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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Februar/März 2018

in Lektüreliste 13.02.2018 18:29
von LX.C • 2.722 Beiträge

Die SPD liegt laut aktuellen Umfragen kaum noch zwei Prozentpunkte vor der AfD, CDU/CSU rutschten unter 30 Prozent, das muss man sich mal vorstellen. So fern ist Zehs Dystopie in Leere Herzen also gar nicht. Insbesondere, wenn man sich die fortwährenden Querelen anschaut. Jetzt zerstört sich die SPD tatsächlich selbst, hat man den Eindruck. Nicht auszuhalten dieses Theater. Angesichts der anhaltenden politischen Lage momentan, bekommt man direkt Gänsehaut, wenn Juli Zeh am Ende des Romans von 2025 rückblickend auf das Jahr 2017 die Abdankung Merkels beschreibt, wie sie mit gefalteten Hände erklärt, politische gescheitert zu sein und plötzlich wie eine zusammengefallene alte Frau mit hochgezogenen Schultern und gesenktem Kopf das Podium der politischen Bühne verlässt. Es wird gegen Ende also noch mal so richtig politisch, was dem Roman gut tut. Nichts desto trotz hat er so seine Schwächen, insbesondere kleine aber störende Handlungswidersprüche, wie sie bei Unterleuten nicht vorkommen. Vermutlich musste Leere Herzen angesichts des Zeitgeschehens schnell auf den Markt.

Ich bleib bei Zeh und nehme mir mal Nullzeit zur Brust. Demnächst.


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zuletzt bearbeitet 13.02.2018 18:38 | nach oben springen

#2

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 24.02.2018 00:35
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Und vergiss "Treideln" nicht. Spätestens nach dieser Lektüre muss man Zeh einfach lieben. Bissigkeit, Humor und Geist können literarisch so wohltuend sein.

(P. S. Kriege das Politik-Chaos in D. nur am Rande mit. Der Irrsinn wächst...)




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#3

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 24.02.2018 15:05
von Jatman1 • 1.157 Beiträge

Ich bin weiter fleißig beim "Loslassen" von Büchern. Bei Märchenbüchern hingegen schaffe ich es nicht ein einziges zu entsorgen. Seltsam.

Ps Der Wahnsinn wird nur wie wahnsinnig wachsend kommuniziert. Ich glaube nicht, dass die Welt mal weniger wahnsinnig gewesen ist :P


www.dostojewski.eu
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#4

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 24.02.2018 16:17
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Zitat von Jatman1 im Beitrag #3
Ps Der Wahnsinn wird nur wie wahnsinnig wachsend kommuniziert. Ich glaube nicht, dass die Welt mal weniger wahnsinnig gewesen ist :P


Da stimme ich überein. Überhaupt ordnet sich Politik grundsätzlich über den Köpfen der Menschen an, die glauben, sie hätten ein Mitspracherecht. Ich sehe keinen Unterschied zur anderen Wahlen Jahre vorher, außer dass die Unzufriedenheit ständig wächst. Irgendwann muss der Kessel notwendig explodieren.

Übrigens das Zitat von dir über die Vergangenheit:
"Kunst ist zwar Erfindung, aber auch Erinnerung. Der wahre Künstler will nie die Vergangenheit `abschaffen` , das ist ohnehin unmöglich."
... hat mich sehr beschäftigt. Der ganze Schöpfungsdrang basiert auf den Rückblick. In vielerlei Hinsicht. Wer die Vergangenheit nicht ernst nimmt, kann die Gegenwart nicht begreifen (was sowieso schwierig möglich ist). Unsinnig ist alleine das Leben auf eine mögliche Zukunft auszurichten, was der Mensch automatisch macht, in seinen Hoffnungen, Zielen, Plänen ... all diese fiktiven Konstrukte. Kreativ ist man nur mit einem gewissen Anteil des Egos (wo sich die Vergangenheit ansammelt und lagert). Man darf sich nur nicht im Ego verlieren.

Ein sehr schönes und empfehlenswertes Buch ist "Georgi Gospodinov "Physik der Schwermut". Dieser geniale Schriftsteller versucht darin die kleinen und vergänglichen Momente im Leben festzuhalten. Eine Art individuelle Zeitkapsel, die für die Nachkommen sowohl Sinn als auch keinen Sinn ergibt. Ein Geschichtensammler par excellence.

"Es gibt nur Kindheit und Tod. Und nichts dazwischen."

Das Ende vom Lied, das mit "Ich sind" begann ... ist dann "Ich waren". Punkt.




