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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#1

Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 26.10.2007 14:35
von Moulin • 395 Beiträge



was werden wir ?
Welche Stellung nimmt unser reales Leben ein, wenn wir uns und damit unser Leben in einem virtuellen Raum befinden. Ist es ein allgemeiner gesellschaftlicher Umbruch, der sich abzeichnet, in dem sich durch die weltweite Vernetzung Menschen zusammenfinden und sich zu Gruppen virtuell zusammenschließen?

Unsere Realität ist geprägt durch das, was der Einzelne zeigt und das, was die Wahrnehmung des Anderen unter Einbeziehung der inneren Vorstellung daraus macht.
Sind wir alle, die sich in einem Forum zusammengefunden haben, und uns regelmäßig virtuell treffen eine Art neuartiges Rollenspiel? Jeder für sich ist zwar echt, doch die reale Welt hört an der Stelle auf, an der die Finger die Buchstaben der Tastatur berühren.
Was meint Ihr über diese neue gesellschaftliche Entwicklung?


Le Moulin

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#2

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 26.10.2007 15:11
von Martinus • 3.194 Beiträge
Hallo Moulin,

wwww - was werden wir, ganz herrlich

Natürlich hört die Kommunikation auch irgendwo an der Tastatur auf,
aber, ich will es mal so sagen:

Der menschliche Geist wie er ist, macht noch mehr daraus. Manchmal bilde ich mir wirklich ein, ich rede mit Menschen, nicht nur mit Nicks. Der Geist baut sich im Gehirn eine Welt zusammen.

Natürlich können ein paar erbärmliche Smileys nicht hunderte oder tausende Muskelbewegungen ersetzen, die im Gesicht meines Gesprächspartners ablaufen, nach denen ich bewusst und unbewusst die Reaktionen und Emotionen meines Gegenübers abschätze. Um dieses Manko auszugleichen, fantasiert der menschliche Geist.

Nun trotzdem, wir haben ja auch ein Offline-Leben, was wir nicht vernachlässigen müssen. Sollten wir auch nicht. Trotzdem bietet die virtuelle Welt die ideale Möglichkeit, sich schnell mit gleich/ähnlichgesinnten auszutauschen. In der Offline-Welt muss man da schon länger suchen.

Fazit: Virtuell als Ergänzung zum Offlineleben
Schönes Thema!

Liebe Grüße
Martinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 26.10.2007 15:14 | nach oben springen

#3

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 26.10.2007 15:12
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Zitat von Moulin
Was meint Ihr über diese neue gesellschaftliche Entwicklung?



