Der Lohn für ´s Lesen
Ausgeklammert aus dem gestrigen Thema ‘Die Leserfrage’ , in dem mal wieder herauskristallisiert wurde, dass Menschen durch Äußerlichkeiten, wie Kleidung oder die Begleitung schöner Menschen, auch durch den Besitz bestimmter Bücher, also Dinge, die sie selbst nicht aktiv durch Leistung hervorrufen, zu Anerkennung gelangen, beschäftigt mich nun die Frage, in welcher Art sich die Anerkennung für das Lernen gestaltet, dass wir täglich als Anforderung an uns selbst stellen, und für das wir keine weltliche Entlohnung erhalten. Wissen, das wir aus Büchern erhalten, Wissen, dass unsere geistige Entwicklung täglich auf ´s Neue stärkt.
Das stete Verschlingen von Büchern zu Themen die uns beschäftigen, ob Philosophie, Kunst oder Kultur verlangt uns Leistung ab. Leistung, für die andere Menschen am Ende einen gesellschaftlichen Lohn erhalten, da sie diese Leistung in eine Ausbildung investierten.
Natürlich kann man sich keinesfalls mit 30 themenbezogenen, autodidaktisch durch gewälzten Büchern mit einem Akademiker gleichsetzen, der das Fach studiert hat, doch hat die eigene, geistige Entwicklung, unabhängig vom fachlichen Bezug immer auch eine Auswirkung auf das eigene Leben und damit auch auf den eigenen, ausgeübten Beruf, weil z.B. das Wissen um Philosophie und Ethik sicher auch andere, nicht damit unmittelbar verbundene Zusammenhänge besser beleuchten werden.
Suchte man sich aus 10 gleichförmigen Batterien mit unterschiedlicher Füllung eine heraus, um sie als Antrieb zu nutzen, würde man in der Regel doch die Vollste nehmen.
Doch gilt gesellschaftlich: Mehr geistige Leistung führt nicht zu mehr Lohn.
Le Moulin
Das stete Verschlingen von Büchern zu Themen die uns beschäftigen, ob Philosophie, Kunst oder Kultur verlangt uns Leistung ab. Leistung, für die andere Menschen am Ende einen gesellschaftlichen Lohn erhalten, da sie diese Leistung in eine Ausbildung investierten.
Natürlich kann man sich keinesfalls mit 30 themenbezogenen, autodidaktisch durch gewälzten Büchern mit einem Akademiker gleichsetzen, der das Fach studiert hat, doch hat die eigene, geistige Entwicklung, unabhängig vom fachlichen Bezug immer auch eine Auswirkung auf das eigene Leben und damit auch auf den eigenen, ausgeübten Beruf, weil z.B. das Wissen um Philosophie und Ethik sicher auch andere, nicht damit unmittelbar verbundene Zusammenhänge besser beleuchten werden.
Suchte man sich aus 10 gleichförmigen Batterien mit unterschiedlicher Füllung eine heraus, um sie als Antrieb zu nutzen, würde man in der Regel doch die Vollste nehmen.
Doch gilt gesellschaftlich: Mehr geistige Leistung führt nicht zu mehr Lohn.
Le Moulin
Ich denke doch, dass man sich niemals Wissen aneignet, um dafür Anerkennung zu erhalten.
Das Lesen von Büchern ist der Genuss des Augenblicks, das Öffnen neuer Sichtweisen, das Durchdenken, die Anregung. Dass der eigene Geist darauf weiter blickt, ist sicher Lohn genug.
Aber, wenn du so willst, ist das Lesen und die Wissensvermehrung auch auf andere Weise zuträglich, weil die Kreativität gefördert wird (sollte man z. B. in einem kreativen Beruf arbeiten, bringt es neue Ideen), der Umgang mit Menschen ist leichter, man selbst kann sich über viele Themen austauschen (der Lohn ist hier die Sympathie der Menschen), usw.
Das Lesen von Büchern ist der Genuss des Augenblicks, das Öffnen neuer Sichtweisen, das Durchdenken, die Anregung. Dass der eigene Geist darauf weiter blickt, ist sicher Lohn genug.
Aber, wenn du so willst, ist das Lesen und die Wissensvermehrung auch auf andere Weise zuträglich, weil die Kreativität gefördert wird (sollte man z. B. in einem kreativen Beruf arbeiten, bringt es neue Ideen), der Umgang mit Menschen ist leichter, man selbst kann sich über viele Themen austauschen (der Lohn ist hier die Sympathie der Menschen), usw.
Nein, überheblich wirkt das nicht, Moulin.
