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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 11:56
von Krümel • 499 Beiträge

1Q84

Ein typischer Murakami, äußerst spannend und mysteriös, melodisch geschrieben oder übersetzt, aber eben leider noch nicht vollkommen!

Das Buch wird aus zwei Ebenen her beschrieben und diese wechseln kapitelweise. Die eine Ebene handelt vom Protagonisten Tengo: Ein 30 jähriger Mathematiklehrer und angehender Schriftsteller. Die typisch männliche Murakami Besetzung – häuslich, unentschlossen, etwas schlampige Bekleidung und eher ein Frauenfreund als Draufgänger. Die Andere wird von Aomame getragen – das genaue weibliche Gegenteil – taff, eigentlich gutaussehnend, willensstark, aber tief innerlich sehr verletzlich. Natürlich wieder das perfekte Paar.

Tengo hat als Schriftsteller schon einige Werke geschrieben, er reicht sie auch regelmäßig bei Roman-Debüt-Preisen ein und sein künftiger Verleger hält auch große Stücke auf ihn, aber irgendwas fehlt immer in seinen Romanen – Lebendigkeit. Doch dann taucht die 17 jährige Fukaeri auf. Sie reicht einen Roman für den Wettbewerb ein, der vom Inhalt, von der Geschichte her, spannend und lebendig ist, nur am Stil mangelt es ihr. Kurzer Hand entschließt sich der Verleger, dass Tengo ihren Roman überarbeiten soll.
Fukaeri erzählt in ihrem Buch ihre eigene Geschichte, eine Geschichte die bald auf beiden Ebenen überschwappt und „1Q84“ immer spannender macht.

>>Am Himmel standen zwei Monde. Ein großer und ein kleiner. Nebeneinander. Der große war der ihr vertraute gute alte Mond. Er war fast voll und gelb. Aber neben ihm befand sich ein weitere Mond, der ihr ganz und gar nicht vertraut war.<<

Diesmal besitzt das Buch ein Leitmotiv, denn direkt zu Beginn in Kapitel 7 geht es um folgende Ausgangsstellung: Aomame ist Auftragskillerin und beseitigt Männer, die Frauen oder Mädchen missbrauchen und misshandeln. In ihrer Ebene geht es immer um die Frage, ob dieses Richten gut oder schlecht ist. Inwieweit ist es richtig, dass man das Böse vernichtet um das Gute zu stützen, wie die Natur mit dieser Frage umgeht und ob dieser Dualismus nur in der menschlichen Moralverstellung seine Gültigkeit hat.

>>Die Gene denken nicht in Kategorien von Gut und Schlecht. Wir haben Glück oder Pech mit ihnen, aber sie wissen nichts davon. Denn wir sind nicht mehr als ein Mittel zum Zweck. Für die Gene zählt nur, was für sie selbst den größten Nutzen bringt.<<

Mit dem Leader, eine weitere Figur im späteren Verlauf der Handlung, findet dann der Roman sein „Böses“. Und wenn man das „Gute“ schützen möchte, sollte man das „Böse“ aus der Welt schaffen! Doch von dieser Figur erhält der Leser folgende Betrachtung:

>>Gut und Böse sind keine festen, unveränderlichen Größen, sondern Aspekte, die ständig je nach Perspektive wechseln, was in einem Moment gut ist, kann im nächsten böse sein. Und umgekehrt …
Entscheidend ist das Gleichgewicht zwischen den sich in unablässiger Bewegung befindlichen Kategorien von Gut und Böse zu halten. Bekommt eine Seite das Übergewicht, wird es schwierig eine realistische Moral aufrechtzuerhalten. Das Gleichgewicht an sich ist das Gute.<<


Außer ein paar übertriebene Wiederholungen in der Mitte, wo allmählich die beiden Ebenen verschmelzen, bin ich der Meinung, dass „1Q84“ zeigt, dass Murakami wirklich auf der Höhe seines Schaffens angekommen ist! Äußerst spannend, eine gut umflochtene Handlung, aussagekräftige Metaphern und gute Symbol-Übertragungen, auch die Figuren sind überzeugend und lebendig, all das macht dieses Buch wirklich zu einem Lesegenuss, und sorgt für angenehme Unterhaltung.
Jetzt bleibt uns Lesern nur noch bis Oktober (2011) zu warten, um voller Erwartung den dritten Teil lesen zu dürfen, in der Hoffnung, dass sich alles auflöst und der Roman perfekt abgerundet wird.

