Der Stoff, aus dem Poeten gemacht ...

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15.08.2007 17:36
avatar  Taxine ( Gast )
#1
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Taxine ( Gast )

Ja, was treibt ihn in die Zeilen, den modernen Poeten?
Mitten im Ich erfroren und der Wunsch, wieder aufzutauen?
Direkt von Sibirien auf die Bretter (kann auch ein Holztisch sein) der Welt?
Existiert er denn noch? Der Schöpfende?

Und wenn, was sind denn nun seine Gründe?
Singt er sein Herz?
Will er die Welt ins Auge fassen?
Sucht er die Phantasie oder will er gerade diese bekämpfen?
Schreit der Rebell aus ihm?
Treibt ihn die Eitelkeit?
Will er sich selbst finden?

Oder ist da doch ein innerer Drang, eine Macht, die ihn leitet? (Schreibt es aus ihm heraus?)

Wer sucht und wer wird gesucht? Das Wort den Poeten? Der Poet das Wort?

Literatüüüür muss es sein, schreit Reich-Ranitzki.
Und wir stimmen zu, auch wenn wir nicht mehr genau wissen, was damit gemeint ist.


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15.08.2007 17:36
avatar  ascolto ( Gast )
#2
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ascolto ( Gast )

Meynereygen: dem Narziß wurd gestichelt und deswegen stofft er nur liebestriebkrank aus Kümmer:

Im Rückblendengewirbel,

linear zum Chaos, Schnitt.
Der pralle Pöscher,
lieblichst, die Liebesblickflirren.
Dann folgt dem Trieb ein
verrotztes Tuch, Papier,
Missverstandenes zur Trauer
zum Geheul sowie Zorngeschrei.

Selbstmittleidig in Buchaltersummen:
die Konkurrenz, Gebrüll.
Neid in Stichelnähten,
erblüht das Format um
grellgeschminkt: das Dixmädchen.
Blasmundig mit den dürren Beinchen.
Ein Kautschukbrocken, verbissen.
Zum großen freyd im Oh
hinfort
ins endliche traumelnde Ade.

Literatüüür?
A uf


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15.08.2007 17:36
avatar  Taxine ( Gast )
#3
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Taxine ( Gast )

Der Kummer, so hörte ich, soll oft die Triebfeder für so manches Gezeil sein. Wo der traurige Mensch sich unter seiner selbstauferlegten Last windet, so versucht er das Therapeutische aufs Papier zu packen.
Auch sagte der eine oder andere, dass in Traurigkeit die Kreativität wohl angeheizt sei?

Literatüüüür...

Wird sie geöffnet, diese Tür? Oder wird sie, noch bevor der Fuß zwischen den Rahmen gesetzt, geräuschvoll zugeschlagen? Tod eines Handlungsreisenden?
Geht er nicht unter im banalen Gefasel, im rasenden Tempo an Entwicklung?
Der Poet schwimmt prustend, gar keine Frage.


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15.08.2007 17:37
avatar  ascolto ( Gast )
#4
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ascolto ( Gast )

Grob.

Gestoßen, ich erwache.
Lendentöne aus dem Kräutergarten,
dem Brunnen aus der die
Nanaminze mir die Frische.

Gestoßen in den Tunnelblick,
denn es ist der Nachruf
eines Räubers um warmes
versöhnendes Fleysch.

Literatüüür?



A uf


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15.08.2007 17:37
avatar  Taxine ( Gast )
#5
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Taxine ( Gast )

Das Kleid geworfen
über den "Laib",
geformt aus Gedanken.
Wo die Seele brennt
ist kein Stillstand.


Genauer:
Zeit ist Geld. Gesellschaft ist Stumpfsinn.
Der Schaffende sitzt dazwischen, wird geleitet und hört auf sein Herz. Verfasst das Poetische in herrlich klarem oder verschnörkeltem Wort. Dann stürzt er hinaus in die Welt, winkt die Menge heran und will verkünden.

Doch die Menge geht weiter.


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15.08.2007 17:37
avatar  ascolto ( Gast )
#6
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ascolto ( Gast )

"Time is money" ist als Dummheyt sowiso nicht zu überbieten! Welche Zeyt, die geystigen Äonen?


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15.08.2007 17:38
avatar  Taxine ( Gast )
#7
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Taxine ( Gast )

Lieber Ascolto, was ich meinte, ... was daraus folgt: Es gibt keinen Empfänger mehr für das Wort des Poeten. Er schreibt zwar für sich, doch er möchte sich mitteilen. Keine Wechselseitigkeit mehr... kein Austausch?


