background-repeat

Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 18:33
von Salin • 102 Beiträge
So schaut's also aus, wenn sich jemand nicht eingeloggt hat.
Der kollektive Anonymus.

zuletzt bearbeitet 28.12.2007 18:34 | nach oben springen

#17

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 19:13
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Der Künstler strebt nicht nur an die Grenzen der Dinge, sondern dorthin, wo keine Beschränkungen akzeptiert werden. Man müsste also nicht nur die Zeit ausgrenzen, sondern in jeder Konsequenz auch über den eigenen Schatten springen. Es ist also ein steter Überwindungsprozess. Schwierig genug.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 19:31 | nach oben springen

#18

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 19:51
von headprint • 135 Beiträge
Die Beschränkungslosigkeit im Werk zusammen mit dem fremden Blick
in einen Satz geworfen, zeigt sofort die Grenzen der Gedanken in
ihrer Verwirklichung auf. Das sollte aber Niemanden davon abhalten
munter zu experimentieren und Sehgewohnheiten Karussell¹ (carrousel)
fahren zu lassen, sie jedenfalls nicht einbetonieren.
Die Sichtweise vor Werk, also, die Konzeption einer Reihe von Zeich-
nungen ist oft sehr viel lustiger und interessanter für mich. Wie
schneide ich das Thema zurecht? Wie zeige ich es?? (Zeige ich es?)
Die Ausführung ist nur die Arbeit nach der Arbeit.. der handwerkliche
Teil, wenn man es so nennen will. (Ich will nicht.)

Was Handwerker (in der Kunst und nicht in der Kunst) so denken, das
ist schon traurig. Ich weiß, daß es nicht so sein muß, sich selbst
zu beschränken und quasi einen Keil zwischen die Kunst und sich zu
treiben. Selbst das würde noch völlig tolerabel sein, wäre da nicht
so oft der Anspruch, diese Selbstbeschränkungen und starren Regeln
der ganzen erreichbaren Welt überzustülpen. Und genau das tuen sie
gerne, Viele - zum Glück nicht Alle. (Zum Pech nicht Alle: was wäre
das einfach!! Märchenhaft einfach!)
________
¹) hundertmal nachgeguckt - eine Sehgewohnheit der anderen Art, ha.

Und ach: Meine Silbentrennungen sind äußerst flexibel. Ich glaube nicht
(mehr) an die Trennregeln.

*sssscrrreeeeaaaaach!!!*
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 19:52 | nach oben springen

#19

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 19:56
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Ganz kurz, ich meinte die Beschränkungslosigkeit, die der Künstler für sich anstrebt, indem er über seine eigene Vorstellung springt, nicht die, die ein fremder Blick festlegt.

Damit besser formuliert:
In Antwort auf:
Der Künstler strebt nicht nur an die Grenzen der Dinge, sondern dorthin, wo keine Beschränkungen von ihm akzeptiert werden.


Denn: Man steht für den Künstler.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 20:04 | nach oben springen

#20

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 20:02
von larifant • 270 Beiträge

In Antwort auf:
Die Ausführung ist nur die Arbeit nach der Arbeit.. der handwerkliche
Teil, wenn man es so nennen will. (Ich will nicht.)


In diesem Fall kannst du dir die Ausführung mit gutem Gewissen ersparen.

Es gibt allerdings viele Arbeiten, bei denen das nicht so ist.

Leider kann ich mich nur unvollständig an ein Zitat und dessen Urheber erinnern:
"Wenn ein Zeichnung reicht, mach kein Gemälde. Wenn eine Skizze reicht, mach keine Zeichnung..." oder so.
Kennt das jemand?

Gruß,
L.


nach oben springen

#21

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 20:23
von Salin • 102 Beiträge
Konzeptkunst.

Oder: just keep coming.

zuletzt bearbeitet 28.12.2007 20:38 | nach oben springen

#22

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 21:18
von headprint • 135 Beiträge

Zitat von larifant
In Antwort auf:
Die Ausführung ist nur die Arbeit nach der Arbeit.. der handwerkliche
Teil, wenn man es so nennen will. (Ich will nicht.)


In diesem Fall kannst du dir die Ausführung mit gutem Gewissen ersparen.


Kann ich das tatsächlich? Es würde mich interesieren, warum ich mir die Aus-
führung dann sparen könnte. (Selbstverständlich, für mich: ich spare sie
mir - und auch Niemand sonst - keinesfalls..)

Zitat von larifant
Es gibt allerdings viele Arbeiten, bei denen das nicht so ist.


Das verstehe ich, in Folge, dann ebensowenig.

Zitat von larifant
Leider kann ich mich nur unvollständig an ein Zitat und dessen Urheber erinnern:
"Wenn ein Zeichnung reicht, mach kein Gemälde. Wenn eine Skizze reicht, mach keine Zeichnung..." oder so.
Kennt das jemand?