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#2

Gefährliche Geliebte

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 11:57
von Krümel • 499 Beiträge

Ein wunderbar erzähltes Buch!

Hajime wächst als Einzelkind auf. Und Einzelkind zu sein in den 50 er Jahren des letzten Jahrhunderts in Japan ist gleichbedeutend mit Außenseiter. Denn keine bürgerliche „normale“ Familie wünscht sich nur ein Kind, nein zwei oder drei. Ein Kind steht für Eheprobleme, gesundheitliche Störungen oder finanzieller Engpass.
Hajime lernt in der Unterschule Shimamoto kennen, auch sie hat keine Geschwister, und es verhält sich tatsächlich so, dass sie ganz gleich empfinden, denken und wahrnehmen. Doch als Hajime zur Mittelschule wechselt, ziehen seine Eltern um und die Kinder verlieren sich aus den Augen.
Mit sechszehn lernt dann der Protagonist Izumi kennen, seine erste Freundin, die er küsst und berührt, aber auch diese Liebe verläuft sich, er zieht weiter nach Tokio und studiert. Erst mit Dreißig heiratet er, bekommt zwei Töchter und wird „glücklich“ …

Anders als in „Kafka am Strand“, in dem surreale Elemente in der Übertragung tiefe Lebenserfahrungen spiegeln, verhält es sich bei „Gefährliche Geliebte“ scheinbar ohne surreale Elemente.

„Da Erinnerungen und Sinneseindrücke so ungewiß sind, so vielen Einflüssen unterliegen, beziehen wir uns, um uns die Realität von Ereignissen zu beweisen, stets auf eine parallele Realität - … Inwieweit Tatsachen, die wir als solche anerkennen, wirklich so sind, wie sie uns erscheinen, und inwieweit sie nur darum Tatsachen sind, weil wir sie zu solchen erklären, läßt sich unmöglich entscheiden.“

Ein ganz wunderbares Buch. Murakami versteht es zu erzählen, den Leser in seinen Bann zu ziehen, und obwohl nicht viel geschieht für Spannung zu sorgen, sowie unterhaltsame Lesestunden zu schenken. Danke!

Haruki Murakami 1949 in Kioto geboren, lebte über längere Zeit in Europa und in den USA, und heute lebt in einer Vorstadt von Tokio. Schon sein 1982 erschienener Roman „Wilde Schafsjagd“ wurde ein Welterfolg. Er erhielt mehrere Literaturpreise, für „Gefährliche Geliebte“ den bedeutenden Tanizaki-Preis.

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#3

Mister Aufziehvogel

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 11:59
von Krümel • 499 Beiträge

Ein Roman zergliedert in viele einzelne Geschichten, die letztendlich kein richtiges rundes Ende nehmen.

Die Eheleute T. führen eine schon länger bestehende Ehe, der Alltag hat sich längst eingestellt und der Umgang ähnelt eher einem oberflächlichen nebeneinander Herleben als einer gesunden Partnerschaft. Man kennt noch nicht einmal die Essgewohnheiten des anderen und so verwundert es nicht, dass Kumiko eines Tags spurlos verschwindet …

Toru, der Laufbursche einer Anwaltskanzlei hat seinen Job an den Nagel gehangen, sucht zunächst nach dem verschwundenen Kater, kurz darauf auch seine Frau. Bei seiner Suche lernt er die unterschiedlichsten Menschen kennen: die 16 jährige May, Malta und Kreta Kano, die zwei Frauen mit den übersinnlichen Kräften, einen Mayor und dann später im zweiten Teil Muskat und Zimt. Alles Figuren mit „unnatürlichen“ Besonderheiten und eigenen Geschichten, die auch alle erzählt werden und dabei driftet die Handlung immer mehr ins Surreale ab. Sie streift so oft über die Grenzen der Realität, dass es auch dem geneigten Leser zu viel wird, da aufgrund dessen der Geschichte oft vollkommen der haltende Boden entzogen wird. Auch kommen und gehen die Figuren völlig willkürlich. Sie dienen alle irgendeiner Übertragung, besitzen Symbolkraft und verkörpern einen gewissen Sinn und Zweck, der mir aber diesmal eher verschwommen zuteilwurde, als dass ich ihn wirklich verstanden hätte.

