Der Inhalt - der große Diktator

Heute 06:00
#1
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Schon immer reagiere ich allergisch, wenn im Gespräch über erzählende Literatur ausschließlich der Inhalt im Mittelpunkt steht und Form und Sprache überhaupt keine Rolle spielen. An Schule und Universität wird (hoffentlich) hinsichtlich der Analyse und Interpretation von epischen Texten allseits die Einheit von Inhalt, Form und Sprache gelehrt und natürlich verlange ich so ein striktes puristisches Vorgehen nicht von Literaturrunden im Fernsehen, Literaturkritikern im Feuilleton oder anderen Popularisierungsformen in der Öffentlichkeit. Und ich bin mittlerweile bereit zu konzedieren, dass im Gegensatz zur Lyrik und selbst zur Dramatik in der Epik die inhaltliche Komponente einfach so entscheidend ist, dass die Hälfte bis drei Viertel der Beschäftigung mit einem Buch oder Text sich diesen Fragen widmen darf.

Aber, alles eine Frage des Maßes natürlich und jede Prosa wird entsprechend ihrer Thematik und Ausrichtung ihr eigenes fordern. Wenn ein gesellschaftlich besonders relevantes Thema behandelt wird, dann darf man auch mal Form und Sprache vernachlässigen; Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher Stowe ist kompositorisch und sprachlich kein Meisterwerk und selbst die Verarbeitung des Stoffs hat Reserven; dennoch konnte dieses Buch so wirken, weil der Inhalt eben eine so bedeutende Rolle spielte und noch spielt. Und wenn heutzutage im letzten Literaturclub «Mädchen, Frau, etc.» von Bernardine Evaristo enthusiastisch besprochen wird, wie wichtig das Buch ist, welches das Leben ganz unterschiedlicher schwarzer Frauen in London beschreibt; so ist es dennoch nicht in Ordnung, wenn die funktionalen und sprachlichen Mängel einfach unterschlagen werden. Der Roman ist gut, weil er das Thema behandelt auf interessante Weise; aber der künstlerische Rang in toto ist eher bescheiden einzuschätzen.

Auf der anderen Seite müsste etwa ein Roman über einen perversen Kinderschänder oder die Kindheit Hitlers, der unfassbar gut geschrieben ist und perfekt konstruiert; als großer gefeiert werden, obwohl uns Lesern der Inhalt furchtbar widerstrebt. Dass das nie geschehen wird, wissen wir; und deshalb wagt sich auch kein Großer mehr an Themen, von denen er weiß, dass sie nicht funktionieren, selbst wenn sie wichtig wären. Der Inhalt ist ein großer Diktator und wir täten gut daran, die Unterdrückten, also Form und Sprache, vor ihm in Schutz zu nehmen und sie zu pushen, wo es nur geht.


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Heute 06:01
#2
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Ich denke, das hängt ganz entscheidend von der Frage ab, was ein gutes Buch ist; große oder gar Weltliteratur; das ist trotz aller vernünftigen Kriterien eine der umstrittensten und zwar aus sehr unterschiedlichen Gründen, die ich hier nicht im Einzelnen erörtern möchte. Entscheidend ist aus meiner Sicht das, womit ich auch hier im Forum zuerst vorgesprochen habe, nämlich die mehrfache und wiederholte Lektüre. Einen sogenannten Pageturner, der sein Profil lediglich aus der Spannung und damit dem Fortschreiten des Inhalts zieht, wird nur in ganz seltenen Fällen noch einmal gelesen und zählt damit auch nicht zur großen Literatur.