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zuletzt bearbeitet 24.02.2018 16:25 | nach oben springen

#5

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 24.02.2018 18:41
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Juli Zeh über das Schreiben von Prosa:

Zitat von Zeh
„Das fiktive „Ich“ oder „Er“ oder „Wir“ ist ein Aussichtsposten, von dem aus man auf sich selbst schaut. Vielleicht auch ein Hochsitz, von dem aus man auf sich selbst anlegt. (…)
Wer nie die Geduld aufbrachte, sich selbst in einer einsamen Nacht nach monatelangem Warten vor die Flinte zu bekommen, der kann nicht nicht abdrücken. Der verschont sich nur, weil er sich nie begegnet ist.“



(Juli Zeh "Treideln", btb, S. 108)

Und jetzt ist die Fahrt nach "Unterleuten" gebucht. War zu erwarten.




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#6

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 25.02.2018 11:47
von LX.C • 2.722 Beiträge

OK Treidel ich in Zukunft mal. Mein Großvater war übrigens mal Treideler Allerdings und zum Glück nicht wie bei Repin, sondern per Lokomotive und da zog er die Schiffe über den Kanal, den sein Vater gebaut hat. Aber jetzt habe ich erstmal "Nullzeit" zu liegen. Das beginnt mit Diskussionen über Griechenland

"Wer die Vergangenheit nicht ernst nimmt, kann die Gegenwart nicht begreifen", das gilt nicht nur für die Kunst, sondern insbesondere auch fürs Leben. Die Wahlen von heute sind durchaus anders als früher, in allen Bereichen, die in die Wahlen und ins Wahlverhalten hineinreichen. Und das Ergebnis ist durchaus alarmierend und keineswegs herunterzuspielen, wie die Vergangenheit uns lehrt. Wenn das Gezänk so weiter geht und der Populismus weiter seine Kanäle findet, dann wird Juli Zehs Dystopie Realität werden und uns ggf. die Vergangenheit wieder einholen.


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zuletzt bearbeitet 25.02.2018 11:48 | nach oben springen

#7

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 26.02.2018 18:25
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

"Treideln" ist übrigens kein Essayband, sondern ein Briefroman. Ein sehr persönlicher.

Und aus "Unterleuten" dann, ganz passend zum Gesprächsthema, das:

Zitat von Zeh
"Im Spätkapitalismus gab es keine Gesellschaft mehr, sondern nur noch ein Gesellschaftsspiel, dessen Ziel darin bestand, die kläglichen Überreste von Politik möglichst gekonnt in Unterhaltungswert umzusetzen. Da die Politiker nach eigenem Verständnis ohnehin nichts mehr zu entscheiden hatten, verwandelten sie sich in Politikdarsteller, deren Hauptaufgabe in Emotionstheater, Überzeugungsinszenierung und Entscheidungssimulation bestand. "



Das betrifft sowohl die mediale Panikmache als auch die eigentliche politische Problematik in Deutschland und überall. Was Zeh in "Treideln" daneben auch schön umreißt, ist der Umstand, dass wir medial darauf erzogen werden, nicht mehr zu reagieren, auf all das, was um uns herum geschieht. Ich z. B. verfolge mit großer Sorge die türkische Mobilmachung. Das, von einem Irren, der Narrenfreiheit hat. Amerika hält sich raus. Europa guckt zu. Überall die Größenwahnsinnigen, die uns zu denken geben sollten. Russland, Amerika, Türkei ... alles Fanatiker an der Spitze. Und der europäische Rest wird von Wirtschaft und Banken gelenkt und kann auf nichts mehr reagieren bzw. hat keine Entscheidungsgewalt.




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#8

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 27.02.2018 12:00
von LX.C • 2.722 Beiträge

"Überall die Größenwahnsinnigen, die uns zu denken geben sollten."

Das tun sie (was mich betrifft) schon lange. Umso wichtiger ist es, dass nicht auch noch in Deutschland die Populisten die Oberhand gewinnen. Das dies keine Medien-Panikmache ist, zeigt sich im täglichen Leben, da ist man inzwischen von "Opfern" dieses Dünnschisses umzingelt, auf Arbeit, im Bekanntenkreis und sonst wo. Es gibt nur noch Schwarz oder Weiß und kein dazwischen mehr. Undifferenzierte Ansichten und Äußerungen bieten einfach zu leichte Erklärungsschablonen und Verhaltensrechtfertigungen.

Juli Zehs neustes Werk liest sich jedenfalls als klares Bekenntnis zur Demokratie. Auch, dass eine Demokratie nicht durch Gewalt, sondern durch Vernunft und Einsicht ins Gute verteidigt und zurück erobert werden muss. Hier steht keine von Wirtschaft oder Banken gelenkte Politik im Vordergrund, sondern eine nicht nachdenkende Bevölkerung, die es sich in jenen undifferenzierten, leicht bekömmlichen Populismusschablonen bequem gemacht hat und andererseits zu satt und verwöhnt am Status quo des guten deutschen Lebens ist, um Demokratie und Grundgesetze noch verteidigen zu müssen.


