Nebel
Nebel
Herbst ist gekommen
Jahre zerronnen
Freude zerronnen
nur der Schmerz drückt mein Herz
Ach, wie hab ich den Herbst geliebt
als ich im Frühling war
als ich in deinen Armen lag
als der Duft des Laubes
in unserem Atem lag
Eng umschlungen -
doch irgendwann im Nebel
bist du verschwunden
Im Morgentau
wenn der Nebel über den Feldern träumt
rieche ich noch dein Parfum
und möchte deinen Herbst sehen
deine grauen Haare zählen
deinen Mund küssen
deinen Körper an mich drücken
Doch wenn ich dich umarmen will
bist du eine Schleierwolke.
So. Die erste Strophe habe ich komplett weggestrichen.
Folgenden Vers korrigiert (korrektur kursiv):
"in unseren Atem zog"
Frage zur Grammatik: zu Stichwort "unseren". Ich bin mir nicht sicher. Auf die Frage nach "Wo" kommt normalerweise Dativ. Muss es dann doch "unserem" heißen?
Hallo Martinus.
Als du geschrieben hast:
als der Duft des Laubes
in unserem Atem lag
... war "unserem" richtig, wenn du aber sagen willst:
"als der Duft des Laubes
in unseren Atem zog"
... dann stimmt "unseren".![]()
Liebe Grüße
Taxine
Je länger man über die Grammatik nachgrübelt, desto mehr Möglichkeiten offenbaren sich auf einmal...
Deine Änderung finde ich gut, da nun keine Wiederholung mehr in der Strophe vorkommt. "lag" - in "zog"...
Gleichfalls das Streichen der ersten Zeile, da diese unnötig ist. Der Beginn mit "Ach wie habe ich den Herbst geliebt" genügt vollkommen.
Nur "als ich im Frühling war" - dieser Satz erschließt sich mir nicht. Wäre hier nicht besser: "als der Frühling kam"?
Hallo Taxine
Zitat von Taxine
Nur "als ich im Frühling war" - dieser Satz erschließt sich mir nicht. Wäre hier nicht besser: "als der Frühling kam"?
Gemeint ist der Frühling des Lebens, als das Ich im Gedicht noch jung war (also nicht die Jahreszeit). Und dann ist sie ja irgendwann entschwunden. Das Ich ist inzwischen alt geworden, deswegen denkt er, die Sie müsse nun auch graue Haare haben, er möchte ja auch ihren Herbst sehen (ihren Herbst des Lebens, vgl. graue Haare) Im Morgentau denkt er an sie zurück und fantasiert, er könne noch ihr Parfüm riechen, doch sie löst sich auf wie eine Schleierwolke. So habe ich das sehen wollen.
Liebe Grüße
mArtinus
Aha... jetzt verstehe ich das besser. Vielen Dank.
Es gibt Gedichte, die mich nicht in Ruhe lassen![]()
Erinnerung (ehemals „Nebel“
)
Den Herbst hab ich geliebt,
als Jugendfrische noch
durch meine Adern zog,
und du in meinen Armen,
der Duft des Laubes
in unserem Atem.
Im Morgentau,
wenn Nebel über den Feldern träumt,
rieche ich wieder dein Parfum,
und möchte deinen Herbst sehen,
deine grauen Haare zählen.
Doch bleibst du eine Schleierwolke.
mArtinus
Die Verkürzung finde ich wesentlich besser.
Den Herbst hab ich geliebt,
als Jugendfrische noch
durch meine Adern zog,
und du in meinen Armen,
der Duft des Laubes
in unserem Atem.
Das "und" lass ruhig weg, damit es fließt.
Zitat von Taxine
Die Verkürzung finde ich wesentlich besser.
Ja. Finde ich jetzt auch besser. Hat diesmal ziemlich lange gedauert, bis ich darauf gekommen bin, dass es zu ausgedehnt war. Und das "und" muss weg. Stimmt. Ich habe schon mal bei einem Gedicht eine Radikalkürzung gemacht. Das bringt mich nah an meine Devise "Kein Wort zuviel."
Dankeschön.

mArtinus
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