Ashes to Ashes
Er hiess Torsten.
Aber er wollte immer, dass wir ihn alle "Nicole" nennen.
Wir arbeiteten beide in demselben linken Anwaltsbüro.
Er sah aus wie einer aus dieser "Giorgio Armani" Reklame.
Zwar war er immer etwas schmuddelig, aber ansonsten einfach göttlich anzuschauen.
Manchmal sass ich da und sah ihm nur zu.
Trank seine Schönheit.
Am Telefon setzte er regelmässig noch einen drauf, wenn er mit seinen Lovern stritt und bemühte sich dabei um einen besonders affektierten und zickigen Tonfall.
Wir wussten beide, dass er das mit Absicht machte.
Weil ich zuhörte.
Und weil er sich in Szene setzen wollte.
Hinterher lachten wir uns immer tot.
Er stellte sein Fahrrad jedesmal ungefragt im Wartezimmer ab.
Freitags gingen wir nach der Arbeit oft gemeinsam essen.
Und erzählten einander unsere Herzensprobleme.
Beim Tippen hat er mich allerdings nie eingeholt.
Da war ich immer schneller.
Bis zum Schluss.
Liebe Lennie,
da wird man wackelig auf den Beinen, weil man sich fragt, ob die Figur nun echt über den Jordan... und was genau man sagen kann, wenn es denn so wäre.
Ohne Restgedanken, in Bezug auf den reinen Text, würde ich sagen: Hätte die Figur diese letzten Nachworte hören können, hätte sie sicherlich gelächelt und besonders affektiert gegen den Stein getreten, der oben, über ihm oder "ihr" oder unter ihm oder "ihr", steht, je nachdem... und mit welcher Inschrift auch immer.
Hinterlässt aber eine Zwickmühle an Gedanken. Weil er ja nicht mehr ist...
Du siehst, ein Durcheinander, auch in der Antwort.
"Trank seine Schönheit" - schön. ![]()
Liebe Grüße
Taxine
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