background-repeat

Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 10.12.2009 19:28
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Na, jetzt hat er ihn endlich ganz,... so richtig schön fest in der Hand. Stolzen Hauptes blickt er ins Publikum, und stolz und mit Tränen in den Augen blickt seine Frau zurück, zu ihm auf, wie auch alle anderen Schmerbäuche im Publikum. Fragt die Welt sich nur, für was bekam er den Preis? Dafür, dass er in aller Sympathie gewählt wurde? Was für eine Leistung. Dass er den bösen Bush abgelöst hat? *1

Obama führt genau das fort, was Bush zuvor gemacht hat. Dafür also der Friedensnobelpreis. Gratulation. Er schickt erneut Leute in den Krieg und erklärt die alte, verlogene Devise: Um Frieden zu erhalten, muss man Krieg führen. Schon Orwell’s Welt funktionierte so: Dort hieß es: Frieden = Krieg.
1984 oder amerikanische Weltentwicklung.
Es bleibt ein dreckiges Geschäft, nach wie vor, nur unter anderem Gesicht.
Dazu ist Obama schließlich auch "gemacht" worden. Nach Bush die Erleichterung des sympathischen, schwarzen Mannes.*2
Die schwarzhäutige Vorzeigemarionette*3, hinter der die gleichen Hände seelenruhig das Weltgeschehen lenken.

Wie schön, wenn man hier für jeden Satz ein Zitat von Robert Merle heranholen kann, ohne groß zu übertreiben. Darum mache ich es einfach mal:

*1:

Zitat von Merle
Im Verlauf unserer Geschichte haben wir uns stets dafür entschieden, das Prinzip des Bösen zu personifizieren, es zum Sündenbock zu stempeln und zu verfolgen.


... ohne die Hintergründe wahrzunehmen. Auch ein Schrei eines gekauften Michel Moore "Shame on you, Mr. Bush" ändert nicht die Tatsache, dass er dorthin gesetzt wurde und den Präsidentensessel nicht gerade okkupiert hat.

*2:

Zitat von Merle
Er unterstrich, dass man durchaus alle vier Jahre den amerikanischen Präsidenten auswechseln könne, einen „Demokraten“ gegen einen „Republikaner“, einen blonden gegen einen dunkelhaarigen, einen großen gegen einen kleinen, und dass man sogar sein Geschlecht auswechseln könne (...); eines aber ließe sich durch solche Wahlen nicht auswechseln: der Yankee-Imperialismus!


... sagt in "Die geschützten Männer" Fidel Castro.

*3:

Zitat von Merle
... der vierte war ein Mann. Dieser spielte letztendlich die Rolle, die ein farbiger hoher Offizier in der US-Armee spielt: er ist ein Aushängeschild. Er hat zu beweisen, dass die US-Armee nicht rassistisch ist und dass selbst ein Farbiger General werden kann.


...Man ersetze den General durch den Präsidenten. Dieser hat allerdings auch noch die Aufgabe, das aufgebrachte Volk wieder durch neue Hoffnungen zu besänftigen, alleine durch seine neue Präsenz. Gekrönt durch die Ehre des Friedensnobelpreises.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 10.12.2009 19:56 | nach oben springen

#2

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 10.12.2009 19:55
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo Taxine,

hast zu zufällig einen link zur Nobelrede? Ich habe nur einige Kernaussagen gelesen. Wie treffend die Merle-Zitate, was für ein tiefblickender Franzose war das? Erschütternd.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

nach oben springen

#3

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 10.12.2009 20:05
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Hallo Martinus.

Ja, Merle trifft den Nagel so schön auf den Kopf. Tiefblickend darum, weil es noch nie anders war. Das sind immer wieder die gleichen Muster an politischer Führung und amerkanischer Denkweise.
Auszüge aus Obamas gut einstudierter Rede an dieser Stelle.
Oder die gesamte Rede im Original.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 10.12.2009 20:34 | nach oben springen