Ist ein großes Buch also eines, das man immer wieder aus dem Regal ziehen, aufschlagen und lesen kann; ohne dass einem je langweilig wird? Das, obwohl man es längst auswendig kennt, immer wieder Neues für einen bereithält oder sattsam Bekanntes, von dem man nicht genug bekommen kann; weil nicht allein der Inhalt den Reiz ausmacht, sondern auch Form und Sprache? Eines, das man nicht nur als haptische Entität begreift, sondern als alten Freund, als eigene Essenz zwischen zwei Buchdeckeln? Das würde ich eindeutig bejahen und damit fallen sehr viele Bücher unter den Tisch, auf jeden Fall praktisch alle reinen Unterhaltungsromane, Krimis und Thriller. Dass man Doyle und Poe wieder lesen kann, obwohl es auch um die Aufklärung von Fällen geht, zeigt deren Größe deutlich an.

Als Beispiel verweise ich auf Theodor Storms „Schimmelreiter": Ich habe die Novelle wie alle anderen Ostdeutschen meiner Generation auch in der 8. oder 9. Klasse der POS kennengelernt, oft zusammen mit der ausgezeichneten Verfilmung von Klaus Gendries mit dem jungen Sylvester Groth als Hauke Haien. Bis heute weiß ich, welch starken Eindruck das Buch auf mich gemacht hat; der Stoff, die Charaktere, die friesische Landschaft; ein Eindruck, der von meinen Klassenkameraden eher nicht geteilt wurde; im Thüringer Schiefergebirge an der Oberen Saale mit seinen Hügeln, Tälern, Wäldern, Wiesen und Feldern hatte man wenig Sinn für die triste, gleichförmige Weite des fernen flachen Landes am Meer.

Später als Lehrer habe ich in knapp dreißig Dienstjahren den „Schimmelreiter“ bestimmt ein Dutzend Mal behandelt in den Klassenstufen 8 und 9; ich las den Text jedes Mal neu mit, habe auch wenigstens ein halbes Dutzend verschiedene Hörbücher durchgehört und im Unterricht auch die DDR-Verfilmung mit der von 1934 verglichen. Man sollte also meinen, ich wäre des Buches überdrüssig und würde mich kaum jemals wieder dafür begeistern können. Und dann sitze ich irgendwann doch wieder über der Reclamausgabe und lese hinein und ich bin von der ersten Seite wieder gefesselt, als ob ich noch nie oder sehr, sehr lange von des gespenstischen Deichgrafen Salzwasser gekostet hätte. Das wäre nicht möglich, wenn es nur um die Handlung ginge, auch wenn ich den Inhalt immer wieder als sehr prägend erlebe.


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Heute 06:02
#3
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Da es gerade anderswo um inhaltliche Abneigungen gegen ein Buch geht wegen eines tatsächlichen oder imaginierten Rassismus, will ich schon noch einmal relativieren: Natürlich kann der Inhalt eines Buches zu viel für einen Leser sein. Wenn ein Autor zu schildern versuchte, was ein Pädokrimineller mit seinen Opfern anstellt, dabei denkt und fühlt; würden 99,99 Prozent der Leser einschließlich mir das Buch zuklappen, es könnte künstlerisch das beste der Welt sein. Das ist normal, dafür sind wir Menschen. Was ich aber nicht tun würde, ist, dem Autor selbst solche Neigungen zu unterstellen oder gar Spaß bei der Niederschrift. Kunst ist immer eine Gratwanderung zwischen dem "reinen" Inhalt und allen anderen künstlerischen Aspekten.

Vor vielen Jahren empfahl mir mein Berliner Brieffreund Walter Foelskes Roman "Im Wiesenfleck" (1994), mir war bis dahin noch wenig aus der schwulen Szene und Abgründigerem begegnet. Später las ich noch "Eiszeit" (2001) und "Alter Gott Tod" (2011), die mich beide beinahe um den Verstand brachten, auch körperlich. Die geschilderten Obsessionen, die das Leben zur Hölle machen und gleichzeitig seinen Höhepunkt als Lebenssinn ausmachen, die das Leid eines anderen Menschen erfordern um des eigenen Lustgewinns und der Befriedigung willen; diese Pathologie der sadistischen Lust als Verbindung von Sex und Schmerz, war für mich nicht mehr erträglich. Dieses gewaltige Zerstörungspotential einer hochstgradigen psychiatrischen Erkrankung kann ein "normaler" Mensch nicht aushalten, geschweige denn als Kunst genießen. Und dennoch waren diese Bücher trotz aller formalen Reserven gute Literatur und auch inhaltlich wichtig für ein umfassendes Weltbild.


