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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Unbekannte Kraft

in Lyrik 23.04.2010 10:11
von Bea • 680 Beiträge

Plötzlich steh ich vor einer unsichtbaren Wand
blau-grau geformt die Steine wie von einer Geisterhand
Mein Ich gestorben, zu Höherem geboren
Gedanken wie Wolken, am Himmel weh'n
Keine Schrift der Erde war so blitzartig zu versteh,n
Erloschen all die bunte Pracht
Alles Spiel auf einem Punkt gebracht

Träumt ich am dunklen Tag
Ein Punkt nun mehr vermag
Mein Herz, willst ewig du nun traurig sein?
Blick tief ich in das Leuchten ein
Alles Wandel, musst erst unter geh'n
um in einer neuen Flur wieder auf zu steh'n
Wolke ist kalte Kraft, die alles in Erscheinung schafft

Spin mein Rädchen, spinne fleißig
Wolke auf Wolke, frei von aller Last
Begierig alles aufgesogen und nun als Haus gedacht
Ein Punktebild-ich sah es nieder schweben
Als habe eine sonderbare Macht mir vergeben
Von nun an kann mir nichts geschehn
Musst es wahrlich erst lernen um wieder neu zu geh'n

(Karin April 2010)




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

zuletzt bearbeitet 23.04.2010 20:54 | nach oben springen

#2

RE: Unbekannte Kraft

in Lyrik 24.04.2010 00:17
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge

Vielen Dank für dieses Kraftwerk, lieber Bea.

Manchmal ist alles so klar, dass all das nur geordnet gehört. Manchmal ist alles so verworren, dass die Ordnung keinen Sinn ergibt oder vielmehr keinen Sinn macht. Alles Erscheinungen, und doch lassen sie sich betrachten, verinnerlichen, verwerfen. Denken.
Sich damit auseinandersetzen, inwieweit sich dieses sofortige Begreifen umwandeln, vermitteln lässt... Oder genau dazu gemacht zu sein scheint?
Schwere Abgründe und umso leichtere Höhenflüge, die sich so gekonnt die Waage halten.

Liebe Grüße
Taxine




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 24.04.2010 01:02 | nach oben springen

#3

RE: Unbekannte Kraft

in Lyrik 24.04.2010 07:39
von Bea • 680 Beiträge

Zum ersten Mal ein lyrisches Gedicht bewusst geschrieben und ich wurde nicht versetzt, dass nenne ich Fortschhritt...ich lerne fleißig, Danke!




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

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#4

RE: Unbekannte Kraft

in Lyrik 24.04.2010 09:09
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo Bea,

mein Gefühl sagt:

rhythmisch sollte man hier und da was glätten, Verse kürzen (verdichten, überflüssige Worte streichen), poetisieren, vielleicht sogar auf Kosten des Reimes, denn Rhythmus ist meines erachtens wichtiger als Reim. Beides unter die Haube zu bringen ist noch schwerer.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 24.04.2010 09:10 | nach oben springen

#5

RE: Unbekannte Kraft

in Lyrik 24.04.2010 13:24
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge

Liebe Bea, ich reflektierte übrigens mehr über den Inhalt als über die Form.

Was Form, Rhythmus und Klang betrifft, so dürfen die Worte ruhig verkürzt, an Stellen ganz weggelassen werden.
Den Inhalt aber, den fand ich sehr interessant.

Weiter so.
Liebe Grüße
Taxine




Surreale Vorstellungen
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#6

RE: Unbekannte Kraft

in Lyrik 24.04.2010 15:08
von ascolto • 1.289 Beiträge

Werte Bea,


ein ich das gestorben und traurig......

dass erscheint mir zweifelhaft im Sinne, wenn nicht das ich, was-wer-wie, ist denn da dann traurig?

(Will sagen, wenn ES dann trauert dann nur das Ich...über den Wolken gibt es vielleicht kein Trauerschauer?)

Herzgruß, dadd olle A


zuletzt bearbeitet 24.04.2010 15:11 | nach oben springen

#7

RE: Unbekannte Kraft

in Lyrik 24.04.2010 18:36
von marlenja • 303 Beiträge

Gefällt mir - Dein Gedicht, Karin.


Zitat von Bea

Als habe eine sonderbare Macht mir vergeben
Von nun an kann mir nichts geschehn
Musst es wahrlich erst lernen um wieder neu zu geh'n



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#8

RE: Unbekannte Kraft

in Lyrik 25.04.2010 06:39
von Bea • 680 Beiträge

Zitat
vielleicht sogar auf Kosten des Reimes, denn Rhythmus ist meines erachtens wichtiger als Reim. Beides unter die Haube zu bringen ist noch schwerer.



Also Rhythmik ist eigentlich nach meinem Gefühl vorhanden (Klang) - aber ich mache das alles aus dem Bauch heraus und aller Anfang ist schwer... Möchte beides schaffen...

Zitat
Was Form, Rhythmus und Klang betrifft, so dürfen die Worte ruhig verkürzt, an Stellen ganz weggelassen werden.



Ja,ja das man alles noch etwas kürzen kann, sehe ich jetzt klarer, Danke!

Zitat
Will sagen, wenn ES dann trauert dann nur das Ich...über den Wolken gibt es vielleicht kein Trauerschauer?)



Es und Punkte sind ohne Trauerschauer-alles schwierig ich weiß -Du bist ein Fuchs... Dieses Gedicht war ein Experiment weil es auf zwei Ebenen laufen sollte - 'Es' nur wer es wirklich erfahren hat - lyrische Ich (also in diesem Fall Bea) - wer diese beiden Dinge wirklich trennen kann, müsste ein Geheimnis spüren...Aber?

Danke marlenja-war spontan das Alles, ehrlich-tief - werde aber noch üben fleißig...Danke euch Allen!




Der Bezug des Menschen zu Orten und durch Orte zu Räumen beruht im Wohnen. Bauen/ Wohnen/ Denken - Heidegger Martin

zuletzt bearbeitet 25.04.2010 06:44 | nach oben springen


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