#4

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 11.12.2009 17:49
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo Taxine,

in Prag hieß es Frieden und Sicherheit in einer Welt ohne Atomwaffen

Krieg ist immer entsetzlich, darüber sind wir uns einig, nicht wahr? Trotzdem einige Gedanken, ob Krieg in einigen Fällen doch seine Berechtigung hat (oder nicht). Die USA haben Angst, Terroristen könnten sich die Atombombe aus Pakistan illegal beschaffen, falls sich die politische Lage dort destabilisiere. Es wäre doch der absolute Horror, wenn Terroristen solche Bomben hätten.
Es ergibt sich allerdings die Frage, ob man mit Alkaida verhandeln könnte, oder ob sie so einen solch verbohrten Hass auf die westliche Welt haben, dass auf diplomatischen Wege nichts zu machen sei. Wenn wir den Afghanistankrieg nicht wollen, und so ist das nun mal, müssen Alternativen her, die diese Konflikte lösen können. Vielleicht bleibt das aber nur ein Traum. Obama führte das Beispiel mit Hitler an, gegen den eine Friedensbewegung nichts hätte anrichten können. Die Geschwister Scholl hatten den großen Mut sich aufzulehen, gegen diesen diktatorischen Schwachsinn anzukämpfen. Sie hatten den größten Mut, den ein Mensch haben kann, nämlich ihren eigenen Tod mit einzukalkulieren. Die Auflehnung gegen die Nazis war ihnen wichtiger, als ihr eigenes Leben. Die Hitlerdiktatur haben sie nicht beseitigen können, haben uns aber ein großes Beispiel ihrer Menschlichkeit hinterlassen, ein großes Zeichen gesetzt gegen unmenschliche Diktaturen, ein großes Zeichen gegeben für Mut und Entschlossenheit, ein großes Zeichen gegen Mitläufertum und gegen Ducken vor Angst. Ich gehe davon aus, wenn jemand eine Bombe auf das Führerhauptquartier geworfen hätte, wäre der Weltkrieg zu Ende gewesen oder hätte gar nicht erst begonnen. Diese Bombe wäre auch ein Gewaltakt gewesen, vielleicht wären auch Zivilisten gestorben, aber keine 6000000 Juden, kein Stalingrad usw. Alle Attentatsversuche gegen Hitler waren leider gescheitert. So eine Gewalttat gegen ein Diktatorenregime fände ich gerechtfertigt, Ceauşescu hat man in den Revolutionswirren erschossen.

Es bleibt die Frage, ob es Beispiele gibt, die einen Gewaltakt rechtfertigen oder nicht. Es geht um die Sicherheit der Welt. Hat Iran eine Atombombe, lenkt der Holocaustleugner eine Bombe nach Israel.

Es heißt, Gewalt erzeugt Gegengewalt, aber hätte man Hitler mit diplomatischen Mitteln von seinem Irrsinn abbringen können?

Wenn Obama wie Bush wäre, wäre ein er gewaltiger Blender, der uns alle verarscht hat. Glaubst du das? Ich habe bedenken, auch wenn mir kotzübel wird, wenn ein Krieg moralisch gerechtfertigt werden muss. Natürlich ist so ein Gerechtfertigtwerden müssen, aus der Perspektive christlicher Nächstenliebe beziewhungsweise aus der sicht des Menschen absurd. Stöhn, ich möchte doch auch nicht so eine brutale Welt.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 11.12.2009 18:00 | nach oben springen

#5

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 11.12.2009 18:45
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Hallo Martinus.

