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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 16.08.2007 15:48
von Moulin • 395 Beiträge
Hallo.
Hier werde ich nun im folgenden meine gelebten
Gedanken einfügen, Stück für Stück, unter Angabe
des Datums, bis der aktuelle Stand, die Gegenwart
also, erreicht ist.

Wer möchte, kann die Beiträge hier selbstverständlich
auch kommentieren.
zuletzt bearbeitet 16.08.2007 15:58 | nach oben springen

#2

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 16.08.2007 15:51
von Moulin • 395 Beiträge


23.11.2006

Na Moulin? Was macht die Kunst?

Warum stellst Du mir immerwährend diese Frage?
Draußen spielt der Wind mit den Büschen, den Bäumen fehlen die Blätter und in mir wächst die Gewissheit, dass sich ein Jahr dem Ende zuneigt.
Letztens habe ich mal wieder das Grab meiner Mühle besucht, um meine Gedanken des Jetzt mit denen der Vergangenheit zu verbinden, um Aufschluss über den bislang gegangenen Weg zu bekommen. Da wandern die Menschen gedankenlos über das Grab ohne die Magie dieses Ortes wahrnehmen zu können., weil sie nicht wissen. Ich bin vielleicht einer der letzten, nicht weil die Anderen nicht mehr da wären, eher weil sie ignorant waren, den Dingen gegenüber, die um sie herum passierten.
Wahrscheinlich wird mit mir irgendwann das Wissen um diesen Ort sterben.
In späterer Epoche, wenn die Asche der Zeit den nächsten Meter Boden auf die Vergangenheit gelegt hat, wird ein Baggerfahrer ein paar Steine finden und anschließend ein Archäologe nach tagelanger Recherche den sensationellen Fund der Gebeine einer alten Mühle verkünden.
Menschen vergessen schnell. Es gibt zu viel an das man sich erinnern müsste.

Auch meine alten Freunde suche ich auf. Manche sind schon lange tot, wie die Pappel, die mich jeden Morgen auf dem Weg zur Schule begrüßte und mir die Sicherheit gab, dass da jemand größeres war, der auf mich aufpasste.
Die Birke, sie lebt noch, muss sich weiter biegen lassen, aber in all den Jahren hat sie
noch kein Wind brechen können, und sie freut sich immer wieder auf einen Besuch von mir. Ein Gedankenaustausch über die Dinge, die wir gemeinsam gesehen haben, Jahr für Jahr.

Na Moulin? Was macht die Kunst?

Ich weiß, ich schweife ab. Ich weiche aus.
Einige wenige Sätze durch Konversation am letzten Wochenende, haben gereicht, ganze Massen an Wissensblöcken miteinander zu verknüpfen und zu einem Sinn zu führen.
Neues Wissen belebt und fördert, besonders wenn es ganz unerwartet kommt.
Etwas hat sich seit diesen Tagen der Gemeinschaftsausstellung in mir verändert. Habe jetzt einige Tage darüber nachgedacht, soweit mein Grippeinfekt das zuließ und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich in den eigenen Gedanken über das, was ich eigentlich aus Ton, künstlerisch formen wollte, wegen falscher Beurteilung einiger Dinge selbst ausgebremst habe. Ab jetzt heißt es:
Zurückkehren zu mir selbst.

Na Monsieur Moulin? Was macht die Kunst?

Mon Dieux, sie ist neu erwacht!
Le Moulin

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#3

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 17.08.2007 12:19
von Moulin • 395 Beiträge
Ich muß an dieser Stelle doch gleich eine kleine Korrektur einwerfen.
Da die Einträge im Tagebuch starken Bezug auf vergangene Begenbenheiten nehmen, daher nicht immer nachzuvollziehen sind, und sich zum Teil auch aus Beiträgen in Foren, (auch aus diesem) ergeben haben, was dann zu Wiederholungen führen könnte, habe ich mich dazu entschieden, Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin als Verknüpfung hier einzufügen, da sie an anderer Stelle, über meine Webseite nämlich schon hinterlegt sind.
Ich werde dann hier ab sofort nur die letzten, aktuellen Einträge einfügen und selbstverständlich die neuen, noch kommenden.

Hier nun der Link zu den älteren Beiträgen:


http://129039.homepagemodules.de/t1f2-Di...eur-Moulin.html
zuletzt bearbeitet 19.08.2007 09:07 | nach oben springen

#4

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 19.08.2007 08:51
von Moulin • 395 Beiträge
Und hier folgen nun die aktuellen Beiträge:


22. Juli 2007

Na Moulin? Endlich verbunden?

