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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: Traum-Irritation

in Gedanken vom Tag 31.08.2007 22:53
von Moulin • 395 Beiträge
Hallo meine liebe Taxine,

interessante Träume, die Du zum Deuten hier einstellst.
Dass Du Dich so gut daran erinnerst, liegt wohl in erster Linie daran, dass Du aufgewacht bist. Träume können sich wiederholen. Manchmal nur Begebnheiten, manchmal Orte.

Zitat Taxine
Ich träumte, ich müsste noch ein paar Dinge aus einem Haus herausholen, aus dem ich ausgezogen bin.


Du hast irgendwann einmal etwas zurückgelassen, was Dir heute noch sehr fehlt. Auch möglich, Du hast aktuell Angst etwas zu verlieren. (


Zitat Taxine
Da waren schlechte Erinnerungen an diese ganze Umgebung, an die Menschen in dieser Umgebung, das eigene Unwohlsein, sicher auch das Wohnen im "offenen" Haus mit neugierigen Blicken.


Das zeugt von Schutzlosigkeit. Eine Angst jemandem ausgeliefert zu sein. Kein Schutz, obwohl Du den gerade in einem Haus haben solltest.

Zitat Taxine
Auffallend daran waren die vielen Gemälde an der Wand, verschiedene Renoirs, Warhols, Balthus


Begebenheiten aus dem aktuellen Leben vermischen sich im Traum, haben nicht unbedingt mit dem Kern zu tun, können es aber.

Zitat Taxine
entdeckte ich zwischen diesen bunten Bildern meine eigenen und musste diese umständlich aus dem Rahmen entfernen.


Angst vor Gefangenschaft seiner Persönlichkeit. Die Bilder sind Dein geistiger Besitz, ohne die ist die Flucht unmöglich.

Zitat Taxine
dass ich tatsächlich nie in so einem Haus gewohnt habe.


Es ist nicht unbedingt das Haus, das so aussieht wie dieses, sondern eines das diesem Gefühl entspricht.

Zitat Taxine
Es muss also ein Sprung von einem Traum in den nächsten gewesen sein.


Ich vermute, dass es ein immer wieder kehrender Traum ist, der sich mit den geänderten Umständen ( entsprechend deiner Auseinandersetzung damit) auch verändert, irgendwann ist er weg, wenn Du ihm den Hintergrund entziehst.

Ich hoffe, Du bist nicht verärgert, weil ich das hier einfach so salopp hinschreibe...
zuletzt bearbeitet 31.08.2007 22:55 | nach oben springen

#17

RE: Traum-Irritation

in Gedanken vom Tag 31.08.2007 23:21
von Taxine • Admin | 5.889 Beiträge
Nein, lieber Moulin, ganz im Gegenteil, ich freue mich, dass du dich an eine Analyse wagst. Manchmal mag der außenstehende Blick ein bisschen Klarheit schaffen, wo man selbst in den eigenen Irrwegen taumelt.
Dass der Traum noch so lebendig in der Erinnerung ist, liegt nicht nur daran, dass ich aufgewacht bin. Ich wache ja öfter aus dem Schlaf/aus dem Traum auf und vergesse nach ein paar Minuten Teile davon, manchmal auch nicht, aber sie haben keine Bedeutung, manchmal kann ich mich gar nicht mehr erinnern oder aber, ich vergesse die Intensität. Das ist ja auch der Normalzustand. Dieser Traum aber hat seine ganze Intensität nicht verloren, eben darum beschäftigt er mich auch.
Hier die richtigen Worte zu finden, ist schwierig. Eine völlig abstrakte Situation zu erträumen, als wäre sie Bestandteil der Wirklichkeit, des echten Lebens, verwirrt mich immernoch. Jede Deutung mag bewusste und unbewusste Ängste beinhalten, man kann alles hier durchaus im Resultat zergliedern – ich um so besser, wo ich meine Ängste und bestimmten Erinnerungen kenne, doch, darum alleine geht es wahrscheinlich gar nicht in Bezug auf meine Überlegungen über diesen Traum. Ich überlege vielmehr, wie ich die Erinnerung aus dem einen Traum in den anderen übernommen habe, und zwar in dieser Form an Lebendigkeit. Ich kann mir den ganzen Traum schon deuten.
Stell dir vor, du erträumst ein völlig fiktiv/abstraktes Etwas, in dem du dich befindest. Du wachst auf und musst erst einmal im Wachsein erkennen, dass diese Situation nie im echten Leben existiert hat, trotzdem hast da aber das Gefühl, sie hätte existiert. Erst, wenn du Schritt für Schritt deine Erinnerungen abschreitest, siehst du, dass es nicht sein kann, und erklärst dir aus der Erinnerung, dass es nicht sein kann, also Traumgebilde war.
Ich hatte ja Glück, weil es sich um etwas Größeres wie ein Haus handelte, und der daraus erfolgte Auszug, aber, ich kann mir gut vorstellen, dass man auch ähnlich von unbedeutenden Dingen träumt, die einem dabei so real erscheinen, dass man, weil man sich nicht daran erinnert, sie dann einfach abtut, eben weil man glaubt, dass die Erinnerung hier einfach streikt. Tatsächlich aber waren auch diese kleinen Gegebenheiten nur Traumgebilde, die aber wie verflochten in das eigene Leben erscheinen, so dass man denkt, sie wären real.

