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Hirngespinste

Austausch zwischen Literatur und Kunst


#16

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.11.2007 20:10
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Da kommt eine neue Frage auf: Was ist Befriedigung? Oder anders: Gibt es schnelllebige und langwierige Befriedigung oder ist die Befriedigung grundsätzlich an kurze Phasen gebunden?



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.11.2007 20:11 | nach oben springen

#17

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.11.2007 20:16
von Moulin • 395 Beiträge

Bitte keine B - Note für meine Wortwahl.

O.K., Befriedigung ist das Stillen der Erwartung? Sie ist schon gewissen erwünschten Hormonausschüttungen unterworfen. Glücksgefühl ist ein wichtiger Faktor für das seelische Überleben. Da mag es Nahziele geben, wie auch Fernziele.
Jetzt muß man unterscheiden auf was wir das Thema münzen. Mir ging es zu Beginn nicht unmittelbar um eine Liebesbeziehung, sondern um die (verzeiht mir das Wort) Bewertung eines Menschen in Bezug auf die eigene innere Stimme. Auch beim Kauf eines Instrumentes stelle ich z.B. fest, dass das einem komplexen inneren Bild unterworfen ist.

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#18

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.11.2007 20:27
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Sieht man es immer noch in der Erfüllung des Bedürfnisses, einen anderen Menschen kennenzulernen und nach den eigenen Eindrücken zu "bewerten", ist auch hier die Befriedigung in dieser Betrachtung zu durchleuchten.
Befriedigung also im Sinne der Bestätigung an eigenen Projektionen.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 12.11.2007 20:28 | nach oben springen

#19

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 12.11.2007 20:58
von Moulin • 395 Beiträge

Vielleicht nicht ganz so. Die Erfüllung durch einen anderen Menschen ergibt sich aus dem gegenseitigen Bereichern.

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#20

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 20.11.2007 21:56
von ascolto • 1.289 Beiträge

Werte Belegschaft,

meynereyns: die egozentrische Betrachtung, also aus der fokusierten Ichspiegeley hineyngeblückt, ist so laaaangatmig eine Projektion buisch suich das Mitgefühl und die Weysheit um die Ursache der Betrachtung und die rezipierte Wirkung erklart (verstanden) und hieraus suich der Naziß löst, ergo; eine friedvolle ruhige Betrachtung entsteht.
Begierde in dem Betrachtenden schafft uimmer eine zielgerichtete Fokussierung, sowie eine engstirnige Perspektive!

Glück allen Wesen,

dadd A


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#21

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 22.11.2007 16:25
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Zumindest ist in der Liebe die Betrachtung ohne Begierde nicht möglich. Die Liebe zu allen Menschen mag aus dem Mitgefühl erwachsen, aber sich in einem Menschen zu verlieben, ist immer erst durch das Errichten eines Ideal geprägt. Man beherrscht seine Leidenschaften nicht, wenn man sich verliebt, man genießt diese vielmehr, das Ungewisse, die Träumerei und Raterei, wie der andere sein könnte. Das ist auch keine engstirnige Perspektive, sondern ein ganz natürlicher Vorgang, besser gesagt, genau das, was die Liebe und dieses Sich-darin-Verlieren so schön macht. Das Aufgewühlte, das Durchströmen von Euphorien, all das, was einen erfasst, wenn der "Trieb" zueinanderführt, lässt sich nicht durch eine friedvolle Betrachtung beherrschen, oder vielleicht ist es sogar möglich, jedoch zerstört es dabei die Lust und das eigentliche Vergnügen daran.

Genauer: Sich zu einem Menschen hingezogen fühlen, ist von natürlichen Bedingungen gelenkt, also aus der Natur des Menschen. Hier wird nicht betrachtet und nach einer Ursache geforscht, sondern meistens werden Ähnlichkeiten oder Gegensätze entdeckt, die dann wieder neue Prozesse auslösen. Voraussetzung bleibt immer, dass die eigene Phantasie hier zum Einsatz kommt, ein eigener Wunsch projiziert wird, was weder langatmig noch verkehrt ist.



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.11.2007 01:02 | nach oben springen

#22

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 23.11.2007 00:18
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Und dazu passend, ein Abschnitt aus "Oblomow", der hier wie gerufen kommt, um das Gesagte zu untermalen :
In Antwort auf:
Obwohl man die Liebe ein launisches, unberechenbares, wie eine Krankheit entstehendes Gefühl zu nennen pflegt, hat sie doch wie alles auf der Welt ihre Gesetze und Ursachen. Wenn diese Gesetze bisher nur wenig erforscht worden sind, so liegt das daran, dass es einem Menschen, der von der Liebe getroffen ist, nicht darum zu tun ist, forschenden Blicks zu verfolgen, wie sich ein Eindruck in das Herz hineinschleicht, wie es gleichsam hineingeschmiedet wird in die Traumseligkeit des Gefühls, wie erst die Augen erblinden, von welchem Augenblick an der Puls und dann auch das Herz stärker zu schlagen beginnt, wie von heute auf morgen plötzlich ergebene Treue entsteht, die bis ans Grab reicht, und das Streben, sich selber zum Opfer zu bringen, wie allgemach das eigene Ich aufhört und in ihn oder in sie übergeht, wie der Geist ganz ausnehmend stumpf wird oder im Gegenteil produktiv im höchsten Sinne, wie ein Wille sich dem Willen eines andern hingibt, wie der Kopf sich neigt, die Knie wanken, wie Tränen aus den Augen quellen, wie ein Fieber sich einstellt ...

