background-repeat

Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#31

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 20.12.2011 23:27
von LX.C • 2.691 Beiträge

Zitat von Taxine

Zitat von Wikipedea
War ein Ereignis mit einer Gefahr, Schmerz oder Leid verbunden, können als ähnlich erachtete Situationen zum Auslöser einer starken somatischen Reaktion (etwa Panik, Übelkeit, Apathie, Ohnmacht) werden, unabhängig davon, ob sie objektiv vergleichbar sind, und sogar unabhängig davon, ob eine (bewusste) Erinnerung an das ursprüngliche Ereignis besteht, daher taucht in diesen Zusammenhängen oft der Begriff „Körpergedächtnis“ auf. Auslösende Situationen für dieses oftmals dramatische Wiedererleben werden Trigger (engl. für „Auslöser“) genannt.


... Ja, genau so etwas meinte ich auch noch, dass Angst einfach auftritt, ohne mit einem direkten Grund verbunden zu sein. Dass man die Angst sogar lenken oder steuern kann...




Und vor allem muss man sie aktiv überwinden. Rückzug oder Vermeidungsverhalten sind im ersten Moment befreiend, verschlimmern aber die Angststörungen langfristig.
Psychotherapeutische Hilfe ist ganz wichtig, krankhafte Angststörungen kann man nicht alleine loswerden; auch wenn man das vielleicht denken mag. Oftmals wird man sie auch nie mehr los, man kann aber mit fachlicher Hilfe Strategien entwickeln, mit den Ängsten umzugehen, wie Du schon sagtest. Ein stetes Arbeiten an sich selbst bleibt da nicht aus.


--------------
Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
zuletzt bearbeitet 20.12.2011 23:29 | nach oben springen

#32

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 11:51
von Krümel • 499 Beiträge

Zitat von Taxine
Wenn es auf eine Art entweicht und in seinen Urzustand zurückfindet, wäre Geist = GEIST.



Nach dieser Lektüre und überhaupt würde mir dieser Gedanke sehr gut gefallen, weil auch unser Geist = Körper ist, und evtl. auch Geist = GEIST, da ja eh alles EINS sein soll

Zum Thema Angst hat Damasio nichts geschrieben, aber folgendes:

Zitat
... verletzte Gefühle oder irrationales Verhalten zu erklären, indem man sich auf oberflächliche soziale Ursachen oder die Wirkung von Neurotransmittern beruft, zwei Erklärungen, die die öffentliche Diskussion in Fernsehen und Presse beherrschen, und der Versuch, persönliche und gesellschaftliche Probleme durch Medikamente und Drogen zu bewältigen. Vor allem dieses mangelnde Verständnis für das Wesen von Empfindungen und Vernunft gibt Anlass zur Besorgnis.



Da passt die Angst auch gut hinein, und ich denke, die meisten Angstpatienten bekommen als erstes mal ein Medikament >>Noch stärkere Vernachlässigung erfährt der umgekehrte Fall, die körperlichen Auswirkungen psychischer Konflikte.<<.

Es gibt wohl heute eine breite Masse, die denken, mit ein paar Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin, bekommt man dieses unerwünschten Verhalten ohne Therapie in den Griff, weil Gefühle/Empfindungen bloße Hormonsteuerung ist. Und hier sagt Damasio eindeutig, nein - es gibt zuerst einen Reiz und dann folgen die chemischen Prozesse.

