Juni 2012

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05.06.2012 23:14 (zuletzt bearbeitet: 06.06.2012 10:55)
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#1
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Adamowitsch - Stätten des Schweigens

(Ein wirklich eigenartiger Titel für einen Roman, der eher auf ein Sachbuch passen würde. Der Originaltitel lautet "Chatynskaja powectj", es handelt sich also um eine Erzählung in literarischer Form über die Vorkommnisse im weißrussischen Chatyn.)


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06.06.2012 11:21
avatar  Krümel
#2
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Dieter Wellershoff "Der Himmel ist kein Ort" - bisher gefällt mir dieser Roman gut, denn er hat eine Handlung, einen roten Faden und scheint psychologisch tief zu sein. Alles was mir bei Banville gefehlt hat


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06.06.2012 16:06 (zuletzt bearbeitet: 06.06.2012 16:16)
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#3
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Eine Leseempfehlung ist Alexander Pechmann "Die Bibliothek der verlorenen Bücher". Es geht in erster Linie um verlorene, vernichtete, verbrannte, nicht beendete und nie geschriebene Manuskripte und Werke. Und wenn man sich dann noch vorstellt, unter welch absurden Umständen so viele Werke verloren gingen, z. B. wurden Manuskripte im Zug liegengelassen, geklaut oder gingen tatsächlich bei der Vielzahl an Papier im Verlag verloren. Und dann all die Werke, von denen man nicht weiß, von wem sie stammen, da sie anonym irgendwo lagerten oder einfach vergessen wurden. Ganz zu schweigen, von der Antike, aus der so wenig überliefert ist... Die meisten Autoren kennt man natürlich irgendwo, allerdings weniger die Umstände, in denen sie ihre Werke unvollendet ließen. Andere sind Empfehlungen, die durchaus einer näheren Betrachtung würdig sind. Und wenn Pechmann jenem schon das erste Kapitel widmet, dann lese ich ihn (endlich) auch einmal - es handelt sich um:

Malcolm Lowry "Unter dem Vulkan"


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07.06.2012 12:54
#4
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die zweite Hälfte von Stephen King: Alpträume,
Ernst Peter Fischer: Werner Heisenberg - Das selbstvergessene Genie. Endlich zu Ende gelesen. Das Buch kann ich nicht empfehlen, weil man erst ein paar Semester Physik studieren müsste, um etwas von dem Buch zu haben. Ich habe an etwas gutes popoulärwissenschaftliches gedacht, aber es ist ein Wust von halbakademischer Langweiligkeit und Trostlosigkeit. Auch das Kapitel um Kant/Heisenberg ist unglaublich öde. Auch die Kapitel um Heisenberg und die Atombombe liest sich wie ein Anblick einer vertrockneten Orchidee. Erst groß Herumerzählen, Heisenberg ein Genie wie Mozart, aber dann nicht einen geeigneten Pfad pfinden, um das einem Normalsterblichen auch nahezubringen, was das besondere an Heisenberg ist. In einer Sache bin ich aber mit dem Autor einverstanden. Heisenberg selbst sollte zur Algemeinbildung zählen. Seine verdaulichen Schrften. Lese man lieber "Das Teil und das Ganze" von Heisenberg und vergesse man diese Biografie.
Heisenberg konnte sehr schön schreiben und schön Klavierspielen.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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11.06.2012 12:39
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#5
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Lektüre: Boris Chasanow "Unten ist Himmel"


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16.06.2012 11:59
avatar  Krümel
#6
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Hanns-Josef Ortheil "Die geheimen Stunden der Nacht"


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21.06.2012 09:12
#7
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Jonathan Safran Foer: Alles erleuchtet Ein amerikanischer JUde reist in die Ukraine und sucht die Frau, die seinen Großvater im Krieg gerettet hat. Ich muss mich da noch warm lesen.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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21.06.2012 12:24
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#8
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O toll. Ich fand den Film so herrlich... "Alles ist erleuchtet". Der lohnt sich anzusehen. Könnte ich immer wieder, um das Tragischkomische zu genießen...


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21.06.2012 17:44
#9
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Die ersten Urlaubslektüren trudeln ein:

Doris Lessing, Das goldene Notizbuch
Kinky Friedman, Greenwich Killing Time
Karl Ferdinand Braun, Geheimnisse der Zahl und Wunder der Rechenkunst (um am Strand mal ein wenig Mathematik zu treiben, und Maria mit kniffligen Knobelaufgaben von der Arbeit abzuhalten ...)

