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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Nebel

in Lyrik 01.09.2011 22:36
von Martinus • 3.194 Beiträge

Nebel

Herbst ist gekommen
Jahre zerronnen
Freude zerronnen
nur der Schmerz drückt mein Herz

Ach, wie hab ich den Herbst geliebt
als ich im Frühling war
als ich in deinen Armen lag
als der Duft des Laubes
in unserem Atem lag

Eng umschlungen -
doch irgendwann im Nebel
bist du verschwunden

Im Morgentau
wenn der Nebel über den Feldern träumt
rieche ich noch dein Parfum
und möchte deinen Herbst sehen
deine grauen Haare zählen
deinen Mund küssen
deinen Körper an mich drücken

Doch wenn ich dich umarmen will
bist du eine Schleierwolke.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 05.11.2011 13:07 | nach oben springen

#2

RE: Nebel

in Lyrik 02.09.2011 11:38
von LX.C • 2.722 Beiträge

Und ich habe gerade bei einem 30 Minuten Lauf gedacht: Was für eine herrliche Frühlingsluft


--------------
Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
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#3

RE: Nebel

in Lyrik 05.11.2011 13:10
von Martinus • 3.194 Beiträge

Ich habe noch ein wenig korrigiert. Nur die Reimwiederholung "lag" in der zweiten Strophe stört mich ein wenig. Vielleicht bekomme ich das noch hin.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 23.01.2012 08:35 | nach oben springen

#4

RE: Nebel

in Lyrik 28.02.2012 10:16
von Martinus • 3.194 Beiträge

So. Die erste Strophe habe ich komplett weggestrichen.
Folgenden Vers korrigiert (korrektur kursiv):

"in unseren Atem zog"

Frage zur Grammatik: zu Stichwort "unseren". Ich bin mir nicht sicher. Auf die Frage nach "Wo" kommt normalerweise Dativ. Muss es dann doch "unserem" heißen?




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 28.02.2012 10:24 | nach oben springen

#5

RE: Nebel

in Lyrik 28.02.2012 11:21
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Hallo Martinus.

Als du geschrieben hast:
als der Duft des Laubes
in unserem Atem lag


... war "unserem" richtig, wenn du aber sagen willst:
"als der Duft des Laubes
in unseren Atem zog"


... dann stimmt "unseren".



Liebe Grüße
Taxine




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.02.2012 11:21 | nach oben springen

#6

RE: Nebel

in Lyrik 28.02.2012 11:31
von Martinus • 3.194 Beiträge

Danke Taxine, manchmal ist es recht knifflig mit den Feinheiten der Grammatik.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#7

RE: Nebel

in Lyrik 28.02.2012 11:35
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Je länger man über die Grammatik nachgrübelt, desto mehr Möglichkeiten offenbaren sich auf einmal...

Deine Änderung finde ich gut, da nun keine Wiederholung mehr in der Strophe vorkommt. "lag" - in "zog"...
Gleichfalls das Streichen der ersten Zeile, da diese unnötig ist. Der Beginn mit "Ach wie habe ich den Herbst geliebt" genügt vollkommen.

Nur "als ich im Frühling war" - dieser Satz erschließt sich mir nicht. Wäre hier nicht besser: "als der Frühling kam"?




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.02.2012 11:38 | nach oben springen

#8

RE: Nebel

in Lyrik 28.02.2012 11:58
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo Taxine

Zitat von Taxine


Nur "als ich im Frühling war" - dieser Satz erschließt sich mir nicht. Wäre hier nicht besser: "als der Frühling kam"?



Gemeint ist der Frühling des Lebens, als das Ich im Gedicht noch jung war (also nicht die Jahreszeit). Und dann ist sie ja irgendwann entschwunden. Das Ich ist inzwischen alt geworden, deswegen denkt er, die Sie müsse nun auch graue Haare haben, er möchte ja auch ihren Herbst sehen (ihren Herbst des Lebens, vgl. graue Haare) Im Morgentau denkt er an sie zurück und fantasiert, er könne noch ihr Parfüm riechen, doch sie löst sich auf wie eine Schleierwolke. So habe ich das sehen wollen.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 28.02.2012 12:00 | nach oben springen

#9

RE: Nebel

in Lyrik 29.02.2012 16:06
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Aha... jetzt verstehe ich das besser. Vielen Dank.




Surreale Vorstellungen
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#10

RE: Nebel

in Lyrik 26.05.2012 14:35
von Martinus • 3.194 Beiträge

Es gibt Gedichte, die mich nicht in Ruhe lassen

Erinnerung (ehemals „Nebel“)

Den Herbst hab ich geliebt,
als Jugendfrische noch
durch meine Adern zog,
und du in meinen Armen,
der Duft des Laubes
in unserem Atem.

Im Morgentau,
wenn Nebel über den Feldern träumt,
rieche ich wieder dein Parfum,
und möchte deinen Herbst sehen,
deine grauen Haare zählen.
Doch bleibst du eine Schleierwolke.

mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 26.05.2012 14:39 | nach oben springen

#11

RE: Nebel

in Lyrik 26.05.2012 21:06
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Die Verkürzung finde ich wesentlich besser.


Den Herbst hab ich geliebt,
als Jugendfrische noch
durch meine Adern zog,
und du in meinen Armen,
der Duft des Laubes
in unserem Atem.


Das "und" lass ruhig weg, damit es fließt.




Surreale Vorstellungen
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#12

RE: Nebel

in Lyrik 26.05.2012 22:09
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von Taxine
Die Verkürzung finde ich wesentlich besser.



Ja. Finde ich jetzt auch besser. Hat diesmal ziemlich lange gedauert, bis ich darauf gekommen bin, dass es zu ausgedehnt war. Und das "und" muss weg. Stimmt. Ich habe schon mal bei einem Gedicht eine Radikalkürzung gemacht. Das bringt mich nah an meine Devise "Kein Wort zuviel."
Dankeschön.

mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 26.05.2012 22:10 | nach oben springen


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