Er gibt ganz offen zu, das Buch ist von 1994, dass das Warum noch nicht enträtselt ist, Punkt und aus. Vielleicht sagt er im neuen Buch, 15 Jahre weiter, mehr zu diesem Thema.

nach oben springen

#33

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 12:59
von Krümel • 499 Beiträge

Ich möchte auch gerne meine persönlichen Gedanken zur Angst und zum ständigen Kreislauf erörtern:
Wie Taxine schon schrieb, denke auch ich, dass Energie und Energien nicht verloren gehen können. Und die Angst ist auch eine solche Energie, eine Angstenergie, die sich vom Körper lösen kann und anstecken kann, wie auch Freude und Lachen ansteckend wirken. Aus heiteren Himmel, wie mArtinus schrieb, breitet sich diese Energieform aus, ein Körperempfinden, das zu einem bloßen Vorstellungsbild werden kann, vergeistigt wird, tritt aus den geistigen Zustand ins irgendwo und trifft den nächsten Körper. Er manifestiert sich im Körper und wird zur Panikattacke wie schon beschrieben.

Anderer Kreislauf ist der astronomische, der Urkall und seine Expansion, die Schwarzenlöcher, die die Materie wieder schlucken – bis nur noch eins übrigbleibt, die Energie so dicht gepresst wird, dass alles wieder auseinander bricht.

In der Natur ist alles Rund, und was der Blitz oder Mensch an Ecken hervorbringt, wird durch die Natur wieder rundlich.

Nächste Spekulation, der GEIST, nähmen wir an Damasio hat Recht und die Vernunft, also der Geist propft auf dem Körper, dann propft auch der GEIST auf der Materie – vielleicht lenkt der GEIST in irgendeiner Weise den materiellen Kreislauf, und das Warum haben wir noch nicht entdeckt. Persönliche fühle ich aber, dass es da eine lenke Hand gibt, die auch Gott genannt wird, und dass alles eins ist.

zuletzt bearbeitet 22.12.2011 16:13 | nach oben springen

#34

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 15:08
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge

