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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 14:54
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Ja, da jammern sie los. Freiheitsberaubung... Warum nicht auch die Autos abschaffen, die sind doch viel schädlicher...

Weil es nicht um die Gesundheit geht.
Raucher sind Suchtkrüppel ihrer eigenen Unsicherheit. Darum heulen sie auch am lautesten, wenn mit ihrer Sucht ganz allmählich Kontrolle betrieben wird (Zigarettenautomaten, die nur noch mit Karte bedient werden können, angeblich... Kinderschutz), irgendwann zahlen wir alle schön mit unserem Fingerabdruck. Totalitäre Überwachung.
Das Verbot. Überall schlägt es uns entgegen. Und warum jammern gerade Raucher, prangern die Freiheiten an, die ihnen genommen werden? Sie nehmen sich doch selbst genug davon. Lassen sich in Raucherecken drängen, zusammengefercht auf zwei x zwei Quadratmetern, um kurz das große Zittern zu besänftigen, schauen in Zug und Restaurant nach dem dampfenden Sitzplatz, um während dem Essen schon wieder nach der nächsten Zigarette zu gieren. Genuss, was?
Nochmals. Es geht nicht um die Gesundheit. Auch mit Umweltproblemen wird Geld gemacht. Darum ist alles halbherzig organisiert, die Tabakindustrie finanziert die Anti-Raucher-Kampagnen, und Umweltschützer streichen Mitgliedsgelder ein, um sich selbst zu finanzieren. Das gute Herz schlägt nicht für die Menschheit. Vieles geschieht aus Berechnung.
Da hilft auch nicht die große Jammerei.
Ja, und auch Autofahrer sind "abhängig" von ihrer Bequemlichkeit. Alles selbst auferlegte Einschränkungen.
Der Suchtkrüppel ist radikal formuliert, sicherlich. Trotzdem ist er am ehesten zu kontrollieren.
Und der Vergleich Raucherverbot und Autofahrverbot hinkt, wenn man sich mal die "Politik" vor Augen führt.
Solange mit Benzin Geld gemacht werden kann, wird das Auto fester Bestandteil bleiben. Ebenso wird die Zigarette immer teurer, ohne dass Raucher wirklich dadurch auf das Nikotin verzichten. Diese Freiheitsberaubung meine ich. Man weiß, egal wie teuer man bestimmte Dinge macht, dass es Menschen gibt, die dabei mitmachen. Das ist beim Autofahren wie auch beim Rauchen ein und dasselbe.
Süchte herrschen überall, natürlich. Ebenso die Kontrolle darüber.




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#2

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 14:54
von Ferro
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Ja, wir werden überall eingeschränkt. Verbote und Kontrollmechanismen, Irreführung und wilde Streuungen an Information und Desinformation. Manipulation findet an allen Menschen statt, und trotzdem bleibt derjenige, der von etwas abhängig ist, immer leichtere Beute, als ein "unabhängiger" Mensch. Aber, wer ist schon unabhängig. Als Teil der Gesellschaft wird man immer integriert sein, also mit dem Strom laufen. Es ist ja auch schwer, von hier den Überblick zu behalten.

Ich grüße,
der Ferro

zuletzt bearbeitet 05.11.2009 20:26 | nach oben springen

#3

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 14:54
von Gert
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hallo miteinander.

da will ich doch auch kurz meinen senf zugeben, denn so einfach kann man es sich ja nicht machen.
ich rauche gerne und viel und lasse mich sicherlich nicht davon einschränken, dass bestimmte orte nun tabu sind. ganz einfach: diese orte suche ich nicht mehr auf.
ich glaube eher nicht, dass es hier nur um kontrolle geht. eher versucht die regierung das rauchen auf eine dämliche art einzuschränken. weniger möglichkeit führt zu weniger reiz. vor zwanzig jahren wurde noch damit geworben, jetzt ist es verpönt, der marlboroman ist entthront worden vom drohenden zeigefinger.
zuletzt bearbeitet 27.01.2009 21:19 | nach oben springen

