Blicke von Schriftstellern auf Schriftsteller

23.01.2009 16:42
avatar  Taxine
#1
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Cocteau zu Rimbaud:

"Es wird oft darüber gerätselt, warum Rimbaud sich von der Literatur abwandte. Die Sache ist ganz klar. Einsam, gemieden von der Gattung derer, die vergangenes Unrecht wiedergutmachen wollen und selbst von neuem ungerecht sind, angeekelt von den Cafés und in der Überzeugung, dass diese saubere Welt seinen Selbstmord nicht verdiene und Selbstmord überhaupt ein wenig lächerlich sei, wählte er den einzig möglichen Ausweg.
Schreiben, insbesondere Gedichte schreiben, ist wie Schwitzen. Das Werk ist Schweiß."

(Cocteau "Das Berufsgeheimnis" - Kritische Poesie I)


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20.02.2010 19:41 (zuletzt bearbeitet: 20.02.2010 19:42)
avatar  Bea
#2
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Bea

Shakespeare als Moralist
176.
Shakespeare als Moralist. — Shakespeare hat über die Leidenschaften viel nachgedacht und wohl von seinem Temperamente her zu vielen einen sehr nahen Zugang gehabt (Dramatiker sind im Allgemeinen ziemlich böse Menschen). Aber er vermochte nicht, wie Montaigne, darüber zu reden, sondern legte die Beobachtungen über die Passionen den passionierten Figuren in den Mund: was zwar wider die Natur ist, aber seine Dramen so gedankenvoll macht, dass sie alle anderen leer erscheinen lassen und leicht einen allgemeinen Widerwillen gegen sie erwecken. — Die Sentenzen Schiller's (welchen fast immer falsche oder unbedeutende Einfälle zu Grunde liegen) sind eben Theatersentenzen und wirken als solche sehr stark: während die Sentenzen Shakespeare's seinem Vorbilde Montaigne Ehre machen und ganz ernsthafte Gedanken in geschliffener Form enthalten, deshalb aber für die Augen des Theaterpublikums zu fern und zu fein, also unwirksam sind.

(Nietzsche - Menschliches Allzumenschliche I)



Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin


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21.02.2010 11:26
avatar  LX.C
#3
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Hat mir sehr gefallen, dein Zitat, Bea. Dass er Schiller so in die Mangel genommen hat, da staune ich.


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21.02.2010 14:00
avatar  Bea
#4
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Bea

Um das zu verstehen, brauchte ich ca. 7 Jahre LX.C Nietzsche einfach so ablesen funktioniert nicht. Man muss erst in einer Tiefe gewesen sein, die pathologische Züge aufweisen. Danach versteht man die Philosophie und die Religionen um so besser und natürlich sein eigenes Ich... Ist aber alles wirklich schwer zu verstehen.



Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin


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21.02.2010 14:10
#5
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Zitat von Bea
Danach versteht man die Philosophie und die Religionen um so besser und natürlich sein eigenes Ich...



Hmm, naja, hüstel, aber, aber dazu braucht es Nietzsche allein und unbedingt nun nicht, oder?

Aber vielleicht liegt es daran, das ich Nietzsche erst kennen lernte, als ich selbst schon auf anderen Podesten stand. Goethe und/oder die Taoisten/Buddhisten schenkten mir mehr, als mir der Schnauzbart hätte je geben können. Und Hesse spielte, damals, auch eine nicht gerade unerhebliche Rolle für meinen weiteren Lebensgang...
Das ist aber nun keine Wertung (kann es auch niemals sein), das ist vielleicht nur ein Beispiel, ein Beispiel für die tausendfaltigen Lebenswege des Menschen selbst.


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21.02.2010 14:38 (zuletzt bearbeitet: 21.02.2010 14:39)
avatar  Bea
#6
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Bea

Zitat
Hmm, naja, hüstel, aber, aber dazu braucht es Nietzsche allein und unbedingt nun nicht, oder?



Unbedingt nicht, aber wenn der Zufall etwas zusammen schnüret, was zusammen hänget...dann stößt man halt auf den Schnauzbart...

Zitat
Aber vielleicht liegt es daran, das ich Nietzsche erst kennen lernte, als ich selbst schon auf anderen Podesten stand



Eben! hüstel...



Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin


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02.03.2010 11:50
avatar  Bea
#7
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Bea

Zitat
(Cocteau "Das Berufsgeheimnis" - Kritische Poesie I)



Also das muss ich auch noch lesen, Taxine! Klingt interessant!



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