Äußerst gelungen fand ich die Beschreibungen der Brunnen-Geschichte, eine Art von Meditationsübung. Der Protagonist schafft es dadurch, sich völlig aus seiner reellen Welt zu lösen und eine andere Ebene oder Welt zu treten. Aber insgesamt empfand ich den Roman zu episodenreich mit einer zu stark aufgeprägten Neigung zum Übersinnlichen, es fehlte mir einfach eine gewichtige Gegenseite, einen Ausgleich, der in den anderen Romanen stets vorhanden war.

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#4

Schlaf

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 12:00
von Krümel • 499 Beiträge

Eine wunderbare Parabel!

Das Wunderbare daran ist, dass die Ich-Erzählerin lange selber gar nicht erkennt wie ihr Leben verläuft, sondern „flüchtet“ und dadurch ihr Leben anders gestaltet. Sie greift wieder zum Buch, zur Schokolade und auch zum Alkohol und genießt ihr Alleinsein. „ … ich wollte etwas aus meinem Körper ausstoßen, indem ich ihn bis zum Exzess trieb.“ Das Erkennen und was sie da austreibt vollzieht der Leser direkt. Bei der Erzählerin braucht es da einen größeren Anstoß …

Ich denke, es gibt sehr viele Menschen, die gar nicht bewusst wahrnehmen in welchen Bahnen ihr Leben treibt, und wie weit sie sich selbst aufgegeben haben. „Ich spürte, dies war die Person, die ich eigentlich sein sollte. Durch den Verzicht auf Schlaf hatte ich mich selbst erweitert.“ Wunderbar wenn man sich selber so erschaffen kann, doch das Leben ist leider anders und darüber kann man nach der Lektüre dann nachdenken ;-)

„Was als biologisch natürlich gilt, ist letztlich doch nur eine empirische abgeleitete Schlussfolgerung. Ich aber befinde mich jenseits solcher Schlussfolgerungen. Man könnte mich als das transzendentale Modell eines menschlichen Evolutionssprungs betrachten. Die Frau, die niemals schläft. Die Erweiterung des Bewusstseins.“

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#5

Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 12:06
von Krümel • 499 Beiträge

Das möchte ich gerne generell über den Autor "sagen": Murakami versucht mit seinen Büchern dem Westen den Osten nahezubringen. Er macht die großen Unterschiede der Religionen/Philosophien deutlich, in dem er mit Symbolen und Übertragungen spielt. Leider wird dieser Autor immer wieder missverstanden, weil sich die Leser noch nie mit dem Buddhismus auseinander gesetzt haben, man sagt ihm dann nach - er schreibt wirres Zeug - aber das dürfte hier nicht der Fall sein Auch er verdient meiner Meinung den Nobel ...

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#6

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 12:55
von Martinus • 3.194 Beiträge

Hallo,

wenn das Nobelkomitee der Meinung ist, Murakami schreibe zum Wohle der Menschheit, dann soll er den Preis bekommen. Dir hat "Mister Aufziehvogel" nicht so gefallen, mir umso mehr, dieses Geheimnisvolle, Surrealistische, der Brunnen usw, oh, wie war ich begeistert, so wunderbar geschrieben. Leider habe ich nur ein paar Bilder noch im Kopf. Das ist so ein Roman, der eines rereads würdig ist. Was ich so von Murakami kenne, war dieser Roman mein allerliebster.

Nun, 1Q84" kenne ich nicht. Tja, dieses Gut und Böse ist wohl menschengemacht. Ich bin neugierig wie Murakami diese Thematik bearbeitet hat. Diesen Roman werde ich gerne mal lesen. "Gefährliche Geliebte" eine wunderbare Liebesgeschichte mit einer Jazzkneipe und die Erzählung "Schlaf" hatte mich auch sehr beeindruckt.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 11.08.2011 12:57 | nach oben springen

#7

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 13:01
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Vielen Dank für die wunderbaren Zusammenfassungen, Krümel. Ich bin mehr als neugierig geworden.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 06.08.2013 23:16 | nach oben springen

#8

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 11.08.2011 17:38
von Patmöser • 1.080 Beiträge

Von mir auch einen großen Dank für diese wundervolle Rezi, liebe Krümel.
Aber, über 1000 Seiten?
Für so dicke Büchers muss es dann schon einen triftigen Grund geben, oder man liest das auf japanisch..., aber welch einigermaßen normales Menschkind liest schon Bücher von - hinten...

Muss erst einmal mit diesem wunderlich wunderbaren Pnin zu ende kommen..., außerdem habe ich ein selbstmystifiziertes Thalia - Verbot.
Gut, gehe ich eben zu Weiland...