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Heute 11:13
avatar  Taxine
#4
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Es gibt immer Bücher, die einen in einer bestimmten Stimmung voll erwischen, die etwas ansprechen, das Erinnerung, Abneigung, Traurigkeit auslöst, sodass das Lesen in diesem Moment fast unerträglich wird oder schlechte Gefühle auslöst. So ging es mir auch bei Schriftstellern, die ich ansonsten sehr schätze. Manchmal ist es einfach nicht die richtige Zeit, anderes kann dauerhaft störend wirken.

Große Literatur erreicht den Leser oft auf allen Ebenen und ist in der Regel zeitlos in den philosophischen Hinterfragungen. Die Angewohnheit, aus heutigen Befindlichkeiten das Damals zu interpretieren und Schriftstellern z. B. Rassismus vorzuwerfen, wenn sie sich tiefer und vor allem kritisch mit Sklaverei, Hass, Verfolgung und ähnlichen Themen auseinandersetzen, empfinde ich als absurd. Überhaupt lässt sich eine Tendenz erkennen, das Damals aus heutiger Sicht beurteilen zu wollen, was ich immer für falsch halte.


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Heute 15:35 (zuletzt bearbeitet: Heute 15:39)
#5
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Zitat von Taxine im Beitrag #4
Die Angewohnheit, aus heutigen Befindlichkeiten das Damals zu interpretieren und Schriftstellern z. B. Rassismus vorzuwerfen, wenn sie sich tiefer und vor allem kritisch mit Sklaverei, Hass, Verfolgung und ähnlichen Themen auseinandersetzen, empfinde ich als absurd. Überhaupt lässt sich eine Tendenz erkennen, das Damals aus heutiger Sicht beurteilen zu wollen, was ich immer für falsch halte.


Ich denke, da gibt es unter gebildeten Menschen und freieren Geistern keine zwei Meinungen: Auch ich halte diese moralinsaure Kritik aus dem bequemen Lehnstuhl in der warmen Stube bei üppigen Mahlzeiten und größtmöglicher persönlicher Ungefährdetheit für außergewöhnlich dummdreist, ignorant, ahistorisch, anachronistisch, weltfremd und gefährlich.

Philosophisch gesprochen haben wir den Fall vor uns, dass die heutigen Kritiker ihre eigene Gegenwart absolut setzen und alles aus ihrer eigenen engen Perspektive richten, im Übrigen gefahrlos aus den Wattestudios des Wohlstands heraus. Die Geschichts- und Heimatlosigkeit dieses Milieus findet hierin ihren Ausdruck, dass man so tut, als seien wir heute die Guten und früher waren alle Menschen irgendwie unvollkommen und schlecht. Eine kaum noch verbrämte primitive Teleologie, kaum weniger simpel als jede Theologie mit ihrer Heilsgeschichte und Eschatologie. Wenn man überlegt, wie reich allein die deutsche Sprache früher war und wie kastriert sie heute gesprochen und geschrieben wird; dann urteilen Zwerge über Riesen, in deren Schatten sie frieren. Die Moral will über die Ästhetik triumphieren. Und sie schafft das auch. Inzwischen erscheint mir die Theologie menschlicher als die Teleologie.

Ich schrieb dazu früher anderswo:

Zitat
Jede Anschauung der Welt, die den Menschen der Gegenwart und der Vergangenheit als bloßes Entwicklungsstadium versteht, als Stufe einer Leiter, als bloßes Bindeglied einer Kette, die noch fertiggeschmiedet werden muss; als Larve vor der Verpuppung, als unvollkommen, unfertig, halbseiden und noch nicht ganz Mensch; und die Veredelung, Vervollkommnung, Erfüllung und Vollendung des Menschengeschlechts in eine fernere Zukunft, die es zu erreichen gilt, welche Opfer es auch unter den Vorläufermodellen zu beklagen gölte, verlegt; ist ideengeschichtlich natürlich nichts anderes als eine teleologische und damit eine durch und durch inhumane, zutiefst menschenverachtende und entwürdigende.