... dass sie im Fortschreiten moderner und technischer Erneuerungen unabwendbar ist. Diese Entwicklung wurde bereits vorausgesehen. Debord sagte in seinem "Die Gesellschaft des Spektakels":
IN DER WIRKLICH VERKEHRTEN WELT IST DAS WAHRE EIN MOMENT DES FALSCHEN.
Das wahre Leben wird nur noch als "Philosophie" gelebt und dadurch mit Vergnügen durch ein "unechtes" ersetzt.
Das beginnt damit, dass Arbeit zur Ware "Arbeit" gerät, was notgedrungen zum Überfluß führt, weil nicht auf das Bedürfnis der Menschen eingegangen wird, sondern nur auf das Produzieren der Ware. Diese Produktion wird immer wieder auf eine neue, bessere, schnellere Stufe erhoben, bis der Mensch im normalen Handwerk nicht mehr nachkommt und (von mir aus) durch Maschinen und Technik ersetzt wird, oder wo die "körperliche" Arbeit ganz einfach (und immer häufiger) durch eine Dienstleistung ausgetauscht wird. Man bezahlt also für nicht mehr greifbare Dinge. Diese ganze Entwicklung wird dann ganz natürlich auch das normale Leben verändern. Aus der Pseudoarbeit (die ja nicht in ihrer Überproduktion notwendig ist) wandelt sich die Welt auch in eine Pseudowelt, denn jede Vereinfachung ersetzt eine Gewohnheit. Der Brief wird durch die Mail ersetzt, weil es schneller und einfacher ist, wobei vielleicht übersehen wird, dass das Denken und Mitteilen hier ebenso vereinfacht wird. Es gilt nicht mehr der lange, ausführliche Gedanke (denn, wenn ein Brief schon so lange braucht, dann will man auch alles Wesentliche mitteilen), sondern der schnelle, flüchtige (denn man kann ja direkt die nächste Mail schreiben). So ist es dann auch mit dem Gesellschaftsleben.
Beispiel: Man sehnt sich nach dem Gespräch, guckt hinaus und erblickt eine graue, kalte, von Regen durchtränkte Welt. Bevor man sich nun in den Mantel wirft, den Schirm aufspannt und durch spiegelnde, leere Strassen zu Freunden stampft, kann man auch das Internet aufmachen, um hier viel bequemer und ohne nass zu werden, ein Gespräch zu führen. Vereinfachung und somit auch "Pseudoleben".
Die Befürchtung, dass jeder Mensch irgendwann mal in einer kleinen Zelle hockt, vor sich den Bildschirm (vielleicht direkt mit dem Hirn verdrahtet), ist nicht mehr so weit hergeholt. Alles läuft auf Vereinsamung hinaus, freilich ohne, dass der Mensch es mitbekommt, denn er lebt ja sein Pseudoleben.
Auch in einem solchen Beispiel (wie im "Dostojewski-Ordner") kann man diese Entwicklung beobachten. Der Mensch ist so geschaffen, dass er den "Schmutz der Welt" mit seinen Träumen und Phantasien überdeckt. Wer im Leben nicht viel Freude hat, wird es umso mehr mit seiner Phantasie verdrängen. Wie ideal wird dann das Virtuelle sein, wenn hier die Phantasie durch eine sichtbare Welt abgelöst wird? Der Mensch wandelt sich ins Wort, kann sich selbst (siehe Chat) zu einer völlig anderen Person umgestalten (einen neuen Held schaffen).
Solche "Prozesse" werden durch ganz einfache Mechanismen gefördert. Das Fernsehen, das Auto (statt die Gemeinschaft des Busses), das Arbeiten an einem abgeschirmten Arbeitsplatz (siehe riesige Büroräume) führen in die "Vereinzelung" der "einsamen Massen".
Besonders auffällig ist es mittlerweile, wenn man durch eine Fußgängerzone läuft. Da sieht man fast jeden Menschen im Gespräch und muss doch feststellen, dass jeder für sich geht und über einen Knopf im Ohr mit einem nicht sichtbaren anderen Menschen spricht - also über eine drahtlose Verbindung. Manchmal sieht man zwei Menschen nebeneinander laufen, die nicht miteinander sprechen, sondern - eben aus der Bedingung heraus - jeder für sich. Durch solche Beispiele erspürt man diese Trennung. Dabei ist es dann kein Wunder, dass wir irgendwann das Leben durch ein virtuelles ersetzen, wenn untereinander sowieso schon die Entfremdung herrscht.
Trotzdem ist es eine Entwicklung, an der wir ohne es zu bemerken ganz automatisch teilhaben. Wir passen uns an, weil uns hier die Bedingungen reizen. Bequemlichkeit, Trägheit, all das sind Anwandlungen, die der Mensch in Momenten benötigt, um abzuschalten. Solange man darüber nicht das "Echte", das "Dort draußen" vergisst, ist diese Entwicklung noch nicht bedenklich. Dabei, so befürchte ich, wird es aber nicht bleiben.

Mal ein kritischer Standpunkt!
Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 27.10.2007 19:32 | nach oben springen

#4

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 26.10.2007 23:18
von Moulin • 395 Beiträge
Als ich gestern die vielen leeren Ladenlokale in unserem Ort sah, und wie ihre zukünftige Nutzung meist aussieht, in der Regel als Ramschladen, ist mir ein Geschäft besonders aufgefallen. Dort stand schlicht Internetcafe über dem Eingang.
Ich blickte durch das Fenster und sah etwa acht aus Holz gefertigte Einzelkabinen, jede in Etwa so groß wie der Abstellraum meiner Wohnung.
Das fand ich sehr interessant. Einerseits macht das www aus uns gläserne, dadurch kontrollierbare Menschen ( vergl. Orwell, 1984 ), andererseits wollen die in ihrer Transparenz als Individuum anonym in einer Einzelkabine surfen.
Wow!

Stellt Euch mal vor ihr seid in Wien, geht in ein Kaffeehaus um ein Stück Sachertorte mit einer Tasse Wiener Melanche zu genießen und setzt Euch zu diesem Zweck in eine Einzelkabine (die jedoch virtuell das Tor zur Welt öffnet). Und alle Anderen im Cafe würden es gleich tun.
Ein Massentreffen in der Einsamkeit.
Demzufolge ist das, was die Menschen in aller Welt zusammenwachsen lässt gleichzeitig das, was sie auseinanderbringt.
zuletzt bearbeitet 26.10.2007 23:23 | nach oben springen

#5

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 27.10.2007 00:16
von Cora
avatar


Interessantes Thema!