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#9

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 11.10.2012 08:06
von Martinus • 3.194 Beiträge

Gefährliche Geliebte

"Immer erschien sie an ruhigen, regnerischen Abenden." Im zarten Alter von zwölf Jahren berührten sich ihre Hände, dann verloren sie sich aus den Augen, 25 Jahre lang, doch "das Gefühl ihre Hand zu halten," hat Hajime niemals verlassen. Es folgenen Jahre diverser Frauengeschichten, mit dreißig dann Heirat, Kinder...also nichts außergewöhnliches... Nach einem Vierteljahrhundert taucht schließlich Shimamoto eines Abends in seiner Jazzkneipe auf. Es beginnt ein Reigen von Erinnerungen und Gefühlen, sie kommen sich wieder näher, für beide beteiligten die größte Liebe ihres Lebens...

Vom Inhalt her nicht aufregend, trotzdem zähle ich das Buch zu den wenigen guten erotischen Romanen, die mir zwischen die Finger gekommen sind, und das aus folgendem Grund: Murakami versteht, mit einfachen Sätzen, große menschliche Gefühle auf Papier zu bringen, genauer, er macht Leerzeilen und Lücken zwischen Wörtern und Buchstaben zu Welten menschlicher Empfindungen. In dieser Einfachheit liegt die große Kunst seiner Prosa. Alles ist logisch und mit großer Sensibilität komponiert. Einen schöneren Ausklang hätte diese Ballade in Blue auch nicht nehmen können.

Naokos Lächeln

"Naokos Lächeln" ist eine Liebesgeschichte, eine ganz eisige. Während der Lektüre werden anfängliche Hoffnungen zerschlagen. Toru Watanabe erinnert sich rückblickend an seine schmerzvollen Studentenjahre - unerfüllte Liebe und Einsamkeit.

Naoko, die Eine, wird psychotisch, zieht sich in ihre eigene Innenwelt zurück, Midori, die Andere, kann über Sex nur reden, und Toru Watanabe hat Naoko im Kopf, die ihr Dasein in einem abgeschiedenen Erholungsheim fristet. Anhand dieses Beziehungsgeflechts schildert Haruki Murakami von den Schwierigkeiten des Erwachsenenwerdens. Weil sie Lebenskrisen nicht lösen können, stürzen einige in Selbstmord, andere schaffen den Sprung ins Leben. In Kapitel 1 wird von einem Brunnen erzählt, der sich genau zwischen einer Wiese und einem Wald befindet. Anhand dieses Bildes können wir den Sinn des Romans entschlüsseln: Die Wiese mit dem duftenden Gras soll die Kindheit sein, in den Brunnen stürzen einige, andere schauen nur in den Abgrund und springen herüber in den Wald. Der Wald ist die Welt der Erwachsenen. Es ist dort dunkel, aber wenn wir stark werden wie ein Baum, können wir die Schattenseiten überwinden, und zur Baumkrone aufblicken, dort ist es hell. Der Roman ist also nur zweitrangig eine Liebesgeschichte. In der Erinnerung sieht Toru Watanabe seine Naoko auf der Wiese.

Ein Rätsel bleibt Murakamis Sprache. Sie ist einfach oder nur scheinbar einfach. Der Autor meistert die Geschichte mit einer verblüffenden Leichtigkeit und schaut dabei tief in menschliche Seelen.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#10

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 12.10.2012 12:15
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Von Murakami habe ich mittlerweile "Kafka am Strand", ein wahnsinnig schönes Buch, und nun auch das erste und zweite Buch "1Q84" gelesen. Bei letzterem muss ich sagen, dass Murakami mich alleine aufgrund der Story bei Laune hielt. Ich wollte einfach wissen, wie es weiter geht. Habe das Originelle vermisst, das mich bei "Kafka am Strand" so umgehauen hat. Auch wirkte der Roman auf mich irgendwie "reißerisch", nicht fließend und literarisch, eher wie ein spannend gemachter Film.
Die "Puppe aus Luft" scheint mir einfach eine Möglichkeit zu sein, die Menschen zu ersetzen, die dann die Rolle als reine Existenz übernehmen, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass das Individuelle im Menschen, diese reine und einzigartige Persönlichkeit abstirbt. Auch Tengo verbirgt sich als Schriftsteller hinter einem Roman, den er nur umarbeitet und nicht selbst schreibt. Zunächst zumindest.
All das ist von Murakami schon gut aufgebaut, dennoch hat mir irgendwie Tiefe gefehlt.
Darum bin ich am Hin- und Herüberlegen, ob ich mir das dritte Buch überhaupt zulegen soll. Wird alles aufgeklärt? Ich finde fast, dass das von mir gelesene Buch mit den offenen Enden schon seinen Zweck erfüllt. Vieles kann man sich nach eigenem Ermessen zusammenreimen, höchstens, was mit Tengos Mutter tatsächlich geschehen ist, wäre noch interessant.