Nein, Obama ist nicht wie Bush, das sind zwei völlig verschiedene Charaktere, die nicht umsonst das Gegenteil von einander sind. Trotzdem führt Obama den Krieg fort, den Bush begonnen hat (oder besser gesagt, die Regierung und Hände, die hinter Bush standen und nun auch hinter Obama). Er hat also nicht versucht, hier Veränderungen einzuleiten, er redet (wie es üblich ist) von zukünftigen Veränderungen, ein politisches Standardargument. Er bekommt den Friedensnobelpreis, weil er bald etwas verändern wird. Wie absurd ist das? Denn er wird nichts verändern, bis der Krieg die Lösung bringt, die von Anfang an vorgesehen war. (Hat irgendein Preisträger den Nobelpreis schon einmal für ungelegte Eier erhalten? Oder ist es nicht vielmehr eine Anerkennung für das, was bereits getan wurde!)
Obama ist kein Blender, aber er ist ebenso Marionette, wie Bush. Auch Bush hat seine Rolle als Hass auf sich ziehender Spinner gespielt, der den Krieg einleitete. Nach einem solchen Präsidenten, der alle Antipathien (plus einen Schuh, der haarscharf an seinem Kopf vorbeiflog) auf sich gezogen hat (sicherlich nicht unberechtigt, aber eben gewollt), hat ein Nachfolger leichtes Spiel. (Du musst dir nur mal die amerikanischen Präsidenten ansehen, die nacheinander folgten. Welcher Charakter nach welchem Charakter kam.) Es reicht die neue, lächelnde Erscheinung, die verspricht, etwas zu tun. (Die politischen Versprechen muss man, glaube ich, kaum erläutern.) Obama ist der, den die Leute aufgrund verschiedener Umstände eben sympathisch finden, als eine Erleichterung nach der Bush-Ära. Er ist darum aber nicht weniger ein Kriegspräsident, der keinen Deut dazu beiträgt (auch gar nicht beitragen kann), um Frieden zu ermöglichen. Sein geführter Krieg wird auch nicht irgendwann den "völligen Frieden" herbeiführen (die größte Waffenindustrie IST Amerika), das ist völliger Unsinn...
Kein Krieg rechtfertigt Frieden. Insbesondere Obamas letzte Worte sind so ein Hohn, so ein klischeebehaftetes Gefasel. In einer solchen Welt, wo das Argument Terrorismus ständig ausreicht, um seinen Krieg seelenruhig weiterzuführen, sind solche Hoffnungen genau das, was sie sind: Seifenblasen.
Hast du mal gesehen, wieviele Kinder, Frauen und Zivilisten sterben, nur aufgrund des Verdachtes, sie könnten Terroristen sein? Man würde eben Ausnahmen machen müssen, wurde da behauptet, um die Terroristen zu erwischen, dafür schießt man sich durch eine Wand an unschuldigen Menschen. Menschen, jawohl, nicht Terroristen!!! Das heißt, man schießt sich durch etliche Menschen, um einen Terroristen zu erwischen? Was wäre daran wohl zu hinterfragen?
Die Sicherheit der Welt ist sicherlich nicht garantiert, weil Obama weiter Krieg führt. Das ist eine Illusion. Amerika führt Krieg, weil es Macht und Öl will, nicht weil irgendwo – v i e l le i c h t – Atombomben versteckt sein oder gebaut werden könnten. Als ob Kriege jemals für eine Weltsicherheit geführt wurden. Dieses Argument maßt sich nur Amerika an.
Das Beispiel mit Hitler ist wirklich äußerst unangebracht in dieser Rede. So möchte man es gerne auslegen, um mit dem bösen Monster der Vergangenheit aufzuzeigen, was am eigenen Krieg notwendig ist. Und Hitlers Irrsinn ist ebenso eine Illusion. Meinst du, er alleine hätte solche Macht erlangen können? Das große Monster, das allmächtig war? Wusstest du, dass Hitler für seinen Krieg von Amerika mit Waffen beliefert wurde?
Du sagst:

Zitat von Martinus
Es heißt, Gewalt erzeugt Gegengewalt, aber hätte man Hitler mit diplomatischen Mitteln von seinem Irrsinn abbringen können?


Hätte man ihn (und seine Förderer) denn wirklich mit Gewalt abbringen können? (Was wäre wohl darauf gefolgt?)
Krieg, der über unsere Köpfe hinweggeführt wird, lässt sich nicht aufhalten.

Über den Kampf Israels will ich lieber nicht reden, denn für mich bleibt es ein Verbrechen an der Menschheit, wenn dort legitime Einwohner aufgrund einer jahrtausendjährigen Geschichte bekämpft und verjagt werden sollen, mit dem Argument eines mythologischen Besitzanspruches, für den bedingungslos gemordet und gehasst wird.

