Stefan Zweig
#16
Was die Biografien angeht, hat unsere Taxine bereits auf ...
Ulrich Weinzierl: Stefan Zweigs brennendes Geheimnis. Paul Zsolnay, Wien 2015
... verwiesen. Der Markt gibt aber noch mehr her an verhältnismäßig neuen Biografien samt Teilaspekten:
Oliver Matuschek: Drei Leben. Stefan Zweig. Eine Biographie. S. Fischer, Frankfurt am Main 2006
George Prochnik: Das unmögliche Exil. Stefan Zweig am Ende der Welt. Beck, München 2016
Die älteren Biografien verzeichnet der Wikipediaartikel auch.
Auch ein Handbuch gibt es inzwischen, die Taschenbuchausgabe ist erschwinglich, eine digitale Ausgabe sehe ich leider nicht:
Arturo Larcati, Klemens Renoldner, Martina Wörgötter (Hrsg.): Stefan-Zweig-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. De Gruyter, Berlin 2018
#17
Und vielleicht als Abschluss zunächst: Bei Stefan Zweig habe ich immer das Gefühl, manchmal sei der behende und flockige Stil dem Gegenstand nicht angemessen; würde das Leichte zu sehr das Schwere ausbremsen, triebe die gute Formulierung den Inhalt in die Enge; wäre es immer wieder ein poetisches Bild zu viel, eine Metapher, eine stilistische Volte; ein sprachlicher Einfall; ein Halbton zu hoch im zu hohen Stil; einen zu niedrig für den betreffenden Sachverhalt. So als würde der Wienersche Plauderton die gesamte sichtbare und unsichtbare Welt sich eingemeinden und litte die Wahrheit unter der Artistik des so sehr Gekonnten. Schaut man aber genauer hin und liest seine biografischen Essays nach Jahren, Jahrzehnten wieder; dann begreift man, dass Stefan Zweig zwar immer hart am Feuilleton segelt und die Grenze zum Maschinellen und Beliebigen mehr als einmal gestreift, aber eben nie überschritten wird. Im Gegenteil bringen einige brilliant formulierte Partien seiner Charakteristiken die Helden plastischer aus der Geschichte vor die Geschichte in die Geschichte, dass kein Historiker sich gänzlich verwahren möchte vor so viel Einsicht aus so viel Willen zum Stil.
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