Während wir heute noch vor dem PC sitzen, werden wir morgen vermutlich schon über unsere Gedanken
mit dem Netzwerk verknüpft sein. Dann brauchts nicht einmal mehr die üblichen Fingerübungen.

Zur Zeit dürfte aber die bisherige Art der Kommunikation am PC bei der Großzahl aller Nutzer
auf Gefallen stoßen, denn der Vorteil liegt auf der Hand.
Wie Taxine schon angemerkt hat: Kein Stress mit langem Fußmarsch, bzw. keine An-, Ab-
oder Überfahrten.

Statt des auswärts üblicherweise angebotenen Kaffees, kann man nun selbst auch mal zur Wasser-
Wein- oder sonstigen Flasche greifen.
Bemerkenswert auch, die Gefahr einer Ansteckung vom "Gegenüber" durch Erkältungsviren sinkt unter
den Nullwert.
Positiv fällt auf:
Unangenehme Verhaltensweisen, Ticks und andere Besonderheiten werden über die Tastatur nicht
weitergeleitet.
Selbst beim anregendsten Wortwechsel kann man bedenkenlos ein Nick-erchen im Chefsessel
machen.
Man könnte getrost auch auf dem Boden liegend in die Tasten hämmern, oder auf einem Bein stehend -;
selbst die Nachtruhe darf man schreibend, lesend hinterwege lassen.
Und beschwert sich jemand über den gesendeten Beitrag, verschafft man sich ganz unverfroren eine neue
Identität - die Kreativität kennt keine Grenzen.



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#6

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 30.01.2009 13:48
von Freigeist • 36 Beiträge
Zitat von Moulin

Ein Massentreffen in der Einsamkeit.
Demzufolge ist das, was die Menschen in aller Welt zusammenwachsen lässt gleichzeitig das, was sie auseinanderbringt.


Hallo Moulin,

fantastischer Gedankengang - das trifft den Nagel auf den Kopf. Du beschreibst haargenau das Phänomen, welches ich schon seit langem erahne, subjektiv erspüre und dem ich mir seit kurzem gewiss bin - DIE EINSAMKEIT IN DER MENGE.
Mag sein, dass dies nur von mir und wenige anderen so empfunden wird, vielleicht bin ich von meinem Naturell ein Melancholiker, vielleicht auch "nur" (Gottseidank) empfindsamer, nicht tumb, aber diese, unsere Gesellschaft und insbesondere die jüngere, erscheint mir doch mehr und mehr im Strudel der virtuellen (HANDY!!!) Kommunikation unterzugehen. Ich sehe das ähnlich wie Annelie (Taxine), welche es mit dem "Knopf im Ohr" beschrieben hat. Wann immer mir solche Menschen begegnen, so fühle ich mich instinktiv unwohl. Verspüre Abwehr in mir, bedauere solche ob ihres "Schicksals" und halte sie, mit Verlaub gesagt, für oberflächliche und einfach strukturierte Wesen. Ich weiß, das dies arrogant klingt und ich erliege womöglich einem Vorurteil, letztendlich ist es mir auch gelinde gesagt "schnurz" und jede/r soll tun wonach Ihr/ihm gelüstet (sofern nicht dritte in erheblichen Maße davon tangiert werden). Aber alles in allem graust mir einfach davor und etlicher anderer Entwicklungen - ich fürchte ich werde "alt" und passe nicht mehr recht ins "Schema"!

Gruß
F.
zuletzt bearbeitet 30.01.2009 13:51 | nach oben springen

#7

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 30.01.2009 14:43
von Martinus • 3.194 Beiträge
Zitat von Moulin


Stellt Euch mal vor ihr seid in Wien, geht in ein Kaffeehaus um ein Stück Sachertorte mit einer Tasse Wiener Melanche zu genießen und setzt Euch zu diesem Zweck in eine Einzelkabine (die jedoch virtuell das Tor zur Welt öffnet). Und alle Anderen im Cafe würden es gleich tun.
Ein Massentreffen in der Einsamkeit.
Demzufolge ist das, was die Menschen in aller Welt zusammenwachsen lässt gleichzeitig das, was sie auseinanderbringt.


Wie ist das eigentlich mit dem Lesen? Wenn 50 Gäste im Sacher das Törtchern essen und anschließend jeder ein Buch zur Hand nimmt und darin liest? Dann ist ebenso jeder für sich allein. Man surft in der Romanwelt, sieht Bilder, vielleicht führt man Selbstgespräche mit Romanfiguren . All das, passiert auch im Forum.

