Januar, Februar, März 2026
02.04.2026 11:26 (zuletzt bearbeitet: 02.04.2026 11:27)
#136
Zitat von Taxine im Beitrag #132Zitat von Yorick Ruthenus im Beitrag #130
ich vergleiche das gerne mit der literatur, denn es gibt so gut wie keinen großen schriftsteller, der erotik darstellen könnte oder gar unpeinliche sexszenen.
Da fällt mir ein: Das Peinlichste, was ich dazu in letzter Zeit gelesen habe, war tatsächlich Emanuel Carrère. In seinem "Russischen Roman" gibt es eine seitenlange Szene, in der er seine Freundin, danach Exfreundin, im Zug dazu animieren möchte, in aller Öffentlichkeit als Reaktion auf seinen Brief zu masturbieren. Dieser Brief ist nicht privat verfasst, sondern eben in diesem Buch veröffentlicht, um sich an sie und, wie Carrère hofft, auch an alle anderen Frauen zu richten. Hier gewinnt das Wort Fremdschämen wieder eine ganz neue Dimension.
Man muss natürlich gerecht sein: Unabhängig von den vielerlei Arten erotischen und sexuellen Empfindens bei Männern und Frauen entzieht sich das Intimste wahrscheinlich prinzipiell jeder Darstellung. Da das "Thema Nummer 1" aber für so viele Menschen offenkundig so wichtig und bedeutend ist; dass sich zumindest zu Zeiten alles nur darum dreht; können Autoren, Filmemacher, bildende Künstler, Musiker etc. nicht davon lassen, es immer wieder zu probieren. Ein weites Feld, wie der alte Fontane sagte, wäre hier noch euphemistisch: Verglichen mit der Banalität reproduktionsbiologischer Vorgänge in actu eröffnen sich dem erotischen Reigen natürlich ungeahnte Möglichkeiten, und dennoch ...
05.04.2026 15:57
#137
Zitat von Yorick Ruthenus im Beitrag #136Zitat von Taxine im Beitrag #132Zitat von Yorick Ruthenus im Beitrag #130
ich vergleiche das gerne mit der literatur, denn es gibt so gut wie keinen großen schriftsteller, der erotik darstellen könnte oder gar unpeinliche sexszenen.
Da fällt mir ein: Das Peinlichste, was ich dazu in letzter Zeit gelesen habe, war tatsächlich Emanuel Carrère. In seinem "Russischen Roman" gibt es eine seitenlange Szene, in der er seine Freundin, danach Exfreundin, im Zug dazu animieren möchte, in aller Öffentlichkeit als Reaktion auf seinen Brief zu masturbieren. Dieser Brief ist nicht privat verfasst, sondern eben in diesem Buch veröffentlicht, um sich an sie und, wie Carrère hofft, auch an alle anderen Frauen zu richten. Hier gewinnt das Wort Fremdschämen wieder eine ganz neue Dimension.
Man muss natürlich gerecht sein: Unabhängig von den vielerlei Arten erotischen und sexuellen Empfindens bei Männern und Frauen entzieht sich das Intimste wahrscheinlich prinzipiell jeder Darstellung. Da das "Thema Nummer 1" aber für so viele Menschen offenkundig so wichtig und bedeutend ist; dass sich zumindest zu Zeiten alles nur darum dreht; können Autoren, Filmemacher, bildende Künstler, Musiker etc. nicht davon lassen, es immer wieder zu probieren. Ein weites Feld, wie der alte Fontane sagte, wäre hier noch euphemistisch: Verglichen mit der Banalität reproduktionsbiologischer Vorgänge in actu eröffnen sich dem erotischen Reigen natürlich ungeahnte Möglichkeiten, und dennoch ...
Siehe auch:
„Wir urteilen nicht“: Über die Entwicklung der Erotik in Ostdeutschland
Zitat
Ostdeutsche sind freizügiger als Westdeutsche, heißt es oft. Doch hat das nur mit der FKK-Kultur zu tun oder steckt mehr dahinter? Eine Spurensuche.
P.S. Vielleicht machen wir doch zur Erotik einen eigenen Thread auf und setzen die Beiträge um?!
Können wir gerne so machen. Ich habe die Beiträge hier schon einmal zusammengefasst. Wenn du den Titel noch geändert haben möchtest, sag Bescheid. 🙂
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