Philippe Ariès "Geschichte des Todes"

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15.07.2011 11:54 (zuletzt bearbeitet: 15.07.2011 11:57)
avatar  LX.C
#31
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33 Totentanz-Holzschnitte von Hans Holbein der Jüngere, untermalt mit mittelalterlicher Musik.

Der Totentanzreigen hat sich mit Holbein endgültig zugunsten der individualisierten Darstellung verabschiedet. Es bleibt die Essenz, dass vor dem Tod jeder gleich ist und es jeden und überall treffen kann. Interessant finde ich an den Holzschnitten Holbeins, dass der Tod einmal als Schelm dargestellt wird, der seine Spielchen treibt, und ein anderes Mal wieder als Gewalttäter, der sich ungeduldig nimmt was er will. Schaut ruhig mal rein, es lohnt sich.


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29.08.2011 09:26 (zuletzt bearbeitet: 29.08.2011 09:28)
#32
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Zitat von LX:C
Ohler berichtet auch über den Totentanz als Kunstgattung, die mit der Pest und dem damit einhergehenden neuen Verhältnis zum Tod im Spätmittelalter aufkommt.



Franz Liszt: Totentanz


Paraphrase über das gregorianische Dies irae, verbunden mit einem Totentanz

Der Text des "Dies irae" ist HIER.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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29.08.2011 13:32
avatar  LX.C
#33
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Sehr gut, ja.

Dies irae / Tag des Zorns von Thomas von Celano (ca. 1190 - ca. 1260) ist nach Form, inhaltlicher Ausgestaltung und Entstehungszeit aber kein Totentanz.


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29.08.2011 17:09
#34
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Ein Totentanz ist das aber doch, dieser Liszt. Darum hier gepostet.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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30.08.2011 12:34 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2011 11:18)
avatar  LX.C
#35
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Das Stück heißt so, ja Nur wenn es eine Paraphrase über das gregorianische Dies irae sein soll und Liszt es Totentanz genannt hat, dann stimmt da trotzdem was nicht. Den Totentanz in bildender Kunst und Dichtung gibt es erst seit Mitte des 14. Jahrhunderts.


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26.05.2025 09:50
avatar  Salin
#36
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In Ariès' Geschichte des Todes (1978/80, in der Ausgabe von 1999) habe ich nun auch einiges gelesen. Gut zu wissen, dass, wenn der Buchhandel mal zusammenbrechen sollte, immer noch genug Ungelesenes in den Regalen steht, so wie in diesem Fall aus der Bibliothek der eigenen Partnerin.
836 inhaltlich nur leicht verstaubte Seiten, die auch zum Nachschlagen geeignet sind. Neu für mich war zum Beispiel, dass vom 7. bis zum 18. Jahrhundert Bestattungen innerhalb von Kirchen kirchenrechtlich verboten waren, was freilich nicht immer befolgt wurde. Ebenso die im Gefolge der Aufklärung einsetzende Mode von privaten Anatomieräumen in wohlhabenden Häusern. Umfassend geschildert werden die Veränderungen von Verhalten und literarischen Gepflogenheiten in Bezug auf Sterbende und Bestattungen, schlicht bedingt durch kulturellen Wandel. Dazu die zahlreichen Zitate, unter anderen von Tolstoi, de Sade und den Brontë-Schwestern. Genaugenommen geht es um die Geschichte des Todes in Europa.
Mir gefiel die Antwort eines Dieners aus Der Tod des Ivan Iljitsch, nach der Aufforderung des Schwerkranken sich auszuruhen: "Alle werden wir sterben. Warum sich nicht ein bisschen Mühe geben?"


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