Ja, das sind (außer Krümels Gedanken, die ich teile) dennoch alles äußerlich messbare Funktionen des Körpers oder Vorgänge im Gehirn, die psychologisch erklärbar sind. Nicht nur die Angst, überhaupt das Gehirn, das sich fast unendlich in Reaktionen spalten kann, das gleichzeitig den Körper lenkt, die Bewegungen und das Denken, um sich darüber das eigene Handeln und Denken zu erklären und jene Gefühle noch steuern, lenken, verstärken oder abmildern kann, finde ich so faszinierend.
Das Beispiel mit der Angst ist in diesem Sinne am einfachsten, da es hier am sichtbarsten wird, dass man sich im Augenblick des scheinbar äußerlich ausgelösten Konflikts von dieser Angst überfallen fühlt, sozusagen, wie vor den Kopf gestoßen, auch wenn gar nichts geschehen ist (Auslöser anderer Umstände, die wir erst später zuordnen können), ob nun bewusst oder unbewusst und diese dann heraufbeschwören bzw. im gleichen Moment wieder besänftigen können, wenn wir erfasst haben, was da mit uns geschieht. Nehmen wir z. B. nicht unbedingt den krankhaften Zustand der Angst, der der Hilfe eines Psychiaters bedarf, nehmen wir kurze Augenblicke, auch nicht Zukunftsangst - Was soll werden? -, sondern einen Moment, der schlagartig wechselt und den Kopf/Körper durchströmt und wieder vergeht. Belastung, die plötzlich auftritt und wieder genauso spurlos verschwindet... usw. Dies sind ebenfalls eine Art Bewusstseinsmomente. Man wird komplett auf sich selbst geworfen, durchdenkt automatisch, was da mit einem geschieht, der Körper meldet sich, man sieht in solchen Augenblicken, dass man ganz Körper ist und auch nur von diesem abhängig. Die Verbindung - Körper/Geist - tritt hier am stärksten hervor. Man fühlt z. B. das Blut rauschen, das Herz überschnell pochen und diese Dinge... Setzt man sich mit diesen einzeln auseinander oder reflektiert über das "Was wäre, wenn ich jetzt sterben würde?", beruhigt sich alles wieder, da man akzeptiert und sich überhaupt damit konfrontiert, zunächst gezwungenermaßen - denn der Körper wirft einen auf sich selbst zurück -, danach bewusst und aus freien Stücken.
Solche Bedingungen lassen sich dann sehr gut durch ein In-sich-Gehen, durch Meditation oder ähnliches ordnen und lenken. Der Strom an Gedanken, den man nicht unterdrücken, sondern fließen lassen soll, um sich auch nicht an einzelne Gedanken/Vorstellungen zu klammern, ist für mich eines der wichtigsten Notwendigkeiten. Man kann regelrecht zusehen, wie alles wieder ruhig und fließend wird. Das erscheint mir daher auch als eines der besten Mittel, um Ängste, Belastungen, Furcht, Verunsicherungen zu vermeiden oder ihnen Einhalt zu gebieten.
Und hier sehe ich dann, wie komplex und damit auch wunderschön unser Geist funktioniert.
Dabei ist es unabdingbar, auf sich selbst zu blicken und in sich selbst hineinzulauschen. Die Menschen, die behaupten, man selbst kenne sich am wenigsten, ein "objektiver" Blick wäre da sinnvoller und einfacher, waren und sind mir schon immer suspekt, da gerade der "objektive" Blick doch nur anhand von Reaktionen auf ein Mögliches schließen kann (reinste Spekulation, die dazu auch noch aus der eigenen subjektiven Auffassung geboren ist, die höchstens von sich auf andere schließt), dagegen aber das eigene Selbst sehr wohl über sich bescheid weiß, die Bedingungen, falls noch nicht sichtbar, zumindest besser ordnen kann als irgendein Außenstehender. Dieses Selbst oder Bewusstsein hat vielleicht nur jene geheimen Hinterhöfe und Abgründe, die weit über Sein und Verstand hinausreichen, in denen erst einmal mit der Aufnahme des Gesehenen alles lagert, um sich dann nach und nach ins Bewusstsein zu schleichen oder eben auch immer verborgen liegen kann. Auch hier mag man dann von einem ewigen Zusammenhang sprechen, der Geist mit GEIST verbindet, das eben, was, wie Krümel sagte, das Spüren von Universum, Gott oder GEIST ist. Ich meine, alles ist doch irgendwo Glaube, der Atheist glaubt an seine Leere, wie der Gläubige an Gott oder GEIST. Jeder glaubt an irgendetwas, nur erklären sich die Menschen das unterschiedlich. Im Endeffekt ist alles irgendwo doch das Gleiche. (Auch das lässt auf eine "höhere Verbindung" schließen. Die Ahnung oder das fast ängstliche Verwerfen allen Glaubens, um sich an das Materielle zu klammern...)
Ähnlich wie dieses Hinter-, Unterbewusstsein kann auch der Tod (als ein Abschluss "Leben") ein sich für uns neu öffnendes und noch nicht (oder niemals) zu entschlüsselndes Tor in etwas anderes sein. Gerade dass der Mensch dieses Ende nicht entschlüsseln kann, obwohl er so viel entschlüsselt hat, lässt mich hoffen.
Sich hier eine Art unfertigen Menschen in seinem Bewusstsein vorzustellen, ist gar nicht so schlecht. Uns ist der Blick in die Vergangenheit gegeben, auf das Jetzt, aber der in die Zukunft und auf unseren Tod hinaus, der fehlt uns. Vielleicht sind wir als Geist vom GEIST einfach noch zu unausgeglichen, unvollständig, als dass wir diese Bedingungen erkennen können. Daher ist der Augenblick alles, was wir haben, in den die Vergangenheit und die Zukunft hineinreicht, dies jedoch auch, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind.



Liebe Grüße
Taxine




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 22.12.2011 15:18 | nach oben springen

#35

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 15:24
von LX.C • 2.691 Beiträge

Zitat von Taxine
Der Strom an Gedanken, den man nicht unterdrücken, sondern fließen lassen soll, um sich auch nicht an einzelne Gedanken/Vorstellungen zu klammern, ist für mich eines der wichtigsten Notwendigkeiten. Man kann regelrecht zusehen, wie alles wieder ruhig und fließend wird. Das erscheint mir daher auch als eines der besten Mittel, um Ängste, Belastungen, Furcht, Verunsicherungen zu vermeiden oder ihnen Einhalt zu gebieten.



