Kürzere und "kompakte" Zitate
Ein Tipp in Zeiten der Wirtschaftskrise:
"Die einzige Bank, in der man seine Ersparnisse deponieren sollte, ist die Erinnerung. Diese Bank macht niemals Pleite"
aus "Beerenreiche Gegenden" von Jewgeni Jewtuschenko
"Die einzige Bank, in der man seine Ersparnisse deponieren sollte, ist die Erinnerung. Diese Bank macht niemals Pleite"
aus "Beerenreiche Gegenden" von Jewgeni Jewtuschenko
Zitat von Marai - Tagebücher2
Der Schriftsteller, der heutzutage etwas anderes zu schreiben versucht als das, womit die Großindustriellen der Konsumliteratur den Leser füttern, gleicht einem Einbeinigen, der sich mit seiner Prothese zum Hundert-Meter-Lauf nominieren lassen möchte.
Zwischengedanke: In den Tagebüchern 2 sind die letzten Jahre von Marai notiert, bis er sich dann im Alter von 89 Jahren erschießt, um seinem Verfall endgültig entgegen zu wirken. Die letzten Notizen sind sehr bewegend, sehr aufschlussreich. Gerade so ein Satz lässt mich lange nachdenken, der da lautet:
Zitat von Marai
Das Sterben beginnt damit, dass man es nicht mehr für unmöglich hält zu sterben.
Hm... ich muss sagen, ich bin da vorsichtiger geworden, mit dem "schnellen Wort". Viele Sachen sind leicht dahergesagt, sozusagen „gut formuliert“, wie das Sterben beginnt mit der Geburt oder vor der Geburt oder: der Tod ist nicht das Ende. Abstrakt also. Aber, überlegt man tatsächlich, hält man sich eine Weile wirklich für unsterblich. Nicht über Grenzen hinaus, eher so, dass man nicht mit dem Tod rechnet, er hat keinen Platz im Leben, höchstens als Gedanke, nie als Gefühl, nicht im sicheren Wissen: Ich sterbe jetzt oder bald. Man geht nicht davon aus, dass der nächste Tag schon den Tod mit sich bringen könnte. Ich denke, Márai bringt es auf den Punkt, dass das wirkliche Sterben (also nicht das in Worten, nicht dieses abstrakte Wissen, dass die Zellen langsam absterben, sondern das körperlich spürbare, dieses, das statt Angst eher Gleichgültigkeit oder eine Art Begreifen mit sich bringt) wirklich dann beginnt, wenn man es für möglich hält. Ich tue es nicht. Auch Márai tat es lange nicht, ganze 85 Jahre hielt er es für unmöglich, womit er vollkommen recht hatte.
Auch kann man es metaphysisch weiter deuten: Wenn man es dann für möglich hält, der Kopf darauf eingestellt ist, dann folgt der Tod auch unweigerlich, denn man „weiß“ ja, dass er eintritt. Vorstellung wird Realität. Dass der Körper so oder so abstirbt, ist klar. Bereit sein lässt sich auch nicht immer. Aber, das Alter bringt sicherlich andere Erkenntnisse mit sich, als der Blick aus der Mitte des Lebens (wenn man sie denn so nennen kann...)
Wie gesagt... Hm...
Auch kann man es metaphysisch weiter deuten: Wenn man es dann für möglich hält, der Kopf darauf eingestellt ist, dann folgt der Tod auch unweigerlich, denn man „weiß“ ja, dass er eintritt. Vorstellung wird Realität. Dass der Körper so oder so abstirbt, ist klar. Bereit sein lässt sich auch nicht immer. Aber, das Alter bringt sicherlich andere Erkenntnisse mit sich, als der Blick aus der Mitte des Lebens (wenn man sie denn so nennen kann...)
Wie gesagt... Hm...
Ernsthaft? Du gehst davon aus, jede folgende Sekunde schon tot sein zu können?