Man kann dieses Thema ja auch ausweiten. Was ich schade finde, ist zum Beispiel, dass auch die Kunst immernoch Kampf ist, dass ein junger Mensch eher zu Lohn bringender Ausbildung/Studium greift, als ins „kalte Wasser“ zu springen, weil danach keine Aussicht auf Erfolg garantiert ist (obwohl das in der Sicherheit wohl nirgendwo gegeben ist, aber in der Kunst eben auffälliger, als in anderen Bereichen, im Sinne eines: im Vorneherein aussichtslos). Wie viele Menschen hier schon ihr Talent gelassen haben.
Selbst diejenigen, die Kunst studieren, sind die ganze Zeit mit dieser zusätzlichen Belastung konfrontiert, dieser Frage: Was wird es mir bringen? Wohin komme ich? Zumeist wird dann sowieso erst einmal etwas Erträgliches gemacht.
Letztens unterhielt ich mich mit einem Künstler, der realistisch malt, herrliche Werke, und er meinte auch, dass es doch eine Unmöglichkeit wäre, dass ein Künstler, wenn er irgendwo ausstellen möchte, teilweise Angebote erhält, wo er einen bestimmten Betrag zu leisten hat, damit er ausstellen darf. Er sagte so schön im Vergleich zu einem Musiker, dass dieser doch auch nicht gebeten wird, um vor Publikum aufzutreten, hier einen Geldbetrag vorab zu leisten, sondern er wird ganz normal bezahlt. So sollte es auch sein.
Auf diese Gedanken bringen mich deine Ausführungen. Die Kunst ist entweder kaltes Geschäft oder brotlos. Das Dazwischen ist ein schlechter Kompromiss der Anpassung. Hier fehlt oft die Anerkennung - nicht für die Kunst selbst, sondern für die Arbeit des Künstlers und auch seinen Mut, trotzdem weiterzumachen.
Kurzer Nebengedanke: Es ist übrigens wunderbar zu sehen, wie sich hier alle Themen irgendwie überschneiden, denn eigentlich treibt uns die Hinterfragung doch nur in eine Richtung: Wohin führen uns unsere Schritte!
Man kann dieses Thema ja auch ausweiten. Was ich schade finde, ist zum Beispiel, dass auch die Kunst immernoch Kampf ist, dass ein junger Mensch eher zu Lohn bringender Ausbildung/Studium greift, als ins „kalte Wasser“ zu springen, weil danach keine Aussicht auf Erfolg garantiert ist (obwohl das in der Sicherheit wohl nirgendwo gegeben ist, aber in der Kunst eben auffälliger, als in anderen Bereichen, im Sinne eines: im Vorneherein aussichtslos). Wie viele Menschen hier schon ihr Talent gelassen haben.
Selbst diejenigen, die Kunst studieren, sind die ganze Zeit mit dieser zusätzlichen Belastung konfrontiert, dieser Frage: Was wird es mir bringen? Wohin komme ich? Zumeist wird dann sowieso erst einmal etwas Erträgliches gemacht.
Letztens unterhielt ich mich mit einem Künstler, der realistisch malt, herrliche Werke, und er meinte auch, dass es doch eine Unmöglichkeit wäre, dass ein Künstler, wenn er irgendwo ausstellen möchte, teilweise Angebote erhält, wo er einen bestimmten Betrag zu leisten hat, damit er ausstellen darf. Er sagte so schön im Vergleich zu einem Musiker, dass dieser doch auch nicht gebeten wird, um vor Publikum aufzutreten, hier einen Geldbetrag vorab zu leisten, sondern er wird ganz normal bezahlt. So sollte es auch sein.
Auf diese Gedanken bringen mich deine Ausführungen. Die Kunst ist entweder kaltes Geschäft oder brotlos. Das Dazwischen ist ein schlechter Kompromiss der Anpassung. Hier fehlt oft die Anerkennung - nicht für die Kunst selbst, sondern für die Arbeit des Künstlers und auch seinen Mut, trotzdem weiterzumachen.
Kurzer Nebengedanke: Es ist übrigens wunderbar zu sehen, wie sich hier alle Themen irgendwie überschneiden, denn eigentlich treibt uns die Hinterfragung doch nur in eine Richtung: Wohin führen uns unsere Schritte!
Zitat von Moulin
Das stete Verschlingen von Büchern zu Themen die uns beschäftigen, ob Philosophie, Kunst oder Kultur verlangt uns Leistung ab. Leistung, für die andere Menschen am Ende einen gesellschaftlichen Lohn erhalten, da sie diese Leistung in eine Ausbildung investierten.