Liebe Grüße
mArtinus



„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 30.01.2009 14:45 | nach oben springen

#8

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 30.01.2009 14:52
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Zitat von Martinus
Wie ist das eigentlich mit dem Lesen? Wenn 50 Gäste im Sacher das Törtchern essen und anschließend jeder ein Buch zur Hand nimmt und darin liest?


Ich glaube, Martinus, das wäre genauso verheerend.

Noch tragischer wäre es, wenn selbst das Stück Torte nur ein Hologramm, das ganze Café nur eine Illusion wird, wenn die Menschen einfach sitzen und vor sich hinstarren und nur glauben, sie würden in einem Buch lesen.

Menschen, die sich dem Trend der zukunftsorientierten Technik verschreiben, die z. B. um Mitternacht Schlange stehen, um ein neues Spiel zu erwerben, die echtes Geld bezahlen, um für ihre Rolle im Spiel "Gegenstände" einzukaufen, um mehr "Zauberkraft" zu haben, die sind mir noch suspekter. Auch ein Trend: das Spiel als virtuelles und nachempfundenes Leben. Erschaffe ein Leben. Und vor dem Computer erschlaffen Körper und Geist. Da gruselt es einen.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 30.01.2009 15:00 | nach oben springen

#9

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 30.01.2009 18:08
von Freigeist • 36 Beiträge
...erschlaffen Körper und Geist.
Körper gewiss, Geist nicht unbedingt. Auch im sog. Second Life wird Kreativität benötigt, allerdings in einer Weise, wie sie mich frösteln macht. "Leben" zu erschaffen in einer virtuellen Welt, mit sehr eingeschränkten Sinneserfahrungen (weder Geruch, was auch Vorteile haben kann, noch Geschmack, keine Haptik, beim Hören bin ich mir nicht sicher) nur das Sehen bleibt, meines Erachtens - sehr kläglich, finde ich. Da ist eine Abstumpfung des Menschen doch vorprogrammiert, oder findet ihr nicht? Also ich für meinen Teil kuschle gerne, mit meinem PC kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Was ich den "Blechdeppen" schon alles angedroht habe, wenn er mich/sich "hängen" läßt, ich kann euch sagen.
Das "echte" Leben ist zwar auch kein Ponyhof, dafür aber 'ne echte Herausforderung, die zuweilen auch sehr, sehr glücklich machen kann.

Meine Verehrung

F.
zuletzt bearbeitet 30.01.2009 18:09 | nach oben springen

#10

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 20.06.2011 07:40
von Hammelhannes (gelöscht)
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Zitat von Moulin
Stellt Euch mal vor ihr seid in Wien, geht in ein Kaffeehaus um ein Stück Sachertorte mit einer Tasse Wiener Melanche zu genießen und setzt Euch zu diesem Zweck in eine Einzelkabine (die jedoch virtuell das Tor zur Welt öffnet). Und alle Anderen im Cafe würden es gleich tun.
Ein Massentreffen in der Einsamkeit.
Demzufolge ist das, was die Menschen in aller Welt zusammenwachsen lässt gleichzeitig das, was sie auseinanderbringt.



Ein erschreckender Gedanke, der jedoch so meiner Meinung nach nicht umgesetzt werden wird. Zu unwirtschaftlich wäre das ganze Unterfangen, zu unprofitabel für kapitalistische Gedankengänge.

"Ein Massentreffen in der Einsamkeit" ist jedoch sehr schön gesagt. Ein Satz der Seiten wie Facebook nicht besser beschreiben könnte

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#11

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 20.06.2011 09:42
von Roquairol • 1.065 Beiträge

Zitat von Hammelhannes


"Ein Massentreffen in der Einsamkeit" ist jedoch sehr schön gesagt. Ein Satz der Seiten wie Facebook nicht besser beschreiben könnte



Die Diskussion geht gerade eigentlich genau in die entgegengesetzte Richtung, nachdem es auf einer spontan über Facebook organisierten Party mit mehreren hundert Teilnehmern zu Ausschreitungen und Verletzten gekommen ist. Jetzt schreit das Volk laut "Verbieten!", denn was auf jedem Schützenfest normal ist, darf auf Facebook-Partys natürlich nicht sein ... Die Politiker werden sich bemühen, diese Steilvorlage nach Kräften zu nutzen, sie würden am liebsten generell alle über Facebook organisierten Versammlungen verbieten, damit es ihnen nicht irgendwann so ergeht wie den Kollegen in der arabischen Welt ...




