Gleichnisse
"Es kommt vor, daß am Horizont Kraniche auftauchen, ein schwacher Wind trägt ihr freudig-klagendes Geschrei herüber, und einen Augenblick später siehst du nicht einmal mehr ein Pünktchen, hörst keinen Laut, so begierig du auch in die blaue Ferne blickst – genau so tauchen Menschen mit ihren Gesichtern und Reden im Leben auf und versinken in unserer Vergangenheit, wobei sie nichts hinterlassen als winzige Spuren im Gedächtnis."
(Tschechow, Anton: In der Sommerfrische. Erzählungen 1880-1887, Artemis & Winkler, Düsseldorf und Zürich 2003, S. 422.)
Ja, die Gier im Festhaltenwollen. Lass es nicht vorübergehen! Allein Bild taugt - als Vorstufe. Vorstufe wozu? Zum Nichtanhaften (es sei denn, man ist ein bekennender Nostalgiker wie z. B. mein Erzeuger, der da voll dazu steht und sich z. B. Dreirad-LKWs von nachm Krieg in Miniaturausgabe kauft, weil er damals nachm Krieg mit seinem Papa etc. ...). Aus der Perspektive des Kranichs:
Zitat von Theo Fischer hat in Lass dich vom Tao leben geschrieben:
Da wäre die Parabel vom Kranich, der einen Weiher überfliegt und sich darin spiegelt. Er tut dies ohne Absicht, und die Wasseroberfläche gibt das Bild des Kranichs ebenso motivlos wieder.
"An der Stelle, an welcher der Stein hineinfiel, bildeten sich kleine Kreise, die sich immer mehr ausweiteten, bis sie eine Ente erreichten, die zufällig vorbeischwamm. Sie erschrak aber nicht, sondern spielte einfach mit den Wellen. [...]
Ich kann so weitermachen wie bisher. Aber ich kann mich auch wie die Ente im See vergnügen und mich über den Wellengang freuen, der plötzlich aufgekommen ist und das Wasser aufgewühlt hat."
(Coelho, Paulo: Elf Minuten, Diogenes, Zürich 2003, S. 125.)
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