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zuletzt bearbeitet 27.02.2018 12:23 | nach oben springen

#9

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 27.02.2018 18:19
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Zitat von LX.C im Beitrag #8
Hier steht keine von Wirtschaft oder Banken gelenkte Politik im Vordergrund, sondern eine nicht nachdenkende Bevölkerung, die es sich in jenen undifferenzierten, leicht bekömmlichen Populismusschablonen bequem gemacht hat und andererseits zu satt und verwöhnt am Status quo des guten deutschen Lebens ist, um Demokratie und Grundgesetze noch verteidigen zu müssen.


Na, das ist mir schon klar. Das waren ja auch nicht Zehs Gedanken, sondern meine.

Zu "Unterleuten" stellt sich mir nur eine Frage: wieso muss ein Schriftsteller diesen ganzen banalen deutschen Alltag, dieses rein Alltägliche auch noch in ein Buch packen? Dafür ist die Kernaussage viel zu schmal und genauso banal. Diese Kuhkaff-Mentalität, die man in jedem Dorf hat. Die einem auch beim Aufschlagen der Zeitung entgegenströmt. Beim Verfolgen von dümmlichen Politikdiskussionen. Beim Einschalten der Medien. "Furchtlose Literatur" ist das nicht. Besonders schmerzhaft war der Einschub der Loveparade. Da musste ich fast würgen. Zeh ist besser, wenn sie frei von der Leber weg spricht oder fiktive Gesellschafts-Szenarien entwirft. Das gelang bisher nur bei "Corpus Delicti". Ihre Romane sind weniger etwas für mich. Wie so viele deutsche Gegenwartsromane, die sich in den kleinen Grenzen gesellschaftlicher Rülpser bewegen und im Grunde wenig zu sagen haben.




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#10

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 27.02.2018 21:48
von Jatman1 • 1.157 Beiträge

Mein literarischer Beitrag zur müßigen Politerörterung: Sinclair Lewis: "Das ist bei uns nicht möglich".
Vor tausend Jahren gelesen. Hier kann man schön erleben, wie lautlos und subtil die Stimmung umschlagen kann. Sehr feines Buch gewesen. Das Getöse von heute scheint mir weniger gefährlich als ein kaum zu bemerkender schleichender Prozess.
Nicht so plakativ pädagogisierend wie Orwells Farm der Tiere - obwohl immerhin amüsant gewesen.

Ich komme mit Büchern aus der grusligen Abteilung "Früher". Zur zeit ist einfach nichts mit Lesen - außer ein Paar Seiten im Herkunftswörterbuch vorm Einschlafen. Aber auch nicht uninteressant . . .


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#11

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 28.02.2018 18:23
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Bulgarische Gegenwartsliteratur ist dann schon wieder etwas anderes. Mit Tiefe und Poesie geschrieben, trotzdem ganz im Zeitgeschehen.
Nach dem herrlichen Georgi Gospodinov, ebenfalls Bulgare, nun Dimitré Dinev "Engelszungen".




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#12

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 01.03.2018 11:51
von LX.C • 2.722 Beiträge

Zitat von Taxine im Beitrag #9
Zu "Unterleuten" stellt sich mir nur eine Frage: wieso muss ein Schriftsteller diesen ganzen banalen deutschen Alltag, dieses rein Alltägliche auch noch in ein Buch packen? Dafür ist die Kernaussage viel zu schmal und genauso banal. Diese Kuhkaff-Mentalität, die man in jedem Dorf hat. Die einem auch beim Aufschlagen der Zeitung entgegenströmt. Beim Verfolgen von dümmlichen Politikdiskussionen. Beim Einschalten der Medien. "Furchtlose Literatur" ist das nicht. Besonders schmerzhaft war der Einschub der Loveparade. Da musste ich fast würgen. Zeh ist besser, wenn sie frei von der Leber weg spricht oder fiktive Gesellschafts-Szenarien entwirft. Das gelang bisher nur bei "Corpus Delicti". Ihre Romane sind weniger etwas für mich. Wie so viele deutsche Gegenwartsromane, die sich in den kleinen Grenzen gesellschaftlicher Rülpser bewegen und im Grunde wenig zu sagen haben.