#4

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 14:55
von Taxine
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Hallo Ferro, willkommen Gert,

nochmal, um mich klarer auszudrücken:
Der Raucher, wie auch jeder andere "Süchtige" (Alkohol, Autofahren, Nikotin...usw.) ist einfacher zu steuern. Gerade du, Gert, gibst hier genau das zu verstehen, wo du sagst, du lässt dich nicht einschränken. Dabei schränkst du dich ganz alleine ein, weil du diese Orte ja nicht mehr aufsuchst. Aber, das ist ja auch ein anderes Thema.
Die Zigarettenautomaten könnten (ich will mich da auch nicht festlegen) zum Beispiel das Kartenzahlen (das Sich-daran-Gewöhnen) vereinfachen. Da der Raucher ja sowieso an den Automaten geht, wird er "unterbewusst" und irgendwann aus Gewohnheit auch andere Dinge in dieser Art und Weise bezahlen. Wir sind alle faul und akzeptieren die Erleichterung.
Da der Raucher aber darauf angewiesen ist, diesen Automaten zu benutzen,
muss er seine Karte aufladen, um dann mit dieser Karte Zigaretten zu erhalten. Sicher gibt es auch immer andere Möglichkeiten, man kann sie sich in Gastronomien bringen lassen, man kann Tabakläden aufsuchen, usw., trotzdem wird immer irgendwann so eine Situation kommen. Der "bequeme" Mensch...

Was ich aber noch eher meinte, ist: Der Mensch wird hier auf bestimmte Dinge und Vorrichtungen hingeführt. Er muss also daran gewöhnt werden. Dies geht bei dem "Abhängigen" einfacher.
Aber, lieber Ferro, da gebe ich dir recht. Wer ist schon unabhängig.
Irgendwo werden wir immer gesteuert.

Ich hoffe, ich habe es ein bisschen verständlicher gemacht!

Liebe Grüße
TaxinA

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#5

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 14:55
von Gert
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pfff... ich lasse mich nicht steuern. und ich habe auch noch keine karte zum aufladen. es gibt tankstellen. ich erfülle sowieso alles. ich fahre auto, ich rauche, trinke gerne mal einen schluck, das benzin wird teurer und ich fahre weiter. verbote können mir nichts anhaben.

noch einen schönen abend.
gert (kein krüppel)

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#6

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 14:56
von Jo
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Hi...
ist ja ordentlich was los hier.
Das Streitthema schlechthin.
Es geht nicht um die Gesundheit, das kann schon sein, trotzdem ist das Verbot, und es ist egal, um welches Verbot es sich handelt, immer Freiheitseinschränkung. Da hat man auch das Recht zu jammern oder empört zu sein.
Ja, von mir aus, sind überall Verbote, die uns einschränken, aber trotzdem hat niemand zu entscheiden, wer raucht und wer nicht, um es dann mit der schäbigen Ausrede schmackhaft zu machen, es wäre schädlich für Nichtraucher oder sonst was.
Taxine, Krüppel oder nicht Krüppel, mit Unsicherheit hat das nichts zu tun. Irgendwann mal dumm gewesen und anfangen, na gut.
Und zu dem Vergleich in dem Restaurant: Der Nichtraucher ist doch genauso eingeschränkt, muss ebenso auf seine "Sitzecke" beschränkt sitzen, weil der Qualm ihn stört. Er ist also genauso unfrei...

Es grüßt
Jo

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#7

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 14:56
von Taxine
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Hallo Jo... Touché mit kleinen Einschränkungen (wir kommen wohl nicht davon los ):
Der Nichtraucher könnte aber frei wählen, wo er sitzt, der Raucher muss in seine "Ecke".
Außerdem kann der Nichtraucher sein Essen genießen, der Raucher isst nur zwischen zwei Zigaretten.
Naja, das ist ein langes, leidiges Thema.
Jeder ist irgendwo sein eigener Sklave.

