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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Andrej Belyj

in Die schöne Welt der Bücher 28.09.2009 11:56
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Andrej Belyj
Petersburg

In seinen Berliner Aufzeichnungen „Im Reich der Schatten“ sagt Belyj im seiner Erläuterung (Einleitung):

Zitat von Belyj
Mehr als einmal sah ich in den erleuchteten, prunkvoll eingerichteten Berliner Restaurants ein tieftrauriges Erlöschen des Bewusstseins, das unter der Last wachsender Dumpfheit vollends zerbrach beim Herausgehen aus dem Restaurant auf die Straße, die dem Bürger ihre drohenden Schatten entgegenschickte. An mir selbst spürte ich das Verlöschen des Lichtes, das mir in Russland noch leuchtete. Ringsum umgaben mich die Äußerungen eines paralysierten Bewusstseins, das in seiner Eingeengtheit der animalischen Natur in die Arme fällt. Da erstand ganz Berlin vor mir als ein „Domizil des Gespensterreichs“.
Weiter: jeder von Ihnen kennt das Phänomen, das die Psychophysiologen mit Wundt als synästhetische Empfindung zu fassen suchen, nämlich: wenn Klang als grell, in bestimmter Weise eingefärbt erlebt wird bzw. Farbe wie Klang wirkt. Wenn wir zum ersten Mal in eine unbekannte Stadt kommen und nach einem Charakteristikum dieser Stadt suchen: wie oft identifizieren wir dies mit einem kleinen typischen Zug, der sich in ein Leitmotiv verwandelt und uns überall verfolgt, wenn z. B. im Spektrum vieler Farben eine grelle Farbe hervorsticht. Mir verbindet sich dann die innere Wahrnehmung: der Stadt, des Landes, der Klasse. In diesem Sinn kann man von der Farbgebung eines Landes oder einer Stadt sprechen…



An diesem Auszug lässt sich gut erkennen, wie Belyj die Städte erlebt, wie er, selbst fast Geist, die Welt erfasst. Als Symbolist, als Deuter der Zeichen, als Anhänger des Anthroposophen Rudolf Steiner und Verehrer Kants. Licht oder Schatten, Russland ist Licht für ihn, Deutschland ein Gespensterreich. Alles spricht in Farben zu ihm. Berlin empfindet er als graubraun mit braungrauen, unheilverkündenden Abschattierungen, Petersburg leuchtet grün. Wir treffen auf grüne Nebel, grüne Luft, grüne Schleier. Grün, wie eine Illusion, eine Luftspiegelung.

Belyjs Schreibstil wirkt ähnlich wie seine Luft, zerrissen, nach und nach kurz im Nebel auftauchend und wieder verschwindend. Da setzt er ein Wort an das andere und geht manchmal bis ins Detail, bis er dann wieder nur andeutet oder ganz ins poetische Bild übergeht. Da…
.. ragte aus dem Nebel ein riesiges Haus; zu den Stockwerken führte eine schmutzige Treppe: Tür neben Tür; eine öffnete sich.
Das sind regelrechte Momentaufnahmen, die Belyj in Worten entfacht. Man spürt den Nebel, man sieht förmlich die durch den Nebel kurzzeitig hindurchragenden Gebäude oder Dächer, er weist auf Gurkenschalen auf der Treppe hin und schon rutscht darauf jemand aus, gerade in diesem Augenblick, als das Bild sich im Kopf des Lesers mit dem zuvor beschriebenen Bild verbindet. Es ist, als ob Belyj einfach in die Vorstellung dringt und den Raum auf gewisse Art wieder verkleinert. Man lässt sich dann eben mit ihm treiben und wird auf etwas vollkommen Unerwartetes gelenkt:

Zitat von Belyj
Von uns aus können wir hinzufügen: Apollon Apollonowitsch erregte sich nicht im geringsten, als er seine grasgrünen und ins Ungeheure vergrößerten Ohren auf dem blutroten Hintergrund eines brennenden Russlands betrachtete.


