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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 17:57
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Alles lässt sich umwandeln. Der Gedanke kann hinter jede Struktur kriechen und aus ihr ein eigenes Bild erschaffen, eine Variante, um den Menschen eine Ahnung an Verständnis zu ermöglichen. Was ist Zeit? Was ist Raum? Was ist die Unendlichkeit? Wir können es nicht ins Wort fassen, was genau hier zu beschreiben wäre, und doch haben wir einen Sinn dafür, zu begreifen, was es sein könnte.
Aber, ins Detail gekrochen, was ist er, dieser Gedanke?
Alles ist Energie. Das ist das Gesetz der Welt. Nichts geht verloren.
Der Gedanke selbst, aus dem völlig unvoreingenommenen Blick, ohne Studie und wissenschaftliche Erörterung, lässt sich als Reiz denken, als Strömung.
Der Kopf ist ein Konglomerat an unzähligen Gedankenströmen, die um sich kreisen, die verwirren und beglücken, traurig stimmen und zornig machen. So viele Reaktionen und Nervenimpulse verbinden sich dabei zu einem klaren Umriss und beeinflussen unser gesamtes Handeln.
Kann man sich also vorstellen, dass jeder Gedanke dann auch etwas bewirkt, ohne, dass es in erster Linie vielleicht uns selbst betrifft? Dass über uns oder um uns herum unzählige dieser längst gedachten Gedanken kreisen, die gutgemeinten wie auch die bösgemeinten?
Stellt man sich all das als riesige Wolke vor, dann wäre man vielleicht wirklich geneigt, nur noch gebeugt zu laufen.

Der Mensch scheint umgeben von seinen Gedanken, und diese werden zur Vorstellung und kreieren das eigene Sehen, Denken, Fühlen. Wenn der Mensch nun eine bestimmte Situation fürchtet, so gibt er Energie ab, die sich in das Bild der Wolke wandelt, also Teil des großen Gemenges wird. Letztendlich aber ist der Mensch wie ein riesiges Magnet. All das, wovor er sich fürchtet, zieht er auch wieder an, weil er sich im Gedanken unbewusst darauf versteift. Man kennt diese Momente, wo alles schief geht, und als wäre das noch nicht genug, passieren immer mehr Dinge, und zwar so lange, bis man seine Wut, seine Ängste, seine Anspannung endlich verliert, loslässt.
Ich glaube, dass der Mensch in der Lage ist, seine Gedanken bewusst zu "beherrschen", zu kontrollieren, dass er also bedacht denken kann. Die Gefühle sind wieder ein anderes "Bewusstsein", wobei sie sich nicht kontrollieren lassen. Ein anderer Impuls. Der Gedanke aber lässt sich manipulieren, auch (und besser) durch sich selbst. Man kann sich jederzeit dazu entscheiden, an schöne Dinge zu denken, man kann sich inmitten eines mißgünstigen Gedanken ertappen und sofort die Art des Denkens ändern.
Wenn ich mir vorstelle, dass der Gedanke Energie ist, für immer irgendwo über unseren Köpfen kreist, nie verloren geht, dann muss man sich dieses gewaltige Echo all derer vorstellen, die einen gleichen Gedanken in den "Raum" stoßen und was es auslösen mag.

In Antwort auf:
Die Welt: ein Ungeheuer an Kraft, ohne Ende, ohne Anfang ...
sagte der Schnauzbart. Der Gedanke erscheint mir ebenso ungeheuerlich.
Es geht gar nicht um die Furcht, dass irgendetwas, was ich da "ausgesendet" habe, wieder auf mich zurücktrifft, es geht vielmehr darum, dass ein schöner Gedanke das ganze Dasein ändert, indem der Moment aus einem trüben, alltäglichen zu einem euphorisch, verträumten kippt. Diese Macht, die man auf sich selbst ausübt, dieses Selbsterschaffen der eigenen Stimmung macht die eigene Verantwortung so unabdingbar sichtbar, dass ein Mensch, der sagt: "Ich weiß, dass es nicht gut für mich ist, aber ich kann daran nichts ändern!"
... wie jemand wirkt, der irgendetwas nicht verstanden hat, seine eigenen Möglichkeiten. Ein "Ich kann nicht" ist immer ein: "Ich will nicht!" - auch das erscheint mir wie ein Gesetz, und der gefährlichste Weg, sich in diese Machtlosigkeit treiben zu lassen, ist wohl der eigene Zweifel - auch ein Gedanke! Oder vielmehr: nur ein Gedanke.
Und ob nun sinnvoll oder sinnlos, so mag unsere Welt mit ihren Gegebenheiten unser Spiegel sein, ein bisschen Sichtbarmachen des eigenen Inneren. Denn alles ist nur Aktion und Reaktion, ein Geben und Nehmen, ein Kommen und Wiederkehren.
Was mich auch wundert:
Einige Menschen wissen das und sorgen trotzdem dafür, dass die Menschen in ihren Ängsten gefangen bleiben, weil sie sich so vielleicht besser kontrollieren lassen. Ein lachender, unbeschwerter Mensch - auf den hat man keinen Einfluss. Und der Gedanke spielt dabei eine große Rolle.