Ich streichele sie sanft mit der Hand über die stark ausgeprägten Kurven ihres Körpers. Ich nehme sie fest, entlocke ihr im Tanz eines alten Bossanova die surrenden Töne ihrer tiefsten Seele, und bringe sie, um den Höhepunkt ringend nach außen, über die Grenzen hinaus, zur Freiheit der absoluten Hingebung. In Verzücken steigert sie sich in die Verbindung dieser beginnenden Ekstase, mit allen Lauten, die sie in sich birgt, aus einer Vertrautheit heraus, die stetig ihresgleichen, im täglichen Kampf um die Macht und Muse der Gefühle sucht, bis sie sich in ein Feuerwerk, bis zur endgültigen Verschmelzung ergibt. Ich beherrsche sie, sie beherrscht mich, wir beherrschen uns.
Nun steht sie vor mir und strahlt in hellem Glanze ihrer glatten Haut. Sie ist keine leichte Nummer, sie ist außergewöhnlich, sie ist Vintage und Moderne in einem vereint. Sie trägt die Grazie einer ganzen Instrumentengeneration, und tritt deutlich aus der Masse heraus, ist sie doch die Neuauflage eines alten Gibson Klassikers, der einst den Namen ‘Les Paul - Signature’ tragen durfte und in neuer Zeit als ‘Jack Casady Signature - Bass’ das Licht der Welt erneut mit einer Grazie verzücken darf, die in der Masse der tiefen Four-Strings so selten zu finden ist.
So gehen wir nun täglich eine musikalische Verbindung ein, Stunde um Stunde, bis wir erschöpft miteinander in zufriedener Ruhe und Gewogenheit versinken, meine ‘Casy’ und ich.



zuletzt bearbeitet 19.08.2007 12:18 | nach oben springen

#5

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 19.08.2007 13:36
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Die Liebe zur Musik
geht über die Liebe zum Instrument
geht über die Liebe zum Spiel
und ergießt sich in Klängen, um die Welt zu dehnen.



P.S. Das sind wirklich schöne Bilder, die dich da mit deinem Bass zeigen.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 19.08.2007 13:37 | nach oben springen

#6

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 19.08.2007 13:39
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Zitat von Moulin
... habe ich mich dazu entschieden, Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin als Verknüpfung hier einzufügen, da sie an anderer Stelle, über meine Webseite nämlich schon hinterlegt sind.



Ja, Moulin, das ist sinnig, immerhin ist es auch viel Arbeit und lohnt die Mühe nicht, wenn du all deine Gedanken schon in fast gleicher Art und Weise festgehalten hast.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 19.08.2007 13:40 | nach oben springen

#7

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 22.08.2007 19:49
von Moulin • 395 Beiträge

Die Mühe hätte ich mir gemacht, ich kam mir nur blöd vor alte Texte wieder als neu eizustellen.
Was die Bilder angeht: Adobe Photoshop 6.0. (Macht auch aus mir noch was... :D )

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#8

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 22.08.2007 19:50
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge



Ich meine aber überhaupt die Anordnung von Kissen, Wand, Moulin und Bass.




Surreale Vorstellungen
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#9

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 22.08.2007 19:54
von Moulin • 395 Beiträge

Wäre das Bild nicht am unteren Rand abgeschnitten, würde man meine Socken sehen. :D

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#10

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 22.08.2007 19:58
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Na Socken zerstören ja auch nichts Wertvolles im Menschen!




Surreale Vorstellungen
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#11

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 16.09.2007 13:14
von Moulin • 395 Beiträge

Moulin kann ´s nicht lassen, was?

Jaaaaaaaa, wieder mal in des Napfes Fett getreten, der durch aller Erfahrung Warnschilder doch ausreichend mit den Worten “Vorsicht Fett” gekennzeichnet war!

Da bin ich nur mal eben für ein paar Zeilen in ein Forum gehuscht, um einer Freundin, mit einem Beitrag ein paar nette Worte des Verständnisses zuzuwerfen, da steigt der Mob aus dem Staub der fehlenden Erkenntnis empor, wirft sich mit aller Gewalt auf mich, schreibt in wenigen hohlen Zeilen 10000 Jahre Kunstgeschichte um, deklariert sie als allgemeingültige Wahrheit und erntet den Beifall der Massen.
Manche dehnen die Wahrheit, manche biegen sie, doch bleibt sie die Wahrheit. Und hat auch die Macht das Recht durch die Zustimmung Vieler, dann nur in der Exekutive, nicht im Geiste, und so blicke ich, angesichts dieses Wissens beruhigt nach draußen, wo das Spiel der herbstlichen Natur die Sinne erfreut.