Ich dachte an Augen und treffe auf Ohren, und gleichzeitig wird dann sofort die Leinwand bemalt. Mensch, roter Hintergrund mit grünen Ohren davor, dabei fast eine Überbelichtung, die dann die Farben verkehrt, als tritt man aus der Sonne in einen dunklen Raum und sieht das Rot als Grün.
Die Intensität lässt auch von Kapitel zu Kapitel nach oder besser gesagt, verändert sich. Während der Anfang noch die Momente einfängt, kann ein weiteres Kapitel einfach beschreiben, dazwischen stürmen Puschkin-Bilder durch die Zeilen, ein steinerner Reiter durchstürmt die Stadt. Belyj sagte auf einer Lesung über Blok, wo er dann – zum Ärgernis der anderen – mehr über sich selbst spricht, dass er die Revolution, das Stürzen des Zaren längst vorausgesehen hat.

Dazu ein ganz erstaunlicher Humor, der irgendwie plötzlich losbricht und wieder verstummt, auch völlig überraschend auftaucht und schnell wieder verlischt. Eigenartig, zwischen der Spannung und Traurigkeit, der Untergangsstimmung.

Zitat von Belyj
Der Newski-Prospekt ist, wie jeder Prospekt, ein öffentlicher Prospekt; das heißt: ein Prospekt für die Zirkulation der Bevölkerung (und nicht der Luft beispielsweise)…


Oder, um den Senator Apollon Apollonowitsch Ablëuchow, eine der Hauptfiguren, in einen Charakter zu kleiden, wenn er ihn sagen lässt:

Zitat von Belyj
„Was ich noch sagen wollte – Sie sind ein Marquis.“
„?“
„Sie besitzen doch eine Markise?“
„Früher, mit Verlaub: mein Vater hatte eine.“
„Na also, und da wollen Sie streiten…“



Dann auch die verschiedenen Vorstellungen von Stadt und Welt, im Senator, der einer der mächtigsten Männer Russlands ist und langsam in sich zusammenfällt, von der eigenen Frau verlassen, die zunächst mit einem Künstler durchbrennt, während sich am Ende die Situation etwas anders darstellt, und dann wieder zurückkehrt, gealtert wie er selbst, schlummert auch ein Teil des Professors für Mathematik, der Belyjs Vater war. Schon stellt man sich beim Lesen vor, wie es wäre, wenn der ganze Erdball mit riesigen Plätzen und geradlinigen Straßen zusammengepresst würde… parallele Unendlichkeit, eine Welt, übersäht mit „schwarzgrauen Häuserwürfeln“…

Zitat von Belyj
Ganz Petersburg ist Unendlichkeit eines vielfach potenzierten Prospekts.
Hinter Petersburg ist das Nichts.