Oder wie sich durch den Fluss der Gedanken alles immer weiter hineinsteigert und man handlungsunfähig wird oder es zu werden glaubt. In diesem Fall darf man die Gedanken eben nicht einfach fließen lassen, sondern muss sie aktiv steuern. Aber dann sind wir ja auch schon wieder bei der krankhaften Angst, die Du ausgeschlossen hast.


--------------
Prekrasnogo dnja tebje. Do vstretschi. Poka!
nach oben springen

#36

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 15:29
von Taxine • Admin | 5.891 Beiträge

Sich einen Gedanken aus diesem Gedankenstrom herauszugreifen und diesen bewusst oder unbewusst zu vertiefen, das führt dann in diese Unruhe, die sich in Furcht oder Angst steigern kann. Lässt man diesen Gedanken aber einfach weitertreiben (das ist eines der schwierigsten Übungen), so kann er auch nicht zur Belastung werden. Die Konfrontation ist dann nicht so wichtig.
Anders ist es mit den plötzlichen Überfällen unbewusster Ängste... Denen muss man sich stellen, um sie zu verarbeiten.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 22.12.2011 15:30 | nach oben springen

#37

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 15:33
von Zypresserich • 2.877 Beiträge

Setzt aber alles voraus, dass man noch eine Kontrolle hat. In manchen Fällen geht's eben dann nur noch medikamentös, siehe Psychiater.


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
nach oben springen

#38

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 15:45
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von Taxine
Der Strom an Gedanken, den man nicht unterdrücken, sondern fließen lassen soll, um sich auch nicht an einzelne Gedanken/Vorstellungen zu klammern, ist für mich eines der wichtigsten Notwendigkeiten.



So gehe ich mit meinen Gedanken um, wenn ich einfach nur aufmerksam still sitze.
Die Spekulationen über eine mögliche Existenz nach dem irdischen Dasein ist interesssant, bleibt aber ein Geheimnis. Ich lasse es auf mich zukommen, tendiere eher dahin, dass ich mich darum nicht kümmere.

Jetzt kümmere ich mich doch darum: Vielleicht ist die komplette Materie mit allem drum und dran die andere Seite von dem GEIST (die Materie eben nur viel gröber). Wenn alles eins ist, wäre dieser Gedanke nicht unbedingt abwegig. Darum wir, wenn man so will, uns in Geborgenheit fühlen dürfen.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 22.12.2011 15:46 | nach oben springen

#39

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 15:50
von Zypresserich • 2.877 Beiträge

Wer ist es denn, der die Frage nach Geist oder Nicht-Geist, nach Materie oder Nicht-Materie stellt?


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
nach oben springen

#40

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 15:57
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von Zypresserich
Wer ist es denn, der die Frage nach Geist oder Nicht-Geist, nach Materie oder Nicht-Materie stellt?



Das ist das unser Gehirn, welches uns eine Illusion von der Welt vor dir Nase legt. Darum wissen wir gar nichts,
WEIL WIR IN EINER ILLUSION LEBEN, aber in einer durchaus schönen Illusion, sonst würden wir nicht gerne leben wollen. Ha,ha.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

nach oben springen

#41

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 16:05
von Zypresserich • 2.877 Beiträge

Zitat von Martinus
Darum wissen wir gar nichts, ...

Wer ist es denn zu meinen, wir wissen nichts?


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
nach oben springen

#42

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 16:08
von Roquairol • 1.065 Beiträge

Zitat von Zypresserich
Wer ist es denn, der die Frage nach Geist oder Nicht-Geist, nach Materie oder Nicht-Materie stellt?