Herzlich
Taxine

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#8

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 15:31
von Moulin • 395 Beiträge

Mal ganz kurz und knapp.
Den Rauchern kann man für das Rauchen nicht die Schuld geben, denn meine Generation wurde zum Beispiel durch die Werbung - und das geschah ganz im Interesse unseres Staates - zum Rauchen getrieben.
In den Talkshows der frühen 70 ger Jahre war es völlig üblich, dass die Promis hinter den vorbeischwebenden Rauchschwaden ihrer Zigaretten kaum zu erkennen waren. Bei Partys lagen Gäste schachteln auf dem Tisch und ob die Kinder in der Wohnung passiv rauchten hat niemanden interessiert.
Mit gleichzeitigem Verfall der alten Familienstrukturen wurden die Kinder durch die Massenmedien erzogen, und die propagierten nun mal das ungesunde Leben, das wegen der hohen Steuereinnahmen gerne auch von der Politik unterstützt wurde.
Daher ist die Politik und die Gesellschaft heute gefragt, behutsame Wege aus dem Rauchen zu finden.
Rauchen ist nicht mehr zeitgemäß, aber man darf die Raucher, die von der Gesellschaft geformt wurden nicht mit dem Problem alleine lassen.

Moulin, der Ex - Raucher :D

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#9

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 15:39
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Es war ja auch ein bisschen überspitzt gesacht... net wahr?
Ich finde aber, dass der abhängige Mensch einfach seine eigenen Freiheiten einschränkt, wie auch besser zu kontrollieren ist. Man gibt ihm "Stoff", und er lehnt sich für einen kurzen Moment zurück und glaubt, er ist zufrieden.

Ja, ja, und ich habe früher auch geraucht! Ich spreche also aus Erfahrung und lediglich im Blick auf mich selbst!



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zuletzt bearbeitet 27.01.2009 21:19 | nach oben springen

#10

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 15:42
von Moulin • 395 Beiträge

Stimmt, das erste, was ich erhalten habe, nachdem ich mich vom Rauchen gelöst hatte war eine ganz neue Freiheit. Das habe ich sehr extrem empfunden. Das Rauchen bestimmt das Leben zu einem größeren Teil als man wahrnimmt.

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#11

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 15:47
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Genau das meine ich. Mir ging es ebenso. Auf einmal hat man erkannt, dass man eigentlich nur aus Langeweile zur Zigarette gegriffen hat.

Auch dieses "Nicht-mehr-gucken-müssen, wo-man-rauchen-darf" offenbarte eine eigenartige Form neuer Freiheiten.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 27.01.2009 21:20 | nach oben springen

#12

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 15:56
von Moulin • 395 Beiträge

Das Rauchen bestimmte große Teile des Lebens.
Der Gedanke kreist immer um die Zigaretten.
Ich habe zwar keinen Drang mehr nach Nikotin, doch auch nach Jahren kommt manchmal noch so eine Sehnsucht nach dieser Raucherromantik, die zwar nie real war, aber doch irgendwie vertäumt schön.

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#13

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 16:02
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Interessant ist auch der Gedanke, dass man das Rauchen selbst als "Genuss" empfand. Oder, als Hilfe gegen Nervösität. Die Macht des Geistes. Im Grunde bewirkt die Zigarette ja nichts. Aber, das wusste ich vorher auch nicht.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 27.01.2009 21:20 | nach oben springen

#14

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 16:06
von Moulin • 395 Beiträge

Am Anfang fragte ich mich, was ich machen solle, wenn ich diese Rituale ohne Zigaretten bewerkstelligen sollte, doch als es dann soweit war, dass ich in Situationen kam, in denen ich immer rauchte, stellte sich die Frage gar nicht mehr.

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#15

RE: Rauchverbot in der Öffentlichkeit

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 16.08.2007 16:20
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Das ist ja auch so ein Thema. Jeder Mensch sollte einfach handeln, wonach ihm der Sinn steht. Dass am Tabakverkauf riesige Mengen an Geldern eingenommen werden, ist eben gesellschaftsbedingt. Darum wird alles teurer und teurer, ohne, dass die Menschen sich dagegen wehren können.
Darum werden die "Anti-Rauch-Kampagnen" auch von den Tabakindustrien finanziert, oder dem Raucher eingeredet, es wäre ein schrecklicher Entzug, oder er benötigte ein Nikotinpflaster, um sich das Rauchen abgewöhnen zu können.
Es ist auch keine Willensfrage. Es ist ganz einfach das Begreifen, wie sinnlos die Zigarette in ihrer ganzen Eigenschaft ist.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 27.01.2009 21:20 | nach oben springen


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