Nicht einmal der christlichen Heilsgeschichte zu vergleichen, weil die theologische Sicht auf den Menschen immer davon ausgeht, dass jeder Mensch unmittelbar zu Gott steht; wenn auch im Katholischen vermittelt durch das Priesteramt; wie der alte Ranke später sagt, dass jede Epoche unmittelbar zu Gott ist und ihr Wert gar nicht auf dem, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrer Existenz selbst, in ihrem Eigenen selbst beruht. Wer von einem Endziel der Geschichte jenseits aller Theologie und nur mit Blick auf eine säkulare Teleologie ausgeht, degradiert den einzelnen Menschen, das jeweilige Individuum, zu einer Nichtigkeit und Unwesentlichkeit, deren Sinn sich lediglich in einem Vorläufertum, einem Treppenwitz erschöpft; Steigbügelhalter kommender strahlender Kömmlinge des Lichts.

Humanismus bedeutet, dass JEDER Mensch aus JEDER Epoche, egal wo er lebt und wie und mit welchen anderen Menschen und in welcher Gesellschaft, in sich eine abgerundete Bedeutung und Sinnstiftung erfährt, die unabhängig ist von seinen Ahnen und seinen Nachkommen. Vervollkommnung und Vollendung existieren nur in ihm selbst, denn da sind sie angelegt; und indem sie sich in ihm ereignen, ereignen sie sich auch in seinem unmittelbaren und ferneren sozialen und gesellschaftlichen Umfeld. Des Rätsels Lösung lässt sich auf keine Zukunft verlagern oder in den Tiefen der Vergangenheit finden, es ruht seit Anbeginn in jedem Menschen selbst, auch wenn er aus der Kultur schöpft und ein Verständnis für das Kommende hat, für das er Verantwortung fühlen mag.

So erweist sich die moderne Ideologie in der westlichen Welt als eine Spätform der beiden großen politischen Ideologien des 20. Jahrhunderts, denn im Bolschewismus und Faschismus zählte der einzelne Mensch auch nichts, nur in der bewegten Masse; während im linksliberalen Kosmos der einzelne Mensch an sich für sich selbst steht, aber eben nur mit Vorbehalt als Übergang zum besseren Menschen verstanden wird. Man könnte also sagen, dass aus dem sozial-mental horizontal verstandenen Kommunisten und Nationalsozialisten der chronobiologisch vertikale westliche Jetztmensch des 21. Jahrhunderts erwachsen ist. Bleibt die Frage, ob diese Entwicklung durch die alteuropäischen Traditionen von Renaissance, Humanismus, Aufklärung, Liberalismus erst möglich wurde?!



Dessen unerachtet ist das alles natürlich nur ein Teilaspekt des von mir oben angesprochenen Problems "Inhalt", denn in erster Linie geht es meinereiner um die oberlehrerhaft von mir repetierte Einheit von Inhalt, Form und Sprache; die wohl immer eine illusorische und bestenfalls angestrebte sein wird.


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Heute 16:49
avatar  Taxine
#6
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Admin

Zitat von Yorick Ruthenus im Beitrag #5
Jede Anschauung der Welt, die den Menschen der Gegenwart und der Vergangenheit als bloßes Entwicklungsstadium versteht, als Stufe einer Leiter, als bloßes Bindeglied einer Kette, die noch fertiggeschmiedet werden muss (...)


