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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Verschlossen

in Lyrik 04.08.2012 22:59
von Martinus • 3.195 Beiträge

Verschlossen

Gedanken
kochen
pochen
wollen durchlochen
den Glasknoten.
Wollen Worte werden
Worte wollen
sprießen
fließen
aus dem Mund
schießen
doch stahlhart das Glas
harren Worte
verscharrt im Angstglasknoten.

mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)
zuletzt bearbeitet 04.08.2012 23:00 | nach oben springen

#2

RE: Verschlossen

in Lyrik 12.08.2012 12:54
von Taxine • Admin | 5.960 Beiträge

Ein schönes Thema, auch gut umgesetzt, nur eins leuchtet mir nicht ein:
Glas ist zerbrechlich, bei dir ist es stahlhart. Wieso?

Liebe Grüße
tAxine




Surreale Vorstellungen
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#3

RE: Verschlossen

in Lyrik 12.08.2012 14:04
von Martinus • 3.195 Beiträge

Hallo Taxine,

freut mich sehr, dass es bei dir ankommt.
An sich ist es ja die Angst, die stahlhart ist. Vielleicht hätte ich aber "Panzerglas" schreiben sollen, was mir aber nicht so behagt. Ich sehe das so: Die Angst ist so groß, dass das lyrische Ich meint, die Gedanken können unmöglich die Barriere durchbrechen, darum das Angstglas dem lyrischen Ich so vor kommt, als wäre das Glas stahlhart, was aber realistisch gesehen nicht stimmt.

Liebe Grüße
mArtin




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)
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#4

RE: Verschlossen

in Lyrik 13.08.2012 19:27
von Taxine • Admin | 5.960 Beiträge

Nein, Panzerglas ist nicht lyrisch. Aber wieso wählst du bei der Angst überhaupt Glas als unüberwindbare Barriere? Andererseits ist die zarte Zerbrechlichkeit darin enthalten, die jederzeit möglich wäre, wenn das lyrische Ich seine Angst überwinden würde... Doch, das hat was.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 13.08.2012 19:27 | nach oben springen

#5

RE: Verschlossen

in Lyrik 14.08.2012 10:19
von Martinus • 3.195 Beiträge

Zitat von Taxine
Aber wieso wählst du bei der Angst überhaupt Glas als unüberwindbare Barriere?



Liebe Taxine,

auf diese Frage hast du selber eine wunderbare Antwort gegeben:

Zitat von Taxine
Andererseits ist die zarte Zerbrechlichkeit darin enthalten, die jederzeit möglich wäre, wenn das lyrische Ich seine Angst überwinden würde... Doch, das hat was.



Jeder, der diese Angst hat, kennt die Möglichkeit "zarter Zebrechlichkeit".....
Aus der Sicht des lyrischen Ichs ist das Glas stahlhart. Angst ist oft irreal. Darum muss das Glas bleiben.

Liebe Grüße
Martinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)
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