Oder, ziehst du es lediglich abstrakt in Betracht?
Zypresserich
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Nee, kannste nichts für. Ist ja auch nicht tragisch. Oder kannste doch etwas für? Ich sollte vielleicht doch statt "man" lieber "ich" schreiben. 
Meine individuelle Bewusstheit macht es mir unmöglich, den Tod mit dem Ich in Verbindung zu bringen. Der Tod existiert neben mir, hinter mir, vor mir, in mir, über mir, in Texten, Buchstaben, Gedankenmustern, in Worten..., aber dass ich es für möglich halte, zu sterben, trotz offener Geisteshaltung, bleibt nur abstrakter Gedanke. Zu abstrakt. Höchstens eine Ahnung oder der Versuch einer Vorstellung.

Meine individuelle Bewusstheit macht es mir unmöglich, den Tod mit dem Ich in Verbindung zu bringen. Der Tod existiert neben mir, hinter mir, vor mir, in mir, über mir, in Texten, Buchstaben, Gedankenmustern, in Worten..., aber dass ich es für möglich halte, zu sterben, trotz offener Geisteshaltung, bleibt nur abstrakter Gedanke. Zu abstrakt. Höchstens eine Ahnung oder der Versuch einer Vorstellung.
Zypresserich
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Zitat von TaxineNa, dann haben wir ja endlich mal n Unterschied.
Meine individuelle Bewusstheit macht es mir unmöglich, den Tod mit dem Ich in Verbindung zu bringen.
Ist bei mir tief drin, das feeling des Absturzes ins Ewige Verschwinden. Empfinde ich auch als gut. Macht so schön bewusst für das Weltgeschehen, wie ich für mich finde. Manches Verstandzerbrecherische wird dadurch leicht auf Normalnull gefahren. Ach, will ich das weiter ausführen? Vielleicht das noch zum Abschluss: mit der Bewusstheit um den eigenen Tod, der nicht nur jede Sekunde eintreffen kann, sondern ganz einfach in allem ist, geht einher der Respekt vor dem Leben aller oder von allem. (Kann man ausführen bis hin zu Frieden Liebe etc.)Ja, da bist du sicherlich einen Schritt voraus, oder (nach Márai), dann sterbe ich wohl im Augenblick noch etwas weniger als du. 
Also beängstigend finde ich den Tod nicht, vielleicht würde mich das Sterben irritieren, wenn ich es denn "erfassen" oder begreifen könnte... Wer weiß.
Solche Worte wirken dann eben:
Erinnert an Erde und Sand zwischen den Zähnen.
Oder so etwas:

Also beängstigend finde ich den Tod nicht, vielleicht würde mich das Sterben irritieren, wenn ich es denn "erfassen" oder begreifen könnte... Wer weiß.
Solche Worte wirken dann eben:
Zitat von Márai
Bei jedem Erwachen der Geschmack des Todes im Mund. Er hat mit keinem anderen Ähnlichkeit, er ist wie ein roher Aperitif.
Erinnert an Erde und Sand zwischen den Zähnen.
Oder so etwas:
Zitat von Márai
Der Körper saust abwärts. Der Tod ist ganz nahe, ich rieche ihn, sein Atem stinkt.
Wieso drastisch. WAHR! 
Aber, von diesem "Geschmack Sterben" rede ich doch, nicht das innere Bewusstsein der Sterblichkeit. 
Zypresserich
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Zitat von Taxine
Aber, von diesem "Geschmack Sterben" rede ich doch, nicht das innere Bewusstsein der Sterblichkeit.
Ja, den kann man auch künstlich erzeugen: hatte mal letztlich verschimmelte Nudeln in der Mikrowelle (vergessen); die hätte ich dann doch nicht gegessen. Also schmecken kann ich mein Ende auch noch nicht (hab auch nicht vor, mich selbst zu essen ...). Manchmal allerdings, beim Zahnarzt, da habe ich so eine Vorahnung ...
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