"Unterleuten" polarisiert ja auch bei Kritikern. Da zeigt sich wieder, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Für Zeh war es einem Interview zufolge ein großer Wunsch, so ein Epos zu schreiben. Und ich finde, es ist ihr sehr gut gelungen. Mich trug das Werk bis auf wenige Ausnahmen wie eine Welle. Das Dorf ist wie vielfach in der Literaturgeschichte der ideale Mikrokosmos, um soziale und politische Gesellschaftsströmungen und Konflikte abzubilden. Gleichzeitig gelingt Zeh der Blick zurück in die Schwierigkeiten der Nachwendezeit, die sich bis in die Gegenwart latent fortgesetzt haben und den Kreis wiederum schließen. Auch hier gilt das Motto, nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen. Für "Unterleuten" muss man sich Zeit nehmen. Wer diese Geduld nicht mitbringt, der scheitert an dem Werk. Das allerdings ist ein Recht, das jedem Leser vorbehalten ist. Ich quäle mich z.B. schon ewig an der trockenen Öde des plakativen Historisierens von Inoue "Der Sturm", weil ich mir das Scheitern an der Lektüre noch nicht so ganz eingestehen will. So ist das Leben.


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#13

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 01.03.2018 18:01
von Taxine • Admin | 5.953 Beiträge

Die Argumente, die du immer bringst, basieren auf irgendwelchen Vergleichen mit irgendwelchen Kritiken und Meinungen. Ich habe "Unterleuten" immerhin selbst gelesen und bin nicht vor-beeinflusst. Ich sage auch nicht, dass es sich um ein Werk handelt, das nicht gut geschrieben ist. Meine Kritik bezog sich nicht auf deine Freude über das Buch. Das ist ja nun einmal eine Geschmacksfrage. (Und was hat das mit "Der Sturm" zu tun? Wenn dir das Buch nicht gefällt, ist das deine Sache.)
Aber sicherlich benötigt man keine Zeit, um so ein kleines Werk wie "Unterleuten" zu verstehen. Alles ist offensichtlich. Die Meinung der Autorin ganz und gar ins Bild gefasst. Das mag ich allgemein nicht. Es ist eine gute Soap-Opera, handwerklich perfekt. Aber auch gute Soaps schalte ich nicht ein, weil sie Zeitverschwendung sind. Und Schreiben ist und bleibt Kunst, nicht nur Handwerk und Meinung. .
Was Zeh unterdessen noch mehr verkennt, ist die Unabhängigkeit, die ein Dorf hätte, wenn es auf diesen Barrieren aufbaut, die sie andeutungsweise beschreibt. Sie verkennt den Wert der Unabhängigkeit, der viel mächtiger wäre, wenn er nicht auf das deutsche Niedrig-Niveau reduziert worden wäre. Damit macht sie zunichte, wogegen sie eigentlich schreiben möchte. Und das ist auch, was mich an diesem Buch stört.




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#14

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 02.03.2018 18:27
von LX.C • 2.722 Beiträge

Dass Du das Buch nicht magst, überrascht mich angesichts der polarisierenden Kritiken nicht. Wollte also nur unterstreichen, dass das Buch auf allen Ebenen polarisiert. Ansonsten gebe ich meine eigene, ganz persönlich Meinung zu dem Buch wieder. "Der Sturm" hat insofern etwas damit zu tun, dass eben jeder einen anderen Geschmack hat und sich das auch bei uns in Sachen Literatur immer wieder zeigt. Soweit ich mich erinnere warst Du ganz begeistert von "Der Sturm" und für mich zieht es sich eben wie Gummi. (Das Werk ist übrigens so plakativ wie ein Geschichtsbuch). Und mit Zeit nehmen meinte ich, dass ich nicht denke, dass man das Buch in zwei Tagen umfangreich erfassen, auslesen kann. So "klein" ist Unterleuten dann nämlich doch nicht. Deine Kommentare erwecken bei mir jedenfalls den Eindruck, dass Du das Buch überflogen hast. Vielleicht aus Langeweile an dem Buch, mag sein. Man muss für die Dorfatmosphäre halt irgendwie auch in Stimmung sein. Unterhaltung ist Literatur auch immer noch.


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zuletzt bearbeitet 02.03.2018 18:48 | nach oben springen

#15

RE: Februar/März 2018

in Lektüreliste 02.03.2018 18:55
von LX.C • 2.722 Beiträge

Zitat von Taxine im Beitrag #13
Was Zeh unterdessen noch mehr verkennt, ist die Unabhängigkeit, die ein Dorf hätte, wenn es auf diesen Barrieren aufbaut, die sie andeutungsweise beschreibt. Sie verkennt den Wert der Unabhängigkeit, der viel mächtiger wäre, wenn er nicht auf das deutsche Niedrig-Niveau reduziert worden wäre. Damit macht sie zunichte, wogegen sie eigentlich schreiben möchte. Und das ist auch, was mich an diesem Buch stört.

Im Übrigen hätten wir dann eine Utopie und keine Gesellschaftskritik. Es ist natürlich witzlos, Zehs eigene Intention auf links krempeln zu wollen.


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zuletzt bearbeitet 02.03.2018 18:56 | nach oben springen


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