Sturz

11.12.2008 17:15
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#1
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Admin

Sturz

Über dem Kopf
tosende Gewässer,
ein Rauschen, das in mich dringt
und dort den Weltenstrom
Kreis für Kreis in Tiefen reißt.
In Südtirol zwischen Felsen
sah ich sich schlängelnde Fäden
bis aus der Nähe dort tobend das Wasser
auf nackten Stein hinabstürzte.
Tröstend auch jetzt
hinter meinem Rücken.
Ich ahnte nicht,
dass dort jemand weinte.


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11.12.2008 17:59 (zuletzt bearbeitet: 11.12.2008 18:00)
#2
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Hallo,

hierüber muss ich warscheinlich noch länger nachdenken, um auf die Spur des Gedichtes zu kommen. Mal ein Versuch:

Schön finde ich solche Sprachspiele, wie im fünften Vers ausgekostet. Zweimal eis und dann reißt. Solche Experimente mag ich von Grund auf. Das "tösende Gewässer", das Rauschen über dem Kopf, das sind die sehr vielen Eindrücke, die täglich in uns einströmen. Diese Eindrücke kreisen sich in uns hinein, bis in tiefsten Stellen unserer Seele. Sehr schön, hier von einem "Weltstrom" zu erzählen, der sich in uns einnistet.

Über die Eindrücke in Südtirol muss ich nochmal nachdenken. Spontan fällt mir ein, es sei eine Metapher von der ersten Metapher (= Vers 1-5)

Warum das herabstürzende Wasser tröstend ist, bin ich mir nicht sicher. Denn es weint jemand. Darum denke ich doch, jemand weint, weil eben zuviel Eindrücke über diesen Jemand hineingebrochen sind.

"schlängelnde Fäden" gefällt mir.

Liebe Grüße
mArtinus


„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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11.12.2008 20:14
avatar  Taxine
#3
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Admin

Lieber Martinus,

es ist toll, wie du dich in die Zeilen einfindest, aber verraten tue ich nix.

Metapher stimmt.
Und die Wasserfälle in Südtirol sahen aus der Entfernung wirklich wie Rinnsale, wie Fäden im Stein aus.

Liebe Grüße
und vielen Dank.

tAxine


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