Ich glaube, so kann man das stehenlassen. Es gerät selten in die Betrachtung (weil man hoffentlich immer neue Dinge am anderen Menschen entdeckt, die immer wieder aufs Neue begriffen und erfasst werden müssen), es ist der einfache Wunsch nach dem Fühlen-Wollen und auch der Wunsch, die eigene Phantasie immer wieder neu zu beleben.




Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 23.11.2007 01:09 | nach oben springen

#23

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 27.11.2007 23:02
von Ferro • 154 Beiträge

Mich fasziniert immer Unnahbarkeit. Genau diese Mauer lässt jede Interpretation offen.
Die "redliche" Betrachtung ist mir kein Ansporn.

Mit Grüßen
der Ferro

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#24

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 28.11.2007 09:42
von Moulin • 395 Beiträge
Zitat von Ferro
Mich fasziniert immer Unnahbarkeit. Genau diese Mauer lässt jede Interpretation offen.
Die "redliche" Betrachtung ist mir kein Ansporn.

Mit Grüßen
der Ferro



Ich glaube, dass Unnahbarkeit bei der Betrachtung eines Menschen einen Impuls auslöst, den Kampf dagegen zu beginnen, je nach Mensch verschieden stark.
Ich empfinde manchmal sogar eine Freude daran ein arrogantes Gegenüber zu "knacken".
zuletzt bearbeitet 28.11.2007 09:44 | nach oben springen

#25

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 28.11.2007 19:14
von larifant • 270 Beiträge

In Antwort auf:
daran ein arrogantes Gegenüber zu "knacken".

Oh je, das könnte missverstanden werden.
Mit "knacken" meinst du ja hoffentlich nicht "brechen".

Gruß,
L.


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#26

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 28.11.2007 20:01
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Das Knacken der harten Schale... na, wenn es denn gelingt.

Unnahbarkeit ließe sich hier auch verschiedenen deuten. Der Mensch, der unnahbar ist, weil es um ihn eine unsichtbare Abgrenzung gibt, der damit eine Art Genie/Aura/Erhabenheit ausstrahlt, und der Mensch, der unnahbar ist, weil er abblockt, was meistens ein Zeichen der Unsicherheit oder der bewusst gelebten Arroganz ist.
Letzterer Typ spricht mich eher nicht an.
Ein Mensch wiederum, der nicht zu deuten ist, macht durchaus neugierig.

Liebe Grüße
Taxine



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 28.11.2007 20:14 | nach oben springen

#27

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 05.12.2007 10:03
von Moulin • 395 Beiträge
Zitat von Taxine

Ein Mensch wiederum, der nicht zu deuten ist, macht durchaus neugierig.
Liebe Grüße
Taxine


Hallo Taxine,
hallo alle.

Das Deuten eines Menschen ist mir immer ein Anreiz. Die erstere Form des unnnahrbaren Menschen, der sich geheimnisumwoben, ausstrahlend abgrenzt ist der Leichtere, weil er nicht abstößt sondern eher, wenn auch manchmal ungewollt zur Neugierde bewegt und zum analysierenden Kontakt auffordert.
Der zweite, der die Arroganz scheinbar boshaft oder aus einer Unvollkommenheit heraus lebt, führt mich erst dann zur Ablehnung, wenn ich die Transparenz gefunden habe, Einblick zu gewinnen ( knacken ).
Ich akzeptiere und mag zu einem großen Teil auch die Unvollkommenheit in einem Menschen, wenn sie nicht destruktiv ist.

Ich bin überzeugt, es ist die Liebe zum Menschen, die uns immerzu treibt.
zuletzt bearbeitet 05.12.2007 10:05 | nach oben springen

#28

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 08.12.2007 18:06
von Ferro • 154 Beiträge

Ich meinte die Unnahbarkeit in jeder Konsequenz. Der arrogante Blick, die blasierte Miene, das gelangweilte Verachten, die kalte Schulter. Es nötigt zur näheren Betrachtung, wie Moulin schon sagt.
Ich mag auch den Leichtsinn, das Schamlose, das Sorglose, das Kindliche. Es ist immer der Reiz, den anderen Menschen aus der Reserve zu locken, ihn ein bisschen zu verwirren, aus den angewöhnten Reaktionen zu drängen. Es ist auch schön, überrascht zu werden, hinter dem Hochmut das Scheue zu entdecken, oder die leichte Enttäuschung, wenn sich hinter der Selbstdarstellung nur ein einfach denkender Mensch verbirgt, der durch verschiedene Tricks und Hilfsmittel gelernt hat, wuchtig aufzutreten.
Der Mensch ist in der Masse langweilig, aber als einzelne Person immer von Interesse.

Mit Grüßen an euch,
der Ferro

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#29

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 08.12.2007 23:29
von Taxine • Admin | 5.881 Beiträge
Aha, wenn also alles Spiel und Herausforderung ist, was bleibt dann, wenn der Mensch durchschaut, erkannt ist (davon ausgehend, dass es eben nur bis zu einem gewissen Grad möglich ist)? Verliert sich dann das Interesse wieder?



Surreale Vorstellungen
zuletzt bearbeitet 08.12.2007 23:30 | nach oben springen

#30

RE: Projektionen

in An der Gesellschaft/dem Alltag orientierte Gedanken 09.12.2007 01:31
von Ferro • 154 Beiträge

Ja, oft genug ist das leider so, es sei denn, der Mensch ist so interessant und wandelbar, vielleicht auch unberechenbar, dass er immer wieder neu betrachtet werden kann!

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