22.06.2012 12:14 (zuletzt bearbeitet: 22.06.2012 12:15)
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#10
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Geht's nach Samos? Im Moment schöne Hitzewelle stin Elada...

Ich lese : Herman Melville "Moby Dick". Ach... ist der herrlich, einfach nur herrlich.

"Zwar wohnt auch der Reiche wie ein Zar in einem Eispalast, erbaut aus den gefrorenen Seufzern des Elends, und da er einem Mäßigkeitsverein vorsteht, schlürft er mit Vorliebe die lauwarmen Tränen armer Waisenkinder.
Doch genug jetzt des Geflenns..."


"Am rätselhaftesten und befremdlichsten jedoch wirkte eine längliche, unbestimmbare, schwarze Masse, die in der Mitte des Bildes beängstigend über drei blauen, kaum sichtbaren Senkrechten in einem namenlosen Gebrodel schwebte. Alles in allem ein matschiger, platschiger Morast von einem Gemälde, und ganz danach angetan, einen zartbesaiteten Menschen um den Verstand zu bringen. Doch war verschwommen und halbfertig etwas unvorstellbar Erhabenes daran, das einen nicht mehr losließ, so dass man sich unwillkürlich gelobte, nicht eher zu ruhen, bis man dem Sinn dieses erstaunlichen Bildes auf die Spur gekommen. Von Zeit zu Zeit durchzuckte einen dann eine - leider trügerische - Erleuchtung. Es ist das Schwarze Meer bei mitternächtlichem Sturm. - Es ist der widernatürliche Kampf der vier Urelemente. - Es ist eine verwetterte Heide. - Es ist eine hyperboreische Winterlandschaft. - Es ist das Bersten des vereisten Stroms der Zeit."

usw. usw.

(Zitiert aus Herman Melville "Moby Dick", in der alten Übersetzung von Fritz Güttinger. Manesse Verlag)

Gibt nichts Besseres für einen leeren Kopf.


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22.06.2012 13:57
#11
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Zitat von Taxine im Beitrag #8
O toll. Ich fand den Film so herrlich... "Alles ist erleuchtet". Der lohnt sich anzusehen. Könnte ich immer wieder, um das Tragischkomische zu genießen...



Ach, wusste gar nicht, dass das verfilmt wurde. Werde mich jetzt am Wochenende der Lektüre widmen.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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22.06.2012 23:37
avatar  Taxine
#12
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Ja, wenn du das Buch durch hast, dann guck' dir unbedingt auch den Film an. Der ist so schön ukrainisch-russisch. Besonders im Humor...


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24.06.2012 19:45
avatar  Krümel
#13
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Hermann Bang - Die vier Teufel und danach dann auch gleich "Alles ist erleuchtet" von Jonathan Safran Foer


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25.06.2012 16:58 (zuletzt bearbeitet: 26.06.2012 10:44)
#14
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Ich lese auch die Hartz IV-Anthologie "Ein Totmacher", Acheron Verlag.



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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26.06.2012 17:52 (zuletzt bearbeitet: 26.06.2012 17:54)
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#15
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Zitat von LX.C im Beitrag #1
Adamowitsch - Stätten des Schweigens

(Ein wirklich eigenartiger Titel für einen Roman, der eher auf ein Sachbuch passen würde. Der Originaltitel lautet "Chatynskaja powectj", es handelt sich also um eine Erzählung in literarischer Form über die Vorkommnisse im weißrussischen Chatyn.)

Chatyn steht im Originaltitel auch nur symbolisch für die vielen Dörfer, die dem Terror der Nazis zum Opfer gefallen sind. Ja, eben so auch wie die Gedenkstätte. Chatyn selbst steht nicht im Mittelpunkt der Handlung und findet nur am Rande kurz Erwähnung. Selbst die Fahrt der Partisanenveteranen zur Gedenkstätteneröffnung, die Anlass für die Erzählung Florian Petrowitschs gibt, geht nicht nach Chatyn. Dennoch finde ich die Dekontextualisierung des Titels mit "Stätten des Schweigens" nicht gut, der Bezug zu Chatyn als Symbolcharakter wirkt stärker als der verwaschene deutsche Titel. In einer Neuauflage, die auch hier mal wieder nicht existiert, also bitte den Originaltitel


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