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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst

#1

Un(be)greifbar

in Lyrik 26.01.2008 16:21
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Un(be)greifbar

Kopferguss, versprühtes Denken,
über Zeilen gebeugt und ergraut.
Ein Mensch verwächst mit seinen Traumgestalten,
geklammert an seinen Stift.
Und steht das Bild,
beginnt die Leere.
Die Stirn gefaltet
Muster auf Muster
verschachtelt
weicht der Dämon.
Mit Hast zertreten
die Spur an Zündung,
die oft gelegt und öfter nur gedacht,
die Idee bis ins Grobe verkleinert,
gefunden das Ideal
nur noch auf leeren Seiten.



Gruß
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 26.01.2008 16:22 | nach oben springen

#2

RE: Un(be)greifbar

in Lyrik 26.01.2008 17:07
von Martinus • 3.194 Beiträge

Das Denken versprüht schon, bevor der Schreiber dazukommt, seinen Bleistift zu berühren. Nun klammert er aber das Schreibgerät. Dieses Klammern stockt sein Denken. Das literarische Ich verwächst mit seinen Fantasien. Die Hand ist praktisch mit dem Bleistift verwachsen, bzw. erstarrt, sodass die Hand nicht zu einer flüssigen Schreiberhand werden kann. Es entsteht zwar ein Bild im Kopf, aber das Ich hat mit der berühmten Angst vor dem weißen Blatt zu kämpfen. Verschachtelt ist der Dämon, die geistige Quelle des Schreibens, und darum ist die Zündung der Inspiration erstickt. Die Idee ist verkleinert, weil das Ideal dagegen natürlich viel größer ist. Es ist eben ein unfassbares Ideal, was nicht in Worte gefasst werden kann.

Martinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#3

RE: Un(be)greifbar

in Lyrik 26.01.2008 18:19
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Zu dem Gedicht entsteht auch gerade ein Bild. Werde ich dann hier hineinstellen.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 26.01.2008 21:21 | nach oben springen

#4

RE: Un(be)greifbar

in Lyrik 16.08.2008 12:26
von ascolto • 1.289 Beiträge
Ein Versuch in die Öffenlichkeit vom ollen A:

Blei im Blute köchelt zur
Lebenspumpe, ächzt im Seufz,
knarrt und tost:
Schonerwrangen,
Sprung; Kamm auf Kamm,
Gischt im Blas
in tobendem Schopf an See.

Raubende Piratengier
in die Besinnung gegriffen.
Im Eros Rückblick-nur-
Leichentuch und Weibermitte
madig tropfend: Vergänglichkeit.

-Reue- aus Schmerzklingen
die Brust, spalten
die Höllenhunde
mit festem Griff
die Giereier, reißend.

Die kriminellen Taten:
aus kaltem Dunkel, grober Rede,
unethischer Tat
den Karmaeimer gefüllt.

Verzeiht.
Dem Vertrauensmörder
in die Lüge
und Friedenstörer
die Wut,
dem Kriegergeist seine Blendung.

Verliererstraßen sind
regnerisch, einsam.
Die Gewissenspfützen
schlamig gewürmt.

In Ihnen wimmelt
im Hunger, Vergebung,
leidenes Raubgetier
das jenes Mark,
der Unwissenheit,
aus den Knochen nagt,
ein jeder Biss, eine Lüge.
Fleischsalat.

Vertrauen in den Altruismus:
Die Ethik hierzu,
Wölkchen,
zusammen gedonnert
und mit Blitz verrührt.

Im Spiriritus Santus,
Religionsgewitter
in der Räuberstirn:
Kurz im Schnauf, Sprung um Sprung,
hüpfende Qual, misanthrophischer Quellen.

Kein Feind-Meer-
im Kontinium;
ein Friedensglätter,
für kommende tosende Geistesorkane,
Ruhe im Stifter.Leere. Licht in den Geist.

zuletzt bearbeitet 16.08.2008 13:10 | nach oben springen

#5

RE: Un(be)greifbar

in Lyrik 16.08.2008 13:33
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo ascolto,

das Blei liegt so schwer im Blut, dass dasHerz nur mit Mühen das Blut durch den Körper pummpt. Der Mensch ist gierig wie ein Pirat. Gierig nach dem Erotischen, trotzdem stirbt man einmal, denn, und das finde ich gut ausgedrückt "madig" tropft die Vergänglichkeit, wie Sekundenschläge eines Uhrzeigers. Das Madige ist auch wie weine Warnung.