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15.08.2007 17:38
avatar  ascolto ( Gast )
#8
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ascolto ( Gast )

Ischt der "Austausch" sowieso nicht in dem egozentrischen gesellschaftlichen Middeinander schoan abgekühlt? Verstummt?


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15.08.2007 17:38
avatar  Taxine ( Gast )
#9
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Taxine ( Gast )

Ja, das meinte ich. Wie hat darin dann noch Poesie Platz? Kann sie ein erkaltetes Herz erwärmen?


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15.08.2007 17:39
avatar  ascolto ( Gast )
#10
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ascolto ( Gast )

Was ist denn nun einfacher, Geflimmer glotzeln, sich zur Marke PRomoten konsumieren oder den Geyst erregen, eigene Phantasey zu projektzieren, sich kritisch in die Selbstdisziplin zu kontemplieren?

Lesen verlangt Eigendynamik, Verständniss um Zusammenhänge die man sich selbstwertig büldet,Flimmerey glubschen und dies fiktive real in sich einzustauben ist bequem?

Wer wüll poetisieren wenn er nur in den Geschmaksverstärkern nachkaut? Er endet im "Fast food"!

Wo erfordert denn der zivile westliche Lebenstaumel der Massen an Eigendynamik? Ellbogen, Speichelschleck und Anuszungeln ist der Reygen der hier gedanzt!
Die Versicherung-Bank AG hadd schoan für jede Sehnsucht ein Kreuz zum Kastel? Midd wem reist den der Tourist, welcher AG- Parkmaschiene biss Fluggedröhn?

Veränderungen sind lustich, net das der Dao ihnen dadd Hirn belebt, doch fragens mal die Knabbermaschine die zu Millionen jetzt "Wer wuird Millionär glubscht? Noch nen Pilsken...ne Tüte Chipps?


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15.08.2007 17:39
avatar  Taxine ( Gast )
#11
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Taxine ( Gast )

Die innere Stimme kann man nun einmal nicht verleugnen. Man richtet sein ganzes Sein nach dieser "Freude des Denkens" aus.
Und der Geist ist wie ein Schwamm, will aufsaugen, was sich ihm offenbart und es dann umsetzen, weiterentwickeln.
Die Welt nur scheint mir immer mehr abzustumpfen. Früher konnte nur eine bestimmte "Klasse" an Mensch zum Buch greifen, während das Volk nicht einmal lesen konnte, heute sind alle so übersättigt, dass die Faulheit die Eigeninitiative gerne auffrisst. Lieber lassen sie sich lenken, als eigenständig zu denken.
Vergiftung.


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15.08.2007 17:39
avatar  ascolto ( Gast )
#12
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ascolto ( Gast )

... es heißt den Geyst zu reinigen aus dem Verdummungsvergiftung (die Konsumpiktogramme zu leeren), sich hinaufschwingen in die uns eigene poetische Natur, dass ist gefragt, um aus ihr da zu röhren, zu pünscheln und musizieren, zu lyrisieren und schmieren. Am Mammon vorbey, die Seele küssen, dass ist was von uns gefordert wenn wuir einen aufrechten Künstler-, Poetengang tippeln?


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15.08.2007 17:40
avatar  Taxine ( Gast )
#13
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Taxine ( Gast )

Ja, denn wo man zwischen aller Schnelligkeit kauert, da muss man sich in aller Kraft wieder aufrichten und auf das Innere hören. Leicht wird sie überhört, die zarte Stimme, im Lärm der Oberflächlichkeit.
Für mich ist Poesie auch eine Suche.


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15.08.2007 17:40
avatar  ascolto ( Gast )
#14
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ascolto ( Gast )

Nach der Wahrheyt?


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15.08.2007 17:40
avatar  Taxine ( Gast )
#15
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Taxine ( Gast )

Nach allem. Wahrheit ist immer subjektiv.
Nach mir selbst, nach einem Weltbild, nach Zufriedenheit, nach Liebe, nach... Unfassbarkeit.

Man möchte fast zerbersten an allem Fluss und Drang nach Kreativität. Man will schaffen, Form geben, Neues entdecken, sich von Altem mitreißen lassen...
Es ist doch so, dass viele gerade noch wissen, wie man atmet, aber nicht mehr, wie man lebt.


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