Hat dir das dritte Buch gefallen, Krümel?




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.10.2012 12:19 | nach oben springen

#11

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 12.10.2012 15:43
von larifant • 270 Beiträge

Zitat von Taxine im Beitrag #10
Wird alles aufgeklärt?

Überhaupt nicht.
Wenn Dich die "Auflösung" von "Kafka am Strand" nicht enttäuscht hat, solltest Du damit aber auch zufrieden sein.

Ich habe den dritten Band gerne und wieder äußerst schnell gelesen.
Die enorme Seitenzahl scheint eine Illusion zu sein.

Außerdem rückte mein heimlicher Held, Herr Ushikawa, noch mehr in den Fokus.

(selbstverständlich habe ich mir die beiden Bücher nur aus der Stadtbücherei geholt; wenn die deutschen Ausgaben schöner wären, hätte ich mir sie sogar gekauft.)

Gruß,
L.


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#12

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 13.10.2012 12:56
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Zitat von larifant im Beitrag #11
Wenn Dich die "Auflösung" von "Kafka am Strand" nicht enttäuscht hat, solltest Du damit aber auch zufrieden sein.



Das Ende von "Kafka am Strand" hat mir gefallen. Der dritte Teil von "1Q84" wird, insofern du ihn sowieso empfiehlst, dann wohl doch in meine Hände finden. Vielen Dank.


Zitat von larifant
Die enorme Seitenzahl scheint eine Illusion zu sein.


Ging mir auch so. Liegt sicherlich auch mit daran, weil er so einfach und spannend schreibt.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 13.10.2012 13:07 | nach oben springen

#13

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 14.10.2012 09:08
von larifant • 270 Beiträge

Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Spoiler ist, wenn man verät, dass nichts verraten wird:

Über Natur, Vorgehen und Absichten der "little people" weiß man nach Lektüre des dritten Bandes nicht mehr als zuvor. Das gilt ebenso für alle anderen fantastischen Elemente.


Gruß,
L.


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#14

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 19.10.2012 16:13
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Ich finde, die "little people", die "Puppe aus Luft" oder die zwei Monde müssen auch gar nicht erklärt werden. Genau diese ermöglichen dem Leser, die eigene Phantasie anzustrengen und sich selbst eine für ihn entsprechende Lösung zusammenzubasteln.
Die fantastischen Elemente sind nun einmal das, was sie sind, und bedürfen gerade darum wohl auch keiner Erklärung.

Fand es auch spannend, wie diese zwei Perspektiven nach und nach ineinander griffen, obwohl der Leser durchaus schon eine gewisse Ahnung hatte.

Na, ich werde es auf jeden Fall lesen. Mich interessiert dann doch, wie Tengo und Aomame zusammenfinden.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 19.10.2012 16:14 | nach oben springen

#15

RE: Haruki Murakami

in Die schöne Welt der Bücher 10.12.2012 17:01
von Taxine • Admin | 5.950 Beiträge

Bin ich froh, dass ich aufgrund larifant's Empfehlung doch noch das dritte Buch gelesen habe.

Murakami betont durch seine Figuren mehrfach, dass eine surreale Geschichte, so irrational oder unlogisch sie auch erscheint, insofern sie nur gut erklärt und erzählt wird, irgendwann für den Leser dennoch nachvollziehbar wird. Und genau das ist geschehen.
Das dritte Buch von "1Q84" ist eine wichtige und beeindruckende Ergänzung, ein tatsächlich vollkommener Abschluss der Geschichte, so dass jeder Leser eine befriedigende eigene Lösung finden kann (ich zumindest habe für alles eine passende Erklärung parat ). Auch ist das dritte Buch für mich noch ein bisschen besser gelungen als die vorangegangenen Bücher, wobei natürlich das Gesamtbild einfach stimmig ist.
Murakami hat mich wieder einmal gekriegt und mich neugierig auf weitere seiner Werke gemacht. Die Spannung gegen Ende des Buches war unglaublich ...




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 10.12.2012 17:46 | nach oben springen


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