Die Gefahr durch Atombomben halte ich ebenso für „gemacht“, natürlich auch als Rechtfertigung für den Krieg. Jeder Krieg wurde mit einer Lüge begonnen. (Es gibt übrigens sogar Leute, die die Bilder von Atomexplosionen analysiert und angezweifelt haben. Solche Sachen zu hören ist allerdings immer ungeheuerlich, wie es in jeder Vergangenheit ungeheuerlich war, wenn jemand etwas Festbestehendes angezweifelt hat. Das auch nur als Beispiel, um zu zeigen, dass man das, was einem als Informationsvielfalt tagtäglich erreicht, nicht bedingungslos aufnehmen darf. Alles gehört hinterfragt, gerade in einer solchen Scheinwelt an "Menschenliebe". Das ist, als ob der Menschenfresser von seiner Liebe zum Menschen spricht.)
Der Angriff und das Zusammenstürzen der Türme am 11.09. war auch nicht durch Terroristen gemacht, wie uns die amerikanische Regierung immernoch weismachen will (was anhand all der Tatsachen dann wirklich ungeheuerlich ist), sondern war ein so bezeichneter Inside-Job, wobei aber nicht einmal Bush hier anzugreifen wäre oder Leute, die im Auftrag der amerikanischen Regierung handelten, sondern die Regierung mit all ihren Hintermännern überhaupt. (Klar ist es schwierig zu glauben, eine Regierung würde Menschen opfern, auch noch die eigenen. Nur sind denen die Menschen sch... egal, wenn es um die Wirtschaft und eben die Macht geht.) Dafür gibt es einfach zu viele Beweise und zu viele Unschlüssigkeiten, insbesondere beim Pentagon.

(Für den oberflächlichen Einblick, hier der Film Zeitgeist
Es reicht, um sich ein erstes Bild zu machen und selbstständig den Unsinn auszugrenzen.)

Liebe Grüße
tAxine




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 09.02.2010 19:43 | nach oben springen

#6

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 11.12.2009 19:26
von Zypresserich • 2.864 Beiträge

Soweit Zustimmung zu den Gedanken @ Friedenspreise für Kriegstreiber. Was mich etwas kratzt ist das:

Zitat von Taxine
... und amerikanischer Denkweise.

Da sag ich No. Es gibt auch in US wie in D und Russland und China und überall Andersdenkende.


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com/...n-hat-ein-ende/
nach oben springen

#7

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 11.12.2009 20:50
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Na, aus dem Zusammenhang reißen, führt schnell zur Irritation.

Da war immernoch von der politischen Führung in ihrer amerikanischen, d. h. machtgierigen Denkweise die Rede, nicht vom amerikanischen Volk.

Liebe Grüße
Taxine




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 11.12.2009 21:30 | nach oben springen

#8

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 11.12.2009 22:38
von Hyperion (gelöscht)
avatar

Zitat von Zypresserich
überall Andersdenkende



das ist ne riesenverschwörung! robespierre lebt also doch!



grüße,
alles aliens

zuletzt bearbeitet 11.12.2009 22:48 | nach oben springen

#9

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 12.12.2009 19:17
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Cool... Robespierre und sein Terror. Passt ja irgendwie auch im anderen Zusammenhang, als oben gemeint. Die Feinde der Ordnung, die ausgelöscht gehören. Der rechtfertigte sich ja so:

Zitat von Robespierre
"Wenn im Frieden die Tugend die treibende Kraft der Volksregierung ist, so sind es in der Revolution zugleich die Tugend und der Terror; die Tugend, ohne die der Terror unheilvoll, der Terror, ohne den die Tugend machtlos ist..".


Durch seinen Tod hat so manche Regierung wohl eine Lehre aus diesen Äußerungen gezogen. (Das Bild verharmlost aber gewaltig. ) So könnte man (Regierung x) es heute so formulieren:
Wenn im Frieden die Moral die treibende Kraft ist, so sind es im Krieg Moral und die ständige Warnung vor dem Terror. Ohne Moral ist der Terror nicht sichtbar, ohne Terror ist die Moral (samt Regierung) machtlos.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.12.2009 19:22 | nach oben springen

#10

RE: Nobelpreisrede der Lächerlichkeit

in Gedanken vom Tag 24.12.2009 23:47
von LX.C • 2.666 Beiträge

--------------
Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 3 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: pain
Forum Statistiken
Das Forum hat 972 Themen und 22918 Beiträge.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de