Mai 2014
Hanns-Josef Ortheil, Die Erfindung des Lebens. - Großartig!
Lese ich auch. Steht schon so lange herum ... ![]()
Überzeugt durch das Eingangszitat:
"Wir wissen sehr wohl, mit welcher Vertrautheit
wir uns durch den Tag bewegen, aber nachts
bewegt sich der Tag mit der gleichen Vertrautheit
durch uns ..."
(Inger Christensen)
Naja ... solche Art der Literatur, mag sie ein Leben erfinden oder nicht, ist momentan wohl nichts für mich. Der innere (Sprach-)Kampf dieses Jungen ..., das Leid der Mutter, das so unspektakulär dargestellt irgendwie nur voranschleicht, für mich einfach zu alltäglich, die Konsequenz der Störungen (irgendwie alles schon besser da gewesen) ... und immer, wenn man glaubt, jetzt ereignet sich etwas, weil es angekündigt wird, wird man wieder enttäuscht und hängt in einer Art laschen Fort-Entwicklung des Tragischen, das hier aus Kinderaugen angedeutet wird. Netter Versuch, aber Literatur muss in meinen Augen einfach mehr (er)schaffen.
Darum jetzt weiter mit Aleksandar Hemon "Die Sache mit Bruno".
Hi, ich wollt ja nix sagen, aber mir hat dieses Buch von Ortheil auch nicht gefallen, obwohl es am stärkten an seinem Leben angebunden ist, oder gerade deshalb? Ich mochte die ständigen Einmischungen nicht, ich brauche keinen Erzähler, der mir das Buch erklärt. Die Kindheit fand ich noch toll, doch dann wurde es schlimm ... 
Yupp. Über die Kindheit habe ich es nicht hinausgeschafft. Seine Schlendergänge durch Rom ließen mich dann gemächlich das Buch zuklappen. 
Zu Hemon muss ich dann wieder sagen: Außergewöhnlich in der Form, nicht durchgehend zusammenhängend, aber erzählerisch einfach nur wunderbar. Vielleicht sind Vergleiche nicht angebracht, aber erinnert hat er mich an Nabokov oder Malamud.
Ein Mann flüchtet aus Jugoslawien nach Amerika und muss sich mit dieser Flucht auseinandersetzen. Besonders schön gegen Mitte des Buches dann die Erlebnisse des Exilanten inmitten des alltäglichen Lebens der Nichtbetroffenen, jene Ignoranz, die durch die Gegen-Erlebnisse der Betroffenen dann umso deutlicher hervorsticht und den Menschen verändert. Gut erzählt, alles andere als moralisch pathetisch, mit erschütternden Bildern, die erinnern sollen und es auch tun ...
Jetzt etwas Entspannung mit Dürrenmatt's Stoffen. "Labyrinth Turmbau".
Prosper Mérimée, Novellen
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