Mai 2008

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04.05.2008 16:41 (zuletzt bearbeitet: 04.05.2008 16:43)
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#16
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... wie einige andere ja auch.

(Man blicke hier z. B. auf Picasso!)

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05.05.2008 19:57 (zuletzt bearbeitet: 05.05.2008 20:06)
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#17
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Ein paar weitere Romane, die Sartre begeistert gelesen hat, sind die von Jules Romains aus der Romanreihe "Die guten Willens sind". Es handelt sich dabei ...
tatsächlich um einen 27-bändigen Zyklus.
Romains schildert in diesem monumentalen Werk die sozialen Verhältnisse und Entwicklungen Frankreichs in der Zeit vom 6. Oktober 1908 bis zum 7. Oktober 1933. Dabei interessieren Romains weniger Einzelschicksale als die Darstellungen von Gruppen, die der Autor als »unanimes« bezeichnet: Von einer mystischen Gruppenseele zusammengeführte Individuen. Das Werk endet mit dem Jahr 1933. Auch die Menschen, »die guten Willens sind«, resignieren und ziehen sich aus der Gesellschaft zurück.
Sartre war von "Verdun" und "Vorspiel zu Verdun" völlig überwältigt (weil sie das "Im Krieg Sein" so exakt beschreiben), die es leider nicht mehr (?) in deutscher Übersetzung gibt. Aber die ersten sieben Bände sind antiquar und auf deutsch zu bekommen.

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14.05.2008 22:15 (zuletzt bearbeitet: 14.05.2008 22:31)
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#18
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Ich lese mit Begeisterung in den Tagebüchern von Sartre und in Beauvoirs Kriegstagebuch. Sartre stellt anhand seiner selbst und der Beobachtungen seiner Umgebung interessante Theorien auf, woraus sich später sein gesamtes Werk erschließt, Beauvoir hält, wie auch in ihren Memoiren, die Zeit fest, wie sie sie erlebt.

Über Maurice Sachs finde ich leider kein anderes Buch, obwohl er einige schöne Blicke auf Paris und die Zwanziger Jahre verfasst hat (nur sind da die üblichen Schwierigkeiten mit Übersetzungen in die deutsche Sprache). Zum Beispiel "Die Treibjagd", ein Buch, das die Nachfolge von "Der Sabbat" ist. "Mein Leben ist ein Ärgernis" ist übrigens das gleiche Buch wie "Der Sabbat".
Mit ihm lebte wohl auf längere Zeit Violette Leduc zusammen. Darum erscheint mir auch "Die Bastardin" in diesem Zusammenhang interessant.
Es ist ein weiter Kreis an Menschen. Fast meint man, man lebt direkt in Paris, um siebzig Jahre zurückversetzt.

Zwischendurch: Gide "Uns nährt die Erde" - eine beeindruckende, wenn auch an einige "religiöse" Schriften erinnernde Erzählung (ähnlich wie Nietzsches Zarathustra).

So, kurz mal aufgeholt, was ich hier die Tage durch Zeitmangel nicht festhalten konnte...

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18.05.2008 14:25 (zuletzt bearbeitet: 18.05.2008 14:54)
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#19
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So... im Streifzug durch die Stadt jetzt endlich auch ergattert:
Josef Winkler "Das Zöglingsheft des Jean Genet". Bin gespannt.

Das Werk eines Künstlers, meinte Genet, müsse für sich selbst sprechen und der Autor solle hinter seinem Werk zurücktreten.

Das sind entspannende Aussichten, nach all den autobiographisch, intimen, auf sich selbst gerichteten Eindrücken von Sartre und Beauvoir. Irgendwann rücken einem diese Menschen so nahe, dass man etwas zurücktreten möchte.
Der Blick eines Bewunderers auf Genet bleibt zwar ein ähnliches Metier, aber immerhin ist er äußerlich und stammt von Winkler...

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18.05.2008 14:35 (zuletzt bearbeitet: 18.05.2008 14:36)
#20
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wie ihr sicher gemerkt habt, hatte ich vor dem Trevor noch "Der Sonntagsmonat" von Updike vorgezogen und befinde mich jetzt in der zweiten Hälfte von Turgenjews Schatten(von William Trevor, irischer Autor, der in einem Stil schreibt, der an Flaubert erinnert).