Surreale Vorstellungen
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#2

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 17:58
von Moulin
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Die Menschheit hat irgendwann in ihrer kürzeren Vergangenheit damit begonnen, die Natur zu verlassen. Das brachte die sie dazu, sich selbst steuern zu können, zu lernen, Erlerntes umzusetzen um daraus Schlüsse zu ziehen, die wiederum helfen, erneute Fehler zu vermeiden. Kreativität eben, als Folge der erworbenen Intelligenz.
Damit ist aber auch der Grundstein gelegt, die Vorteile der Intelligenz zu mißbrauchen.

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#3

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 17:58
von Taxine
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Hm... ich glaube, der Mensch war und ist schon immer in der Lage, sich selbst zu steuern, nur kracht die Moderne so laut und lärmend und mit unterschwelligen Bildern auf ihn ein, dass er hier seine eigenen Verwirrungen nicht mehr bemerkt und sie für Wahrheiten hält.
Ein Mensch, der sich jeden Tag auf die Bilder der Medien einlässt, verliert den eigenen Blick und sieht die Welt nur noch so, wie sie durch den Bildschirm strömt. Er verkennt hier die Wirklichkeit und das Manipulierte, auch wenn er weiß, DASS ES SO IST! (Was mich immer verwundert, dass der Mensch hier kreischt: Ich weiß, ich weiß! ... und dann all sein Wissen aus den letzten Schlagzeilen und Nachrichten zieht!)
Der Mensch, der sich nicht auf das eigene Denken, auf die eigenen Gedanken konzentriert, verliert den Blick für das Schöne.

Liebe Grüße
an den Skulpturenformer
Taxine

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#4

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 17:58
von Moulin
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W I S S E N !
Dafür ist er zu klein, der Mensch.

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#5

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 17:59
von Taxine
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... aber nicht wissentlich.

Man begreift ja sowieso nur für sich selbst.

Zum Gedanken an sich fällt mir noch ein:
Wie tragisch ist diese Ausweglosigkeit, wenn die feste Überzeugung besteht, dass alles so kommen muss, wie man es befürchtet, dass es gar nicht anders kommen könnte.
Was wird hier wohl bewirkt?
An Reizen?
An Impulsen?
An Anziehungskraft?

Wäre zu überlegen, denn vieles, was wir so erwarten, trifft dann auch unweigerlich so ein, wie wir es erwarten. (Wir reden uns dann vielleicht nur ein, dass es sich hierbei ausschließlich um Missgeschicke handelt.)
Was alles mag man sich so formen können? Vielleicht lässt sich in der Erwartung ohne den Zweifel auch etwas ganz anderes kreieren.
Das Beherrschen von Raum und Dasein.

Gewagter Gedanke. Aber, eben nur Gedanke.

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#6

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 17:59
von Ferro
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Ich habe schon von dieser "Willenskraft" gehört, auch spricht für deine These, dass der zweifelnde Mensch seine Schritte zögernder setzt und damit nicht das erreicht, was er will.
Was man erreichen will, kann man erreichen. Das glaube ich auch. Ob ausschließlich der Gedanke eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Aber, der Gedanke ist sicher der erste Schritt.

Grüße
vom Ferro

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#7

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 17:59
von Cora
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Dazu fällt mir dieser Text ein:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Taten.
Achte auf Deine Taten, denn sie werden zur Gewohnheit.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal!

Aus dem Talmud

Gruß
Cora

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#8

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 16.08.2007 18:00
von Taxine
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Ja, diese Entwicklung ist nachvollziehbar.

Aber, manchmal stelle ich mir den Gedanken als riesige Welle vor, die zu einem enormen Kraftfeld heranwächst.

Der Gedanke an Kraft und Wirkung auf das Wesen trägt überall seine Bedeutung. Da heißt es zum Beispiel im TAO:

21

In Antwort auf:
Des großen LEBENS Inhalt
folgt ganz dem SINN.
Der SINN bewirkt die Dinge
so chaotisch, so dunkel.
Chaotisch, dunkel
sind in ihm Bilder.
Dunkel, chaotisch
sind in ihm Dinge.
Unergründlich finster
ist in ihm Same.
Dieser Same ist ganz wahr.
In ihm ist Zuverlässigkeit.
Von alters bis heute
sind die Namen nicht zu entbehren,
um zu überschauen alle Dinge.
Woher weiß ich alle Dinge Art?
Eben durch sie.


Dieser Kern des Seins, das "Urbewusstsein". Unser Bewusstsein ist unsere Grundlage, doch nicht die Grundlage, um alles zu begreifen.
Aber, es steckt mehr dahinter, was ich noch ergründen will. :mrgreen:

Liebe Grüße
Taxine

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#9

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 06.10.2007 21:15
von Cora • 38 Beiträge

Hi Taxine,

zum Thema "Gedanken" findet man unten im Link einiges an interessantem Material, so man die Geduld aufbringt, alle Seiten durch zu lesen.

http://www.paranormal.de/paramirr/gedanke/gtext.html

LG
Cora

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#10

RE: Der Gedanke

in Gedanken vom Tag 07.10.2007 15:52
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Wow... danke! Wenn hier der letzte Zweifel nicht weggefegt wird.

Liebe Grüße
Taxine




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