Homepage: http://www.noctivagus.net/mendler
Facebook: http://www.facebook.com/people/Klaus-Mendler/1414151458
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#12

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 20.06.2011 12:05
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Zitat von Hammelhannes
"Ein Massentreffen in der Einsamkeit" ist jedoch sehr schön gesagt. Ein Satz der Seiten wie Facebook nicht besser beschreiben könnte



Seiten wie Facebook bezwecken ja wiederum etwas ganz anderes unter ihrer so erfolgreich schillernden Oberfläche des Massentalks. Von der allgemeinen Kommunikation einmal abgesehen, die ja jeder nach seinem Geschmack handhaben kann, wie er möchte, führen solche Massenzusammenkünfte aber hauptsächlich dazu, dass, sollte es wirklich einmal politisch werden, die organisierten Treffen mittels großer und kontrollierter Plattform besser zu überwachen sind und darum, sollte tatsächlich einmal ein echter Aufstand entstehen, dagegen auch schneller gehandelt werden kann. Deswegen hält sich die Politikerempörung auch in Grenzen oder ist nur Schein.

Wir haben es an den Aufständen gesehen, die in der Welt stattfanden und die wirklich etwas bewegten. Da gab es keine Verabredungen per Facebook, in den Medien wird aber verkündet, die Menschen hätten sich über Facebook versammelt. Da nutzt diese absurde Plattform doch tatsächlich in den Ländern (z. B. Deutschland), wo sie sich erfolgreich entwickelt hat, direkt ihre Werbemöglichkeiten. Dabei ist es natürlich Blödsinn, dass über Facebook organisiert wurde. Da waren Länder darunter, in denen Facebook nicht einmal eine Rolle spielt. (In den arabischen Ländern ging es um das Internet an sich, das ausgeschaltet wurde. Das wäre bei uns auch verheerend.)

Massentreffen der reinen Blindheit. So nenne ich die Plattform Facebook.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 20.06.2011 16:02 | nach oben springen

#13

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 20.06.2011 12:59
von Martinus • 3.194 Beiträge

Die Atomproteste in Deutschland formieren sich u.a. auch über Facebook. Bei den Demonstrationen in Ägypten, spielte Facebook auch eine Rolle. Insofern nicht unbedingt "Massentreffen der reinen Blindheit", werte Taxine. Davon abgesehen, äh, Facebook mir durchaus andere Tore geöffnet hat...äh




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

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#14

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 20.06.2011 16:02
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge

Derlei Proteste waren keine Gefahr, werter Martinus. Sie haben im Grunde zu nichts geführt, und das wussten auch die Politiker...
In Ägypten spielte Facebook überhaupt keine Rolle, das wurde nur in deutschen Medien so behauptet und war eine reine Werbemaßnahme für diese Plattform.

Gegen all das, was Facebook dir ansonsten geöffnet hat, habe ich nichts gesagt.

Liebe Grüße
Taxine




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 20.06.2011 16:04 | nach oben springen

#15

RE: Wir

in An der Philosophie orientierte Gedanken 20.06.2011 17:16
von Martinus • 3.194 Beiträge

Zitat von Taxine
Derlei Proteste waren keine Gefahr, werter Martinus. Sie haben im Grunde zu nichts geführt, und das wussten auch die Politiker...



Gefährlich waren diese Demos nicht, aber immerhin haben sie dazu geführt (auch die damit im Zusammenhang verlorenen Wahlen in Baden Würrtemberg), dass die Regierung sich um 180 Grad gedreht hat und bis 2022 alle Atomkraftwerke abschaltet werden. Natürlich auch wegen Fukushima, aber der Druck kam vom Volk. Das ist doch ein Erfolg. Natürlich kann man Politikern niemals wirklich trauen, und wir wissen nicht, was für Hintertürchen die sich noch freihalten. Dass die jetzt bei Krefeld ein Kohlekraftwerk planen ist natürlich auch nicht besonders klug. Wie wärs, wenn jeder Haushalt in eigener Verantwortung Strom spart, dann brauchen wir auch ein paar Windräder weniger und keine neuen Kohlekraftwerke. Ich komme irgendwie vom ursprünglichem Thema ab sorry......




„Wäre die Erde eine Bank, dann hättet Ihr sie bestimmt schon gerettet!" (Greenpeace)

zuletzt bearbeitet 20.06.2011 17:17 | nach oben springen


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