Könnte von mir sein. Nein, das war ein Scherz.
Mein Spruch würde vielmehr lauten: Eine Zeichnung, ein Bild ist nur eine von mehreren
möglichen Darstellungen (Ausformungen) - warum also nur die eine Möglichkeit fixieren?
Mach mehr und wachse. (Man muß ja nicht alle Versionen (sofort) zeigen.)
Eine Skizze und eine Zeichnung unterscheiden sich manchmal nur dadurch, daß der Zeichner,
die Zeichnerin (noch) nicht zufrieden sind, wie die Idee in dem Bild dargestellt wird.
Eine Skizze, die sich so stark vom Begriff Werk unterscheidet, daß sie allerhöchstens in
einem abgeschlossenen Forum, zur Illustration von Worten darüber und dort nur anderen
Künstlern sichtbar, gezeigt werden kann, nenne ich lieber scribble oder Ding.. ja, und
auch 'Ideenskizze'.
'Gemälde' kommt in meinen Äußerungen so gut wie nicht vor - wozu auch, meine Flächen sind
Aquarelle, digitale Graphiken oder auch Gedrucktes - der große Teil dessen was ich mache,
wird von der Linie bestimmt: entweder die vollabstrakten Buchstaben oder die von der Reali-
tät ein gutes Stück weggezogenen Zeichnungen.
Jedenfalls kann ich den Spruch so stehen lassen - wer es so will, soll so. Da ist Nichts
gegen vorzubringen... wenn nicht durch den, der es so macht, selbst.


*sssscrrreeeeaaaaach!!!*
nach oben springen

#23

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 21:19
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

In Antwort auf:
"Wenn ein Zeichnung reicht, mach kein Gemälde. Wenn eine Skizze reicht, mach keine Zeichnung..."


Ja, ich erinnere mich, kann aber auch nicht zuordnen, gerade weil ich hier anders denke. Was reicht aus? Ein Künstler strebt doch irgendwo immer über das "Schlichte" hinaus. Eine Skizze gelingt und befriedigt, aber, egal, wie gut sie ist, sie reicht nicht aus. Sie muss verwirklicht werden.




Surreale Vorstellungen
nach oben springen

#24

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 21:26
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Oh... kurze Überschneidung.

Wenn die Idee im Kopf bereits fertig existiert, dann "lohnt" die Ausführung nicht. Ein Werk wächst in Zusammenhang von Idee und Ausführung. Wenn erst die Ausführung die anstrengende Arbeit ist (was heißt: nur noch der "Auswurf" ist), warum dann das Werk ins Bild setzen?



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 22:32 | nach oben springen

#25

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 21:28
von headprint • 135 Beiträge
Zitat von Taxine
Ganz kurz, ich meinte die Beschränkungslosigkeit, die der Künstler für sich anstrebt, indem er über seine eigene Vorstellung springt, nicht die, die ein fremder Blick festlegt.

Damit besser formuliert:
In Antwort auf:
Der Künstler strebt nicht nur an die Grenzen der Dinge, sondern dorthin, wo keine Beschränkungen von ihm akzeptiert werden.


Denn: Man steht für den Künstler.


Ich hatte schon richtig verstanden, habe aber die Ganzheit nochmal gefeiert.
Wurde ja vorher angesprochen und ist wahr: ohne fremden Blick (der Betrachters,
der Betrachterin)ist ein zur Ausstellung gemachtes Bild unvollständig.
Und diese Blicke, die ja doch oft gewünscht werden, zeigen sehr schnell die
Grenzen auf. Auch ohne, daß man sein Publikum abwerten muß. Das heißt jetzt
nicht, daß man sich von vorneherein einschränken soll in Themen und Mitteln,
es ist eher ein Hinweis darauf, daß man das Publikum über eine Bilder-Leiter
hinführen muß, oder eine -Brücke oder -Treppe.
Eine halbgare Überlegung, weil die sich jetzt nur auf reale Ausstellungen
bezieht. In Makufo-Land ist das nicht gut möglich - außer man baut die Bild-
er in einen thread ein, dessen Ziel es ist das zu leisten... für ein Rand-
publikum, dann... meist... oft... zu oft.

*sssscrrreeeeaaaaach!!!*
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 21:29 | nach oben springen

#26

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 21:30
von larifant • 270 Beiträge

Der Punkt ist genau der:
Es gibt Fälle, da reicht die Skizze (oder auch nur die Idee) vollkommen aus, in anderen Fällen muss es schon das Gemälde sein. Und zwar nicht aus dem Wollen des Künstlers heraus oder aus äußeren Gründen, sondern einzig und allein aus ästhetischer Notwendigkeit.

Gruß,
L.


nach oben springen

#27

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 21:41
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
In Antwort auf:
Ich hatte schon richtig verstanden, habe aber die Ganzheit nochmal gefeiert.
Wurde ja vorher angesprochen und ist wahr: ohne fremden Blick (der Betrachters,
der Betrachterin)ist ein zur Ausstellung gemachtes Bild unvollständig.