Schmerzen vor Reue, hier sind es aber "Schmerzklingen". Der Schmerz ist so groß, das die Brust gespaltet wird usw. So viel schlechtes hat der Mensch in seinem Leben getan, auch wenn er es nicht wollte. Wir Menschen haben unsere Fehler, Schwächen, darum füllt sich der "Karmaeimer"(sehr schön). Kann er denn mal leer werden?

Verzeihen ist eine gute Tat. Jedem Verzeihen, "Dem Vertrauensmörder usw. Oder soll anstatt "Verzeit" lieber Vergebung heißen. Den Menschen wird vergeben durch Christus oder in Tonglem-Meditation.

Die Strophe mit den "Gewissenspfützen" gefällt mir sehr. Ja und dann, im nächsten Vers kommt ja die Vergebung.

"IM Spiritus Sanctus": Der Vers soll wohl bedeuten, trotz Religion kann der Mensch schlechtes ("Räuberstirn") tun.

Der Feind ist nicht mehr im Kontinium, wenn die Leere und das Geisteslicht da sind(Nirwana)

Liebe Grüße (Martinus geht kurz zum Speisen in die Küch')

Martinus






„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#6

RE: Un(be)greifbar

in Lyrik 16.08.2008 14:13
von Martinus • 3.194 Beiträge
Und nun ein wenig Assoziation zum Gedicht

In der ersten Strophe ist die Schwere des Lebens spürbar.

Zweite Strophe: Die Gier des Menschen als Antrieb. Lebensgier, die Gier nach dem Weibe. Der Eros trägt auch den Tod in sich (Eros kai Thanatos).

Dritte Strophe: "Giereier". Die Gier zerreisst den Körper, das Leben und spaltet. Die Gier ist Lebenszerstörend. Das physische Herz (siehe erste Strophe) pumpt immer noch sehr schwer. Die Herzensliebe, die Leichtigkeit des Lebens, vergeht durch die Gier.

Vierte Strophe: Ich stelle mir vor, wie ein Verbrecher mit einer Maurerkeller den Karmaeimer füllt.

Fünfte Strophe: Die Aufforderung zum Verzeihen erlöst das Herz, der Mensch wird freier, er fühlt sich leichter. Er lächelt. Jetzt kommt die Herzensliebe zu Tage,

Sechste Strophe: Ich sehe eine Straße mit Bettlern, die im Regen stehen. Die Pfützen (das Gewissen) plätschert.

Siebente Strophe: Die Verlierer werden als Raubtiere bezeichnet. (nicht als Mensch). Zernagte Knochen, aus denen Unwissenheit versprüht. Lebensweisheit kann man in dem Knochenmark nicht finden. Der wahre Sinn des Lebens oder des Menschen liegt im völlig Verborgenem. Darum kommt in den Knochen nicht die Wahrheit ans Licht, sondern nur die Lüge.

Neunte Strophe: Die Religion führt nicht ungedingt zu den wahren Quellen. Religiöse Lehren werden verdreht, sodass auch Menschenhass als Folge sein kann. Die wahren Quellen der Religion liegen auch im völlig verborgenen, weil Menschen unwissend sind.

Die zehnte Strophe ist die Erlösung allen Übels.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 16.08.2008 14:15 | nach oben springen

#7

RE: Un(be)greifbar

in Lyrik 17.08.2008 05:38
von ascolto • 1.289 Beiträge
Ach Herr Martininus,

sui sünd zu fein und großgeherzt. Gedicht-nein-, ein Gedüchtversuch üsch dadd. Nümmer werd uich fertüch midd allem Wortsalat, uich verkasper und hedder mich uim Gabler. So uisch dadd! Doch aus der Freude dadd du mein Gezeyl deutelierst: Ein feinzarten Hofkniks send uich dir, einen Freudenknutscher auf die Rezipientenwangen, ein Händgeschüddel bis zum Herzen wo der Geist sein bewohntes Häusl lichtet!

bed A nkt

zuletzt bearbeitet 17.08.2008 05:47 | nach oben springen


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