Zitat von Moulin
Ich vermute, dass es ein immer wieder kehrender Traum ist, der sich mit den geänderten Umständen ( entsprechend deiner Auseinandersetzung damit) auch verändert, irgendwann ist er weg, wenn Du ihm den Hintergrund entziehst.


Nein, ich habe erst zwei Mal von dem Haus geträumt, einmal bewohnt und einmal unbewohnt (um es mal so auszudrücken). Auch habe ich mich mit dem ersten Traum überhaupt nicht auseinandergesetzt, erst im zweiten Traum, als ja die Erinnerung aus dem ersten übernommen wurde, ohne, dass sie Bezug zur Wirklichkeit hatte, habe ich darüber nachgedacht und Verbindungen hergestellt. Ich saß also und suchte nach diesen Eindrücken, nach diesem Haus, nach diesen Empfindungen, und fand sie nur im anderen Traum wieder, nicht im echten Leben. Der Traum kann sich somit nicht durch mein Befassen mit ihm verändert haben.

Vielen Dank für deine wunderbare Auseinandersetzung damit. Ich merke schon, ich muss hier auch exakter das Wort wählen, um dieses Traumereignis in seiner ganzen Mächtigkeit aufzuzeigen.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 31.08.2007 23:26 | nach oben springen

#18

RE: Traum-Irritation

in Gedanken vom Tag 01.09.2007 16:12
von Moulin • 395 Beiträge

Also völlig auflösen lässt sich ein Traum nie, man kann sich nur an vorgegebene Richtlinien halten. Allein aus der lust an Sexualität könnten die skurrilsten Dinge in einem Traum hervorgezaubert werden. Mit der Realität hat dann nur der Wunsch nach Sex zu tun, der Rest des Traumes setzt sich aus vielen Dingen zusammen, die das Unterbewusstsein hinzufügt.

Meine wiederkehrenden Träume sind einmal der Einzug in ein großes, verwinkeltes Haus in dem ich mich selbst verlaufe. Innen sieht es immer gleich aus, riesige Fensterflächen durch die ich am anderen Ende der Etage einen Balkon sehe, der mindestens 40 m² groß ist. Dabei fließen verschiedene Orte und Zeiten ineinander über. Das Haus selbst kenne ich nicht bewusst. Es könnte unter Umständen eines sein, dass ich mal irgendwo im Vorbeifahren sah. Ich verlaufe mich nur immer und das Treppenhasu, in dem sich der Aufstieg zur Wohnung teilt hat ganz wackelige Holztreppen, die teilweise nicht komplett sind.
Der zweite wiederkehrende Traum lässt mich zur Schule fahren, dort ist ein Platz, an dem, etwas erhöht eine alte Linde steht. Nachdem ich meinen Wagen im Sonnenschein vor der Linde parke, treffe ich Mitschüler, die mir sagen: "Heute ist Prüfung, hast Du für´s Examen alles gelernt?" Ich habe natürlich gar nicht gelernt, weil ich nicht wusste, dass Prüfung ist, wache dann etwas schweißgebadet auf und freue mich, dass ich den Wisch schon längst in der Tasche habe.

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