HirngespinsteAustausch zwischen Literatur und Kunst |
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stehen liegen die nicht-umgezogenen Möbel drin
zerlegt, verlassen ohne Blick drauf und die
graue Feuchte von draußen einatmend;
verlassen verlassen verlassen
verloren wie alles
irgendwann
wie jedes
werde ich euch noch einmal bei mir
haben können? Euch und alles, was mir
dinglich wichtig ist / wäre in meiner
Wohnungslosigkeit? Und das im
Herbst … dem man eh gewisse
Sterbetendenzen nachsagt. Ich vermisse
euch heute, hätte euch gerne bei mir,
meine paar Sachen, ungewollt am Weg
vorübergehend? wirklich?
stehen und liegen lassen müssend bis – wann?
Ach, Möbel! Ach, Erinnerungen! Ach,
Vorstellungen, wie ich es gerne hätte,
selten hatte, selten war, wie ich gerne
gewesen wäre. Ach, und das im Herbst.
Auch das noch: Herbst.

Tragisch und hoffentlich nicht aus dem Leben gegriffen? Gerade heute das griechische Wort dazu gelernt, aus den Zeitungen.
Άστεγος - der Obdachlose.

Art & Vibration


Doch, schon. Allerdings nur wohnungslos, nicht obdachlos. Hatte den bekannten Job endlich endkonsequent zum Teufel gejagt ohne Plan B finanzieller Art. Residiere allerdings warm innem Haus bei Verwandten, und mein Hausrat, vor allem meine BÜCHER, sind in der Tat seit 4 Monaten in einer Garage 80 km von mir entfernt untergebracht. Nun ja, kommt Zeit, kommt wieder Wohnung. Ich arbeite daran. So entsteht dann ein Herbstgedicht ...

Tut mir leid, zu hören. Andererseits, du weißt ja, der Mensch hat ein dickes Fell, und alles sind Erfahrungswerte. Hoffe, du kriegst das wieder schnell auf die Reihe. Kreativ förderlich jedenfalls scheint der Zwischenzustand zu sein. Das Gedicht hat mir gefallen.

Art & Vibration