An diesem Verhalten lässt sich übrigens sehr schön erkennen, welche Zeit von hoher Bildung zeugt und welche nicht, abgesehen davon, dass der Zugang zu Büchern lange nur wenigen vorbehalten war. Die Menschen des 19. Jahrhunderts, die künstlerisch tätig waren oder schrieben, klagten ihre Zeit fast immer an und blickten sehnsüchtig auf die großen Geister der Vergangenheit zurück. Sie fühlten sich ihnen gegenüber minderwertig und arbeiteten daran, ihr Niveau zu erreichen. Ähnlich war es im 18. Jahrhundert. Die moderne Entwicklung war etwas, was oft abgelehnt wurde, teilweise nicht immer berechtigt. Das 20. Jahrhundert brachte dann schon eine Art Hochmut mit sich, und heute gibt wirklich jeder, völlig schamlos im Sinne „Mir gefällt datt net“, seinen Senf dazu, und die Vergangenheit gilt als rückständig, ganz einfach, weil die Bildung oberflächlicher erfolgt und deutlich mehr gestreut ist.

Ich las eine Weile einen Blog von einem Buchhändler, der hauptsächlich neue Romane vorstellte. Als er dann in einem Anflug von Ehrlichkeit zugestand, welche Bücher er noch nicht gelesen hatte, wobei da nun wirklich alles dabei war, was man kennen sollte, da konnte ich seinen Empfehlungen nicht mehr ernstnehmen. Er ist aber ein gutes Beispiel für all das, was heute geschieht. Diese Leute setzen sich selbst und ihre Zeit so absolut, dass sie keine Scheu haben, etwas abzulehnen, was sie gar nicht kennen oder begreifen. Und, wie du sagst, sie sind heute moralisch wertender als jeder religiöse Fanatiker, nur ohne Inhalt und auf Dinge bezogen, die diese Überbefindlichkeit noch besser sichtbar machen. Man könnte sagen, sie empören sich um des Empörens willen, natürlich gesellschaftlich auch gefördert, denn es muss natürlich auf Rassisten, Antisemiten, Nazis und was nicht alles geschimpft werden, oft ohne einen tatsächlichen Zusammenhang.

Wenn in der Gegenwart Werke nicht mehr lesbar sind, weil in ihnen etwas benannt wird, was zu anderen Zeiten der Kritik bedurfte, aber künstlerisch durch eine Figur repräsentiert wurde, dann fragt man sich nicht, was mit dem Roman nicht stimmt, sondern mit dem Leser. Dass heute sogar darüber gesprochen wird, ältere Werke im Sinne der Political Correctness zensieren und umschreiben zu wollen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Und so entwickelt sich auch die Literatur selbst, flach, anspruchslos und am besten im Einklang mit dem Zeitgeist, um niemanden auf die Füße zu treten, wobei gerade solche Zeiten wie die unseren die Kritik zwingend erforderlich machen.

Zitat von Yorick Ruthenus im Beitrag #5
Dessen unerachtet ist das alles natürlich nur ein Teilaspekt des von mir oben angesprochenen Problems "Inhalt", denn in erster Linie geht es meinereiner um die oberlehrerhaft von mir repetierte Einheit von Inhalt, Form und Sprache; die wohl immer eine illusorische und bestenfalls angestrebte sein wird.

Ich unterscheide durchaus in Bücher, die mich inhaltlich ansprechen und Bücher, die mich stilistisch, sprachlich, experimentell usw. beeindrucken. Wenn nur der Inhalt gegeben ist, muss dieser etwas erzählen, sich geschichtlich, philosophisch oder durch den individuellen Bericht hervorheben. Das ist durchaus möglich, ohne sprachliche Brillanz und Form. In den Phasen des Lesens stellt man selbst ja auch verschiedene Ansprüche. Die wenigen Bücher, die alles in sich vereinen, sind natürlich die Perlen im Regal. Die Sprache verändert und verknappt sich, und manchmal tut es gut, in eine andere Zeit zu springen und sich von den blumigen Adjektiven wieder verführen zu lassen. Da spielt die Form dann eher eine nebensächliche Rolle.


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