Grob umrissen geht es um den Sturz dieses hohen Senators, der durch ein Attentat sterben muss, das ausgerechnet sein Sohn Nikolai Apollonowitsch durchführen soll, weil dieser in einem Moment der Schwäche eine Neigung zur terroristischen Aktivität offenbarte, ein Versprechen gab, das nie ganz zutage tritt. Er erhält eine Bombe, die sich als Uhrwerk in einer Sardinenbüchse tarnt und ist nun hin und her gerissen von seinen Gefühlen. Denn, es geht nicht um politische Interessen, sondern um eine tiefe Abneigung zum Vater, wie man es bereits aus den „Brüdern Karamasow“ kennt. Ein Konflikt, der dem Leser schonungslos und voller Bilder und Poesie vor Augen geführt wird. Töten oder Nichttöten, die Notwendigkeit und die Unnötigkeit. Wer ist der tatsächliche Verbrecher, wer trägt es in sich, wer handelt wirklich, wer verhindert. Von wem geht es aus und wie endet es? Wer ist Gegner, Feind, wer Freund oder Verbündeter? Nichts ist davon sofort eindeutig festzulegen.
Schön, wie Belyj den Leser in die Irre führt, wie er in der Zeit vor und zurück springt und nur andeutet, was dann auch aus neuer Sicht anders eintrifft. Sterben müssen alle… irgendwann, nur wann und wie, das ist nicht auszumachen. Er schwingt vor und zurück, zeigt einen Ort der Handlung, der in der Zukunft liegt, und sich hinterher als harmloser erweist, als er durch den kurzen Blick zuvor gewirkt hat. Und all das ist gleichzeitig sein eigenes Dilemma, das des Schriftstellers dahinter.
Auch die Liebesgeschichte, die sich in "Petersburg" andeutet, wobei Nikolai Apollonowitsch sich in eine verheiratete Frau verliebt, die wiederum zu ihm eine sehr zwiespältige Zuneigung pflegt, die er dann in Maskerade bitter enttäuscht, erinnert stark an Belyjs Liebe zu der Frau seines Freundes Alexander Blok.
So zeigt sich der Roman als Roman, als Prosawerk, als zerstückelter Blick, als sehr modern und außergewöhnlich, wie auch als Offenbarung eines Inneres, mit autobiografischen Andeutungen.
Belyj selbst stand seinem Vater verfremdet gegenüber. Eigentlich hieß er Boris Nikolajewtisch Bugajew, der sich dann den Namen Andrej Belyj als Pseudonym erwählte. Marina Zwetajewa schreibt in ihren Aufzeichnungen „Ein gefangener Geist“, dass auch das Ablegen eines Namens eine Art Loslösung vom Vater ist.

Zitat von Zwetajewa - Die Begegnung
„Jedes literarische Pseudonym ist in erster Linie Verweigerung gegenüber dem Vatersnamen, denn es schließt einen Vater nicht ein, es schließt diesen aus. Maxim Gorki, Andrej Belyj – wer ist ihnen Vater?
Jedes Pseudonym ist, unbewusst, Verweigerung von Nachfolge, Übernahme, Sohnestreue. Verweigerung dem Vater gegenüber. Doch nicht nur dem Vater gegenüber Verweigerung, sondern auch dem Heiligen gegenüber, unter dessen Schutz er gestellt wurde, dem Glauben gegenüber, auf den er getauft wurde, der eigenen Kindheit gegenüber, der Mutter gegenüber, die einen „Borja“ kannte und „Andrej“ nicht gekannt hat, Verweigerung allen Wurzeln gegenüber, gleich, ob sie der Kirche oder dem Blut entspringen. „Avant moi le déluge! Ich bin allein!
Die vollständige und furchtbare Freiheit der Maske: der Larve: des Gesichtes, das einem nicht gehört. Bar aller Verantwortung und bar allen Schutzes.“


Und Belyj selbst:

Zitat von Belyj
„Mit wem sprechen Sie? Mit mir, Boris Nikolajewitsch, oder mit mir, Andrej Belyj?“


Vielleicht wirkte er auf die Leute darum so zerrissen und gleich einem Geist, der irgendwie nicht wirklich wirkte. Sollte man Belyjs Persönlichkeit einkreisen wollen, so ist vielleicht der Schreibstil in „Petersburg“ und in „Kotik Letajew“ ausreichend, um ihn in seinem ganzen Wesen zu fassen.

Während er poetisch in dieser russischen, grünen und vernebelten Stadt in seinen Figuren wandelt, gerät man immer wieder auf erstarrte Situationen. – Apollon Apollonowitsch schob die Lippen vor, Nikolai Apollonowitsch drückte die seinen darauf. – Eine einfache, plötzlich auftauchende Vater-Sohn-Begegnung. Gleich darauf verläuft der Roman wieder schneller.
Er lässt sich sicherlich nicht eben mal schnell lesen. Jeder Satz erfordert Aufmerksamkeit und verschachtelt sich, will fließen oder kurz in sich verharren.
Man sieht wenig von Petersburg, meistens liegt es im Nebel, ist vielleicht im Auge des Betrachters nur ein Scheingebilde. Und gleichzeitig sieht man es in all seiner Pracht. Die Menschen sind Schatten, und dann, für den Moment, blitzt ein Denkmal, auf, ragt ein Gebäude, ein eindeutiges Symbol dieser Stadt aus der schlechten Sicht hervor und taucht dann wieder in das alles umhüllende Grün.