„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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18.05.2008 14:49 (zuletzt bearbeitet: 18.05.2008 14:53)
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#21
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Zitat von Martinus
... und befinde mich jetzt in der zweiten Hälfte von Turgenjews Schatten(von William Trevor, irischer Autor, der in einem Stil schreibt, der an Flaubert erinnert).


Solche Bücher erinnern mich irgendwie (nur vom Titel) an Bücher wie "Nabokovs Katze" von Thomas Lehr (übrigens ein sehr schönes Buch) oder "Kafka am Strand" von Murakami.

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18.05.2008 14:57
#22
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ja, wobei auch "Kafka am Strand" bei vielen Lesern gut angekommen ist. Überlegte mir heute auch schon, ob ich noch einige Turgenjew'sche Erzählungen lese soll. Bisher wird im Roman Turgenjew selbst mit Namen nicht genannt. Da muss es doch noch tiefere Verbindungen zu Turgenjew geben, Vielleicht kriege ich das heraus.



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18.05.2008 15:07
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#23
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"Kafka am Strand" habe ich leider nicht gelesen. Werde ich vielleicht irgendwann noch nachholen.

Worum geht's denn bei "Turgenjews Schatten"? Ums Schreiben?


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18.05.2008 15:19 (zuletzt bearbeitet: 18.05.2008 15:22)
#24
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In "Turgenjews Schatten" geht es nicht ums Schreiben. Eine Frau, Marie Louise, heiratet unüberlegt einen Textilhändler, den sie aber nicht liebt. Über diesen Fehlgriff habe ich mich natürlich gewundert. Durch die Heirat wollte sie ans städtische Leben Anschluss finden. Sie trifft sich dann aber mit ihrem Cousin Robert, der an einer Krankheit leidet. Beide waren in der Schulzeit ineinander verliebt. Beide hielten sich aber zurück. Jetzt stellt sich heraus, dass sich beide noch lieben. Kurz und gut: Robert liest ihr auf einem Friedhof Geschichten von Turgenjew vor, parallel dazu entwickelt sich Marie Louises Ehemann zum Trinker. Robert stirbt, und Marie wird sich in ihrer Melacholie in die Welt Turgenjews zurückziehen (kommt auch in eine Psychiatrie). Ein ziemlich melancholischer Roman, was mir durchaus gefällt. Nun schrieb Turgenjew auch Liebesgeschichten, z.B. "Erste Liebe". Vielleicht gibt es da noch Verbindungen.


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18.05.2008 15:23 (zuletzt bearbeitet: 18.05.2008 20:50)
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#25
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Ah... verstehe. Dann ist aber doch ein Zusammenhang da. Ähnlich wie bei Yalom und seiner (in meinen Augen eher mißlungenen) "Schopenhauerkur". Da ist ein Psychiater, der die Angst vor dem Tod mit Hilfe von Schopenhauers Schriften überwindet.

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18.05.2008 15:26
#26
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ah, so! Danke. Ich stehe schon vor dem Finale. Auf jedenfall hat Trevor seinen Roman noch vor Yalom's "Schopenhauerkur" geschrieben.



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18.05.2008 15:28
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#27
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Oh Pardon! Ich meinte nicht, dass da ein Zusammenhang zwischen den beiden Büchern liegt, sondern, dass die Verbindung zu Turgenjew besteht, weil jemand aus seinen Erzählungen vorliest. Ich hatte mich vorher gewundert, weil die meintest, du suchst noch nach der tieferen Verbindung zu Turgenjew.


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18.05.2008 15:33
#28
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Ich dachte schon, vielleicht gibt es außerdem noch eine tiefere Verbindung zu Turgenjew. Ich weiß es ja selber nicht. Mal sehen.



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20.05.2008 18:15
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#29
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Na dann mache ich mich mal an Sartres "Saint Genet". Ich hoffe, mein Buch "Das Totenfest" kommt in den nächsten Tagen.


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23.05.2008 17:39
#30
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Ich befinde mich in der Lektüre zu Philip Roth: Exit Ghost. Wie zu erwarten ein großer Lesegenuss.

als Zweitlektüre: Josef Winkler: Das Zöglingsheft des Jean Genet



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