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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Was...

in An der Literatur orientierte Gedanken 15.01.2009 21:31
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

... ist für euch eine Erzählung/Geschichte, die ihr während des Lesens interessant findet, wenn sie mit einem pathetischen Ende schließt?




Surreale Vorstellungen
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#2

RE: Was...

in An der Literatur orientierte Gedanken 16.01.2009 12:45
von larifant • 270 Beiträge
Pathos ist und war für mich die Todsünde schlechthin.
(Die läßlichste Sünde ist "Überkonstruiertheit")

Als junger Mensch hätte ich daher gesagt: misslungen.

Inzwischen habe ich mir aber notgedrungen angewöhnt, mich über das zu freuen, was mich zu interessieren vermag, und über das, was weniger gelungen ist, hinwegzusehen.
Leider ist selbst das noch ein starker Filter.

Gruß,
L.

zuletzt bearbeitet 16.01.2009 12:45 | nach oben springen

#3

RE: Was...

in An der Literatur orientierte Gedanken 16.01.2009 15:52
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Ja, mir geht es ähnlich. Das Künstliche, Gezwungene, darauf Bedachte, dass am Ende etwas noch einmal richtig "gewellt" wird, hinterlässt einen komischen Nachgeschmack. Ich kann allerdings darüber hinwegsehen, wenn die Erzählung ansonsten gut war. Auch ist es nicht ganz so tragisch, wie z. B. beim Film, wenn ein Ende sich noch einmal (wie für das Publikum gewollt) zu einem Happy End entwickelt (wobei man hier immer den Verdacht hat, dass es nicht der Geschichte dient, sondern den Geldeinnahmen durch die "Erkennenden" & "Bewegten"), oder eine "offene Situation" zum Schluss noch einmal ordentlich erklärt wird, damit auch der Letzte im Zuschauerraum versteht, was gemeint war. Unter solchen Bedingungen wende ich mich schon mal genervt ab.
Andererseits ist manchmal der allzu plötzliche Abbruch im Buch, dieses "So ist es und Schluss" auch enttäuschend, weil man irgendwie noch mitten im Wort hängt, und dann die Seite umschlägt, auf der nur noch zwei Sätze stehen, die nichts mehr besagen. Da wünsche ich mir manchmal einen Wink. Zum Beispiel bei Garcia-Marquez in "Hundert Jahre Einsamkeit". Der Schluss ist schon etwas pathetisch, aber wie herrlich, ein Zusammenfassen aller Seiten in eine rasende Entwicklung. Das hat mir gefallen, und man bleibt dabei nicht weniger verwirrt zurück. Grundsätzlich ist eine Verwirrung am Ende des Buches aber sehr angenehm, und vielleicht ist das offene Ende oder nichts besagende Ende dann gerade dazu gemacht, damit man all das noch einmal hinterfragt.

Dann wiederum frage ich mich: eine Geschichte/Erzählung, die emotional aufgebaut ist und dann mit einem pathetischen Ende schließt, wird sie dadurch nicht erst zum Gesamtkunstwerk? Wenn die Emotion aufgewühlt wurde und all das dann auch so endet?



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 16.01.2009 15:54 | nach oben springen

#4

RE: Was...

in An der Literatur orientierte Gedanken 21.01.2009 14:12
von ascolto • 1.289 Beiträge

Werte Belegschaft,


mancheinmal, insbesondere wenn ein Geschichtl zu abstrakt, in dem Sinne das keene Klischee oder bekömmliche Metaphern benutzelt, dann erscheint mir das Ende mit Hoffnung zu füllen als ein Akt der Nichtzerstörrung des Phatos (/im Sinne Beethovens-hier 7 Symphoney- Trauermarrsch oder Schillers Räuber) als relevante Erzähltechnik.....

Wenn aber die Mammonsäcke in einer Geschichte vorab mit diesem Ende spielen, also gezielt und nicht aus dem kreativen Fluss heraus, sondern der Mammonlogos dazu insperiert, dann, es ist zumeist schwache Unterhaltung für den Estragon und Wladimir, dann bekömm ich dadd Godotgruseln!

Worauf warten wir?

Godot

liebste Herzelrusstropfen,
dadd olle A


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