Belyjs umkreist seine Figuren, lässt sie das Geschehen aus ihrer Sicht erleben, dieses schreitet bis zu einem Punkt heran, um dann für die nächste Figur wieder zurückzuschnellen, um ihre Sicht der Dinge näher zu beleuchten. So trifft man auf ein Geschehen und wird durch die jeweiligen Sichtweisen der Figuren aus einem anderen Zeitpunkt mehrfach an dieses Geschehen herangeführt. Alles bleibt Ahnung, ein Schleier, den der Leser zu lüften hofft, was er letztendlich schafft, wenn auch mit vielen bleibenden Zwischenlücken, weil alles ein Experiment, eine Sinnestäuschung, ein Trug bleibt, durchtränkt mit tiefer Tragik und komischer Situation, wie ein Fieber, das der Leser zusammen mit dem Schriftsteller überwindet.

Beeindruckend für mich war auch eine Mordszene, die sich plötzlich ereignet, und die Belyj unglaublich ins Wort gefasst hat, irgendwie äußerlich, durch den Blick des Mörders selbst oder in einer Art Umwandlung der ganzen Tragweite so eines Moments.
Ein Roman, ein bisschen, wie der Ausspruch der Zwetajewa: Vor mir die Sinnflut! Man muss herausfinden, wie man durch Wasser blickt.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.09.2009 12:10 | nach oben springen

#2

RE: Andrej Belyj

in Die schöne Welt der Bücher 03.10.2009 16:58
von LX.C • 2.689 Beiträge

Zitat von Taxine
Beeindruckend für mich war auch eine Mordszene, die sich plötzlich ereignet, und die Belyj unglaublich ins Wort gefasst hat, irgendwie äußerlich, durch den Blick des Mörders selbst oder in einer Art Umwandlung der ganzen Tragweite so eines Moments.

Du meinst die Szene, als der Handlanger Dudkin, (eine psychopathische, fanatische Gestallt), der auch Nikolai die Bombe aushändigt, den Führer der revolutionären oder terroristischen Gruppe Lippantschenko im Schlafgemach umbringt?
Bei dieser literarischen Meisterleistung ist mir auch der Atem gestockt.
Ebenso genial fand ich, wie man dem Apollon Ableuchow anfänglich (durch diese Technik auch als Leser regelrecht) hinterher- und durch die Stadt schleicht, wie so ein Spion, den man aber als Figur oder Erzähler überhaupt nicht ausmachen oder einordnen kann. Man ist durch diese Technik regelrecht unangenehm berührt und wird gleich in ein Spannungsverhältnis versetzt.

Der Roman handelt übrigens im Jahr 1905, im Jahr der ersten (gescheiterten) Russischen Revolution. Er umfasst einen Zeitraum von nur 11 Tagen. Im Grunde ist der gesamte Schauplatz, neben dem überirdischen Nebel, eine Symbolik des menschlichen Abgrunds, wenn man bedenkt, dass Petersburg auf Sumpfland entstand. Spiegelt gleichzeitig Zerrissenheit wider, da der Zar mit ihr eine Metropole, ein Bindeglied zwischen östlicher und westlicher Welt schaffen wollte.
Neben surrealistischen wendet Belyj auch futuristische Mittel an, die dem Roman Geschwindigkeit verleihen. Von daher bin ich nicht der Meinung, dass man sich lange an den Sätzen aufhalten soll oder muss, (aber immer kann, klar). Das bringt Belyj auch mit den Worten zum Ausdruck, die du selbst aus dem "Statt eines Vorworts" zitiert hast:

Zitat von Belyj
In der letzten russischen Fassung von "Petersburg" folgt der Autor der Berliner Ausgabe (1922); diese bietet einen beträchtlich (um mehr als ein Drittel) gekürzten Text; beim Vergleich hinterlassen die beiden Fassungen einen völlig unterschiedlichen Eindruck; gleich als ob sich in "Peterburg" etwas Grundlegendes verändert habe; für den Leser der ersten Fassung ist das "Petersburg" der vorliegenden Ausgabe ein neues Buch.
Für den Autor ist es nur die Rückkehr zu seinem ursprünglichen Anliegen, wogegen die erste Ausgabe eine Rohfassung bietet, der (Zeitdruck unter Terminzwang) nicht beschieden war, bis zur Endfassung zu reifen; die nüchterne, knappe und konzentrierte Darstellung (so hatte "Petersburg" dem Autor bei der Konzipierung vorgeschwebt) ist in der Rohfassung zu nebelhaft schwülstiger Rhetorik geworden.

Ansonsten, sehr stimmige Betrachtung. Mich hat außerdem immer dieser rote Domino irritiert, ich weiß nicht, ob du weißt, was ich meine :))


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Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
zuletzt bearbeitet 03.10.2009 17:27 | nach oben springen

#3

RE: Andrej Belyj

in Die schöne Welt der Bücher 27.10.2009 13:24
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge

Klar, der rote Domino, überhaupt die Maskerade, die kaum näher erklärt wird und scheinbar nur eine Bewunderung Belys für Edgar A. Poes Werke, genauer "Die Maske des roten Todes" war. (Müsste man vielleicht mal nachlesen!) Mir erschien diese Maskerade als Liebeskummer und Trotzreaktion, um der Frau das "grinsende Gesicht" der Trauer entgegenzuhalten und damit dann zur eigenen Rettung zu zerstören, sie heimlich zu beobachten oder ihr gegenüber (und ihrem Mann) anonym aufzutreten. Ihre Enttäuschung war dann ja auch nicht darum so stark, weil sie nicht wusste, wer er war, sondern, weil er gestrauchelt ist und ihr Idealbild von ihm als literarische Figur auf diese Weise zerstört hat. (Eine Heldenfigur stolpert nicht, sondern überwindet alle Grenzen, wenn auch ihre etwas zu hoch angelegt und nicht mit der Wirklichkeit vereinbar waren.) Für mich: sie wollte in ihm keinen gewöhnlichen Menschen (dafür hatte sie wohl ihren Mann), sondern die stille und leidende Bewunderung aus der Ferne (das ständig lodernde Drama, um ihren Alltag zu versüßen), während er ihr, durch das Clownkostüm, auch die Farce aufzeigte, sowohl die ihrer Gefühle als auch die einer Wirklichkeit, im Umgang mit einem lebenden Menschen, den sie leiden lassen wollte, aufgrund eigener Illusionen, die dann auch noch wesentlich intensiver waren, als ihre eigentlichen Gefühle für ihn.
Und... wieviel Mitleid hatte man auch mit ihrem Mann, der sich fast erhängte. Spannend von Belyj umgesetzt, muss man wirklich sagen.

Zitat von LX.C
Du meinst die Szene, als der Handlanger Dudkin, (eine psychopathische, fanatische Gestallt), der auch Nikolai die Bombe aushändigt, den Führer der revolutionären oder terroristischen Gruppe Lippantschenko im Schlafgemach umbringt?
Bei dieser literarischen Meisterleistung ist mir auch der Atem gestockt.


Ja, genau. Das war wirkich meisterlich ins Wort gefasst.

Natürlich schreibt Belyj eigentlich einfach, aber durch seine poetischen, surrealen und futuristischen Bilder war es mir an einigen Stellen nicht möglich, schnell zu lesen, da mich Belyj selbst durch seinen Schreibstil ständig mitriß und dann wieder - auch durch die Momentaufnahmen - bremste, regelrecht auf bestimmte Beschreibungen magnetisierte. Irgendwie war der Roman ein Lesen wie das Springen über literarisch herrliche Lücken, bis man (durch den Autor gewollt) in eine davon fiel und erst einmal zusehen musste, wieder hinauszufinden. Kein durchgehender Lese-"Prozess" also, eher ein bewusstes Betrachten vieler, aneinander gereihter Bilder.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 27.10.2009 13:36 | nach oben springen


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