Le Moulin

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#12

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 30.09.2007 11:21
von Moulin • 395 Beiträge




Na Moulin? Kollabiert Deine Philosophie?

Als ich gestern, nach ausgiebigem Erleben eines vielseitig gestalteten Tages am heimischen Herd stand, um dem Gaumen eine erwartete Freude zu bereiten, dachte ich beim Blick durch das Fenster, zum abendlichen Himmel darüber nach, dass ein einziger, leuchtender Komet von etwa 10 Km Größe im Stande wäre, alles, was uns treibt mit einem einzigen Einschlag zunichte zu machen.
Da fragte ich mich nach dem Sinn und der Wertigkeit unseres stetigen Strebens nach Verbesserung unserer von uns selbst über alles gestellte Existenz. Was unsere Zivilisation durch Entwicklung an physischer und geistiger Größe hervor gebracht hat, wäre innerhalb einer geringen Zeit unter einer Staubschicht niederer Qualität bedeckt, plötzlich bedeutungslos, eingetütet und konserviert.
Elementar menschliche Fragen, wie die nach einer bestmöglichen Gewürzmischung für eine China - Gemüsepfanne stünden von jetzt auf gleich vor der absoluten Sinnlosigkeit.
Wieder würden Millionen Jahre vergehen, bis eine neue Lebensform über die Verwendung eines, aus der Tiefe des Meeresbodens heraus geborgenen, in einer 30 cm dicken Ascheschicht eingebetteten Wok Gedanken macht, und seine gesamte physische und psychische Energie einsetzt, um dieses geformte Metallstück und die damit verbundene prähistorische Kultur zu erforschen.
Und wenn diese neue Lebensform dann nach einem langen, reichen Arbeitstag durch das Fenster zum abendlichen Himmel blickt…

Le Moulin









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#13

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 18.10.2007 08:34
von Moulin • 395 Beiträge
Na Moulin? Ein indianischer Freund?


Den Gitarrenbauern ist mit meinem neuen Bass, dem Tacoma Thunderchief ein guter Wurf gelungen.
Der Bass wirkt sehr natürlich und bildet durch die Sprache der verwendeten kulturellen Elemente - sieht man sie als Metapher - wie das in Flügelform gestaltete Schallloch, dem verwendeten rötlichen Mahagoniholz, dem indianischen Namen, einem in die Kopfplatte eingebrannten Markenzeichen ein Bindeglied zwischen Innovation, Klang, organischen Formen und dem Spirit amerikanischer Traditionen, wenngleich aus philosophischer Sicht das freie Schwingen eines Adlerflügels und ein Brandzeichen doch einen gewissen Widerspruch bilden, was der Qualität dieses Instrumentes aber keinen Abbruch tut.
Das Instrument selbst ist frei. Es ist laut, es ist edel, es ist dominant und trägt daher, völlig zurecht seinen Namen, Thunderchief - Donnerhäuptling!
Und so bildet sich aus wegweisender Handwerkskunst und meiner Freude am Spiel eine wunderbare Symbiose zwischen meinem kleinen indianischen Freund und mir.
Tacoma Thunderchief
Angefügte Bilder:
Taco.jpg
zuletzt bearbeitet 18.10.2007 08:53 | nach oben springen

#14

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 18.10.2007 18:39
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Was für ein schönes und doch auch schlichtes Instrument. Eine Pracht! Das muss ja Klänge entfalten...



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 18.10.2007 18:39 | nach oben springen

#15

RE: Tagebuch, Teil 1

in Die realistischen Gedanken des Monsieur Moulin 19.10.2007 09:18
von Moulin • 395 Beiträge

Hallo meine liebe Taxine,

ich habe da in letzter Zeit viel getestet und bekam reichlich wichtige Informationen über akustische Bassgitarrenin einem Bassforum.
Das Basstesten hat zwar nun zu einem Schmälern meines sauer verdienten Geldes geführt, aber ich konnte bei den wohltuenden Klängen des Akustik -Basses nicht mehr widerstehen. Er hat genau den Klang, den ich bei einem Instrument dieser Art schon lange suchte und erst jetzt gefunden habe. Die meisten klingen doch eher nach tief gestimmter Westerngitarre, und rechtzeitig zur kommenden Preiserhöhung der Energiekonzerne habe ich mich frei gemacht von der Abhängigkeit elektrischer Energie.
Ich spiele nun akustisch, mit einem Gerät, dass unverstärkt so laut ist, dass meine Nachbarn einem künftigen Tinnitus entgegen gehen.

Einen lieben Oktobergruß

Der Moulin



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