"Dieser Geist, der nicht versteht, ist Buddha. Es gibt keinen anderen."
Ma-Tsu




Homepage: http://www.noctivagus.net/mendler
Facebook: http://www.facebook.com/people/Klaus-Mendler/1414151458
nach oben springen

#43

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 16:09
von Zypresserich • 2.877 Beiträge

Zitat von Roquairol
"Dieser Geist, der nicht versteht, ist Buddha. Es gibt keinen anderen."
Ma-Tsu



Cool.


https://zumabgesaegtenast.wordpress.com
nach oben springen

#44

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 22.12.2011 22:16
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von Zypresserich

Zitat von Martinus
Darum wissen wir gar nichts, ...

Wer ist es denn zu meinen, wir wissen nichts?




Unser Gehirn meint vieles. Wir nehmen die Welt so wahr, wie unser Gehirn das Bewusstsein projiziert. Wir brauchen nur einen kleinen Apoplex zu haben, schon ist unser Bewusstsein ein anderes. Wir sind abhängig von der Funktionsweise des Gehirns. Was ist überhaupt Wissen. Wissen ist nichts festgefahrenes. Wisssen ändert sich ständig und alles wisssen wir schon gar nicht, wir kleines Staubkorn im All.




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

nach oben springen

#45

RE: António R. Damásio

in Sachen gibt's - Sachbuch 12.01.2012 14:14
von Martinus • 3.194 Beiträge

Das nächste Buch im Anschlag


Damasio: Selbst ist der Mensch - Körper, Geist und die Entstehung des Bewusstseins

Wir können uns nur bewusst sein, weil wir einen geist haben. Das ist eine der Thesen, die Damásio in seinem neusten Buch borstellt. In diesem Buch heht der neurologe der Frage nach, wie das gehirn seinen geist aufbaut, und „ wie sorgt das Gehirn in diesem Geist für Bewusstsein“. Diese fragen können natürlich nicht restlos geklärt werden, weil dien Wissenschaft in dieser sache noch in ihren Anfängen steht. Damásio vertritt die Auffassung, das ein bewusster Geist ohne ein Selbst nicht denkbar wäre. Wenn in einem geist kein bewusstes Selbst auftritt, ist dieser geist sich selbst auch nicht bewusst. Darum ist es wichtig, diesen Selbst-Prozess zu definieren, was eine Voraussetzung für das bewusstsein ist. Diese Auffassung vertritt jedenfalls António R. Damasio in seinem Buch. Darum geht es. Wichtig sei noch zu bemerken, der Hirnstamm trägt zur Entstehung des Bewusstseins bei. Schon auf Seite 21 entfaltet Damásio eine

Zitat von Damásio

„vorlaüfige Definition für das materielle Ich, für das Selbst -als Objekt, so: eine dynamische Ansammlung integrierter neuronaler Prozesse, die sich auf die Repräsentation des lebenden Körpers konzentrieren und in einer dynamischen Ansammlung integrierter geistiger Prozesse ihren Ausdruck finden.



Um Selbst zu sein entwickelt das Gehirn die Subjektivität. Es ist das subjektive Gefühl, welches die Bilder durchtränkt, die in unserem Gehirn entstehen. In einem unbewussten Geist fehlt das Selsbt und die Subjektivität. Bei William James ist die Vorstellung des Selbst ein solides biologisches Fundament. David Hume zerpflückte das selbst und sagte z.B. dieses:

Zitat von David Hume
Ich kann es wagen, von allen übrigen mM ein Zusammen verschiedener Perzeptionen, die einander mit unbegreiflicher Schnelligkeit folgen und beständig in Fluss und Bewegung sind.

(Seite 23). Ohne die Klärung, was das Selbst sei, wird man nach Damásio die neuronalen Grundlagen des Geistes nicht umfassend begreifen können.

Liebe Grüße
mArtinus




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 12.01.2012 14:16 | nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 2 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: pain
Forum Statistiken
Das Forum hat 984 Themen und 22995 Beiträge.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de