Ah, jetzt verstehe ich besser.
Für mich trenne ich das Werk selbst und den Künstler in der Erschaffung seines Werkes.
Ein Werk, das geschaffen wird, definiert nie den Künstler als Künstler, weil es präsentiert wird, sondern, es definiert sich als Werk, weil es geschaffen wurde. Aber das Werk ist im Verborgenen nicht vollkommen, weil es grundsätztlich zum "Daraufblicken" geschaffen ist, auch, wenn der Künstler genau das ablehnt, es von mir aus verbrennt.
Es gibt den Drang einfach festzuhalten und auszudrücken, um dann zu zerstören.
Aber das Werk selbst muss reflektiert werden, man muss diese Reflektion jedoch nie als Definition anerkennen, oder sich am Lob, auch an der Kritik weiden, weil diese eigentlich unerheblich für den Schaffensprozess selbst ist...



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 21:49 | nach oben springen

#28

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 22:02
von headprint • 135 Beiträge
Zitat von Taxine
...oder sich am Lob, auch an der Kritik weiden...


Doch muß man das - aber nicht immer und nicht in
aller Ausführlichkeit immer wieder...

Ich erinnere mich genau, als ob es gestern gewesen
wäre - es war aber erst heute gegen Mittag:
"Na! Die gucken ja allen Scheiß an, aber nicht
das, was wirklich interessant ist!! Das gibt's nur
im xxx (Ort in Makufo-Land)! Den alten Quatsch -
click click click... ich fass' es nicht..
"

Ich setze hinzu: es geht hier ausschließlich um
meine Werke, denn das hier war ein Blick in
meine Sammlung hochgeladener Bilder..
Und der Grund: es hat mich geärgert, daß ein Bild,
das ich für das beste der hochgeladenen halte, kaum
Beachtung fand und dafür bei Bildern, die schon aus-
führlicher ange-click-ed wurden, die Zahlen immer
weiter hoch gingen.
Das Bild will gesehen werden, ich will das Bild zeigen -
soweit okee. Dann gibt es noch die Bilder, die ich nicht
zeigen will, um sie vor Abnutzung zu schützen.. z.B.: da
ich sie später in einem besonderen Zusammenhang zeigen will.

Das Bild nur für den Macher mache ich mir nie auf einen
festen Träger. Meine Bilder kommen ja aus dem Kopf und
das reicht an Exklusivität für meine Vorstellungen aus.

*sssscrrreeeeaaaaach!!!*
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 22:04 | nach oben springen

#29

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 22:12
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Im Makufo wird sich in jedem "vernünftigen" Künstler eine Wut einstellen, denn bedenke: Wer blickt auf die Bilder! Es ist nicht der normale Kunstliebhaber, der trifft sporadisch ein und schreibt dich vielleicht im Kleinen an. Es ist nicht das Publikum. Die, die bewerten, sind selbst "Künstler", oder eben solche, die sich dafür halten.
Ich mag es, wenn sich ein "Künstler", den ich dafür auch halte, mit meiner Kunst auseinander setzt, weil hier der Anstoß, die Kritik etwas anderes bedeutet, als eine Kritik (und noch schlimmer ein Lob) von jemandem, der selbst das "tote Bild" in Masse produziert oder einfach ein Motiv malt, nichts, was ein Dahinter birgt. Denn, was sagt mir dessen Blick im Gefallen auf mein Bild?
Gerade diese weiten Räume zeigen den Schaum, der über jedes Bild fließt, sei es im Verstehen, im Begehren, in aller Nichtdeutung.
Für mich steht hier die gleiche Frage: Warum dieses Bild in aller Anerkennung, und ein anderes weniger?
Aber, hier liegt das Maß eben nicht an der allgemeinen Betrachtung. Man zeigt, um zu sehen, wie es wirkt. Aber, mal ehrlich. Es hat wenig Einfluss auf die eigene Auseinandersetzung.
Und wenn, dann muss es ein "gutes" Gespräch gewesen sein, mit jemanden, der dir dein Bild auch in eigener Form deuten kann (oder besser: will). Jemand, der sagt, es gefällt oder nicht, wenn es dir um Aussage und Idee geht, hat keinen Einfluss auf das "nächste Werk", ... wenn überhaupt.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.12.2007 22:15 | nach oben springen

#30

RE: Der Begriff Künstler

in An der Kunst orientierte Gedanken 28.12.2007 22:29
von headprint • 135 Beiträge

Nein, der Einfluß auf das nächste Werk ist bei den
'allgemeinen' Bildern gleich Null, das ist wahr.

Aber ich habe mir die liebreizende Angewohnheit
zugelegt, daß ich in Makufo-Land diese 'allgemeinen'
Bilder mit solchen mische, die direkte Bezüge auf
Ereignisse dort haben...
Und das nicht allzu dezent. Ich arbeite dabei
auch mit kurzen Texten, die zum Bild gehören,
damit ja keine Mißverständnisse auftreten können.


*sssscrrreeeeaaaaach!!!*
nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 1 Gast sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: pain
Forum Statistiken
Das Forum hat 972 Themen und 22917 Beiträge.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de