerflossen.
Wohin jetzt, wo das Labyrinth
so viele Wege weist?
Folge nur, Künstler,
lass ewig fließen
die Spur in die Unendlichkeit.
Mit dem ersten Teil dieser Meditation habe ich ein paar Verständnis-Schwierigkeiten. (Was allerdings nichts zu bedeuten hat, das kommt bei mir öfter vor.)
Ab "Das Auge erstarrt"... kann ich den Text dann allerdings sehr gut mitleben, man kann sich richtig hineinfallen lassen - fein formuliert !
Hehe... schön, wenn's verwirrt. 
Hallo,
"innwändig beschlägt das Glas". Es geht um meditative Innenschau. Doch man kann nicht so leicht in sich selbst hineinschauen, bzw. in das, was noch dahinter steht: Das Leere. In dem, was Leere ist, gibt es keine Gedanken, darum "verlöschen" sie. Darum auch "obskur gewunden", eben unmöglich zu erfassen.
Nun weiß ich natürlich nicht, ob ich damit noch mehr Verwirrung anstelle oder nicht.![]()
mArtinus
Desto mehr Verwirrung, desto besser.
Aber vorerst treibst du ganz gut in den Zeilen, lieber Martinus. 
Die "Geometrie" besteht gewissermaßen aus einer Ordnung. Klar: Mathematik. Für jeden ist diese Ordnung schaubar, theoretisch, denn wir müssten uns in eine meditative Innenschau versenken, das beschlagene inwändige Glas putzen, damit der Weg nach Innen (ist ja fast Hesse
)geebnet wird. Warum "das Auge erstarrt" erschießt sich mir nicht, aber wir begeben uns außerhalb von Zeit und Raum. Also, außerhalb des Raum - und Zeitgefüges ist ja auch diese "Leere", oder sagen mit Dürckheim vielleicht der himmlische Ursprung des Menschen, Metaphysik. Also, ein wenig Zen ist in dem Gedicht schon enthalten. Innere Selbstversenkung und dann seinen eigenen Lebensweg daraus entfalten.Why not

mArtinus
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