Warscheinlich meinst du Sachbücher. Ich spreche mal von der holden Kunst, von der Schriftstellerei, dann ist es nämlich so, dass alleine nur ich etwas davon habe, wie Taxine schon sagte, "der Genuss eines Augenblicks". Ich brauche einfach diese schönen Bücher, diese schöne Musik. Ohne der Perspektive des Schönen in der Kunst, ohne den "Genuss eines Augenblickes", ich weiß nicht, vielleicht würde es mir sehr schwer fallen, einen Sinn für mein Leben zu finden. Ich bin ja genau das Gegenteil von einem Berufskarrieretyp. Manche Menschen finden ja darin Erfüllung.
Selbst Kunst zu machen, damit über die Runden zu kommen, erfordert viel Mut und Selbstbewusssein.

Zitat von Martinus
Warscheinlich meinst du Sachbücher
Die schließe ich ein, doch meinte ich sie nicht nur. Der Roman ist auch Sachbuch, nur indirekter.

Die Erfüllung ist das Stillen des Drangs, der aus uns heraus kommt, der uns treibt. Drr Lohn ist für uns das Wissen, was wir daraus erlangen, egal wie klein oder groß es sich zeigt.
In Antwort auf:
Zitat Taxine
Es ist übrigens wunderbar zu sehen, wie sich hier alle Themen irgendwie überschneiden, denn eigentlich treibt uns die Hinterfragung doch nur in eine Richtung: Wohin führen uns unsere Schritte!
Ich sehe es auch so. Das Überschneiden der Themen bedeutet auch aus meiner Sicht, dass das Grundthema immer das Selbe ist.
Übrigens ist es schön mit Euch zu reden.

Lieber Moulin, das gebe ich gerne zurück und auch in die Runde. Es ist eine Freude, sich hier mit euch über Kunst, Musik, Buch, Welt und Sein auszutauschen. 

Wohlgeborenes A.,
seyen sui begluickwyntscht zu uiren Thalern und dem Privilegium, gleychsam in eynem Ocean der Zeyt zu plantschen, welche sui ihr als Herr & Meyster ohne Maß & Schranken auf eyn Jegliches zu verschwenden vermögen, was uire Eynfälle & Grillen auch immer vorzugeben belüben, sey es dadd Lesen oder dadd Absondern zuirigen Dynkelwelschs. Ynsofern ist dadd Lesen für sui kostenlos. Doch möchten wyr sui gnädigst ersuchen, eynen fuir sui kosten- & somit wertlosen Tropfen duises Oceanes dem Gedenken derer zu opfern, deren Lebenszeyt haupttymlich dem Kampf ums Daseyn geschuldet sey, weshalb jene Unglycklichen die Froiden des Lesens suich abpressen myssen von uiren kargen Stunden der Erholung & des Schlafes.
Grüße aus dem Erdgeschoß des Lebens,
L.
seyen sui begluickwyntscht zu uiren Thalern und dem Privilegium, gleychsam in eynem Ocean der Zeyt zu plantschen, welche sui ihr als Herr & Meyster ohne Maß & Schranken auf eyn Jegliches zu verschwenden vermögen, was uire Eynfälle & Grillen auch immer vorzugeben belüben, sey es dadd Lesen oder dadd Absondern zuirigen Dynkelwelschs. Ynsofern ist dadd Lesen für sui kostenlos. Doch möchten wyr sui gnädigst ersuchen, eynen fuir sui kosten- & somit wertlosen Tropfen duises Oceanes dem Gedenken derer zu opfern, deren Lebenszeyt haupttymlich dem Kampf ums Daseyn geschuldet sey, weshalb jene Unglycklichen die Froiden des Lesens suich abpressen myssen von uiren kargen Stunden der Erholung & des Schlafes.
Grüße aus dem Erdgeschoß des Lebens,
L.
Werter Larifant,
seyn Sui suich gewiss, das Meynereyns uin dem selbigen Meer treybt wui Ihr von muir geschätzter Geyst. Dennoch betrachte uich auch weyterig nücht das Lesen aus dem Kostenaspekt und dem damidd verbundenen Mühe-saal.
Verkostet?
Uin der Verneygung,
der Ihrige, dadd A
Werter Ascolto,
der Herr Larifant sagte aber nichts anderes, als dass der Lohn des Lesens das Lesen ist. Wie kommen's denn auf den Kostenfaktor?
Verwirrt
Taxine
werte äh..Leser
Das Lesen ist eine Kost. Darum kommt man auf seine Kosten, nämlich geistig. Nur die Bücher kosten Geld. In der Akashachronik lesen warscheinlich nur wenige. Auf jedenfall ist lesen geistige Kost.
na...
Liebe Grüße
Martinus
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